Ausbildung zum Krankenpfleger trotz Glykogenose?

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von Vincent1887, 13.10.2007.

  1. Vincent1887

    Vincent1887 Newbie

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    Hallo, ich mache zur zeit ein ausbildung zum Bürokaufmann und befinde mich im 3. Lehrjahr. Leider muss ich sagen das dieser Beruf nicht wirklich das ist was ich später machen möchte. Deshalb möchte ich im Anschluss gern eine Ausbildung zum Krankenpfleger beginnen, dabei gibt es nur ein problem.

    Seit meiner geburt leide ich an einer schweren Stoffwechselkrankheit welche sich "Glykogenose Typ 1a" nennt.
    Hierbei ist der Stoffwechsel gestört. Es gibt mehrere Typen der Glykogenose. Am häufigsten ist der Typ I (also meiner). Bei diesem Typ können die betroffenen Menschen das in der Leber als Energiespeicher angereicherte Glykogen nicht nutzen, um in Phasen ohne Nahrungsaufnahme den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten. Unbehandelt würden sie schon über Nacht ohne Nahrungsaufnahme stark unterzuckern. Bei einem gesunden Menschen wird die Glykose zur Energieversorgung durch Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels nicht nur aus den Kohlenhydraten der Nahrung gewonnen, sondern in Phasen ohne Nahrungsaufnahme (z.B. in der Nacht) aus dem in der Leber gespeicherten Glykogen und dem körpereigenen Eiweiß und Fett. Bei Menschen mit Glykogenose fehlt ein Enzym, um diese Umwandlung möglich zu machen. Sie können also die Körperreserven nicht nutzen. Daher sinkt in Phasen ohne Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel stetig, so daß es zu schweren Unterzuckerungen mit Krämpfen, Bewußtlosigkeit und lebensbedrohlichen Situationen kommt. ich bin nun mittlerweile 19 jahren alt und komm mit meiner Krankheit sehr gut klar. Bei einer Mahlzeit mit 50 g Kohlenhydraten halte ich bis zu 4 stunden aus. Diese zeit lässt sich mit einem getränkemix aus wasser und speisestärke auf bis zu 5 stunden herauszögern. In dieser zeit bin ich voll einsatzfähig und bin den anforderungen der Pflegertätigkeit voll und ganz gewachsen.

    ich weiss dass das jetzt jede menge informationen waren aber ich wusste nich wie ich es hätte kürzer fassen sollen ohne das alles klar verständlich ist.
    Meine Frage ist nun: Habt ihr schon Erfahrungen mit Problemen bezüglich dieser Art von Krankheiten. Bekomme ich mit so einer krankheit ein gesundheitszeugnis. Gibt es leute mit ähnlichen krankheiten (Diabetes) die trotzdem pfleger/Krankenschwester geworden sind.

    Ich würde mich über jede antwort freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen.
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich wüsste keinen Grund warum du deshalb nicht arbeiten könntest...

    Aber Danke für das Krankheitsbild, kannte ich nicht :-)

    Wird dabei denn nachts, bzw.in den Nahrungsfreien Phasen, bei dir Insulin ausgeschüttet oder wird dies, wie es sein soll, unterdrückt?
     
  3. Vincent1887

    Vincent1887 Newbie

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    Nein, Insulinausschüttung ist normal. In der Nacht erfolgt die Versorgung gastral über die nase mit maltodextrin 6 gemisch mit wasser im verhältnis 1:4.
     
  4. muckmuck

    muckmuck Newbie

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    Hi,

    ich hab mal ne frage…meine bruder würde gern auch ein ausbildung im bereich der krankenpflege machen, so wie seine schwester (ich).
    Nun gibt es folgendes problem.mein bruder hat eine glykogenose typ 1a(SHG Glykogenose Deutschland e.V.).
    es handelt sich hierbei um eine seltene stoffwechselerkrankung, bei der ein enzymdefekt in der leber vorliegt.
    Er kann in der leber gespeicherte glukose(glykogen) nicht mehr in glukose umwandeln um es in den blutkreislauf abzugeben.die folge: in phasen längerer nüchternheit kommt er in einen hypoglykämischen schock mit all dessen folgen. Er muss deshalb immer in regelmäßigen abständen essen um seinen BZ konstant zu halten.je nach kohlenhydratzufuhr muss er alle 3-5h essen.nachts wird er über eine magensonde ernährt. Er ist gut in seiner diät eingestellt und hat auch schon jahrelang keine ernsten unterzuckerungen gehabt,was daran liegt das er mit zunehmenden alter auch sehr viel mehr eigenverantwortung übernehmen kann und sein körper besser einschätzen kann als wo er noch ein kleines kind war…

    Nun zu meiner frage:

    1. in wieweit könnte seine erkrankung ein hindernis für die einstellung sein?

    2. Reicht es der personalabteilung wenn sein behandelnder arzt im
    gesundheitszeugnis ihn als
    fähig einstuft diese ausbildung anzutreten?

    3. oder haken die da nach wollen sich selbst ein bild davon machen?


    vielen dank schon mal im vorraus

    LG Linda
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Muckmuck,

    ich habe deine Frage an die von Vinzent1987 angehängt, da scheint dein Bruder ja ein sehr ähnliches Problem zu haben.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  6. muckmuck

    muckmuck Newbie

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    ups, da war mein bruder wohl schneller :razz1:

    aber was solls...gibt halt die ganze sippe ihren senf dazu :zunge:
     
  7. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo Vincent,
    das muss Dein Hausarzt respektive der Betriebsarzt klären!
    Du musst Dich darauf einrichten, dass Du während dieser Körperlich sehr anstrengednen Tätigkeit mehr KH verbrennst als am Schreibtisch...aber eben vielleicht nicht immer alle 2-3 Stunden genug Nahrung aufnehmen kannst.

    Es gibt auch gesunde Personen, die mal das Frühstück weggelassen haben und auf Station unter den hohen körperlichen Anforderungen "die Grätsche machen".

    Es ist leider Realität, dass regelmäßige Pausen nicht immer gewährleistet sein können (auch wenn die Arbeitszeitgesetze was anderes vorschreiben).

    ich weiss auch, dass es einige Häuser generelll bei Stoffwechselerkrankungen (wie z.B. Diabetes) so handhaben, dass diesen Menschen leider nicht die gesundheitliche Eignung attestiert wird.
     
  8. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Hallo Vincent ,
    das kam auch mir als erstes in den Sinn , was passiert , wenn Du mal während eines stressigen Dienstes nicht regelmäßig essen etc könntest?
    Geschieht bei uns zb relativ häufig. Was hält Dein behandelnder Arzt davon ?

    Alles Gute für Dich.

    LG Ernie
     
  9. Vincent1887

    Vincent1887 Newbie

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    Erst einmal danke für die antworten. Also ich hab am 25.09.07 termin bei meiner hausärztin, da wird sich das ganze dann wohl auch entscheiden. Zu eurer Frage:
    Manchmal ist es ja auch im Alltag oder im Büro (man mag es kaum glauben ;) ) nicht immer möglich regelmäßig zu essen. Für solche Fälle trinke ich dann immer Dextro Neonat, vielleicht kennen es manche von euch. Dextro Neonat ist eine 25% -ige Glucose-Saccharid-Lösung die speziell zur nächtlichen Versorgung von patienten mit Glykogenose Typ 1 entwickelt wurde. Es hält bei mir den Blutzuckerspiegel für ca. 1 stunde aufrecht. Das Mittel gibt es rezeptfrei und ist in einem karton mit 24 Flaschen á 90ml für etwas mehr als 50,- € zu kaufen.

    Ich möchte diese Medizin keinensfalls als All-Heilmittel anpreisen was all meine probleme aus dem Weg räumt. Aber in meinem 20-wöchigen Praktikum als bürokaufmann im Stationssekretariat (wo aus auch manchmal sehr, sehr stressig zu ging und ich meine Mittagspause auch um mehr als 2 stunden verschieben musste) hat es mir sehr gut geholfen.

    Nochmals herzlichen dank für eure ehrlichen Antworten.
     
  10. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo Vincent,
    das Problem wird nicht nur die Verschiebung einer Pause und somit das Kompensieren von Kohlenhydraten per os, sondern der Unterschied in der körperlichen Belastung!

    In der Pflege bist Du etwa 7-8 Stunden "auf den Beinen" und verrichtest eine körperlich anstrengende Tätigkeit. Somit verberennst Du mehr Energie als am Schreibtsich und benötigst demnach auch mehr KH.
    Leider ist es aufgrund von Personlaknappheit nicht immer gewährleistet, dass Pausen überhaupt genommen werden können...im Spätdienst sind nicht selten nur 2 Kräfte für 35 Patienten zuständig, was je nach Fachdisziplin bedeuten kann, dass Du "aus den Patientenzimmern fast nicht raus kommst".

    Es wird mitunter auch Situationen geben, in welchen Du beim Ausführen pflegerischer Tätigkeiten einfach keine 5 Minuten Zeit hättest, um genug Kohlenhydrate zu Dir zu nehmen.

    Ein weiterer Faktor ist die Belastung im Schichtdienst...womit Du keinen geregelten Tagesablauf mehr hast.

    Gäbe es für Dich eventuell eien Alternative in einem Gesundheitsfachberuf mit weniger körperlicher Belastung (z.B. PTA )?
     
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