Ausbildung vs. Personalmangel auf den Stationen

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Malina, 27.11.2012.

  1. Malina

    Malina Junior-Mitglied

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    Hi!
    Ich hatte mich letztes Jahr mal hier vorgestellt, weil ich mit 40 noch eine Ausbildung als GuK mache. Jetzt ist ein Jahr rum, und mir drängt sich inzwischen immer mehr folgende Frage auf:

    Das Haus, in dem ich lerne hat aktue finanzielle Nöte. Sehr akute. Sämtliche Stationen werden aus ihren Dornröschenschlaf gerissen u, umstruktuiert. Stationsleitungen bekommen 2-3 Stationen als Bereiche. Pflegekräfte die in Rente gehen werden nicht ersetzt. Manche werden im Haus auf andere Stationen verteilt etc.

    Auf jeder Station auf die ich komme ist die Stimmung am abnippeln. Viele lassen sich wegen Burnout krankschreiben weil sie dem neuen Streß nicht gewachsen sind. Die Dienste können gerade so noch mit ach und krach personell besetzt werden. Ich als Schüler alleine mit einer Examinierten ist auch auf operativen Stationen keine Seltenheit. Auch im Frühdienst, auch mit nebenher laufender Ambulanz. (z.B. HNO Sonntagfrüh) Mir persönlich macht der Streß jetzt nicht soooviel aus, da ich aufgrund meines Alters und langjähriger Berufstätigkeit mit Streß umgehen kann. Ich kann Prioritäten setzen - dann werden die Betten eben nicht gemacht und man muß darüber auch nicht verzweifeln. ;)

    Was mir viel mehr zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass die Ausbildung auf der Strecke bleibt. Wir Schüler sind z.B. nicht dazu da, sämltiche OP-Fahrten alleine zu bewerkstelligen nur weil die "blauen Damen" abgeschafft wurden.
    Es kommt immer häufiger vor, dass mir ganz klar gesagt wird, "sorry, unsere PA ist in Urlaub und ich habe keine Zeit dir etwas zu erklären" oder "nein, du kannst kein Zimmer übernehmen, ich bin nicht auch noch für die Ausbildung da"
    Es kam auch schon vor, dass ich einen Notfall auf Station alleine bewerkstelligen musste, weil die Examinierte sich irgendwo verkrümelt hatte und den Notruf (von mir ausgelöst) ignorierte. Zum Glück war der Doc im Ambulanzzimmer und ich konnte schnell mit ihm reagieren.

    Ich habe das schon öfter in der Schule angesprochen, weil die uns immer auffordern dies und jenes auf den Stationen zu lernen und mitzunehmen. Sie kennen die Situation im Klinikum, sagen aber auch, dass sie da wenig für uns tun können.

    Geht es in anderen Häusern auch so zu? Was kann man da tun? Der Betriebsrat weiß Bescheid, die Schule weiß Bescheid, das Klinikum lebt irgendwie in einem kollektiven Burnout, da kann man keinen mehr ansprechen.

    Gruß
    Malina
     
  2. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Im Ausbildungsvertrag ist geregelt war Ihr zu leisten habt, aber auch was die Ausbildungsstätte für Euch zu erbringen hat. Sollte das nicht möglich sein, ist ein wesentlicher Bestandteil des Vertrages nicht erfüllt. Entweder Ihr lasst Euch hierzu nochmals auf ein Gespräch mit dem BR ein oder Ihr lasst Euch (einzeln oder als Sammelvorgang) durch einen Anwalt (Berufsverband/Gewerkschaft) vertreten, der Eure Belange prüft und gegebenfalls auf den AG zugeht!
     
  3. Malina

    Malina Junior-Mitglied

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    Ich habe vor mich in die JAV wählen zu lassen, da habe ich sicherlich bessere Möglichkeiten.
    Auffällig ist z.B. auch, dass in den letzten beiden Jahren die Zahl derer sprunghaft angestiegen ist, die das Examen nicht geschafft haben. Da muss sich die Ausbildungsstätte, egal ob Schule oder Klinik doch fragen, ob sie noch in der Lage ist, ihre Auszubildende auch richtig auszubilden und auf das Examen vorzubereiten!!
     
  4. renje

    renje Poweruser

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    mit 40 in die Jugendvertretung?
    Der war Gut!
    Ganz davon abgesehen würde ich mich selbst Fragen ob ich da mit 40 Richtig bin die JUGEND zu vertreten?
    Ohne dir Nahe treten zu wollen, aber als Jugendlicher gehst du beim besten Willen nicht mehr durch.

    Aber - nach BVG geht das sowieso nicht, denn da ist mit 25Jahren Schluss und da hat sich der Gesetzgeber sicher was dabei gedacht.

    Du kannst dich in den BR wählen lassen.

    Das ist die eine Seite.
    Die andere Seite ist, dass man heutzutage u.U. alles nimmt um die Schule voll zu kriegen, dann werden die Durchfallquoten auch höher.
    Ich denke mal ein Mix aus Beidem.
     
  5. Malina

    Malina Junior-Mitglied

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    Hallo renje,

    es heißt nicht ohne Grund Jugend- und AUSBILDUNGS-vertretung. Ich habe die Unterlagen schon hier liegen, ist schon alles abgeklärt. Vielleicht solltest du dich besser informieren.

    Den weiteren Punkt möchte ich nicht kommentieren. Ich finde deinen Beitrag unqualifiziert. Waren die Schüler früher etwa..... intelligenter??:evil1:
     
  6. renje

    renje Poweruser

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    Wollte dir nicht zu Nahe treten, sind nur Gedanken dazu.

    Was sagst du dazu:
    BetrVG - Einzelnorm

    Ich denke da fehlt dir einfach der Einblick in die Praxis.
    Darum gehts nicht.
    Schulen die früher fast nur Abiturienten nahmen, nehmen jetzt auch Realschüler und bei Schulen bei denen nur "gute" Realschulabschlüsse oder andere "gute" Berufsausbildungen zur Einstellung führten, geben jetzt auch Bewerbern mit nicht soooo guten Abschlüssen eine Chance.
    Nur eine sachliche Feststellung, keine Wertung.
    Ob ich das nun gut oder schlecht Finde und die Noten nicht immer ... etc. etc. etc. - geschenkt.
    Irgendwelche Kriterien müssen ja nun mal festgelegt werden und Noten sind immer schon ein wichtiges gewesen.

    Ist doch klar,
    im Bewerbungsschreiben steht eh annähernd das selbe drin und wenn ich dann bei früher 300Bewerbern und 30 Plätzen überlege, wen lade ich zuerst ein, alle geht ja nun mal nicht.
    Wen lade ich bevorzugt ein?

    Bei in den letzten 10Jahren deutlich abnehmenden Bewerberzahlen wähle ich aus diesem Angebot aus.

    Das ist unter "Eingeweihten" kein Geheimnis.
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Level.
    Die Alternative wäre die Schule zu schließen, da gehts auch um politische Entscheidungen und natürlich Arbeitsplätze.
    Im letzteren Fall, reine Selbsterhaltung.
     
  7. Malina

    Malina Junior-Mitglied

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    ??
    -------------------
    In unserer Schule werden bevorzugt Abiturienten genommen - was dazu führt, dass die Wenigsten Interesse haben nach der Ausbildung in der Pflege zu bleiben, sondern studieren. Aber das nur nebenbei.

    Auffällig ist, dass viele Schüler, die in den 3 Jahren gute Noten geschrieben haben im praktischen Examen durchfallen. Da stellt sich mir schon die Frage, was da genau schief läuft.

    Aber sorry, diese Diskussion trifft nicht den Kern meiner Frage und ich habe auch keine Lust sinnlose Diskussionen zu führen, da mir ja der "Einblichk in die Praxis" ja anscheinend fehlt.
     
  8. Röntgenbär

    Röntgenbär Junior-Mitglied

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    Wenn man etwas falsch verstehen will tut man es auch, oder? Wobei ich dachte, mit 40 Jahren kann man differenzieren, was einem selbst vorgeworfen wird und was eine allgemeine Aussage ist.
    Du reagierst ziemlich ungehalten auf den richtigen Hinweis, dass du zu alt für eine JAV bist - nicht gerade ein Zeichen von Streßresistenz.
    Desweiteren kann ich Renje nahezu uneingeschränkt zustimmen, was die Qualität der Azubis angeht. Ein mittelmäßiges Abitur wird einem mittelmäßigem Realschulabschluß gerne mal bevorzugt (schon wegen des Alters des Bewerbers) - ohne zu wissen, ob nicht doch der Realschüler im Endeffekt geeigneter für die Ausbildung gewesen wäre. In allen Berufen mit denen ich im Klinikum Kontakt habe, wird ein absacken des Ausbildungsniveaus beklagt. Subjektiv betrachtet könnte man also deine Frage bejahen, ob die Auszubildenten früher intelligenter waren. Das Thema wurde hier aber bereits an anderer Stelle erörtert und muss hier wirklich nicht wiederholt werden!
    Renje hat dir aber nie und mit keinem Wort mangelnde Intelligenz unterstellt sondern lediglich festgestellt, das dir der Einblick in die (Ausbildungs)praxis fehlt, den das Pflegepersonal hier aber zweifelsohne hat!

    Wie dem auch sei, zum Thema:

    Der Kern der Frage wurde oben bereits von Matras beantwortet (wendet euch an den Betriebsrat oder an die Gewerkschaft (sofern ihr darin organisiert seid)) und eine mögliche Konsequenz von Renje dargelegt (die Schließung der Schule). Wie sieht es mit den zuständigen Prüfungs- und Schulbehörden oder Ministerien aus (ich kenne mich mit den übergeordneten Stellen in der Krankenpflegeausbildung nicht aus, bin ja selbst MTRA)? Habt ihr und eure Schulleitung euch mal dahin gewandt?
     
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