Auslassversuch

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von Helen, 06.08.2008.

  1. Helen

    Helen Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.04.2005
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen!

    Da Ihr mir beim letzten Mal so gut geholfen habt, hier noch eine Frage von mir:
    Was bedeutet den genau Auslassverfahren bei einem Pat. mit Niereninsuffizienz, der dialysiert wird?
    Heißt dass, das der Pat. nicht mehr dialysiert wird?

    Vielen Dank für Eure Antworten im voraus.

    MfG,
    Helen.:-)
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Helen,

    kann es sein,dass du Auslassversuch meinst? Das macht man bei Patienten die im akuten Nierenversagen waren und die Niere nun wieder angesprungen ist.

    Die Retentionswerte werden im Labor kontrolliert und die Ausscheidung wird gemessen, danach entscheidet man dann, ob der Patient weiter dialysiert werden muss.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  3. Helen

    Helen Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.04.2005
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Hi Narde,

    vielen Dank für Deine superschnelle Antwort:mrgreen:. I

    Ich meinte natürlich "Auslassversuch" (entschuldige, aber diese Hitze schafft mich). Und wodurch kriegt man die Niere wieder dazu anzuspringen? Einfach durch Dialyse, indem man sie eine zeitlang bei ihrer Arbeit unterstützt?

    MfG,
    Helen.
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Helen,

    es gibt ja unterschiedliche Arten des Nierenversagens. Das akute Nierenversagen wird durch z.B. einen Schock oder Sepsis - Unfall, Reanimation oder dergleichen hervorgerufen, sehr häufig auch durch Chemotherapie bei onkologischen Patienten oder auch durch Toxine.

    Bei diesen Erkrankungen kann es sein, dass die Niere wieder anspringt und auf eine Dialyse verzichtet werden kann. Es kann aber auch sein, dass die Niere zwar wieder Urin produziert, aber dennoch nicht die Harnpflichtigen Substanzen herausfiltert - die Patienten müssen dennoch wieder zur Dialyse, aber in der Regel nicht so häufig - die Dialyseleute mögen mich bitte korrigieren - meist 2mal wöchentlich. Der Patient darf wieder trinken und soll viel trinken.

    Anspringen tut die Niere dadurch, dass sich die Niere wieder regeneriert. Meist handelt es sich um Antigen/Antikörperreaktionen oder Zellreste die die Nierentubuli verstopfen. Man kann von "aussen" wenig machen, ausser abwarten, das kann von einigen Tagen bis Monate dauern. Die Dialyse selbst filtert "nur" das Wasser und Harnpflichtigen Substanzen heraus.

    Eine recht einfache Faustregel besagt, je schneller das ANV eingetreten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Niere wieder kommt.

    Bei einem Teil der Patienten geht es auch nur für einige Zeit ohne Dialyse und dann steigt die Niere wieder aus.

    Ich hoffe, trotz der heutigen Temperaturen halbwegs verständlich geschrieben zu haben.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  5. Helen

    Helen Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.04.2005
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Hi Narde,

    vielen Dank nochmal für die ausführliche und verständliche Erklärung und das trotz der hohen Temperaturen.:mrgreen:

    MfG,
    Helen.:-)
     
  6. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    Schön geschrieben Narde
    Kleine Ergänzung, is abber schon fast "Tipfele******erig" von mir:-),
    Hier würde dann ggf. eine Dialyse nur unterstützend gemacht. Also "nach Werten" = Täglich Blutentnahme, Wiegen und/oder ZVD, Bilanzierung un dann ma gucken! ggf. "nur" 2-3 Stunden, gleichstrom Prenzip je nach Arzt und gegebenheit...
    Hier würde auch "nach (Labor) Werten" dialysiert. Um aber die Konzentration der Stoffe nicht langsam ansteigen zu lassen wird eher 3 X pro Woche (also normal) dialysiert. Dabei wird aber darauf geachtet der Niere auch genügend Wasser zur retension "anzubieten" Das sogenannte "Trockengewicht" soll nicht mehr erreicht werden. Insofern auch hier: Bilanzierung! Aber mit dem hintergrund der gewollten Hypervolemie bis zu einem "gewissen Grad". Kann durchaus ma so bis 5 Liter drüber sein.
    Oder auch z.B. bei Nierentransplantation, Nieren-arteien -stenosen/thrombosen eine zunächst nicht ausreichende Blutperfusion des neuen Organs.
    Eben das übliche: Antikoagulation, leichte Hypervolemie etc. ggf. Tumor entfernung des "abdrückenden" Tumors, Nierensteine raus, un so zeug halt..
    und substituiert gleichzeitig die "nicht Harnpflichtigen" Substanzen wie K+, NA+, CA+...
    und je länger die Niere braucht um sich nach Tranzplantation komplett zu erholen (bis so zu 3 Monaten), desto länger funktioniert sie über die Jahre gesehen. Ist zumindest die Beobachtung in meinem Haus...
     
    #6 Dialyseheinz, 07.08.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.08.2008
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Heinz,

    schön, dass du mich ergänzt und dann auch noch so korrekt, wo du doch Anfänger in der Dialyse bist, wie du in einem anderen Beitrag geschrieben hast:mrgreen:.
    Nur ein kleiner Widerspruch in deiner Aussage: Wie auch ich schon geschrieben habe, wird nach Laborwerten dialysiert - das schreibst du auch aber gleichzeitig, dass dennoch 3mal wöchentlich dialysiert wird.
    Meine langjährige Erfahrung auf einer Intensivstation zeigt mir auf, dass wir solche Patienten nach Schockniere, Sepsis, Intoxikationen, nach ANV meist nur ein bis zweimal wöchentlich dialysieren - das mag von Haus zu Haus verschieden sein, wir richten uns streng nach den Laborwerten.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  8. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    Hi Narde2003!
    Ich bin seit gut 1,5 Jahren in der Dialyse...
    Es macht mir soviel spass in diesem Bereich zu lernen das ich mich wohl auch noch in 30 Jahren als anfänger betrachten würde... man lernt eben nich aus...:mrgreen::mrgreen::mrgreen:
    bedingt duch den allerorten bestehenden personalmangel wird meist so dialysiert wie du geschrieben hast!
    In der (leider nur) theorie währe eine 3 malige Dialyse indiziert...
    Da die (begründtete) annahme die niere kommt besser in ihrer genesung klar wenn sie erstmal "nur" wasser auscheidet, wird durch die 3 malige Dialyse versucht die Spitzen der Harnpflichtigen Substanzen möglichst flach zu halten.
    Es liest sich trotzdem wie ein wiederspruch...:gruebel: (un wat für ne Gramatik, da bin ich immer anfänger... mann eh:mrgreen:)

    Erwähnenswert hierbei ist aber das man noch nicht alle "Harnpflichtigen" Substanzen kennt... (stichwort: Mittelmoleküle)
    Daher währe sogar eigentlich ein kontinuierliches Verfahren zu wählen...
    scheitert meist an der duldung des Pat.

    äh--- mir is auch warm glaub ich... trozdem rübergekommen?:emba:

    Aber bestimmt eben auch "von Haus zu Haus" verschieden!
     
  9. Helen

    Helen Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.04.2005
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Ihr beiden!

    Danke für Eure Ausführungen. Habe mal wieder was dazugelernt.
    Und wie könnte auch anders sein noch mehr Fragen!:-)

    Worauf kommt es einem Nephrologen beim Morgenurin an? Ich meine welche Werte erhält er, die er durch Mittelstrahlurin nicht erhält? Bei uns auf Station wird unterschieden zwischen 1. und 2. Morgenurin und wenn ich dann nachfrage wo der Unterschied ist erhalte ich nur erstaunte Blicke und die Schwester sagt dann sie müßte sich selbst erst mit der Materie auseinandersetzen...

    Was sind Urinprofile? Soweit ich mitbekommen habe gibt es Urinprofil I und Urinprofil II.

    Ich habe auch schon in der Dialyse angerufen, aber die sagten die hätten keine Zeit mir sowas zu erklären...

    Was ist beim Nierenfunktionslabor wichtig?

    Ich habe bei der Dialyse angerufen, aber die sagten die hätten leider keine Zeit mir sowas zu erklären...

    Gibt es spezielle, leicht verständliche Literatur als Einstieg, die ihr einem Schüler empfehlen könntet?

    Besten Dank für Eure Bemühungen im voraus.

    MfG,
    Helen.:flowerpower:
     
  10. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Hellen!
    :mrgreen:Also! äh... das ist äusserst Umfassed weisst du! nun...
    da muss ich mich
    und im Augenblick hab ich :
    (man beachte das "MIR" ...zu erklären)

    Äh - bestimmt! Ich hab da auch en Buch... muss mal gucken... find ich grad nich...:mrgreen::mrgreen::mrgreen:

    Spass beiseite...
    Schau mal unter : Homepage Biorama nach. (biorama/ch.) Die Seite befindet sich wohl noch im Aufbau... vielleicht hilft das schon...
    Ich weiss nur, dass erster Morgenurin gut ist um CHEMIE nachzuweisen... Zweiter Morgenurin dagegen ist gut um feste Bestandteile zu finden.

    So im einzelnen braucht man das nicht zu wissen, in zumindest meinem Arbeitsumfeld... ja - schaden kanns ja auch nicht... schreibste ne Arbeit?

    Bei so speziellen Fragen biste im Labor oder den Ärzten besser mit der Frage aufgehoben als bei Kollegen glaub ich...:gruebel:
    Tut mir leit: auch ich weiss eben das ich nichts weiss...:mrgreen:
     
  11. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    Da fällt mir gerade noch ein...
    In der, vor grauer Urzeit, an mir vollzogenen Ausbildung mussten manche Männer in so ne Meschine Pipi machen... Unten drehte sich ein Teller. Durch die auftreffende Flüssigkeit bremste der Teller etwas ab. Dann kam aus der Maschine n´Zettel mit ner Kurve drauf...misteriös nicht wahr:mrgreen:?
    Es wurde ein Urogram genannt... Darauf konnte man ablesen wieviel Flüssigkeit in welcher Zeiteinheit den Teller traf. Gab also Aufschluss über z.B. (?) Prostatahypertropie... Ob das ein "Urinprofiel" ist und was dann I / II ist hab ich wirklich keine Ahnung.:emba: Is n Urologe da?
     
  12. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
    Das ist leider so nicht richtig, das nennt man Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie),
    ein Urogramm ist hingegen eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zur Darstellung der ableitenden Harnwege (Nierenkelch bis Blase).
     
  13. Helen

    Helen Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.04.2005
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Dialyseheinz,

    Dein Humor gefällt mir, das macht Dich richtig sympathisch.

    Und nein ich schreibe keine Arbeit. :mrgreen: Ich möchte nur verstehen können was es mit Gewissen Dingen so auf sich hat.:flowerpower:

    Danke auch für den Link, werde dort mal reinschauen...

    Hab in der Zwischenzeit Nachforschungen auf Station betrieben und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

    NFL = Nierenfunktionslabor = Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid, Phosphat, Krea, Harnstoff, Harnsäure, kleines Blutbild; BSG; Urinstatus, Urinsediment (erster Morgenurin), wird durchgeführt 1 Tag vor der Dialyse und bei Nephropatienten

    Urin-Profil 1 (24 Std. Sammelurin)
    -Kreatinin, Harnstoff, Gesamt-Eiweiß

    Urin-Profil 2 (zweiter Morgenurin)
    Mikroalbuminurie, Gesamteiweiß, Kreatinin, Natrium

    quantitative Urin-Protein-Analyse (zweiter Morgenurin)
    -Urin zum Fremdlabor versenden

    Spezial-Laborprogramm: nur bei spezieller Indikation und nach Rücksprache mit Nephrologen

    MfG,
    Helen.
     
  14. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    Danke Flexi für die richtigstellung...

    Mann, wie hies das denn nur... liegt mir auf der Zunge (nicht das Pipi:mrgreen:)
    war das ne Uremetrie?

    @ Hellen
    Siehste!!!!
    Auch wer dumme antworten bekommt lernt was:mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:
    Bis dann! bin im URLAUB Hurra! (gibt leider kein im Baggersee schwimmendes Smily):-)
     
  15. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
    Urometrie = Kurzform von "Uroflowmetrie"
     
  16. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
  17. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.07.2007
    Beiträge:
    182
    Zustimmungen:
    0
    ne lin!
    Hat flexi schon richtig erkannt was ich meinte...:-)
    Uroflowmetrie... is alles schon lang her...:emba:
    Aber danke für Deinen link! da hab ich schon wieder neues gelernt!!!
     
  18. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
    und ab hier gehts dann wieder weiter zu Thema:

    Auslassversuch
     

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.