Arbeiten in einer Notaufnahme

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Chris_89, 18.03.2009.

  1. Chris_89

    Chris_89 Newbie

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    Hi Leute,

    als ich letzte Woche in der Klinik unterwegs war hatte ich mich irgendwann in dem Wirrwarr verlaufen und bin dann schlussendlich bei der Notaufnahme rausgekommen. Da hab ich mich gefragt was man dort als Pflegekraft eigentlich so macht? Speziell als Schüler. Was sind denn dort die Schwerpunkte? Vielleicht kann ja hier jemand mal ein bisschen beschreiben wie bei ihm so ein Arbeitstag aussieht :emba:?
    Zu anderen Stationen hab ich mir hier im Forum schon den ein oder anderen Thread durchgelesen und dadurch kann ich mir so vage vorstellen was mich da erwarten könnte. Es würde mich mal interessieren, weil wir in unserer Schule späterraus auch Wunschvorschläge machen können für die Praxiseinsätze und ich würde da auch gerne mal ein oder zwei "speziellere" Einsätze in Bereichen machen in denen man keine Pflichtstunden braucht.

    Ist mir jetzt war etwas peinlich, aber sind die Notaufnahme und die Ambulanz zwei unterschiedliche Bereiche oder sind das nur zwei Begriffe für den gleichen Bereich :gruebel:?


    LG Chris
     
  2. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Hi,
    ich kann deine Frage nicht hundertprozent genau beantworten, da ich nicht in einer Notaufnahme arbeite, aber ich habe zwei Monate Praktikum gemacht in der Notaufnahme eines kleinen Krankenhauses und in der Ausbildung war ich 6 Wochen in der Chirurgischen Poliklinik einer Uniklinik. Kann dir also nur beschreiben was es dort so zu tun gab.

    Beide Tätigkeitsbereiche ähnelten sich sehr, das Klientel waren zum einen Notfallmäsig eintreffende Patienten mit meistens nicht lebensbedrohlichen chirurgischen Verletzungen.
    Also aufgeschnittene Finger und Hände, Kopfplatzwunden, Frakturen aller Art, ab und zu mal eine Luxation oder ein eingewachsener Fußnagel. Auch Viszeralchirurgisch war immer einiges los, viele akute Abdomen, die sich hinterher als Koprostase rausstellten, ab und zu aber auch mal eine Blinddarmentzündung und einmal sogar ein perforiertes Sigma.
    Der Aufgabenbereich des Pflegepersonals lag bei den Unfallchirurgischen Patienten vor allem darin Verbände und Gipse aller Art zu machen, Patienten nach Arbeitsunfällen zu befragen, Richten von Material für den Arzt und Assistenz bei kleineren Eingriffen (Nähen von Wunden, Eröffnen von Abszessen o.ä., usw).
    Bei den Viszeralchirurgen waren viele Überwachungsmaßnahmen, Blutabnehmen, Vitalzeichen überwachsen, U-Stix, usw.

    Die Zweite gruppe der Patienten kam in der Sprechstunde.
    Das waren vor allem operierte Patienten diue zur Nachsorge kamen, also U-Ch Gipskontrolle, Fäden ziehen, Verbandswechsel, usw.
    V-Chr vor allem viele "Platzbäuche" zum Verbandswechsel, aber auch sehr viele perianale Fisteln zum Spülen. Ansonsten auch hier: Assistenz bei kleinen Eingriffen, Blut abnehmen, Verbände, Gipse usw.
    Ein Riesenteil der Arbeit war Verwaltung. Gottseidank gab es in beiden Fällen ein Sekretariat welches sich um die Akten gekümmert hat.Trotzdem mussten wir viel PC-Arbeit machen und die durchgeführten Maßnahmen eingeben.

    War aber eine super Zeit dort mit viel Abwechslung!
     
  3. narde2003

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  4. Chris_89

    Chris_89 Newbie

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    Hört sich alles mal ziemlich nach Abwechslung an :-)

    Danke euch beiden :mrgreen:
     
  5. Silvana

    Silvana Senior-Mitglied

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    Hallöchen:-)

    Also ich arbeite jetzt seit gut 3 Jahren in der Notaufnahme einer Uniklinik. Naja, eigentlich ist es eine Multifunktionsaufnahme: Zentraler Aufnahmebereich/ chirurgische Ambulanz/ Notaufnahme. JEDER Patient, der stationär zu uns kommt, muss an uns vorbei! Alle bekommen ein EKG geschrieben, Blutdruck gemessen, einen venösen Zugang und die Blutabnahme. Danach kommt der zuständige Doc und nimmt den Patienten auf.
    Patienten, die ungeplant kommen, werden innerhalb von 5 Minuten bereits am Eingang vom dafür eingeteilten Doc gesehen und befragt, dieser entscheidet dann, wie dringend der Pat. versorgt werden muss. Und dann wieder: EKG, Viggo, Blut etc.
    Über ein Notfalltelefon, das von einer Pflegekraft am Körper getragen werden muss, werden wir von der Feuerwehr informiert, wenn ein besonderer Notfall gebracht wird (z.B. Infarkt). Dann wird der Schockraum vorbereitet und der Doc informiert, so dass direkt beim Eintreffen des Notarztes eine Übergabe und die Behandlung beginnen kann.
    Bereits in der Aunfahme erhalten die Patienten die erste Diagnostik: Echo, Sono, Doppler, Lungenfunktionstest etc.
    "Nebenbei" läuft noch der Ambulanzbetrieb der Chirurgie, also Versorgung bei sämtlichen Verletzungen und Arbeitsunfällen inklusive Verbänden, Gipsanlagen, Wundversorgung etc., dazu kommen die stationären Verbandswechsel und Konsile, Anlagen von Thoraxdrainagen und ZVKs, diverse Punktionen.
    Für die Bettenverteilung ist im Normalbetrieb der Bettenmanager zuständig, der die Neuaufnahmen nach Fachrichtung, Versicherungsstatus und Überwachungspflicht den jeweiligen Stationen zuordnet, nach 16Uhr, am Wochenende und Feiertagen machen wir das auch noch.
    Obwohl das alles natürlich ein wirklich interessanter Bereich ist, hat es manchmal schon etwas von "Kugelschreiber zusammenbauen", will heißen, die gleiche Tätigkeit immer wieder wiederholen:knockin:
    Aber an den meisten Tagen machts viel Spaß, denn Langeweile kommt nicht auf!

    In diesem Sinne, liebe Grüße, Silvana:mrgreen:
     
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