Aufnahmeprozedur in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von rudi09, 07.09.2007.

  1. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo alle miteinander,

    ich habe mal wieder eine Frage.
    Wer hat die Aufnahme der Patienten durch Pflege und Arzt zentralisiert und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
    Ist das überhaupt sinnvoll?

    Würde mich über Antworten sehr freuen.
    MfG
    rudi09
     
  2. Brady

    Brady Gast

    Hallo rudi09,

    so richtig verstehe ich deine Frage nicht. Das kann natürlich auch an mir liegen. Kannst du es mir bitte vielleicht genauer erklären?

    Liebe Grüße Brady
     
  3. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo Brady,
    es geht um die Schaffung einer zentralen Patientenaufnahme im Sinne der ärztlichen und pflegerischen Aufnahme. Die Verwaltung hat ihren Teil der Aufnahme schon erledigt.
    Ziel solleine Minimierung der Wege für Patienten, eine Reduzierung von Organisationszeiten für Diagnostik sowie eine Entlastung des Pflegepersonals auf Station sein.
    Es ist vielleicht noch wichtig, dass die Pflegeanamnese und psychiatrisch- pflegerische Aufnahme auf der Staion bleiben sollen. Blutentnahme, Vitalzeichen, EKG, Körpermaße und ähnliches sollen in der zentralen Aufnahme erfolgen.

    MfG
    rudi09
     
  4. Brady

    Brady Gast

    Hallo rudi09,

    danke für die Erklärung.
    Also im Sinne von Clinical Pathways. Wir haben dieses noch nicht, denke aber, dass dieses auch bald auf unsere Klinik zukommt.

    Liebe Grüße Brady
     
  5. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Genau so Brady,
    erste Erfahrungen wären, dass die Ärzte damit ein Riesenproblem haben. Die sollen nämlich verbindlich mit einbezogen werden.

    MfG
    rudi09
     
  6. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo Brady,
    hier meine ersten Erfahrungen mit der zentralen Aufnahme:
    Unsere Ärzte machen nicht mit.
    Unsere Ärzte taten sich mit Bestellungen durch die aufnehmenden PP sehr schwer. Daraufhin haben wir Zeitkorridore für unsere 3 Bereiche (Gero, Sucht, Allgemein) geschaffen. Diese helfen zumindest, dass die Wartezeiten nicht ausufern.

    ZUm pflegerischen Teil:
    Die KS holt den Pat. in der Verwaltung ab und bringt ihn zur zentralen Aufnahme.
    Dort werden alle Formulare ausgefüllt und die Diagnostik (BE, EKG, Körpermaße, Vitalzeichen,...) erhoben. Der Pat. erhält Infomaterial über unser KH, bei Wartezeiten, was zu trinken, zulesen, ...

    Zeiten: Für Geropatienten dauert die Aufnahme ca. 50 min, allg- psych. und Suchtpat ca. 30 min. Dies ist die Zeitersparnis auf Station.
    Bei unseren 108 Betten werden im Schnitt 4 Patienten pro Tag aufgenommen. Spitzenwerte sind 13 Patienten. Maximal zu schaffen sind nur 8 max. 9 Patienten am Tag.
    Beschäftigt sind dort je 2x 0,5 VK, die auch weiterhin abwechselnd mit auf Station arbeiten bzw. als Springer eingesetzt werden.
    Verkürzt lassen sich 2 Leitsprüche formulieren:
    1. Patienten sollten nie warten.
    2. In der zentralen Aufnahme werden keine stationsspezifischen Aufgaben und keine Pflegeanamnese/ Pflegeplanung gemacht.

    Die KS, die im Aufnahmezentrum Dienst hat, hilft früh von 6.30 bis ca 7.30 auf Station bei der Grundkrankenpflege.

    MfG
    rudi09
     
  7. Brady

    Brady Gast

    Hallo rudi09,


    danke erstmal für deine Informationen.

    Ich lese jetzt immer wieder deinen Beitrag und frage mich, hat sich wirklich was verbessert?
    Warum machen die Ärzte nicht mit? Warum tun sie sich schwer mit euren Bestellungen?

    Die Zentralisierung funktioniert doch nur, wenn alle mitmachen, ansonsten wird es doch Auswirkungen haben auf unsere Beziehungsarbeit und nicht nur dort.

    Oder sollte man sich Beziehungsarbeit ganz abschminken?

    Natürlich sollten die Wege kürzer, schneller und auch effektiver werden, aber müssen da nicht alle mitspielen? Also unnötigen Raum, unnötige Wege, unnötige Wartezeiten einsparen; aber nichts an der Qualität. Besser noch, sollte allen eine Arbeitserleichterung bringen.

    Vielleicht sehe ich es auch falsch, aber wenn ein Konzept, wie die Zentralisierung angedacht ist, dann geht sie doch davon aus, das alle Berufsgruppen daran mitarbeiten.

    Ansonsten befürchte ich, dass wieder mal die Pflege versucht diese Lücke zu schließen, wäre ja nicht untypisch für uns.....

    Liebe Grüße Brady
     
  8. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo Brady,
    ja es hat sich was verbessert. Nämlich für die Patienten und das Pflegepersonal.
    Die Ärzte haben Angst vor Verbindlichkeiten bzw. dem Verlust von Freiheit (der Zeiteinteilung). Letzutlich ließ sich das nicht durchsetzen, weil von oben der Rückhalt fehlte(ärztlicher seits)
    Lücken haben wir nur für uns geschlossen. Besser gesagt, es gibt eine deutliche Arbeitszeitentlastung auf den Stationen.
    Ansonsten gebe ich dir uneingeschränkt recht. Mit allen hätte das noch besser funktioniert.
    Ich sehe es jedenfalls erstmal als Etappensieg für Patienten und PP.
    MfG
    rudi09
     
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