Arbeitsklima auf großen Intensivstationen

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Cystofix, 14.11.2010.

  1. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Guten Morgen liebe Kollegen,

    eine Frage, die mich seit meinem Besuch auf den diesjährigen Rhein-Main-Lahn-Tagen dieses Wochenende immer wieder beschäftigt - wie ist das Arbeitsklima auf wirklich grossen ICUs?

    In Frankfurt hat die chrirugische ICU ( C1 oder so ) sage und schreibe 34 Betten - da stelle ich mir das tägliche (Arbeits-)Leben sehr anonym und unpersönlich vor.

    Mich würde einmal ( auch aus persönlichem Interesse einer möglichen beruflichen Veränderung in Zukunft ) interessieren, wer von Euch auf einer grossen ICU ( mit > 18 - 20 Betten ) arbeitet und wie Ihr Euer Arbeitsklima beschreiben würdet.

    Das was ich in meiner Zeit in meiner Wahlheimat auf grossen Intensivstationen mitbekommen habe, ist nicht wirklich positiv.

    Gruss Cys
     
  2. Feli

    Feli Poweruser

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    Hi,
    ich denke, ich hab da einen ganz guten Vergleich. Bei meinem vorherigen AG war ich auf einer ICU mit 28 Betten, jetzt bin ich auf einer kleinen ICU mit schlappen 20 Betten weniger.

    In der Tat ging es auf der großen ICU viel unpersönlicher zu. Einfach dadurch, dass man so viele Kollegen hatte. Wenn ich mich recht erinnere, waren es allein in der Pflege über 50 Kollegen, plus eben Ärzte, Reinigungspersonal - nur die Leute, die am Tag so über die Station laufen. Und dann kommen ja noch andere Berufsgruppen dazu, mit denen man auch zu tun hatte.

    Mein Einruck war, dass so ein "Teamgeist", wie er in einem kleinen Team entsteht, weil man sich eben kennt, auf einer großen Station gar keine Chance hat. Selbst die Kollegen, die schon lange (20 Jahre und mehr) da waren, waren eigentlich mehr "Einzelkämpfer".

    Richtig übel ist, dass auf einer großen ITS Personalausfälle z.B. wegen Krankheit kaum zu kompensieren sind. Dann stehst Du auf einmal mit 5 intensivpflichtigen Pat da, von denen 3 noch beatmet sind. Auf meiner kleinen ITS wäre das undenkbar. Da müssten dann eben die Leitungen mit ran, oder jemand aus dem IMC.

    Die IMC Station in dem großen Haus hatte übrigens ebenfalls 39 Betten - kann mir das Verlegungschaos kaum vorstellen...
     
  3. anästhesieschwester

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    Hallo

    ich habe mich im großen Team wesentlich wohler gefühlt als momentan in einem kleinen. In dem großen Team hat es zwar wesentlich länger gedauert bis ich alle Kollegen kannte, aber dadurch dass man immer wieder bunt zusammengewürfelt wurde (zum Teil mit Leuten die man noch nie gesehen hatte) war der Zusammenhalt besser - der Betrieb musste ja irgendwie laufen - und diese "Zickereien" und ähnliches, was mit 15 Leuten an der Tagesordnung ist weil man ja dauernd "aufeinander hockt" gab es dort kaum.
    Ich hatte damals etwas Angst vor der Anonymität eines solch großen Hauses, aber das war schnell vorbei.


    Gruß
    Die Anästhesieschwester
     
  4. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Alles eine Frage der Gewohnheit und eine Frage, wie allgemein das Klima auf der jeweiligen Station ist.
    Vorteil einer großen Station: Einzelne Kollegen, mit denen man nicht so klar kommt trifft man nicht so oft, wie in einem kleinen Team. Die Kollegen lernt man schon alle kennen, wenn man eine gewisse Zeit verweilt.
    In einem großen Team hast Du auch immer mal wieder neue Leute, die frischen Wind bringen, was in kleinen Teams doch manchmal problematischer scheint.
    Ich selber habe auf ICU mit Bettenzahlen zwischen 6 und 27 Betten gearbeitet. Ich habe das Mittelding am angenehmsten empfunden (zuletzt 15 Betten). Lag aber u.a. auch an der Fachabteilung ;)
    Ich persönlich kann mir vorstellen in jedweder Größe der Station zu arbeiten, wenn denn das Arbeitsumfeld und das Gros der Kollegen passt. Das ist natürlich in einem großen Team schwerer herauszufinden (oder man benötigt einfach mehr Zeit).

    Um das selbst empfundene Klima zu beschreiben:
    Ich finde ZU große Stationen genauso schwierig wie zu kleine. Mitteldinge (ca. 12-18 Betten) finde ich persönlich am angenehmsten.
    Prinzipiell kann es überall schön sein. Wenn man es noch nie erlebt hat, aber die Möglichkeit hat, dann würd ich sagen: Einfach ausprobieren. Wenn es nicht gefällt, ... der Markt ist grade gut, ... dann wechselt man halt wieder ;)

    Es ist meiner Meinung nach aber wie so oft im Leben: Nicht die Größe ist entscheidend, ... andere Dinge zählen
     
  5. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Nur irgendwie kommt mir diese Grösse so unwirklich vor, da ich die meiste Zeit meiner bisherigen beruflichen Jahre auf einer 6-/8-Betten-ICU abgeleistet habe.

    Auf der anderen Seite juckt es mich einfach mal in den Fingern, mir eine grosse Intensiv anzusehen und dort zu arbeiten.

    Du hast schon recht Mobitz, der Markt ist gut und man kann ja bei Nichtgefallen wieder gehen.

    Gruss Cys
     
  6. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Ich arbeite auf einer 26-Betten-Station. Man muss allerdings dazu sagen, dass wir aufgrund begrenzten Personals meist zwischen 14 und 22 Betten fahren. Das Pflegeteam besteht - inklusive Teilzeitkräfte - aus knapp 85 Mitarbeitern. Ich hab ca. ein halbes Jahr gebraucht, bis ich 1. alle Namen drauf hatte und 2. auch mit jedem mal zusammen gearbeitet hab.
    Das Klima im Team empfinde ich persönlich zwar als angenehm, meistens, jedoch bin ich von der Ausbildung nur kleine Stationsteams, wo es deutlich familiärer zugeht. Das ist ein Punkt, den ich hier vermisse.
    Vor- und Nachteile großer Stationen wurden ja hier schon aufgezählt und denen kann ich mich eigentlich nur anschließen. Letztendlich kommt es auf die Station selbst an, ob das Klima gut oder schlecht ist - egal ob große oder kleine Station.
    Ich persönlich mit sehr zufrieden mit dem Arbeitsklima. Stress gibts natürlich hin und wieder, aber hauptsächlich dann, wenn Leute aufeinander treffen, die überhaupt nicht miteinander können. Ich lass mich von sowas dann eher weniger beeindrucken. Schade ist halt, dass man mit Leuten, die man mag, mal tage- oder wochenlang gar nicht zusammenarbeitet. Dafür hat das Team zu viele Leute.

    Edit: Ach ja, ein Grund, warum wir mit 85 Mitarbeitern nur so wenig Betten fahren können ist zum einen der relativ hohe Krankenstand und zum anderen die Tatsache, dass wir IMMER 1:2-Betreuung haben (nur unsere 3 IMC-Betten betreut eine Pflegefachkraft). Über letzteres bin ich echt froh, denn alles andere wäre bzw. ist schon fast Patientengefährdung vom Feinsten.
     
  7. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Große Intensivstationen sind mein persönlicher Favourit. Ich arbeitete schon auf einigen IPsen von 6-24 Betten. Wenn ich von meinen Erfahrungen ausgehe, dann ist der Zusammenhalt auf großen IPSen wesentlich besser. Ebenso entsteht viel weniger Mobbing und der Fachkräfteanteil ist häufig weit über 70%. Das bedeutet der Austausch und das Verständnis füreinander ist entspannter,als auf einer kleinen IPS, wo der Fachkräfteanteil weit unter 10 % liegen kann.
    Dies kommt allerdings auf das Haus, die Führung und die Weiter-Fachweiterbildungsmöglichkeiten an.

    Leider ist es in Deutschland häufiger so, dass gerade die IPSen unter 12 Betten sehr schlecht besetzt sind und es häufig schon nicht mehr zu rechtfertigen ist.
    Ich persönlich mag kleine Teams, wenn es schon lange eine Leitung gibt bzw. es keine zu unangenehme Vorgeschichte gab. Ebenso funktioniert ein kleines Team auf IPSen nur, wenn die Kompetenzbereiche klar abgegrenzt werden und ebenso Konsequenzen entstehen bei schwerwiegenden Angelegenheiten.

    Auf einer großen IPS schätze ich zwar nicht unbedingt die Grüppchenbildung zu jedem Zeitpunkt, aber dafür die Struktur und Organisation. Es ist ein himmelweiter Unterschied zu kleinen IPSen. Dort arbeiten die Leute häufig schon mehr als 15 Jahre in ihrem persönlichem Trott und blicken garnicht mehr über den Tellerrand. Der Vorteil einer kleinen IPS kann durchaus das familäre Gefühl sein. Ich persönlich erlebte allerdings ein viel intensiveren Zusammenhalt auf großen IPSen.

    Es kommt eben immer darauf an, wie wird das Haus grundsätzlich geführt und gibt es interessierte Teammitglieder oder eben nicht.
     
  8. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo,

    ich weis nicht wie es auf einer großen ITS vom Klima her ist ......Wenn ich das so mitbekomme, was hier geschrieben wird, glaube ich eine große ITS ist wirklich besser.

    Wir haben 14 Betten, demnächst sollen es 16 sein.
    Ich finde es bei uns furchtbar, kaum bekommt man mal auch nur ein höfliches Wort.
    Das trifft nicht auch nur mich....das ist im ganzen Team so.
    Es gibt einen Kern, der Rest geht so nebenher.
    Gehört man zu diesem Kern, kannst Du alles haben, wenn nicht, mußt Du froh sein, wenn du einfach nur Deinen Arbeit machen kannst.
    Die I-Stationen scheinen auch untereinander nicht grün zu sein.
    Aushelfen auf einer anderen ITS will keiner und über IMC und periphere Stationen wird sich immer eher abfällig geäußert.

    Ob das damit zu tun hat, daß es eine ITS ist und noch dazu klein.....
    Ich kann mir vorstellen, daß es manchmal gut ist nicht alle in einem Team zu kennen und nicht immer mit den gleichen zusammenarbeiten zu müssen.
     
  9. CaraV

    CaraV Newbie

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    Hallo
    In der Schweiz sind so grosse IPS Stationen (34 Betten) gar nicht erlaubt. Ich denke der Grund liegt auf der Hand. Es ist eigentlich schon kaum zumutbar wie viel du alleine als dipl. Fachkraft auf einer normaler Bettenstation leisten musst. (Prä,-Postop...).
    Falls dir jedoch wirklich die Intensivpflege, das Heiligtum gefällt, empfehle ich dir dringend eine kleinere und mit gutem und v.a. genügendem Personal ausgestattete Station zu wählen.
    Lieber Gruss
    CaraV
     
  10. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo Cara V,

    da wird es schwierig....finde mal ne Einrichtung in der ausreichend Personal unterwegs ist.
    Intensivpflege ist längst kein Heiligtum mehr.
    Man darf die Zahl der Pflegekräfte nicht unterschätzen die nicht nur aus ihrem Beruf aussteigen, sonder sich einen ruhigeren Arbeitsberreich suchen, wo sie sich nicht kaputt rödeln müssen.
    Auch in der Schweiz ist es längst kein Zuckerschlecken mehr.
    Ich schließe auch nicht aus, daß unsere Arbeit so hart ist, daß wir uns deswegen gegenseitig nieder machen.
    Ein Team das so groß ist, indem Du gerade so lange mit deinem ungeliebten Kollegen zusammen arbeiten mußt um den Knall zu verhindern ist optimal.
    Danach geht es nämlich mit anderen Kollegen mit denen es besser läuft weiter und du kannst wieder Kraft sammeln, für dem Tag an dem du mit dem ungeliebten Kollegen zusammen bist.

    Einfach zu wissen, du bist dieser Belastung nicht auch noch permanent ausgesetzt, hilft viel.
     
  11. CaraV

    CaraV Newbie

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    Liebes olynthchen
    Ja ich bin mir bewusst, dass es kaum mehr eine Einrichtung gibt, in der es genügend Personal gibt. Ich erlebe es ja auch tagtäglich. Ich finde jedoch sich die Arbeitsfreude zerstören zu lassen eine gefährliche Sache. Denn genau da fängt die Burnout gefahr an. Ich spreche vom Heiligtum weil ich finde, dass die IPS ein Gebiet ist indem der Patient am meisten von unserer Fachkompetenz abhängig ist. Und je mehr Druck ensteht( schlechtes Klima unter Arbeitskollegen, zu viele Patienten, oder auch körperliche Schwäche) , desto gefährlicher wird es.
    Aber deine Aussage vom sich wieder erholen können mit einem angenehmeren Arbeitsteam , gilt eigentlich überall.
    Ich bin stets der Meinung je grösser die IPS, desto chaotischer und unpersönlicher wird die Arbeit. Und ist unser Beruf nicht Teamarbeit? Oder werden wir alle zu Alleinkämpfer?
    CaraV
     
  12. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo Cara v,

    sicher sind wir eigntlich in eienem Beruf in der Teamarbeit möglich sein sollte, aber jedes Haus hat eine Station, auf der das Team nicht zusammen kommt.

    Manchmal denke ich, daß ist auch so gewünscht von der Leitungsebene, denn ein Team das sich sehr gut versteht, zieht immer einen mit( was ich gut finde) der sonst sofort als nicht mehr tragbar gelten würde.
    Sie halten in allem zusammen, auch da wo eigntlich ein Machtwort gesprochen werden müßte.
    Die Stationsleitung bekäme keine Infos mehr, die sie braucht um sich und diverse Dinge durchsetzten zu können.
    Also profitiert sie davon, wenn es einen gibt, der mitschwimmen darf, solange er gegen sein Team Infos rausläßt, es vielleicht sogar spaltet.
    Das sind häufig Leute die fachlich nicht besonders glänzen, ihre Arbeit nur mittelmäßig erledigen oder die selbst irgendwie hochkommen wollen.

    So werden Dinge die nicht gut laufen aufgedeckt und können dann direkt von der Leitung angegangen werden.
    Wenn Köpfe rollen, dann ist jeder abgeschreckt und hält sich auch mal an Anweisungen, die er sonst vielleicht sogar ignorieren würde.
    Die Leitung hat dann noch die PDL und den Pflegedirektor im Nacken sitzen und muß für uns unangenehme Sachen durchsetzten.


    Verstehe mich nicht falsch, ich bin keine Freund dieser Form der Zusammenarbeit.
    So wird aber häufig gearbeitet, daß ist nicht nur ein Problem der Intensivstation.
    Da wir auf der ITS aber ständig unter Strom stehen, kommt es da vielleicht
    viel stärker raus und kann in eine kleineren Team schneller zum Zerwürfnis kommen.
    Es sind plötzlich alle beteiligt, duch die Enge kann sich niemand da raus nehmen ohne selbst dafür dann angegriffen zu werden.
    Es sind weniger Leute und wenn die sich alle auf die Nerven gehen......
    In einem großen Team, kanns Du vielleicht eher lokal das Übel an der Wurzel packen, bevor die ganze Station mit schlechtem Klima durchseucht ist.

    Das ist nur eine Überlegung und muß nicht so sein.
    Es kann auch in einem kleinen Team funktionieren.
    Vielleicht möchten einige ja lieber die unpersönlichere Atmosphäre auf Station haben.
     
  13. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Zum Thema Personalbesetzung auf IPSen :

    Deutschland: oft eine sehr schlechte Besetzung und daraus resultiert natürlich eine Unzufriedenheit und schlechtes Arbeitsklima.
    Österreich: dort ist das grundsätzliche Arbeitsklima um Welten besser und die Fluktation enorm niedrig bis garnicht vorhanden. Dort ist die Besetzung besser, als auf deutschen IPSen.

    Schweiz: dort ist die Besetzung, die Struktur, Organisation , das Klima und Ausstattungen einer IPS einfach nur ein Traum im Verhältnis zu allem bisher Erlebten.
    Im Thema Führung sind die Schweizer um mind. ein Jahrzehnt vorraus.



    gvlg und auch in die Schweiz und nach Österreich
     
  14. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Armes Deutschland, ohje ohje... Noch überschwenglicher kann man es wohl kaum beschreiben, pericardinchen.

    Arbeite auf einer 17 Betten ICU, Maximaltherapie, Pi-Pa-Po.
    Und ich muss sagen, dass - entgegen allen Erwartungen - das Füreinander und das Unterstützen im Arbeitsalltag recht groß geschrieben wird. Kaum ein Kollege sagt Nein, wenn es um Fragen oder aktive Mithilfe geht.

    Es wird auch viel gelacht, wenn auch über teilweise recht groteske Dinge und der Vorteil der hohen Schlichtfluktuation ist nicht von der Hand zu weisen.

    Derzeit fühle ich mich dort wohler als auf der kleinen 7 Betten "ICU", wenn man das überhaupt so nennen darf.

    MfG
    Tool, der Deutschland - inklusive seiner Fehler in der Pflege - mag
     
  15. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Hallo Toolkit,

    ja das mag für Dich so klingen und ich wünschte mir sehr, ich könnte das Gegenteil berichten.
    Teile mit Dir die Empfindung bezüglich großer IPS.

    Ich bin Deutsche und mag Deutschland. Dies ändert dennoch nichts an meinen Beobachtungen und natürlich dem Erlebtem in der Gesundheitsbranche.

    Es gibt durchaus Kliniken und IPSen in Deutschland, die ich gut finde. Allerdings heißt dies leider noch lange nicht, dass ich die Personalpolitik und fehlende Wertschätzung in Deutschland gut heißen muss. Die Augen verschließe ich vor soetwas nicht mehr und demnach habe ich meine Konsequenzen daraus gezogen.
     
  16. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Hi,

    also ich arbeite auch am liebsten auf einer grossen Intensivstation, natürlich mit der ausreichenden Besetzung.
    Vorteile: - viel Erfahrung, viele Möglichkeiten, viele Kollegen zum Tauschen!! man kann Kollegen die man nicht so mag aus dem Weg gehen, kein Mobbing und bei uns sehr kolliegal jeder hilft jeden und man findet auch immer jemanden der einen hilft.


    und armes Deutschland kann ich auch unterschreiben, ganz schrecklich wie es in der Gesundheitspolitik aussieht

    LG
     
  17. turmalin

    turmalin Junior-Mitglied

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    hallo,

    du kannst glück oder pech haben

    ich arbeite auf einer 16 betten(8 beatmungsplätze) interdisziplinären
    ich bin ganz zufrieden
    das team ist eingespielt ,die fluktuation recht gering,das team besteht in der zusammensetzung seit 5 jahren
    der kern seit fast über 15 jahren
    wichtig ist das man sich auf das team verlassen kann,das man praktisch blind zusammen arbeiten kann


    was nervt sind die kleinen privatfehden die im berufsalltag nix zu suchen haben

    gruß
     
  18. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Wenn Du das gut findest ist das doch prima, meine Erfahruung ist aber auch, daß ein Kern, der schon 15 Jahre besteht oder noch länger, sich auch schwer tut, neue Mitarbeiter zu zu lassen.

    Oft pochen sie auf eine Art Gewohnheitsrecht.
    Wenn Du aber zum Kern gehörst, kannst Du alles haben.

    Ich habe dieses Problem schon mehrfach beobacheten können....von beiden Seiten.
    Was nicht heisen soll, daß ich ein Problem mit neuen Mitarbeitern habe, wenn ich irgendwo schon länger arbeite.

    Und den letzten Satz finde ich besonders interessant....auf einer großen I wirst Du das Problem weniger haben, weil Dich nur wenige so gut kennen, daß das sattfinden kann.
     
  19. turmalin

    turmalin Junior-Mitglied

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    ich hab mit keinem aus dem team ein problem
    ich kann eigentlich mit jedem arbeiten
    liegt vielleicht auch daran das ich kaum privates auf station ausbreite



    das das stammteam sich schwer tut mit neuen kollegen stimmt schon

    letztlich aber auch eine frage der kommunikation

    und die rangfolge muss man definitiv in jedem team ausfechten:boxen:
     
  20. Sheyla

    Sheyla Newbie

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    Ich arbeite auf einer Intensivstation mit 22 Beatmungsplätzen. Wir haben so gut wie nie ein freies Bett.

    Insgesammt haben wir um die 80 Mitarbeiter, sind, im Normalfall, pro Schicht mit 11 Kräften besetzt.

    Ich war noch auf keiner anderen Intensivstation, aber ich finde unser Arbeitsklima teilweise sehr belastend. Ich habe beobachtet, dass es sozusagen mehrere kleine Teams in unserem Team gibt. Und das finde ich garnicht gut. Ich arbeite seit einem Jahr hier und bin jetzt erst dabei auch mal privat Kontakt zu einigen Mitarbeitern zu pflegen.
    Es hat unendlich lange gedauert herauszufinden wer wie tickt. Wen kann man um Hilfe fragen, bei wem ist man als Neuling schonmal aus prinzip unten durch. Wer ist wirklich kompetent.
    Viele Leute sind privat sehr eng miteinander befreundet und das auch schon seit sehr langer Zeit. Da ist es schwer reinzukommen.

    Vorteile sind ganz klar, dass man fast immer jemanden zum tauschen findet. Und dass man Menschen die man nicht mag aus dem Weg gehen kann. Auf meiner Station gibt es zwei Einheiten und vor Schichtbeginn wird aufgeteilt wer wo hin geht. Die beiden verschiedenen Einheiten haben pro Schicht so gut wie garnichts miteinander zu tun. Sprich, man kann in der selben Schicht Dienst haben ohne sich auch nur einmal über den Weg zu laufen (ausser bei der Einteilung).

    Wenn ich ehrlich bin, fehlt mir der soziale Zusammenhalt den ich von kleineren Teams kenne.
     
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