Asystoliegefahr bei Noradrenalin-Bolus?

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von Fleschor_Max, 19.02.2012.

  1. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Wie haltet ihr es mit Noradrenalin-Boli bei Kreislaufeinbrüchen? Ich hab mal gelernt, dass es kein Bolusmedikament ist, weil es in seltenen Fällen zur Asystolie führen kann.

    Auf meiner jetzigen Station ists aber üblich, und auch in der Literatur fand ich Angaben über Bolusgaben, und hab die Warnung vor Bolusgaben bisher nicht so wieder gefunden. Ich hatte bloß mal nen Patienten der unerklärbar asystol wurde, wo dann als wahrscheinlichste Möglichkeit ein Arterenol-Bolus, durch schlecht durchgängigen Katheter in Frage kam. Jedenfalls war das die Info an mich.

    Mittlerweile füg ich mich den Docs auf meiner jetzigen Station, weil ich keine Quellen fand, die die vorher gelernte Ansicht stützen.

    [ausgekoppelt aus nem anderen Thread, da gabs noch keine Antwort]
     
  2. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Ich hatte auf ITS auch einige Kollegen die gerne Noradrenali-Boli gegeben haben, zB beim Spritzenwechsel oder bei Kreislaufinstabilität. Ich persönlich hab das nicht gern gemacht, weil es so unvorhersehbar ist, wie der Patient reagiert. Wir haben aber auch nur herzkranke Patienten gehabt. Ich hab immer lieber die Laufrate ordentlich hoch gestellt, Kopf tief gestellt usw, usf. Aber Asystolie bei Noradrenail-Bolus hör ich zum ersten Mal als Nebenwirkung, was ja nicht heißen soll dass es das nicht geben könnte...
     
  3. Fachidiot

    Fachidiot Senior-Mitglied

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  4. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Gehört habe ich von der Gefahr. Prophylaktisch bei Spritzenwechsel gebe ich aber keinen Bolus. Nur bei akutem Kreislaufeinbruch, wenn ich nicht warten will oder kann, bis die Erhöhung der Rate wirkt oder sonst irgendeine Maßnahme wirkt. Dann aber nur 10 - 20 Mikrogramm. Kommt immer auf die individuelle Situation an.
    So ist es auch allgemein üblich bei uns. Kommt aber insgesamt trotzdem selten vor, dass wir Boli geben.
     
  5. anästhesieschwester

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    Ich kenne Bolusgaben von 5-10ug, gerne auch wiederholt. Selten habe ich dabei als Nebenwirkung eine Hypertonie erlebt, meistens aber keine Probleme.
     
  6. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Der Bolus geht mit IIRC meist 800ml/h in den Patienten. Bett ankippen lassen, alles unter die Beine drunterstopfen, Beine richtig hoch, und dann stell ich, wenn es mir erlaubt wird, die NA-Laufrate z.B. mal kurz von 7 auf 27, warte auf die erste deutliche Kreislaufreaktion und stell es sofort zurück. Klappt oft, und ist nicht so ein brutaler Bolus. Der Patient den ich im Sinne hab, mit der Asystolie hatte vorher keinen wahrnehmenbaren Anstieg des Blutdrucks, hat zumindest keinen Alarm ausgelöst. Vllt. hab ichs auch mit der Pupillenkontrolle ausgelöst. Zu flach sediert und dann hat er sich erschrocken. Mittlerweile kündige ich immer an :D.
    Wenn man nen neuen Schenkel fluten will, kann man die gleiche Methode anwenden, in dem man z.B. auf 22 bleibt, bis man das entsprechende Volumen des Schenkels ungefähr erreicht hat, und dann auf 2 zurücknimmt. Find ich eleganter als die Bolusmethode.
     
  7. Blinki

    Blinki Stammgast

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    IIRC ist die Abkürzung für?
     
  8. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    imo steht IIRC afair für: "If I Remember Correctly"
     
  9. Blinki

    Blinki Stammgast

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    Pffff
    dachte das wäre eine super coole Abkürzung für ein neues high-end Spritzenpumpen-Applikationsmodus-muss nicht mehr rechnen-System die ich noch nicht kenne...
    Danke Eisenbarth
     
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