Autismus

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von panki, 27.09.2007.

  1. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo liebe Kollegen,

    Zur Zeit betreue ich ein Kind "mit autistischen Zügen".
    Zum Thema "Autismus" findet man zwar einiges im Internet, betrifft aber häufig Autismus bei Erwachsenen.

    Meine Fragen:
    Habt Ihr vielleicht noch Hinweise, Infos und/oder Buchtipps zum Thema "Kindlicher Autismus"?
    Oder habt Ihr vielleicht auch Erfahrungen mit autistischen Kindern?
    Ein Erfahrungsaustausch wäre auch echt super.

    Zur Zeit versuchen wir im Team gerade zu ergründen welche nonverbalen Kommunikationsmittel in der täglichen Arbeit mit dem Kind sinnvoll wären. Sehr spannende Aufgabe.

    Liebe Grüße an Euch alle, panki
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bei Google gibts doch ne ganze Menge zum frühkindlichen Autismus.

    Was ist denn genau das Problem bei eurem Kind?

    Elisabeth
     
  3. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    HAllo,
    ja es gibt da tipps die man austauschen kann.
    Dazu zunächst ein paar andere Fragen:
    Wie alt ist das Kind?
    spricht es überhaupt nicht?
    Kommuniziert es auch nicht? ( kopfschütteln usw...?)
    Hat es eine Lieblingsbeschäftigung?
    Hat es Rituale?


    Ein paar Regeln:
    Wenn es einen Tagesablauf bei euch gibt sollte der unbedingt mitgeteilt werden. Also alle Dinge die sich täglich wiederholen mit Uhrzeit, oder wenigstens Angabe Mittags usw( kommt drauf an wie alt das Kind ist und ob es sich schon an der uhr orientiert) Das Kind hat es leichter sich wenigstens an dieser Art "Stundenplan" zu orientieren.

    Wenn es Kommunikationshilfen zuhause hat sollten die mitgebracht werden.

    Untersuchungen oder Dinge die dann anders sind als der Plan sollten nach Möglichkeit am Tag vorher mitgeteilt werden.

    Manche Kinder sind übermäßig stark im Ausdruck ( allerdings nicht immer für aussenstehende nachvollziehbar warum es wann sich so verhält/schreit/lacht usw...)
    Manche sind in dem Ausdruck - den wir erwarten- nicht Ausdrucksfähig. Das heisst auch für Notfälle das sich Symptome anders äussern. Z.B. bei Atemnot, kann man des dem Kind nicht unbedingt ansehen ( keine Panik im Gesicht, auch sonstige Symptome können sehr versteckt sein, bei Schmerz eher dezente Schonhaltung als Gesicht verziehen und auch Schonhaltung kann nur schwer erkennbar sein - mitunter)

    Autismus wird mitlerweile unterteilt in mehrere "Arten" manche Übergänge sind so fliessend das man auch vom Spektrum Autistischer Störungen spricht.
    Das geht vom "klassischen" nicht sprechenden (Kanner-)Autismus bis zum Asperger Syndrom eine "milde" Form, aber mindestens genauso behindernd.

    Eigentlich ist "nonverbale" Kommunikation gerade das was sie nicht so beherrschen.
    Damit meine ich nonverbale "Signale" werden nicht verstanden und nicht gesandt.
    Nur weil sie sich selbst nicht ausdrücken/können heist es nicht das sie die gesprochene Sprache gar nicht verstehen. Im Gegenteil eher verstehen sie sie sehr wörtlich. Also zwischen den Zeilen gesprochene "sprache" wird nicht wahrgenommen deshalb erscheinen sie auch als ignorant oder arogant ( vor allem die jenigen denen man sonst nichts ansieht/anmerkt weil sie doch sprechen). Deshalb drücken sie auch nicht aus, was andere zwischen den Zeilen tun sondern können sehr direkt sein. Wer das nicht weiss hält solche Menschen für undiplomatisch.

    Der Blickkontakt gehört für "normale Menschen" ( gerne werden normale Menschen von Autistischen auch als NT bezeichnet = Neuro typisch) zur kommunikation. Da die Kommunikation wohl aufgrund der Wahrnemung gestört ist, ist Blickkontakt nicht gerade das Mittel der Wahl - im Gegenteil.

    Deshalb auch hier einige Regeln:
    mangelnder Blickkontakt ist kein Zeichen für Unaufmerksamkeit, Respektlosigkeit, oder Unaufrichtigkeit ( Manche Eltern brauchen lange bis sie lernen, dass sie zu diesem/ihrem Kind nicht sagen können:2schau mich gefälligst an wenn ich mit dir rede oder sieh mich an wenn du sprichst - nur um zu prüfen, ob ihrem Kind gerade was unangehem ist wie z.B. die Wahrheit, also dieses "glaubwürdigkeitmeineskindesprüfen"-spiel ist absolut Kontrainidziert)
    Dagegen haben sie eine besondere Antenne gegenüber Menschen die unaufrichtig sind. wenn also jemand meint wegen einer unangenehmen Untersuchung vielleicht lieber etwas anderes erzählen zu wollen muss man sich nicht wundern wenn das Kind gerade DAS irgendwie durchschaut.
    Um so autentischer man ist um so eher bekommt man Kontakt. Geduld und genaue Beobachtung und echtes Interesse können Türen öffnen.

    Es kann sein, das es so aussieht als ob das Empfinden für Abstand und Nähe fehlt, so kann es sein das Kind läuft einem die ganze Zeit hinter her....

    Manche Verhaltensweisen sind aus reiner Unsicherheit. Daher immer erklären was man tut und auch warum. Autistische Kinder sind der logik Erwachsener noch eher zugänglich als andere Kinder vergleichbaren Alters also ist es auch nicht abwegig ihnen Dinge zu erklären die man sonst eher vermeiden würde. Da hier aber die Kooperation gefragt ist, da hilft eben nur die Information sonst erzeugt man Ängste. Als Aussenstehender kann man ja nicht so unbedingt wissen was dem Kind alles Ängste macht, oder womit es Schwierigkeiten hat, manche sind z.B. sensorisch sehr sensibel daher haben sie Pobleme mit Berührungen aber auh deshalb weil Berührungen oftmals für nonvebale Kommunikation verwendet werden, da sie das nicht verstehen/ertragen können wehren sie sich vielleicht. In der Hoffnung in eine Situation zu kommen, die sie besser verstehen und darauf reagieren zu können ( z,B. wenn dann darauf eine Erklärung folgt) manche sind Geräuschempfindlich/sensibel, da könnte es beim MRT unangenehm werden.

    sie bemerken oftmals auch wenn sich kleine ding die immer gleich waren auf einmal anders sind ( möglicherweise bringen sei es nicht zum Ausdruck, aber es kann auch die Ursache für Schwierigkeiten sein)
    Regeln und Pläne helfen den Kindern sich auch selbst über den Tag zu helfen. Da ja auch mal Veränderungen eintreten können, muss man das Kind rechtzeitig informieren z.B über eine Untersuchung.

    Intuitives Lernen sozialer Verhaltensweisen ist den Kindern verschlossen deshalb reagieren sie nicht darauf. Wenn etwas nicht eindeutig ausgedrückt und damit nicht verstanden wird kann das Kind damit reagieren, das es nicht reagiert, ablehnend reagiert aus unverständnis, mit wut reagiert, sich zurück hält.

    Es sollte EINEN Ansprechpartner haben also auch personelle Veränderungen sind eine grosse Umstellung. wenn es drei ( je nach Schicht) sind ist es auch kein Problem aber gut ist wenn man gleich weiss ob man eine längere Zeit in dem Bereich arbeitet. Der Ansprechparter sollte ich auch so vorstellen.

    Sonst noch Fragen?

    eigentlich nenn ich mich Schlafmütze und arbeite im Schlaflabor, aber das ist hier irgendwie schief gegangen bei der Anmeldung...
     
    flexi gefällt das.
  4. Schlafmütze

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    Hallo,
    es gibt den Verein "Hilfe für das autistische Kind" zumindest hiess der früher so.
    Es gibt auch Webseiten, wo sich betroffene Eltern austauschen, vielleicht kannst du da noch Tipps bekommen. Es gibt Autismustherapiezentren überall in Deutschland verteilt die Broschüren zum Thema herausgeben. Auch wenn viele Dieser "Vereine" miteinander vernetzt scheinen, haben viele Zentren ihre eigenen Broschüren, deshalb kann es sein dass die unterschiedlich ausführlich ausfallen je nach dem wo man sie her bekommt.
    Mütze
     
  5. panki

    panki Senior-Mitglied

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    @schlafmütze:
    Ich bedanke mich recht herzlich für die vielen Hinweise und Tipps!

    Diese sehr umfangreiche Information hat mir gut gefallen. Super.
    Bin inzwischen auch in Bibliotheken und mit genauerer Internetrecherche fündig geworden.
    In der alltäglichen Arbeit entdecken wir auch zunehmend mehr Ressourcen bei unserem Patienten.
    Zu deinen Fragen:
    Alter des Kindes: 6 Jahre
    kein Sprechen
    Kommunizieren: ja, mit Weinen, Lachen, Klatschen, Gesicht verziehen, Grinsen, Hinführen, Schubsen,...
    Lieblingsbeschäftigung: mit Spielzeug schmeissen; Bücher, Kalender, Zeitschriften forwährend durchblättern; Dreirad fahren; in Decken kuscheln
    Rituale: eben dieses Kuscheln in Decken; Teddys zum Schlafen u./o. Hinlegen; bestimmte Dinge mit Pflegeperson oder Betreuerin wegräumen/rausholen
    Zur Zeit funktioniert es ganz gut mit laminierten Fotos und Bildkarten zu arbeiten. Tätigkeiten wie Spielen, Schlafen, Zähne putzen, etc. oder auch Gegenstände haben wir fotografiert und laminiert. Wenn etwas bevorsteht, zeigen wir diese Fotos, Kind nimmt sie in die Hand, guckt interessiert, führt sie an den Mund, gibt sie zurück und lässt sich dann zu dieser Tätigkeit hinführen.
    Ein Tagesablauf haben wir natürlich, der sehr strukturiert ist (eine Integrationstagesstätte). Damit läuft es auch ganz gut.
    Werde nun mal noch etwas weiter "forschen" und mir viel durchlesen.
    Nochmal Danke und eine schöne Woche!!!!
     
  6. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    HAllo

    du kannst auch bei der website Aspergia - für Menschen mit Asperger Syndrom ins forum bei Angehörige und Eltern fragen, da gibts ein Unterforum das heisst Fachleute, da kannst du fragen stellen an Eltern die dir hoffentlich antworten :-)

    ansonsten vielleicht noch paar hilfreiche Kommentare zu deinem bisher erlebten:

    Kommunizieren: ja, mit Weinen, Lachen, Klatschen, Gesicht verziehen, Grinsen, Hinführen, Schubsen,...

    o.k. , schreien? summen?/singen?

    o.k. hinführen - sehr hilfreich , prima ressource!

    Weinen /Gesichtverziehen/schubsen, kann ein Zeichen von Reizüberflutung sein, irgendwas das gerade zu viel ist , schubsen auch mal Kontaktaufnahme - auch wenn es eher für "unsere Auffassung" nicht das geeignete Mittel ist...:D kann aber auch heissen :"du bist mir zu nah!"


    Lieblingsbeschäftigung: mit Spielzeug schmeissen;
    o.k. er beobachtet was passiert und macht es wahrscheinlich immer wieder ...das gibt ihm sicherheit - ist seine ARt zu spielen. es ist berechenbar wenn man schmeisst ,wie es fällt es ist eine Eigenschaft die ausser dem werfen, keine "eigendynamik" bietet das heisst so lang der Gegenstand sich so verhält wie er es beim wefen tut ( im bogen irgendwo hin fallen) dann ist da keine "Überraschung" nichts unvorhersehbares dabei....damit fühlt er sich wohl....solange es nicht stört ist das nicht weiter schlimm, vielleicht kann man ihm Bälle oder Stofftiere dafür geben und eben eher keine "eckigen" Gegenstände:D

    Bücher, Kalender, Zeitschriften forwährend durchblättern;

    Kennt er vielleicht schon Zahlen? das kann sein! auch wenns er es nicht äussert. habt ihr Zahlenlege/oder sonstige Spiele....Memory, oder buchstabenlegespiele, mal sehen was er damit macht, oder puzzle....falls er irgendwas fesselndes daran findet ist es auch eine gute beschäftigung....


    Dreirad fahren; auch mit den Rädern spielen und drehen? ist das selbe phänomen wie mit dem schmeissen

    in Decken kuscheln - anscheinend besser als "Körperberührung?"

    Rituale: eben dieses Kuscheln in Decken; Teddys zum Schlafen u./o. Hinlegen; bestimmte Dinge mit Pflegeperson oder Betreuerin wegräumen/rausholen
    Zur Zeit funktioniert es ganz gut mit laminierten Fotos und Bildkarten zu arbeiten.

    Ja das machen viele - es gibt da jede Menge Produkte dafür

    Tätigkeiten wie Spielen, Schlafen, Zähne putzen, etc. oder auch Gegenstände haben wir fotografiert und laminiert. Wenn etwas bevorsteht, zeigen wir diese Fotos, Kind nimmt sie in die Hand, guckt interessiert, führt sie an den Mund, gibt sie zurück und lässt sich dann zu dieser Tätigkeit hinführen.

    o.k. - wenns funktioniert - prima

    Ein Tagesablauf haben wir natürlich, der sehr strukturiert ist (eine Integrationstagesstätte). Damit läuft es auch ganz gut.

    o.k. auch gut:D

    Werde nun mal noch etwas weiter "forschen" und mir viel durchlesen.


    ja kannst mich gerne anschreiben, wenn noch mal fragen sind.
    mütze
     
  7. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    was ich noch sagen wollte
    das Spiel solcher Kidner sieht anders aus:
    lieber sortieren sie Gegenstände stundenlang nach ihrer eignen "inneren" ordnung...also sind puppen ( bei mädchen) nicht so interessant...beim malen werden erst mal alle Stifte hingelegt und sortiert, seiś nach Farben, länge ( Buntstifte) etc. Bauklötze werden nicht unbedingt gestapelt sondern erst mal sortiert..nach grösse Farben usw...bevor damit überhaupt mal was gebaut wird. Beim Kartenspiel evtl. das gleiche Memory, Domino usw. Aber es beruhigt die Kinder in ihrer Umgebung ihre eigene Ordnung herstellen zu können hilft anscheinend bei der Orientierung usw... solange es solche Möglichkeiten hat sollte "alles gut" sein. wie sieht es aus mit malen? kann er irgendwein Musikinstrument "bedienen"/ spielen, oder habt ihr keine Musiktherapie?
    Für manche ist es eine wahre wonne Dinge sortieren zu können, das heist aber auch chaos ist eine Katastrophe. Allerdings muss das "Ordnunsssystem" von Autisten nicht mit dem von "normalen Menschen" übereinstimmen:D
    es kann aber eine prima Beschäftigung sein für jemand irgendwas zum sortieren,"ordnen" zu haben...
    Mütze
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  9. Schlafmütze

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    HAllo
    ja es gibt jede Menge toller Bücher zum Thema, ich hatte mal eins gelesen, wo er Junge später sprechen konnte über alles das ihn bewegt er hat mit seiner Mutter später das Buch darüber zusammen geschrieben. Sehr beeindruckend. Er hat als Kind auch nicht gesprochen. Ständig alle Lichtschalter immer wieder an und aus gemacht, Dinge zwischen die Heizungskörper Rippen gesteckt.... Später erklärt er wieso er diese Dinge alle gemacht hat. Ich glaube das einzige Buch das über den Kindlichen Autismus aus der Sicht eines Betroffenen und seiner Mutter berichtet.
    Der Titel heisst:"Hört mich denn niemand" von Judy und Sean Barron.
    Verlag: Goldmann (1992), ISBN-10: 3442305845, ISBN-13: 978-3442305841
    ich habe das Buch verschlungen, aber das muss nicht heissen das es für alle so interessant ist.

    Es gibt derzeit so einiges auf dem Markt von sog. Asperger Autisten ( eine Art "milde" Form von Autismus , von Hans Asperger beschrieben, auch gekoppelt mit Hochbegabung), das sind Autisten, die eigentlich auf den ersten Blick nicht wie Autisten erscheinen, weil sich hierzulande lange Zeit die Erkenntnis festgestzt hatte das ALLE Autisten nicht prechen. Das ist aber nicht so. Wie eben bei Axel Brauns, er ist mittlerweile Regisseur und Drehbuchautor und pflegt auch schon erste Beziehungen über das hinaus, was man früher für möglich gehalten hätte.
    Es gibt noch ein Buch von Susanne Schäfer: "Sterne, Apfel, und buntes Glas", Verlag Freies Geistesleben
    Susanne Schuster: "Ein guter Tag ist ein Tag mit Virsing" - relativ frisch und ziemlich populär.
    O.Williams:"ich könnte verschwinden, wenn du mich berührst", Hoffman und Campe
    "Autismus bei Kindern", M.Sigman, L.Capps, Verlag Hans Huber

    Andere Autoren, die sehr empfehlenswert sind zum Thema:
    Prof.Dr. Tony Attwood
    Temple Grandin
    Donna Williams

    Heute Nacht kam auf Pheonix mehrere Sendungen hintereinander zum Thema Hirnforschung, Savants und Asperger Syndrom - war echt spannend leider sooo spääät (gäähn) vielleicht werden sie noch mal wiederholt...


    Ach ja noch ne lieblingsbeschäftigung: Schaukeln - notfalls mit sich selber - ohne Schaukel :D

    Mütze
    *müde*
     
  10. panki

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    Hallo Ihr lieben Kollegen,
    @elisabeth und schlafmütze:
    Danke! Habe Eure Tips mit Begeisterung gelesen.
    Einige von den Büchern, die ihr genannt habt, habe ich mir in der Bibliothek geholt und vorbestellt. Habe nun auch viel im Internet gefunden. :lamer:
    Es ist sehr interessant sich mit diesem Thema ausgiebiger zu beschäftigen.
    Toll, so nette, hilfreiche (wenn auch unbekannte) Kollegen zu haben!:daumen:
    Haben inzwischen Elterngespräche und Teamkonferenzen gemacht und dort kamen auch viele Infos zusammen! Ein Förderplan wurde erstellt und wir tauschen uns fortwährend aus.
    Das Kind hat in der Einrichtung eine Integrationserzieherin und mich, als begleitende Kikra-Schwester (Magensonde, Medikamente, Lauftraining, etc.), als Bezugspersonen und zu Hause seine Eltern.
    Zum Thema Musik: mal zuhören - ja, aber ausgiebig mitmachen/selbst Instrument betätigen - nein (haben wir ausprobiert)
    Spielzeug: sortieren - nur in Kisten räumen/ausräumen, aber lieber wegschmeißen/rumschmeißen (wie schon erwähnt) - heute gerade mit Kastanien und Eicheln (war für ihn ein großer Spass):D
    weitere geliebte Beschäftigung: Wasser in einen Becher laufen lassen und dann im Waschbecken wieder auskippen (ohne Ende am liebsten)

    :up:
     
  11. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    HAllo
    das hört sich so an als wäre das Kind länger bei euch/bei dir, ich dachte erst es handelt sich um ein autistisches Kind das vielleicht wegen einer anderen Erkrankung in einem Kinderkrankenhaus gelandet wäre...
    Falls letzteres nicht der FAll ist, hätte ich a noch ein paar Tipps für "Werkzeuge" mit denen man arbeiten kannm auf längere Sicht.
    Grundsätzlich fehlt hier das intuitive lernen für das was wir (als "normale") Soziale REgeln und Verhaltensweisen in der Gesellschaft verstehen. Also ein Kind macht etwas und bemerkt in seinem Umfeld an de REaktionen anderer ob das nun angebracht war oder nicht, so lernt es nach und nach und passt sein VErhalten an. Abgesehen davon ob es Verhalten anpassen kann und lernen wird Rücksicht nehmen zu können und eigene BEdürfnisse in eine RAngfolge unter diesen REgeln einzuordnen, liegt natürlich umgekehrt das Problem vor, dass das Kind entweder nicht äussern/zeigen kann wann ihm etwas nicht passt ( aber doch Unbehagen fühlt - das aber nicht ungedingt in BEziheung setzt, oder IMMER in BEziheung setzt) vor allem was Gefühle angeht, die wir alle haben und kennen, aber z.B. nicht äussern würden, aber damit umgehen. NEben dem PRogramm "die Welt zubegreifen" wird auser acht gelassen das "sich selbst begreifen" mindestsn genau so wichtig ist, was bei uns intuitiv nebeneinander abläuft müssen sich solche MEnschen immer bewusst machen. BEtroffenen Kindern kann es bewusst gemacht werden. So gibt es Hilfsmittel - wie z.B. Bildkarten, die nicht nur GEgenstände, oder BEschäftigungen enthalten , sondern auch Emotionen, damit das Kind lernen kann auch das "verstehbar" zu zeigen.
    Auf dem Kölner Autsimusforum im Mai habe ich viele Produkte von Firmen gesehen, die Betroffenen den Alltag erleichtern sollen.
    Viele allerdings für ältere. Eines fand ich aber besonders interessant, war aber nicht vor Ort sondern im Vortrag:
    http://www.cat-kit.com man muss ja nicht das selbe nehmen, aber vielleicht regt es ja zur weiteren Gestaltung an.
    Habt ihr so ein "Snoozel-raum"? Wäre bestimmt interessant zu sehn wie er reagiert. Vielleicht mag er Musik HÖREN, kann aber auch sein er ist besonders Geräuschempfindlich. Manche tragen dafür einen speziell angepassten Gehörschutz, wie er normalerweise für Musiker im Orchestergraben verwendet wird.
    HAt er Angst vor Wasser, also selbst im Wasser zu sein? (wobei ich keine Erfahrung habe mit Sonden....aber müsste theoretisch gehen) MAnche haben eine ARt Wasserabneigung sobalds ans Waschen, schwimmern, baden geht es macht ihnen Angst bzw fühlt sich auf der Haut unangenehm (Dusche prasselt auf die HAut) an. MAnche sind aber gleich das totale ganze Gegenteil, Wasserratten und dann nur schwer wieder rauszubekommen.
    Das heisst er Isst auch nichts? Gar nichts? oder liegt es an bestimmten Vorlieben, das er nur sehr wenig mag? Manche haben eine starke Abneigung gegen verschiedenste Nahrungsmittel. Darunter fallen:Obst, frisches Gemüse, auch gekochtes, aber das geht meisst besser als ganz frisches, Nüsse, Vollkornprodukte, Milch, Obst- und Milcheprodukte.
    MAnche scheinen auch ganz viele NAhrungsmittel nicht zu vertragen, so dass viele eine Diät halten. JAhrelang wurde das von Ärzten abgestritten, dass es Auswirkungen haben könnte ( anscheinend ist die Diät von einer sehr aufmerksamen Mutter nach BEobachtung entwickelt worden) nun habe ich dieses JAhr gehört, das man das so nicht mehr sagen kann. Es gibt Hinweise darauf dass manche Nahrungsmittel sich auf das Verhalten der Kinder auswirken. So ist auch nicht klar, ob mache Abneigungen von Nahrungsmitteln so eine Art "Instinktverhalten" sind, mit dem sie sich selbst unbewust schützen. Ein anderer Teil jedoch lehnt schlicht weg alles ab was beim darauf beissen und kauen "Geräusch" verursacht, weil es unheimlich/unbekannt/unangenehm(!) ist. ( Man denke an den Unterschied Nudeln zu beissen und einen frischen Apfel)
    Wünsche weiter viel Erfolg - ich finde das Thema auch spannend und beschäftige mich auch schon eine Weile damit und habe auch Betroffene Bekannte.
    Mütze
     
  12. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo an alle,

    @mütze:
    Ja, das beschriebene Kind wird von mir in einer Integrativen Tagesstätte betreut. Ich komme über einen ambulanten Intensivpflegedienst als Kinderkrankenschwester für einige Stunden dorthin, um die pflegerische Versorgung zu gewährleisten, da eben auch außer dem Autismus noch einige andere Diagnosen bestehen.
    Die Integrationserzieherin erarbeitet gerade den Gebrauch von GUK-Karten, im sogenannten therapeutischem Team, dem ich auch angehöre, soll dann gemeinsam mit dem Kind damit gearbeitet werden.
    Dazu hier einige Infos aus der Internetseite:
    GuK - Was ist GuK?

    Was ist GuK?

    GuK ist die Abkürzung für Gebärden-unterstützte Kommunikation.
    Das Arbeitsmaterial von GuK besteht aus drei verschiedenen Typen von Karten, insgesamt 300 Stück. Auf 100 Karten werden Gebärden zu wichtigen ers-ten Grundbegriffen für kleine Kinder gezeigt. Andere Karten zeigen Abbildungen zu diesen Gebärden-Wörtern. Allerdings haben wir für Begriffe wie weg, leise, klein u.Ä. keine Bilder, weil die Bedeutung dieser Wörter kontextabhängig und nicht bildlich darstellbar ist.
    Ergänzend zu den Gebärdenkarten und den Bildern gibt es noch Wortkarten, um eine spielerische Verbindung mit dem Lesen zu ermöglichen.
    Welches Ziel hat GuK?

    GuK erleichtert durch den begleitenden Einsatz von Gebärden die Kommunikation mit Kindern, die nicht oder noch nicht sprechen. Das Sprechen wird also nicht ersetzt, sondern mit Gebärden unterstützt. Dabei werden auch nicht alle Wörter gebärdet, sondern nur solche Wörter, die für das Verstehen der Mitteilung von Bedeutung sind.
    Den Kindern erleichtern diese Betonung der wichtigen Wörter und die Visualisierung des Gesprochenen durch die Gebärden das aufmerksame Hinsehen und das Sprachverständnis. Da es leichter ist zu gebärden, als zu sprechen, helfen die Gebärden den Kindern auch, sich früher verständlich mitzuteilen.
    Besonders in der Frühförderung von Kindern mit spezifischen Problemen beim Spracherwerb und beim Sprechen kann GuK eine wichtige ergänzende Hilfe sein.

    Danke für den regen Erfahrungsaustausch hier! :daumen:
     

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