Arbeitsbelastung im OP der Maximalversorgung

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von OPschwesterlein, 28.08.2011.

  1. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Hallo ihr Lieben!

    Im Moment bin ich leider wenig motiviert, da es mir auf Arbeit zur Zeit etwas zuviel wird. Und in einem Monat fange ich die Fwb in der OP-Pflege an.
    Meine wenige Motivation & Erschöpfung hat vor allem mit der hohen Arbeitsbeslastung (mein Empfinden) zu tun:

    -oft wechselndes OP-Programm durch Notfälle
    -Notfälle an sich
    -Explantationen
    -Naht-/Schnittzeiten möglichst verkürzen
    -hoch spezialisierte einzelne Fachdisziplinen, jedoch am besten fast alles abdecken können
    -ständiges Anlernen von neuen Mitarbeitern (Springer vom Tisch aus -dirigieren, d.h. "....findest du im Schrank sowieso, Faden soundso....")
    -hohes Personalaufkommen (viele verschiedene Charaktere)
    -Schlafstörungen durch wechselnde Dienstzeiten
    -immer mehr Assistenz übernehmen (Haken halten, saugen etc.) und (Röntgen: 3D, Stent-Angio)
    -Hirarchiegerangel in OP-Pflege
    -etc.

    Das wird mir langsam echt zu viel! Ich habe kein Vergleich mit anderen OP's und kann nicht einschätzen, ob ich vielleicht zu "weich" bin für diesen Beruf und schlecht belastbar bin. Die Leitung ist zwar ganz in Ordnung aber wenn man der mitteilt, das man sich überfordert fühlt, wird man nur belächelt. Mir macht der Beruf Spaß und ich freue mich darauf, das ich durch die Fwb mir mehr Fachwissen aneignen kann. Jedoch habe ich Angst, das es durch die Doppelbelastung lernen & arbeiten schlimmer wird!

    Wie ist das bei euch und wie seht ihr das?
    (Bitte keine sarkastischen Kommentare wie "Willkommen im Arbeitsleben!" o.Ä.!) Danke
     
  2. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo opschwesterlein!

    Erstmal Glückwunsch, dass du die FwB OP machst. Find ich eine gute Sache.:rocken:
    Finde nicht, dass du zu weich bist. Aber was ich so rauslese ist: Du bist wohl eine der wenigen Schwestern, die sehr viele Bereiche abdecken kann und muss.
    Habt ihr kein Rotationssystem? Bist du fest einer Abteilung/einem Bereich zugeordnet, oder bist du Mädchen für alles? :x

    Ich habe meine FwB auch in einem Haus der Maximalversorgung gemacht. Allerdings hatten wir vor 27 Jahren andere Bedingungen. Und es war eine Uniklinik, wo Zeit noch kein kostbares Gut war.

    Ich hatte normale 8 Stunden Frühdienst und anschließend 3x/Woche zwei Stunden Schule. Das auch war nicht einfach damals, aber wir haben es alle geschafft.
    Wir mussten ND und Bereitschaft 7 Nächte am Stück machen. Unsere WE waren 12 Stunden Dienste. Da kommt man auch an seine Grenzen. Trotzdem hat es Spass gemacht und wir waren alle hochmotiviert. Allerdings waren wir keine Lückenfüller damals, sondern wir haben echt was gelernt.

    Weil ich in meiner Ausbildung keine Herzop´s hatte, bin ich anschließend in den Herzop gegangen. Aber nach 2 Jahren war Schluß. Ich wurde selber krank und nach meiner Genesung habe ich mir ein kleines spezialisiertes Haus gesucht.
    Denn mir wurden die vielen Dienste, die schlechte Arbeitssituation zu viel.:x

    Jetzt bin ich in einem Spezialop, in dem ich täglich pünktlich heimgehe, keine ND und keine WE leisten muss. Wir haben zwar auch stressige Tage, aber wir wissen, dass wir pünktlich abgelöst werden, weil genügend Personal da ist, welches einen ablöst.

    Ich rate dir, halte durch, bis du die FwB in der Tasche hast und dann orientiere dich neu.:deal:

    Ich weiss nicht, wie alt du bist, aber ich denke, du hast noch viele Jahre vor dir. Und da der Beruf dir Spass macht, wäre es schade, wenn du durch die hohe Arbeitsbelastung und evtl. Ungerechtigkeiten die Lust verlieren würdest.:wut:

    :wavey:Alles Gute für dich von opjutti:wavey:
     
  3. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Vielen Dank opjutti!

    Ein Rotationssystem besteht nur bei der Einarbeitung bei neuen Mitarbeitern um alle Fachabteilungen kennenzulernen um entsprechend überall springen zu können. Danach wird man 1 bis 2 Fachabteilungen zugewiesen (Wünsche werden teilw. beachtet), die man dann auch so schnell wie mgl. abdecken muss, wg. den Diensten.

    Ich muss sagen, ich decke zwei Fachabteilungen komplett ab und instrumentiere Pippifax-OP's in anderen Abteilungen. Wenn ich mich mit meiner OP-Erfahrung mit anderen Kollegen die genauso lang da sind vergleiche, dann empfinde ich das nicht unbedingt als wenig.

    Es gibt jedoch Kollegen, die meinen, weil sie seit 10 oder mehr Jahren in dem OP schon sind, müsste man mind. genauso viel können, wie sie.

    Ich würde unmotiviert und arrogant rüberkommen, wenn ich meine, ich lerne was in der Fwb schon dazu und kann mein Spektrum dann damit erweitern.

    Hab ich mir auch schon überlegt! :up:
     
  4. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Nachdem ich sowohl in großen Unis (u. a. BLN und HD) als auch in mittleren und kleineren Häusern den OP von innen gesehen habe, glaube ich sagen zu können, dass die Arbeitsbelastung in allen OP-Abteilungen sehr hoch sind! Klinikbetreiber können meiner Ansicht noch nicht dauerhaft wirtschaftlich Arbeiten, wenn die Auslastung von sehr kostenintensiven high-tech Abteilungen wie OPs nicht auslasten!


    Matras
     
  5. hawe

    hawe Junior-Mitglied

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    Hallo

    Arbeitsüberlastung im OP ist keine Seltenheit, weder in Häusern der Maximalversorgung noch der Regelversorgung.

    Ich selbst habe dies öfter erlebt, bis zur Androhung die Öffentlichkeit einzuschalten wenn von Seitens des Trägers keine Änderung herbeigeführt wird.
    Ergebnis: Androhung disziplinarmaßnahmen wenn wir die Öffentlichkeit einschalten[
    Viel Glück und starke Nerven-.
    Hawe
     
  6. G31023

    G31023 Junior-Mitglied

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    NRW
    hallo OPschwesterlein...

    die frage sollte nicht lauten: "bin ich zu weich"
    die frage sollte lauten : "muss DAS alles so sein"

    Antwortet lautet: NEIN!!!
     
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