Ausbildung zur GuK mit entwicklungsverzögerter Tochter?

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von Nicky27, 20.07.2008.

  1. Nicky27

    Nicky27 Newbie

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    Hallo zusammen!

    Erstmal hoffe ich, dass ich hier richtig bin und dieses Thema noch nicht existiert. Ansonsten schiebt mich. Aber gebt Bescheid, wills ja wieder finden! :mrgreen:

    Also, nun will ich mal erklären warum diese Überschrift. Es geht darum, dass es mein Lebenstraum ist GuK zu werden. Das wollte ich seit meinem 9. Lebensjahr werden. Ich habe einen qualifizierenden Abschluss mit Abgangsnote 2,5. Danach habe ich in einer medezinischen Fachschule einen gleichwertigen Realschulabschluss in 2 Jahren gemacht mit der Abgangsnote 2,4. So, dann habe ich eine Ausbildung zur Arzthelferin angefangen, diese dann aber wegen Umzug und Schwangerschaft abgebrochen.
    Das Leben ist ja voller Überraschungen. Da kam dann raus, das mein Mann gar nicht wollte, dass ich eine Ausbildung mache. Nun gut, unser kleines Mäuschen ist 6 Wochen zu früh auf die Welt geholt worden und nach kurzer Zeit stand fest, sie wird nie etwas lernen können, aber Gott hat mit uns erbarmen und mein kleiner Sonnenschein lernt nun mit 8 Jahren das Laufen und Sprechen. Sie ist also stark entwicklungsverzögert. Aber da nun Laureen so weit ist, dass ich meinen Wunsch war machen kann, wollte ich es in den Angriff nehmen, zumal die Ehe brökelt. Ich möchte meiner Kleinen eine gute Zukunft bieten können. Meine Süße geht in eine körperbehinderten Schule wo sie von Montags bis Donnerstags von 7.15 Uhr bis 16.10 Uhr aus dem Hause ist und Freitags von 7.15 Uhr bis 13.45 Uhr.

    Ok jetzt habe ich viel nachgedacht und Nächtelang in diesem Forum gelesen. Dann kam noch die Tatsache hinzu, dass ich an der Schulter operiert werden musste. Und in 8 Tagen natürlich Zeit hatte mir jedes Detail auf der Station anzuschauen und mitzubekommen. Mein Entschluss stand fest.

    Ich werde GuK!!! :nurse:

    Mit den Zeiten der Schule würde es auch passen. Zumindest was die theoretische Ausbildung und die Früh- und Nachschicht betrifft. Nur für die Spätschicht müßte ich jemanden haben. Entweder mein Mann oder ich muß mir eine Tagesmutter suchen.

    Jetzt aber habe ich Angst dass ich erst gar keine Chance bekomme eine Ausbildung zu machen. Ein Praktikum will ich vor der ersten Bewerbung auch noch machen. Ich glaube auch das ich das mit dem lernen und den Zeiten in der Klinik stressmäßig gut hinbekomme. Die Klinik ist mit dem Auto nur 5 min. entfernt.


    Wenn eine Trennung ansteht wird es zwar auch turbulent aber ich habe total viel Motivation und Geldmäßig bekomme ich es bestimmt auch hin, zumal wir Pflegegeld für unsere Tochter bekommen. Es gibt ja sicherlich auch noch andere finanziellen Spritzen, oder?

    Ich mache mir momentan so viele Gedanken, versuch alles abzudecken. Aber soll ich mich überhaupt bewerben. Ich konnte niergends was finden was meinem Fall ähnelt. Ich weiß schon gar nicht mehr was ich überhaupt denken soll. Krieg ich es auch hin ohne Mann??? Ist das alles zu schaffen? Fragen über Fragen aber irgendwie keine Antworten. Wie machen denn das andere ( alleinerziehende ) Mütter? Ich mein es gibt Mütter die die Ausbildung mit 40 anfangen, da sind aber einfach Eltern, Freunde und so vorhanden. Bei mir leider nicht. Meine Eltern wohnen zu weit weg und Freunde habe ich nicht ( Mein Mann wollte das nicht ). Ja, ich weiß, warum lasse ich mich so beinflussen/unterdrücken? Das ist aber mal ein anderes Thema!:-)

    Was meint Ihr dazu? Habe ich eine Chance? :weissnix: Wird sie mir auch gegeben?
    Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für Eure Antworten, Erfahrungen und Tips!!! :flowerpower:


    Lg Nicky

    P.S. Upps, jetzt ist es doch länger geworden als gedacht, hoffe das ist ok!!! :lol:
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Mach Dir mal keinen Kopf. Du hast mit dem Realschulabschluss alle rechtlichen Voraussetzungen. Du willst ein Praktikum machen, was Deine Einstellungschancen vermutlich nochmals erhöht. Und es gibt viele alleinerziehende Mütter in der Ausbildung und der Pflege. Darunter sind sicher auch welche, die kranke oder behinderte Kinder haben.

    Nachtdienst hast Du in der Ausbildung nur wenige Nächte. Dafür wirst Du aber auch an Wochenenden arbeiten müssen. Da müsstest Du Dich also auch um eine Unterbringung für Deine Tochter kümmern. Gibt es Tageskliniken, Kinderhorte, sowas in der Art in Deiner Umgebung? Oder kannst Du ein Au-Pair-Mädchen einstellen?
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Kennst du welche?

    Dir ist schon bekannt, dass dies etwas kostet? Als Azubi dürfte kaum etwas dafür übrig bleiben.

    @nicky27
    Du brauchst viel Unterstützung und ein gut funktionierendes soziales Netz. Wenn dein Mann schon jetzt eher ablehnend einer Ausbildung gegenüber steht, kannst du also nicht auf ihn zählen. Die jetzige Unterbringungszeiten deiner Tochter werden wahrscheinlich nicht reichen. Hinzu kommen ja auch noch die Zeiten, die du sie zu Hause betreuen musst nach der Schule. da könnte es Interessenkonflikte geben zwischen den Bedürfnissen deiner Tochter und den deinen eigenen Lernaufträgen (man lernt nicht nur in der Schule).

    Welche Möglichkeiten des (kostenlosen) sozialen Netzes hast du? Wie schauts aus mit Oma und Opa? Hast du Freundinnen? Wen könntest du noch ansprechen?

    Bedenke auch die Praxiseinsätze. Der Frühdienstbeginn ist in der Regel 6 Uhr. Das würde bedeuten, du müsstest täglich jemanden haben der deine Tochter frühs weg bringt.

    Und schlußendlich: wie würde deine Tochter dies alles vertragen? Weniger Zeit für sie? Fremde, die die Mutter ersetzen? Eine Mutter, die auch mal fertig ist und keine Zeit hat für sie, weil sie sich selbst erholen muss?



    Elisabeth
     
  4. Krissy84

    Krissy84 Junior-Mitglied

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    Hallo!

    Also, die rein rechtlichen Voraussetzungen erfüllst du. Ich würde mir das Ganze aber nochmal gut überlegen. Wenn du keine Unterstützung von deinem Mann erhältst (und das hört sich so an), du keine Freunde hast und die Großeltern dich nicht unterstützen können/ wollen, wirst du es sehr schwer haben. In manchen Kliniken dauert der Frühdienst bis 14.00 Uhr oder 14.30 Uhr, dann hättest du freitags ein Problem. Außerdem kannst du nicht damit rechnen, immer pünktlich raus zu kommen, ich musste während meiner Ausbildung öfters mal bis 16.00 Uhr bleiben, wenn z.B. Stationsbesprechungen o.ä. stattfanden. Desweiteren solltest du bedenken, dass du am Wochenende arbeitest und das regelmäßig. Ich kenne Einrichtungen, in denen drei Wochenenden im Monat gearbeitet wird. Einsätze in der ambulanten Pflege sind oft mit Teildiensten verbunden, d.h. du arbeitest morgens und dann nachmittags oder abends nochmal.
    Außerdem würde ich mich nicht darauf verlassen, eine Stelle in der fünf Minuten entfernten Klinik zu bekommen, viele bewerben sich bundesweit und bekommen doch keine Stelle.

    Aber ich würde dir raten, ein Praktikum zu absolvieren, da siehst du, wie es mit den Arbeitszeiten klappt, kannst prüfen, ob es wirklich dein Traumberuf ist und du merkst auch, wie es deiner Tochter bekommt.

    Ich wünsche deiner Tochter und dir alles Gute!

    Liebe Grüsse, Krissy
     
  5. GKPa06_w

    GKPa06_w Newbie

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    Hallo Nicky!

    Ich finde es gut, dass du es nocheinmal wagen willst mit der Ausbildung.
    Es ist ein schöner Beruf, aber auch sehr anstrengend.... körperlich und psychisch.
    Überlege es dir gut, ob du diese ganzen strapazen wirklich auf dich nehmen willst.
    Ich kann verstehen, dass du auch gerne arbeiten möchtest, aber ich glaube die zeit, die du nach der Arbeit und Schule für deine Tochter Zeit hast, wird ihr auf Dauer nicht reichen.
    Denn du musst Zuhause auch viel tun...es ist verdammt viel Lernstoff.
    Und im 3. Lehrjahr musst du dich auf Dein Examen gründlich vorbereiten und lernen was das Zeug hält.

    Ich habe jemanden in meiner Klasse, sie ist 27 Jahre und hat einen 3 einhalb jahre alten Sohn.
    Ihr Mann ist oft nicht Zuhause wegen der Srbeit, aber sie hat viel Hilfe von Ihrer Mutter und ihren Großeltern.Sie sagt sehr oft das es schwer ist zu lernen mit dem kleinen und sie ohne die Hilfe gar nicht wüsste, wie sie das alles machen soll.

    Wie wäre es denn, wenn du eine Ausbildung zur Kranken-und Altenpflegehelferin machen würdest?
    Sie geht nur 1 einhalb Jahre du darfst zwar lange nicht soviel, wie eine GUK aber du kannst auch in einer Klinik arbeiten und hast einen Beruf.

    Ich wünsche Dir viel Glück und hoffe du triffst für dich und deine Tochter die richtige Entscheidung.

    Liebe Grüße GKP
     
  6. Lin

    Lin Poweruser

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    Hallo Nicky!

    Leicht wird es für dich sicher nicht! Du musst auch rechnen, dass du in der Arbeit auch mal kurzfristig einspringen musst, da brauchst du jemanden der auf die Schnelle auf deine Tochter aufpasst oder genauso wenn deine Tochter mal krank ist, da nur gewisse Fehltage erlaubt sind. Und das Lernen darfst du wirklich nicht unterschätzen. Da gehen viele Abende drauf.

    Auf deinen Mann kannst du auch nicht unbedingt zählen, wenn er sich jetzt schon gegen die Ausbildung sträubt. Ich habe eine Bekannte der ist es so ähnlich gegangen wie dir. Sie hat 2 Kinder im Alter von 6 und 8. Anfangs hatte er sie noch unterstützt, doch im 3. Jahr ließen sie sich scheiden. Er lernte eine andere Frau kennen und interessierte sich nur noch wenig, sich um seine Jungs zu kümmern. Er hielt sich nicht an Verabredungen und "vergaß" oft die Kinder zum vereinparten Zeitpunkt abzuholen.
    Meine Bekannte leidete sehr darunter, zusätzlich kam der ganze Stress vorm Diplom. Sie verlor viel Gewicht, konnte nicht mehr schlafen und wusste nicht mehr wie sie das alles schaffen sollte. Es gelang ihr nur mit viel Unterstützung und Hilfe der Schule gerade noch so das Diplom zu schaffen.

    Ich will dich nicht demotivieren, aber überlege dir das trotzdem noch mal gut.

    Viel Glück.
    Gruß,
    Evelyne
     
  7. Nicky27

    Nicky27 Newbie

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    Erstmal herzlichen Dank für Eure ehrlichen Antworten! :lovelove:

    Also, sieht ja nicht grad rosig für mich aus. Ich werde auf jeden fall erstmal ein Praktikum machen und werd dann sehen wie es so im Schichtdienst aussieht und ob das klappt. Es wird wahrscheinlich nur funktionieren wenn ich die Unterstützung meines Mann habe. Ich werde aber auch gucken welche Möglichkeiten es noch gibt, was die Betreuung betrifft. Ich habe hier ja auch ganz liiiebe Nachbarn. :flowerpower:
    Laureen ( mein Sonnenschein ) ist jetzt nicht so unbeholfen, dass man sie von morgens bis abends pflegen muß. Sie beschäftigt sich schon sehr viel mit sich allein und will auch ihre Ruhe dabei und das hat sie schon sehr früh gemacht. Wie sie damit umgeht, dass weiß ich nicht, aber es gab schon so einige Situationen wo sie alleine beim Papa war oder eben im Krankenhaus oder Oma&Opa und das tagelang.

    Vielleicht kann ich auch doch noch Verwandte dafür mobilisieren. Ich hoffe nur, dass hier keiner denkt ich bin ne Rabenmutter. :( Ich habe mein Kind bis jetzt mit sehr viel Liebe aufgezogen und das musste ich alleine, weil mein Mann mich in der Hinsicht nicht unterstützt hat. ( Das sind Männer mit veralteten Ansichten, von wegen Frauen gehören hinter den Herd! :wink: Es lebe die Emanzipation :rocken:)

    Und was eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehelferin betrifft, dass kommt für mich nicht in Frage, ich möchte schon das ganze drum herum lernen und auch ausüben und das auch selbstständig.

    Wie heißt es so schön: Kommt Zeit, kommt Rat!!! :mryellow:

    Ich werd mir auf jeden fall nochmal Gedanken dazu machen, vielleicht mach ich dann die Ausbildung später. :fidee: :gruebel:
    Nur da hab ich irgendwie Angst dass es zu spät dafür ist.

    Aber ich freue mich natürlich nach wie vor über Erfahrungen, Tips und Gedanken!!! :nurse:

    LG Nicky
     
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