Ausbildung fortsetzen nach Suizidversuch?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von chulia, 10.03.2007.

  1. chulia

    chulia Newbie

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    ich befinde mich zurzeit in der Ausbildung zur Gesundheits- und krankenpflegerin.
    Im Moment setze ich aber ein halbes Jahr aus, da ich seit Januar aufgrund eines Suizidversuches in einer Psychiatrischen Klinik bin. Ich habe damals eine Überdosis Schmerzmittel zu mir genommen, die mir ein befreundeter Arzt damals zur Behandlung einer anderen Krankheit ( Nierenbeckenentzündung) mitgebracht hatte.
    In der Klinik wurde ich oft gefragt, ob ich wieder als Krankenschwester arbeiten möchte und ich bejahte dies immer und meine Psychiologin fand diese Idee auch gut.
    Auch meine Dirketorin weis, dass ich eine Überdosis schmerzmittel genommen habe...aber auch sie meint, dass ich weiter machen kann, sobald es mir besser geht...
    nun war ich aber bei einem arzt, dessen Arzthelferin meinte, ich könnte aufgrund dieses Medikamentenmissbrauchs nicht mehr als Krankenschwester arbeiten....nun weis ich einfach nicht mehr weiter....denn ich habe wirklich nie ein Problem mit Medikamenten gehabt und nur dieses eine Mal diese große Anzahl von Schmerzmitteln genommen?!...( laut Diagnose: akute Belastungsreaktion)
    Was soll ich nun machen?!
    Bin seit Donnerstag nun aus der Klinik entlassen...
    wie nun weiter und was wird aus meinem Vorhaben nach der Ausbildung noch Medizin zu studieren?! Darf ich auch das nicht mehr?!
    Brauche dringend Rat
    Vielen Dank
    ch.
     
  2. Anastasius

    Anastasius Newbie

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    Hi Chulia,

    Also die Leute die bezüglich Deines beruflichen Werdeganges oder Deiner psychologischen Behandlung etwas zu sagen haben, sind der Meinung, Du darfst weiter machen.

    Irgendeine ArztHELFERIN meint dagegen, Du könnest Deine Ausbildung nicht mehr fortsetzen.

    Wo ist Dein Problem?

    Dir werden in deinem Leben noch viele Leute begegnen, die Dir irgendwelche Halbwahrheiten auftischen, und Du solltest nicht jedem Dahergelaufenen glauben was er sagt. Die entscheidenden Leute haben ihr Okay gegeben, und was Hinz und Kunz auf der Gasse noch so erzählen ist völlig irrelevant.
    Deine Arbeit sollte sein, daß Du Dich nicht von jedermann verunsichern lässt, der Dir irgendeinen Stuß erzählt.

    Gruß Oliver
     
  3. -Miriam-

    -Miriam- Junior-Mitglied

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    Hallo Chulia,
    ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen.
    Die Gründe für deinen Suizidversuch sind dir wahrscheinlich klar und du bist gerade dabei, Deine Probleme auf zu arbeiten, also mitten im sogenannten
    Durch deine Situation hast du -wenn auch unfreiwillig- eine Menge an Lebenserfahrung und Sensibilität für dich und somit auch für andere Menschen gewonnen. Diese Erfahrungen werden Dich auch in Deinem Beruf bereichern.
    Du bist doch bestimmt im Gespräch mit deiner Schulleitung /Lehrer.
    Wann startest du denn wieder mit der Ausbildung ? Machst du eine Wiedereingliederung, oder wagst du Dich direkt voll ins Getümmel ?
    LG Miriam
     
  4. lex

    lex Junior-Mitglied

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    Hallo Chulia,
    ich vermisse in Deinem Bericht ein wichtiges Detail ( das Du selbstverständlich für Dich behalten solltest ), und weiß nicht ob z.B. Deine Schulleitung dieses kennt. Sollten nähmlich irgendwelche Bestandteile Deiner Ausbildung / Tätigkeit mit dazubeigetragen habe, das Du einen Suizidversuch gemacht hast, so könnte dies schon ein trifftiger Grund sein die Ausbildung zu beenden.
    Wie die anderen schon geschrieben habe, solltest Du nicht jeder Arzthelferin 100%-ig glauben. Genausowenig wie Dein Arzt, Dein Therapeut, Dein Psychiatriepfleger, Dein Bäcker oder Dein Frisör Dir sicher die Antwort geben kann. Alle können nur Berater sein. Wichtig ist letztlich die Frage ob die Ausbildung eher Dein Problem fördert oder Dich eher stabilisiert und Dir hilft
    Falls Du das Gefühl hast das die Ausbildung Dich stabilisiert: Ich arbeite in der Psychiatrie und habe keinen blassen Schimmer wie sich eine Depression anfühlt. Meine Kollegin war selbst einmal erkrankt. Und jetzt rate mal wer besser auf die Patienten eingehen kann.
    Liebe Grüße und viel Glück, Lex
     
  5. chulia

    chulia Newbie

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    ...naja sagen wir mal so...Die Ausbildung an sich hatte nichts damit zu tun...eher der Fakt, dass meine Klasse ein halbes Jahr konsequent nicht mit mir gesprochen hat...aber das war nicht alles...zur zeit meines Suizidversuches war ich gerade dabei mich von meinem freund zu trennen..oder er sich von mir...ich war einfach überfordert...das einzige was ich noch tun konnte war arbeiten...das hielt mich noch eine ganze Weile über Wasser, doch nach der Arbeit lag ich nur noch im bett , habe stundenlang Wände angestarrt und geweint...wiegesagt nur noch zum Arbeiten konnte ich mich aufraffen...und so kam dann eins zum Anderen...mittlerweile weiß ich, dass ich anders hätte reagieren sollen und das man mit einem Suizidversuch bzw einem "geglückten Selbstmord" anderen und sich selbst sehr viel Kummer bereitet...
    Bin seit einer halben Woche aus der Klinik entlassen, aber noch bis Ende des Monats krankgeschrieben...danach komme ich in eine andere Klasse, bin auch gerade am umziehen...und hoffe das ich in der neuen Klasse besser zurechtkomme....aber ich will unbedingt diese Ausbildung zuende machen....und danach möchte ich unbedingt noch ein Medizinstudium anschließen...aber das würde dann ja auch nicht mehr klappen....aber es stimmt, ich sollte wohl eher nicht auf die Arzthelferin hören...
     
  6. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo Chulia,
    wenn alle mit psychischen Problemen nicht mehr in der Medizin (incl. Pflege) arbeiten dürften (z.B. Thema: Ärzte und Sucht), wäre der Fachkräftemangel noch viel größer und wahrscheinlich nicht mehr auszugleichen.
    Es ist gar nicht so selten, dass Jugendliche einmalig so eine Erfahrung machen. Die berufliche Entwicklung behindert das nur in den seltensten Fällen.
    Also lass dich nicht beirren und gehe deinen Weg, auch den des Med.- Studiums.
    MfG
    rudi09
     
  7. renchen

    renchen Junior-Mitglied

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    Hallo chulia!

    Zwar hab ich keine Ahnung ob du weiter machen darfst oder nicht, aber lass dich nciht verunsichern und zieh dein Ding durch!

    Alles Gute Verena
     
  8. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich weiß, ihr hasst mich jetzt alle, aber ich bitte zu bedenken das man in dieser Sparte Zugang zu wirklich harten Medikamenten und Betäubungsmitteln hat!

    Ein eventueller nächster Suizidversuch wäre mit Sicherheit erfolgreich...
     
  9. Brady

    Brady Gast

    Hallo chulia,

    würde dir raten eine ambulante Psychotherapie zu machen. Denn ein Suizidversuch ist eine sehr ernst zunehmende Sache. Dies könnte man
    auch neben der Schule leisten und bedarf keines Ausfalls, bzw. einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

    Akute Belastungsreaktion??? Nach ICD 10 wäre das 43.0
    Mein Tip, frage genau nach wegen deiner Diagnose. Setze dich mit dir selber auseinander und vermeide nicht. So kommst du nur weiter.

    Alles Gute und liebe Grüße Brady
     
  10. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Das Ausgangspost ist 3 Monate alt, was hat der TO denn inzwischen gemacht?
    Ich finde einen Suizidversuch nicht als Ausschlusskriterium, die KP Ausildung weiter zu machen, allerdings funktioniert das nur im Rahmen einer adäquaten psychisch/psychiatrischen Betreuung und eines entsprechend vorhandenen sozialen Netzwerkes.

    Vielleicht mag Chulia sich dazu äußern :-)
     
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