Aspirationsgefahr bei liegender Magensonde (nasogastral)

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von Kikra 15, 19.08.2014.

  1. Kikra 15

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    Hallo, liebe Community,
    ich habe wieder eine Frage.

    Und zwar wüsste ich gerne, WARUM bei einer liegenden Magensonde (nasogastral) Aspirationsgefahr besteht. DASS das so ist, weiß ich, aber ich würde gerne verstehen, WIE genau das kommt.

    Es geht auch wirklich nicht um das Legen der Sonde, sondern um die bereits liegende.

    Falls es zur Beantwortung der Frage wichtig sein sollte: Das Kind, um das es geht, ist ein Frühgeborenes aus der 30+5. SSW, aktuelles Gestationsalter 35+1 SSW. Der Kleine macht Stillversuche und trinkt aus der Flasche, macht das auch schon ganz gut, wird aber noch teilsondiert.

    Danke schonmal für alle Antworten! :-)
     
  2. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Der "Fremdkörper Sonde" irritiert die natürlichen Schutzreflexe (in jedem Lebensalter).
    Zudem ist der Hals eines Frühchens nicht sehr voluminös und äußerst flexibel.
    Die Ringknorpel der Luftröhre sind gerademal zu erahnen.
    So reicht schon der Druck der Sonde in der Speiseröhre um den Kehldeckel am völligen
    Schluß zu hindern.
     
  3. Kikra 15

    Kikra 15 Junior-Mitglied

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    Das heißt, der Kehldeckel schließt nicht richtig, und deswegen kann es logischerweise leichter passieren, dass Flüssigkeit aspiriert wird?
    Kann das denn auch beim Schlucken des normalen Speichels passieren oder nur beim Trinken? Wenn ich es mir selbst erklären sollte, würde ich sagen, dass dann auch das Aspirieren von Speichel möglich ist. Stimmt das? Oder sind die Mengen dafür zu gering? Immerhin kann ein Frühgeborenes dieser Alters- und Größenordnung nur ca. 0,2 ml pro Schluckvorgang schlucken.
     
  4. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Völlig richtig!
    Aspirieren ist nicht abhängig von irgendwelchen Mengenangaben.
    Luft oder Flüssigkeit?
    Das richtige Halten und Lagern des Kindes, ist - neben der sorgfältigen
    Platzierung des Sondenschlauches (schön glatt/kein Druck) -
    ein absolutes Muss.
     
  5. Kikra 15

    Kikra 15 Junior-Mitglied

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    Wie meinst du das? Kann sein, dass ich mich jetzt total blöd anstelle, aber ich dachte, aspirieren in diesem Kontext bedeutet, dass Fremdkörper aus der Mundhöhle bei der Inspiration zusammen mit der Luft in die Atemwege gelangen. Der Fremdkörper ist in diesem Fall dann eben Flüssigkeit. Oder nicht?
     
  6. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Natürlich. Alles außer Luft ist ein Fremdkörper und damit eine Aspiration.

    Achte bei der Praxisanleitung genau darauf, wie gehalten und gelagert wird.
    Achte darauf, das weder Zug noch Druck noch Torsion (Verdrehung) auf die Sonde kommt.
     
  7. Kikra 15

    Kikra 15 Junior-Mitglied

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    Vielen Dank! :wavey:
     
  8. SteffiKöln

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    Und in der Regel "schließt" der Magen sich und somit kommt es eigentlich nicht zum Reflux durch die liegende Magensonde hast du eine Öffnung bzw. Schienung in den Ösöphagus besonders bei Frühgeborenen ist die Muskulatur des Ösöphagus noch nicht so ausgeprägt. Und dadurch der Muskel sich nicht fest um die Magensonde schließt. Du hast auch einen anatomischen "Knick" im Übergang des Ösöphagus zum Magen, der den Verschluss ebenfalls verstärkt. Weiß leider gerade nicht mehr den Fachbegriff für diese Stelle.
    Natürlich ist deswegen die Gefahr des Reflux erhöht und somit der Aspirationsgefahr.
    Ich hoffe ich konnte helfen.
     

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