Aufnahme von alkoholisierten Patienten - Welche Untersuchungen?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von issa22, 12.05.2007.

  1. issa22

    issa22 Junior-Mitglied

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    HI :knockin:

    Also wir machen in unserer Schule POL und eine Frage die ich zu bearbeiten habe lautet:

    Welche Untersuchung wird bei einem betrunkenen Mann :boozed: (wacklich auf den Beinen) durchgeführt?

    Wäre super wenn ihr mir da helfen könntet.

    schön wäre es auch noch wenn ihr mir was zu den "Hilfsmitteln" für trockene Haut erzählen würdet..

    Vielen Dank Isabel :klatschspring:
     
  2. Unitarier

    Unitarier Junior-Mitglied

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    Wenns nicht mehr ist, dann soll der Mann oder die Person eine Linie genau entlanggehen oder mit geschlossenen Augen mit dem rechten Zeigefinger und dann anschließend mit dem linken versuchen, genau auf die Nase zu tippen. Man kann zusätzlich auch schnüffeln, mit der Nase die Atemluft prüfen und dann Blut abnehmen lassen, um es auf den Promillegehalt untersuchen zu lassen.

    Es gibt verschieden Faktoren, warum es zu einer trocknen Haut kommt. Steckt möglicherweise eine Hautkrankheit dahinter, dann ist der Hautarzt gefragt. Meist ist es jedoch eine Dehydratation der Haut bzw- des Körpers. Die kann man am Tonus (Spannung) der Haut feststellen. Hebt man die Haut an, bleibt eine Falte stehen, die nicht weggeht oder nur sehr schwer verschwindet. Bei einem gesunden Menschen glättet sich die Haut sofort, sie hat genügend Spannung, weil genügend eiweißreich und mit Flüssigkeit versorgt ist. Entweder trinkt die Person (meist eine ältere) zu wenig, (im Alter verliert man das rechtzeitige Durstgefühl, es tritt erst später, manchmal zu spät auf) oder aber die Haut ist nicht in der Lage Wasser genügend zu speichern. Das liegt am Eiweißgehalt im Blut und damit auch in der Haut. In der Regel ist auch ein Volumenmangel zu konstatieren. Oft stecken da auch noch Ernährungsstörungen dahinter.
    Zur Pflege der Haut empfiehlt sich harnstoffhaltige Cremes (10% Urea). Der Harnstoff wirkt so, das er die Bindungsfähigkeit des vorhandenen Eiweißes an Wasser erhöht. Auf keinen Fall mit Linola-Fett oder Melkfett u.ä. herumschmieren. Kann zwar die Haut geschmeidig machen, aber führt keine Feuchtigkeit zu und verstopft die Poren. Wasser oder wasserhaltige Cremes bringen nur ganz kurzfristig und rein optisch was. Die Ursache ist nicht bekämpft. Und Franzbranntwein bei Pneumonieprophylaxe oder bei Dekubitisprophylaxe ist auch out. Das trocknet die Haut noch mehr aus. Das sei in diesem Zusammenhang noch kurz als Ergänzung erwähnt.
    Die Zufuhr von Elektrolytlösungen intravenös ist natürlich auch eine Maßnahme, meist gibt es bei dehydrierten Patienten ein Elektrolyt- und Eiweißdefizit. In der Regel ist dann aber auch der Zustand des Patienten recht kritisch. Außerdem kommt Flüssigkeit (Volumen) in den Kreislauf. Ein mitinfundiertes Humanalbumin (Ein Eiweiß - unerlässlich) bindet das dann, damit es länger im Kreislauf bleibt. Es ist klar, das diese Person jetzt mehr trinken muss und auch mehr auf die altersgerechte Ernährung geachtet werden muss. Mindestens 2 Liter am Tag sollten getrunken werden, wenn nicht sogar mehr. Sehr häufig schafft man das kaum, besonders wenn der Patient nicht mitmacht (Stichwort Demenz). Da kann man nichts ändern, es sei denn, der Patient bekommt regelmäßig i.v. zusätzlich was. Diese von mir erwähnte Trink- oder auch Infusionsmenge kann aber auch wieder aus bestimmten Gründen (eine weitergehende Erklärung würde jetzt den Rahmen sprengen) seine Grenzen bei schwerer Herzinsuffizienz (Blutdruck und Belastung des Herzens) oder bei Niereninsuffizienz (Stichwort Dialyse) haben. Der Arzt muss dann genau sagen, wieviel dann getrunken/infundiert werden muß (darf) am Tag. Dazu gehört dann eine unerlässliche, tägliche und genaue Flüssigkeitsbilanzierung zur Kontrolle.

    Fazit: Hinter einer trockenen Haut kann also eine ganze Menge stecken.

    Ist dir damit geholfen?

    Herzlichen Gruß
    vom
    Unitarier
     
  3. narde2003

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  4. issa22

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    :daumen: ich möchte mich herzlich bedanken für die beiden antworten !!!
    Das war echt sehr hilfreich:thinker:

    Isabel
     
  5. narde2003

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  6. Elisabeth Dinse

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    Ich wundere mich immer über diese und ähnliche Fragen:
    Wieso ist es notwendig in der Pflege zu wissen welche diagnostischen Maßnahmen notwendig sind? Wer setzt Blutentnahme, CCT usw. an?

    Ist in der Pflege nicht wichtig zu schauen, welche Symptome sehe ich? Welche Abweichungen sind wie begründet? Und welche pflegerischen Maßnahmen ergeben sich daraus?

    Für mich wäre hier erst mal wichtig: Krankenbeobachtung.
    Bewußtseinslage- inwieweit ist der Pat. orientiert zu Person, Zeiz, Ort, Situation
    Gangbild- tendiert er zu einer Seite beim gehen
    Sturz?- gibt es Hinweise am Körper die auf einen Sturz hindeuten könnten? Hämatome? Blessuren? Frakturen?
    Schwindel? Übelkeit?
    Krampfanfall?
    usw., usw.

    Elisabeth
     
  7. narde2003

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    ... weil ich gerne über meinen Tellerrand hinaus schaue.

    Schönen Abend
    Narde
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Um über den Tellerrand schauen zu können... sollte man nicht erst mal schauen was im Teller selbst ist. *g*

    Elisabeth
     
  9. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Elisabeth,

    ich sehe darin keinen Widerspruch.
    Bekanntlich steht vor der Untersuchung eine Beobachtung und eine Anamnese.
    Wenn ich die Zusammenhänge verstehe, werde ich auch wissen warum ich bei einem angetrunkenen Patienten unter Umständen dann ein CCT bzw. warum ich einen Blutalkoholspiegel brauche.

    Ist es schlimm, wenn ich mich bereits in der Ausbildung sowohl für das Eine als auch für das Andere interessiere?

    Wir sind doch einer Meinung, dass Pflege mehr als Satt und Sauber ist und die GuKP kein dressierter Affe ist. Also darf eine Schülerin meiner Meinung nach sich sowohl für die Krankenbeobachtung als auch für das CCT interessieren.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  10. Unitarier

    Unitarier Junior-Mitglied

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    Hallo Elisabeth,

    es ist sehr häufig der Fall, dass das Pflegepersonal manche Symptome nicht richtig einschätzen kann, nur weil Informationen und Wissen über relevante Zusammenhänge fehlen. Es kann nicht schaden, hier mehr zu wissen. Deswegen ist man noch lange kein Arzt und "wildert" in fremden Revieren. So manchem Assistenzarzt z.B. ist ein Rüffel beim Chefarzt aufgrund durchblickendem und aufmerksamem Pflegepersonal erspart geblieben (man ist ja auch Mensch) und was noch wichtiger ist, für den Patienten Schlimmes verhindert worden.
    Selbst erlebt, immer wieder!

    Das eine schließt das andere nicht aus.

    Herzliche Grüße
    vom
    Unitarier
     
  11. pflegus

    pflegus Senior-Mitglied

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    Wenn ich den Moderator spielen darf - ihr kommt vom Thema ab !
     
  12. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo issa22,

    ich habe mal eine Frage: Was bitte sehr ist POL?

    Der Rest deiner Frage und die Antworten habe ich interessiert verfolgt, aber dieses Kürzel erschließt sich mir überhaupt nicht. Nehme an, es liegt daran, dass ich unter dem alten Krankenpflegegesetz und der zugehörigen Ausbildungsverordnung gelernt habe.

    Es wäre nett, wenn du meine Bildungslücke schließen könntest.

    Liebe Grüße von
    Berthild
    :knabber:
     
  13. flexi

    flexi Administrator
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  14. issa22

    issa22 Junior-Mitglied

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    alos pol ist problem-orientiertes-lernen..
    d.h. wir krigen in der schule "einen fall", zb. kommt herr w. in unsere klinik,er ist alkoholisiert und ungepflegt (obdachlos), seine zahnprothese sitzt locker, er hat trockene, rissige haut..

    daraus suchen wir die wichtigsten fakten und erstellen am schluss fragen dazu..zum beispiel, was ist alkoholismus, wo bekommt man hilfe, wie nimmt man ein wannenbad vor etc..
    diese fragen werden dann innerhalb 1er woche meist zu hause bearbeitet, also wir müssen viel selbstständig lernen.

    ich hoffe das hilft dir weiter :troesten:
     
  15. greeksummerwaves

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    Hallo Isabel,
    also zunächst fragst du ihn mal genau was er getrunken hat und WIE ES IHM GEHT? dann BZ, AA, RR ,Hunger???Bett! Notfalls Matratze auf den Boden.VZ kontrollieren alle 30 min.Alle paar std AA...Einfach aufpassen und zugewandt sein....
    Lg
    M.
     
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