Ausbildungsvoraussetzungen: Leise Zweifel

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von KiraHH, 29.02.2016.

  1. KiraHH

    KiraHH Newbie

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    Hallo ihr Lieben,

    ich schreibe euch heute mal meine Gedanken auf und vielleicht können mir ein paar erfahrene Menschen aus der Pflege eine Einschätzung gegeben.

    Ich habe im Jahr 2011/2012 ein Freiwilliges Soziales Jahr im Marienkrankenhaus in Hamburg gemacht und war dort auf einer Station für Herz- Lungen-, und Infektionskrankheiten eingesetzt. Das FSJ hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe mich jedoch für eine Ausbildungs im kaufmännischen Bereich entschieden. Diese hat mir absolut keinen Spaß gemacht, ich war kurz davor in der Probezeit zu kündigen und Bewerbungen zur GuK abzuschicken. Im Endeffekt habe ich die kaufmännische Ausbildung 2015 im Julierfolgreich abgeschlossen. Danach habe ich wieder sehr lange überlegt: Ausbildung zur GuK oder Studium. Ich habe mich für das Studium entschieden. Es hat mich in eine andere Stadt verschlagen und auch dort bin ich wieder sehr unglücklich und grüble seit Wochen wieder ob das Krankenhaus nicht doch das richtige ist.

    Wieso ich zweifle?
    Ich habe Angst, dass ich mit einigen Situationen / Krankheiten und / oder deren Anblick doch überfordert bin.

    Ich habe in meinem FSJ auch viele sehr kranke Menschen betreut und auch mit dem Anblick von toten Menschen hatte ich keinerleit Probleme. Im Fernsehen kann ich kein Blut sehen, auf der Station war das hingegen kein Problem. Trotzdem habe ich Angst, dass ich mit einigen Extremsitationen überfordert sein kann.

    Ging es vielleicht einigen von euch ähnlich? Habt ihr euch trotzdem für die Ausbildung entschieden? Das wäre dann nun die dritte Ausbildung (1. Kaufmännisch, 2. Studium) die ich beginne, deswegen will ich mir da keinen neuen Fehltritt erlauben.

    Macht es Sinn, vorher nochmal ein Praktikum explizit auf den Stationen zu machen, vor denen ich etwas "Respekt" habe (z.B. Onkologie)?

    Liebe Grüße,

    Kira
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn Du im FSJ keine Probleme mit den genannten Dingen hattest, warum sollten sie Dir dann während der Ausbildung Probleme bereiten?

    Fang an mit Bewerbungen; zum April ist es sicher zu knapp, zum Beginn im Herbst solltest Du einen Platz bekommen können, da du ja örtlich flexibel zu sein scheinst. Bis dahin machst Du mit dem Studium weiter und falls es Dir im zweiten Semester doch gefallen sollte, sagst Du den Ausbildungsplatz rechtzeitig ab.

    Ich habe im Pflegepraktikum (zwischen Abitur und Medizinstudium) gemerkt, dass ich in die Pflege gehöre. Dass ich das Medizinstudium trotzdem begonnen (und nach vier Semestern abgebrochen habe) bereue ich nicht wirklich, da mich diese Zeit persönlich weiter gebracht und mir gute Freundinnen beschert hat. Aber beruflich gesehen war das verschenkte Zeit.
     
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  3. Fena

    Fena Junior-Mitglied

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    ich würde auf jeden fall von einem praktikum auf der onkologie zb abraten. bei der ausbildung wächst man sozusagen hinein, und lernt dort auch explizit mit solchen dingen umzugehen, da ist es im endeffekt dann nicht mehr ganz so schlimm als quasi unvorbereitet dort ins kalte wasser geworfen zu werden.
    fällt mir nur grad so ein und dacht ich erwähns mal
     
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  4. einer

    einer Stammgast

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    Hallo Kira,

    Ich sehe das wie Claudia: Du hast schon ein Jahr FSJ geschafft und schreibst, dass es dir Spass gemacht hat.
    Also was sollte sich in der Ausbildung daran ändern? Es wird dir in einigen Bereichen gefallen und in anderen nicht. Aber damit wird dir dann gezeigt, wo du langfristig hin willst.
    Deine Ausbildung und das bisherige Studium sind auch kein Hinderungsgrund. Hab ich auch hinter mir. Ausbildung, Abi,Studium und dann nach 2 Semester abgebrochen.Hab den Schritt in die Pflege nicht bereut :lol:
    Außerdem ist die Zeit vorbei, wo man nach der Schule 1x was lernt und dann sein Leben lang das gleiche macht. Hab seit Ende der Pflegeausbildung schon 2 staatlich anerkannte Weiterbildungen gemacht und bin gerade in der dritten.
    Also: nur Mut. :daumen:

    LG Einer
     
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  5. Corv

    Corv Senior-Mitglied

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    Pneumologie
    Hallo,

    Es ist gut möglich, dass du trotz dem FSJ irgendwann einmal,vielleicht auch während der Ausbildung, Situationen gegenüberstehst die dich "überfordern" oder mitnehmen.
    Aber das finde ich gar nicht schlimm, solange es nicht ständig so ist.
    Wenn du einer Extremsituation gegenüberstehst, die nicht alltäglich ist und emotional belastend, und dich das verunsichert oder dir Angst macht, finde ich das nicht schlimm.
    Wichtig ist, dass du handlungsfähig bleibst.

    Ich z.B. arbeite auf einer zum Teil onkologischen Station, was mir sehr viel Spaß macht. Ich bin gerne in der Onkologie.
    Prinzipiell kann ich auch gut mit Notfallsituationen umgehen.
    Aber manchmal passieren Dinge, die mich trotzdem mitnehmen, oder Situationen in denen ich mich nicht wirklich wohlfühle.
    Wenn dann doch vielleicht mal ein z.B.sehr junger Patient, den man lange kennt reanimationspflichtig wird und nach langem Bemühen dann doch stirbt, ist das nunmal nicht schön. Und dann denke ich auch, dass ich darauf nun gut hätte verzichten können. Vielleicht beschäftigt mich diese Situation auch nachher noch ein wenig.
    Das finde ich alles eher menschlich.
    Wie gesagt, wichtig ist, dass man in der Situation selbst professionell arbeiten kann. Da geht es natürlich nicht dann da zu stehen und nichts zu tun, weil man gerade emotional berührt ist.
    Aber dafür macht man auch eine Ausbildung und lernt so etwas.

    Wenn du bisher in deinem FSJ mit diesen Dingen zurecht kamst, warum soll es in der Ausbildung nicht so sein?
    Klar die Verantwortung wird irgendwann eine andere. Aber dann hast du eben auch mehr Wissen und Erfahrung.

    In der Ausbildung sieht man viele Bereiche und so ein bisschen kann man sich dann ja auch einen Bereich ausgucken wo man sich wohlfühlt oder eben Bereiche feststellen die nichts für einen sind, wo man dann auch nicht zwingend arbeiten muss nach der Ausbildung.
    Wenn du z.B. feststellst das die Onko nichts für dich ist, musst in der Ausbildung natürlich eventuell trotzdem dort einen Einsatz machen, aber ja nicht nach der Ausbildung dort fest arbeiten.
     
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  6. WildeSchwester

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    Egal was du bisher gemacht hast, in Gedanken bist du immer wieder bei der GuK Ausbildung gelandet...wage es.Zu verlieren hast du nichts:mrgreen: Im schlimmsten Fall bist du um eine Erfahrung reicher.
    Es ist nicht schlimm, wenn einen bestimmte Situationen vielleicht mal mitnehmen.Wie meine Vorrednerin schon sagte: Hauptsache ist man handelt dann professionell.Und das lernst du in der Ausbildung! Sorgen machen mir eher Menschen denen wirklich alles am Hintern vorbei geht. Da frage ich mich manchmal: wo ist die Menschlichkeit,Empathie geblieben!?
     
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