Aufgabenverteilung Arzt/Pflege - Wer macht was bei anäst. Aufklärungen?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von pwrsplinter, 05.06.2012.

  1. pwrsplinter

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    Hallo, bei uns auf der Station gibt es ständig Ärger vom Anästhesisten weil wir vor OP mal wieder vergessen hätten die Aufklärungsbögen auszuteilen.
    Wir sind allerdings auch der Meinung das die ärztlichen Aufklärungen eine ärztliche Aufgabe sind und somit auch die Wahl und herrausgabe des Aufklärungsbogen.

    Wie seht ihr das? Oder gibt es da gar eine Rechtsgrundlage?
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Aufklärung ist ganz klar Sache des Arztes. Einen Bogen zum Durchlesen vorab auszuhändigen darf aber durchaus auch Aufgabe der Pflege sein, da kann ich keinen Rechtsverstoß erkennen.

    Habt ihr einen Standard zur präoperativen Versorgung? Steht da was über die Aufgabenverteilung drin? Sonst müssten sich Ärzte und Pflege halt einigen.
     
  3. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Soweit ich weis gibt es keinen Standart und auch keine Verfahrensanweisung im Haus zur OPV.

    Wie sieht es eigentlich in der selben Situation mit dem anrufen/bestellen von Betreuern aus?
    Unser Anästhesist ist der Meinung das die Pflege dafür zuständig ist.
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es gibt kein Gesetz, dass es Pflegekräften untersagt, ein Telefon zu benutzen.

    Oberarzt und SL sollten sich an einen Tisch setzen und das besprechen. Man sollte sich auf eine Linie einigen. Wenn der eine Kollege Aufgaben übernimmt, die der andere verweigert, gibt's unweigerlich Zoff.
     
  5. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Naja aber wie du schon meintest: die Aufklärung ist Sache des Arztes. Also muss sich der Arzt auch drum kümmern das er den jenigen erreicht den der aufklären will.

    Ausserdem rufe ich auch jemand an wennd er Arzt mich drum bittet...aber ich sehs nich ein das wir uns von vorn herrein darum kümmern sollen.
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Oh, mit dem Argument wäre ich aber vorsichtig. Du musst nicht studiert haben, um einen Termin auszumachen. Das kann und darf delegiert werden.

    Ihr solltet nicht auf Rechte pochen, sondern eine vernünftige Aufgabenverteilung anstreben, im Sinne gemeinsamer Zusammenarbeit. Dieses Arzt-gegen-Pflege-Spielchen werde ich wohl nie verstehen - wem hilft das?
     
  7. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Na das Problem ist es das die Ärzte immer mehr auf die Pflege abwelzen sollen. Man hat ja schliesslich nicht 6 Jahre studiert um Betreuern hinterher zu rennen.
    Oft wird eben auch vergessen das wir keine medizinischen Fachkräfte sind sonder pflegerische Fachkräfte.
    Aber du hast schon recht das man sich dort einigen sollte...allerdings kann man was das angeht mit den meisten Ärzten einfach nicht reden.

    Ich werde auf jeden Fall nacher im Spätdienst wenn ich Zeit hab gleich mal den Dienstanweisungsordner durchsehen und schauen ob es was zur OPV gibt.
     
  8. -Claudia-

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    Deswegen ja Oberarzt hinzuziehen. Man kann's auf Assistenzarztebene versuchen, aber wenn man sich auf einheitliches Vorgehen einigen soll, müssen sich entweder alle Beteiligten einig sein oder aber man entscheidet auf einen höheren Ebene.

    Ich denke, man kann bei den Aufgaben, die rechtlich ganz klar von beiden Gruppen durchgeführt werden könnten - und die genannten gehören ja dazu - den Weg suchen, der vom Stationsablauf usw. her am meisten Sinn macht. Dieses "Arztaufgabe" oder "Pflegeaufgabe" bei Tätigkeiten, die weder - noch sind, ist nicht konstruktiv.

    Damit meine ich keinesfalls, dass die Pflege sich dauernd neue Zusatzaufgaben ins Boot holen sollte. Aber wenn es vom Ablauf her leichter ist, dass die Pflege die Aufklärungsbögen austeilt oder Angehörige kontaktiert, sollte man sich nicht verweigern, sondern eher gucken, welche Aufgaben die Pflege dann wieder an andere abgeben kann.

    Stationssekretärinnen gibt es bei Euch wohl nicht? Denn die könnten das auch machen.
     
  9. pwrsplinter

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    So habe gestern mal die Dienstanweisungen durchstöbert und dort habe ich nur den Satz gefunden "Ärztliche Aufklärungen müssen vom Arzt durchgeführt werden und dürfen nicht an das Pflegepersonal deligiert werden."

    das kann man jetzt so oder so interpretieren.
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wo hebt ihr denn die Aufklärungsbögen auf? Im Büro des Arztes oder im Pflegestützpunkt?

    Wenn ihr möchtet, dass die Ärzte sich die Bögen selbst besorgen, wäre es sinnvoll, wenn die diese auch zur Verfügung hätten.
     
  11. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Beide Seiten haben die. Also wir haben die im Dienstzimmer aber die Anästhesisten haben sie auch in ihren Zimmern.
     
  12. pwrsplinter

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    Mein eigentliches Problem ist es: wir teilen die Bögen ja immer aus, wenn es aber einmal vergessen wurde gibt es immer gleich nen blödes Kommentar oder nen riesen Aufstand von manchen Anästhesisten.
    Nur leider kann man dann eben nicht mal gegenhalten.
     
  13. squaw

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    Ich verstehe Dein Problem nicht. Was ist denn so schlimm daran, den Patienten mal einen Bogen zum Ausfüllen zu geben? Die Aufklärung selbst ist Sache der Ärzte, aber doch nicht das Austeilen eines Blattes Papier! Zumal es aus den verschiedensten Gründen sehr sinnvoll ist, wenn der Patient das schon einmal gesehen hat, bevor der Doc persönlich sein Gespräch führt!
    Und Grundsatzdiskussionen bereits wegen einer solchen Lappalie? Was macht Ihr denn dann bei echten Problemen?
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Nun ja, inwiefern willst Du "gegenhalten", wenn Du etwas vergessen hast? Wenn das für gewöhnlich Deine Aufgabe ist, ist das auch Dein Fehler. Du kannst dann nicht einfach behaupten, es sei Aufgabe des Arztes, sich um den Bogen zu kümmern, wenn sich das bei Euch als pflegerische Aufgabe eingebürgert hat. Schriftliche Festlegung ist in diesem Fall nicht nötig.

    Du kannst die Reaktion als überzogen kritisieren, da es sich ja nicht um einen schwerwiegenden Fehler handelt, aber nicht die Sache an sich.

    Wenn das Austeilen häufiger vergessen wird, solltet Ihr gucken, wie Ihr besser in Euren Tagesablauf einplant.
     
  15. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Na da isses ja: die Frage wessen aufgabe es eigentlich ist? Es steht ja nirgends das es meine Aufgabe wäre...Wie kann ich etwas vergessen zu tun wenn ich es "zumindest der Schwesternmeinung im Haus nach" garnicht tun müsste?

    Ich sehs so: In der Dienstanweisung steht das es ärztliche Aufgabe ist: dazu zählt also auch den richtigen Bogen rauszusuchen und dem Patienten zu geben.


    Die Anästhesisten sagen es wär unsere Aufgabe; wir sagen es ist deren Aufgabe. Geregelt ist es nicht konkret.

    Wie ist denn das in andern Akuthäusern so?
     
  16. -Claudia-

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    Der Meinung müssen aber auch die Ärzte und alle Deine Kolleginnen und Kollegen sein, wenn Ihr nicht wollt, dass es deswegen ständig Zoff gibt. Und ganz offensichtlich sind die ja nicht Deiner Ansicht, wenn ihr die Bögen "immer" austeilt.

    Das Aushändigen eines Bogens ist mit Sicherheit noch keine Aufklärung. Und nicht jedes Detail muss schriftlich fixiert werden. Die Mitwirkung bei ärztlicher Diagnostik und Therapie ist dagegen in §3 des Krankenpflegegesetzes festgehalten - Dein Argument steht meines Erachtens auf recht wackligen Füßen.

    Hast du denn nun generell ein Problem damit, die Mühe des Austeilens auf dich zu nehmen, oder geht es nur um den Anpfiff durch den Anästhesisten? Das sind nämlich zwei Paar Schuhe.
     
  17. pwrsplinter

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    Vor allem geht es um den Anpfiff.

    Schade das sich niemand weiter hier an dem Beitrag beteidigt, würde gern ma von einer Krankenschwester wissen wie das in andern Häusern so abläuft.
     
  18. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Hallo,

    Das geht mir genauso.

    Contraproduktiv und unterstützt horizontale Feindseligkeit.

    Anstatt sich zu ärgern sollte eine Klärung stattfinden: - SL, - PDL = Anweisung (möglichst schriftlich damit "keiner" sagen kann das ist nicht meine Aufgabe).

    LG
    Claudia B.
     
  19. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Na, dann kommen wir doch schon ein Stück weiter.

    Ist das immer der gleiche Arzt, oder reagieren die (fast) alle so unbeherrscht?


    Warte bis heute nachmittag, dann ist die Beteiligung reger.
     
  20. pwrsplinter

    pwrsplinter Junior-Mitglied

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    Oft ist es der selbe Arzt... aber natürlich wird es auch grad immer wenn er kommt auch verhuscht. (Hat aber nichts mit ihm zu tun weil wir ja vorher nicht wissen das er kommt)
    Andere Ärzte haben dazu aber schon öfter mal was gesagt.
     
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