Arbeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Was erzählen/verschweigen?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von dieseSophie, 09.03.2015.

  1. dieseSophie

    dieseSophie Newbie

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    Hallo,

    ich hatte heute meinen ersten Tag meines FSJ in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der geschützten/geschlossenen Station. Und ein Pfleger riet mir so gut wie nichts über mich den Patienten zu erzählen. Also nicht den Wohnort, Vornamen, private Anekdoten etc. Aber ich finde das irgendwie... übertrieben und ich dachte grad auf der KJPP muss man ja auch eine Beziehung und Vertrauen zu den Patienten aufbauen...

    Was erzählt ihr euren Patienten und was verschweigt ihr? Lügt ihr mal um Ruhe zu haben?
    Ich komme mir komisch vor, wenn ich in ihren Akten blättere, bei der Visite zuhöre und auch sonst so viel von ihrem privatesten Privatleben erfahre und sie so gar nichts von mir wissen...
     
  2. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Hallo dieseSophie,

    Du musst letztlich selbst wissen, was Du bereit bist, über Dich zu erzählen. Sehr persönliche Themen gehören jedenfalls nicht in eine professionelle Beziehung, Deine eigenen Probleme ebenso nicht (es geht um den Patienten).

    Mit "gar nichts" über sich selbst erzählen wirst Du aber tatsächlich keinen großen Erfolg hinsichtlich Beziehungsgestaltung und Vertrauensaufbau haben. Du musst eben entscheiden, was in einer professionellen Beziehung Platz hat und was nicht (zum Beispiel ist es sicherlich kein Problem über Deine Haustiere mit dem Patienten zu sprechen, Dein Sexualleben hat im Berufsalltag aber definitiv nichts verloren).

    LG Ben
     
  3. dieseSophie

    dieseSophie Newbie

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    Dass private Probleme und Sexualleben nicht an den Arbeitsplatz gehören ist ja klar. Erst Recht nicht gegenüber von Patienten/Kunden/etc. Aber ist es wirklich so gefährlich zu sagen wie mein Vorname ist oder aus welcher Gemeinde ich komme?

    Irgendwie glaube ich bin nicht der Typ für die KJPP oder Psychiatrie allgemein. Es ist alles so unpersönlich, streng und distanziert. Man soll bei den Patienten ja nicht mal beim Trösten Körperkontakt herstellen und für einen siebenjährigen Patienten gelten die selben Regeln wie für dir älteren (dieser ist hyperaktiv und kann die Regeln so gut wie nie einhalten und kommt dadurch mit seinem Verstärkerplan nicht voran und wird von Aktivitäten ausgeschlossen. Das tut mir so leid...).
     
  4. BellaSwan2012

    BellaSwan2012 Stammgast

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    Hi Sophie,

    da du gerade FSJ machst, nehme ich mal an, dass du etwa 16-19 Jahre alt bist, und dadurch bis du vom Alter her ganz nah an deinen KIJU-Patienten dran.

    Nähe und Distanz sind immer so eine Balanceakt in der Psychiatrie. Deswegen denke ich, hat die Pflegekraft dir geraten, möglichst wenig von dir mitzuteilen, damit die Grenzen nicht so schnell verwischt werden. Es kann schnell Schein-Intimität entstehen, und vielleicht schnell das Gefühl von "Freundschaft" entstehen.

    Ausserdem bist du noch ganz unerfahren in der Psychiatrie, deine Patienten haben dir da etwas voraus. Deswegen würde ich mich da am Anfang eher zurückhalten mit privaten Infos.
     
  5. Lüsiäna

    Lüsiäna Newbie

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    Hi,

    ich habe damals auch mein FSJ in diesem Bereich absolviert. Zwar nicht in der geschlossenen Psychiatrie, aber auch mit Menschen wo man vorsichtig sein musste was man sagt, damit sie nicht irgendwann einfach vor meiner Tür stehen.

    Ich denke man sollte nicht zu viel über sich preis geben, aber auch nicht so distanziert zu den Patienten sein, sie sollen dich ja auch ernst nehmen und dir vertrauen können mit ihren Erkrankungen.

    Ich denke mit zu grosser Distanz, lügen - damit du in ruhe gelassen wirst - oder zu grossem Abstand zu den Patienten wenn diese. z.B. weinen kommst du nicht so weit. Jeder hat doch ein bisschen Zuneigung verdient... Ich finde es doof, dass dir gesagt wird du sollst bloss genug Abstand halten...

    Vielleicht lernst du ja Kollegen kennen die das anders sehen.
    Du wirst das richtige Mittelmaß schon finden. :-)

    Viel Spass und genieße dein FSJ ;)
     
  6. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Ich finde ein gesundes Mittelmaß wichtig. Du wirst bei manchen Patienten mehr erreichen wenn du ihnen, wohldosiert, klar machen kannst, dass nicht alle ihrer Verhaltensweisen komisch sind. Es kommt immer drauf an, wie die Patienten gestrickt sind und wie angespannt die jeweilige Situation ist. In manchen Situationen ist es eben wichtig zu zeigen wer der "Chef" ist, in anderen wiederum geht es eher darum den Patienten zu zeigen, dass man ihnen auch bis zu einem gewissen Grad vertraut. Warum soll eine Pflegekraft/Praktikant ihren Patienten nicht erzählen wie sie mit Vornamen heißt (kenne auch aus der Psychiatrie immer noch die Anrede Schwester/Pfleger Vorname. Ich weiß viele hier finden das nicht gut, ich schon) oder ob sie Haustiere hat?

    Denke das sind Informationen, mit denen man den Patienten zeigt, dass in ihrem Leben nicht alles "krank" ist und dass man sie durchaus auch als Mensch wahrnimmt und annimmt und ihnen in gewissen Situationen auch Dinge anvertraut.

    Ich finde auch, dass nach Situationen, in denen der Patient sich falsch verhalten hat, ihm die Möglichkeit gegeben werden sollte, sich zu entschuldigen. In dem Moment, in dem man als Patient so angespannt ist, dass man alle beleidigt, sieht man das nicht. Aber ich habe mich meistens am anderen Tag beim Personal entschuldigt. Und ich finde, diese Entschuldigung sollte dann auch "belohnt" werden, in dem das Personal die Entschuldigung annimmt und dies auch deutlich äußert.
     
  7. renje

    renje Poweruser

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    Hallo sophie,

    versteh mich nicht falsch, aber du machst ein FSJ, bist in einem Alter in dem du dich noch selbst finden mußt, bist fachlich unqualifiziert, kommst frisch in die Arbeits- und Erwachsenenwelt, zudem zu einem äußerst schwierigen Klientel.

    ist das deine Aufgabe als FSJlerin?

    Du sollst sicher nicht therapeutisch tätig werden? Warum man den Vornamen nicht sagen sollte - verstehe ich auch nicht.

    Aber gehe davon aus, dass das Fachpersonal genau weiß wovon sie sprechen, auch wenn du es NOCH nicht verstehst. Auch ich habe es des öfteren erlebt, dass sich genau die unerfahrenen jungen Praktikanten/Schüler in emotionale teils körperliche Abhängigkeiten bei psychisch kranken Patienten verstrickt haben aus denen sie selbst nicht mehr raus kamen. Klammernde Patienten bis zum Stalking, im Extremfall Morddrohungen und körperliche Angriffe, bei Zurückweisung.

    Lies mal z.B. bei Borderlinern nach wie schnell man vom besten Freund zum schlimmsten Feind werden kann. Gerade psychisch-kranke Patienten sind oftmals sehr therapieerfahren und ziehen alle Register, um einen Vorteil für sich herauszuholen, dazu werden auch nicht selten die schwächeren beim Personal in die Pfanne gehauen, wenn nötig.

    Die Patienten sind krank, auffällig oder/und verhaltensgestört, sonst wären sie nicht da gelandet wo sie sind, behalte das immer im Hinterkopf. Daraus resultieren u.U. Verhaltensweisen, die dir wahrscheinlich bisher noch völlig fremd sind.

    Schaue dir das als FSJ aus einer gewissen emotionalen Distanz an. Sammle Erfahrungen. Beobachte und Lerne. Sei offen und überlege, warum dies genau so oder so gemacht wird, stelle Fragen, lass es dir erklären.

    Aber habe keinesfalls den Anspruch hier therapeutisch tätig zu werden oder sogar eine irdendwie geartete "freundschaftliche" Beziehung aufbauen zu wollen um zu helfen! Überlasse das den Profis und verstehe deine Rolle als Lernende und Beobachtende.

    Viel Erfolg!

    Es gibt einen guten Leitsatz: Gott bewahre mich vor Menschen, die es gut mit mir meinen.

    oder

    Verhaltensauffälligen Menschen etwas zu raten/beraten ohne meine eigenen Handlungen reflektiert zu haben und ohne fachlichen Hintergrund geht schief.
     
    #7 renje, 15.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 15.03.2015
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  8. Tante Doll

    Tante Doll Stammgast

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    Hei renje,

    gebe dir in allem, was du geschrieben hast vollkommen recht! Dennoch wird sie, auch als FSJ'lerin, nicht drumherumkommen sich irgendwie persönlich im komplexen "Relations-aufbau" positionieren zu müssen.

    Als Teil des Teams partizipiert sie auch immer irgenwie an dem therapeutischen Behandlungsprozess. Am Anfang natürlich nicht, aber das wird zweifelsohne kommen.
     
  9. dieseSophie

    dieseSophie Newbie

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    Dass ich kein Psychologe oder Arzt bin ist klar und auch, dass es durch mein junges Alter schwierig sein kann.

    Aber genau das kann auch mein Vorteil sein. Heute z.B. war es der Fall, dass ein Patient mir anvertraute, dass er unbedingt abhauen will/wird. Dadurch konnten wir natürlich darauf mit gewissen Maßnahmen reagieren.

    Die Betreuer meinten dann auch, dass solche Dinge häufiger FSJlern/ Praktikanten/ Schülern gesagt werden. Ich nehme mal an das liegt daran, dass diese eben oft lockerer sind und ein ähnliches Alter haben.

    Ich bin mir aber trotzdem noch nicht so sicher welche Infos dorthin gehören und welche nicht. Zum Glück haben wir im Moment eine recht "zahme" Gruppe wo ich das erstmal "testen" kann.

    Und auch unter den Betreuern gibt es welche die mehr erzählen als andere. Aber mich würde interessieren wie ihr das macht.

    Das mit dem Vornamen kann ich sogar noch am ehesten verstehen, denn über den findet man mich im Internet eher als nur mit meinem Nachnamen (mit dem bin ich nämlich gar nicht im Internet). Ich möchte ja keine Facebook-Anfragen. :D
     
  10. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Du bist kein Arzt und kein Psychologe - und eben auch keine am therapeutischen Prozess maßgeblich beteiligte Gesundheits- und Kranken,- Alten- oder Fachpflegekraft, also wende Dich an den zuständigen Praxisanleiter/Mentor in Deiner Einrichtung und sprich mit diesem über die Unsicherheit. Die Tatsache, dass Du glaubst es sei ein Vorteil, dass Dir mehr anvertraut wird um daraus "Maßnahmen" ableiten zu können zeigt mir, dass Du unbedingt enge, fachliche Anleitung benötigst. Pauschale Erfahrungswerte von Mischgruppen und Einzelusern sind nicht zielführend. Lass Dich in Deiner Arbeit einfach mal mitnehmen zu Gesprächen und Therapien. Schau Dir das Verhalten der Kollegen an und wie diese in welchen Situationen reagieren, was sie tatsächlich über sich erzählen etc. pp.

    LG Ben
     
  11. dieseSophie

    dieseSophie Newbie

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    Das klingt so als ob du es für falsch halten würdest Infos weiter zu leiten?
     
  12. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Nicht unbedingt, aber ein Vorteil ist es ganz sicher nicht. Im Gegenteil: Du bist in einer besonders schwierigen Situation, da Du abwägen musst, welches Interesse in der jeweiligen Situation überwiegt und Du dadurch in einen Zwiespalt gerätst. Wenn Dir ein Patient im Vertrauen etwas erzählt, hast Du es nämlich erstmal nicht weiter zu erzählen. Die Schweigepflicht gilt grundsätzlich erstmal auch gegenüber Deinen Kollegen. Und einen Patienten "zu verraten", der Dir im Vertrauen etwas erzählt, kann zu einem Bruch jeglicher Beziehung führen. Du bist dort ja nicht, um möglichst viele geheime Informationen zu erhalten, sondern gemeinsam mit dem Patienten an seiner "Genesung" zu arbeiten, bzw. Dir das dort einfach mal anzusehen. Natürlich wird es Situationen geben, in denen Du weitergeben musst, was Dir der Patient anvertraut hat, beispielsweise Suizidpläne - vielleicht sogar, wenn er "flüchten" will (je nach Einzelfall), aber das kannst Du dem Patienten dann auch sagen, Du musst es nicht hinter seinem Rücken tun. Eine ehrliche, kongruente Haltung ist wichtig, besonders für Dich. Und wie Du siehst, musst Du Dir eben Gedanken machen, warum Du was an wen weitergibst, wenn Dir etwas besonderes anvertraut wird. Daher mein dringender Ratschlag der Praxisanleitung.

    LG Ben
     
  13. dieseSophie

    dieseSophie Newbie

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    Also ich denke, da hast du mich nicht ganz verstanden. Ich will ja nicht weiter erzählen in wen die verliebt sind oder ob sie noch nie jemanden geküsst haben. Sondern eben wie in dem beschriebenen Fall, dass einer flüchten will und das muss/sollte/darf man dann doch weitergeben. Und ich bin ja nicht mit Absicht jünger und lockerer als die anderen Betreuer um denen Geheimnisse zu entlocken, sondern ich meine ja nur, dass es auch positive Seiten hat.

    Und ich denke ein Mentor/Anleiter würde das nicht anders sehen, denn wie ich das da mitbekommen habe erzählen die Betreuer, Ärzte, Psychologen, Lehrer, etc. sich untereinander auch alles. Ich finde das auch sinnvoll um die Patienten in allen Bereichen fördern zu können, zu helfen und zu verstehen.
     
  14. renje

    renje Poweruser

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    @Ben: die Schweigepflicht zieht natürlich nicht im therapeutischen oder multiprofessionellen Team. Denke mal daran, was du dann noch in einer Übergabe oder in Berichte schreiben dürftest?

    @sopie: nochmal, denke daran, dass das psychisch veränderte Menschen sind, die auch nicht alle so völlig uneingennützig dir bestimmte Dinge "anvertrauen" (kannst du den Wahrheitsgehalt überprüfen?). Du wirst getestet und angebohrt um evtl. irgendwelche Vorteile zu erreichen, wie andere Teammitglieder auch. Bei wem kommt man wohl am ehesten ans Ziel?

    Das schwächste Glied in der Kette wird angebohrt - das dürfte meist ein Praktikant sein,
    unerfahren, unausgebildet, in der Selbstfindung, kenntnislos über die Krankheitsbilder, naiv über Aktionen und Reaktionen verhaltensauffälliger/verhaltensgestörter Menschen.

    Und verstrickst dich evtl. in emotionale Abhängigkeiten, ohne es zunächst zu merken - du willst ja NUR helfen, bis zu emotionaler Erpressung. Geht los mit "du bist die Tollste du bist die Beste, was sollte ich ohne dich tun, nur du verstehst mich etc." bis im Extremfall - wenn du nicht... dann... bis dahin ... dann bring ich mich um.

    Bist du sicher, dass du diese Zusammenhänge rechtzeitig erkennst? Ich denke nein, da braucht Fachpersonal oft Jahre. Und du willst jetzt entscheiden, was wichtig ist weiterzugeben und was nicht?

    Da würde ich nochmal drüber nachdenken.

    Zuerst solltest du darüber nachdenken, warum man gerade dir das erzählt? Das Alter halte ich für eine ziemlich schwache Begründung.
     
  15. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Kommt darauf an, in welchem Rahmen mir der Patient etwas anvertraut hat. Wenn der Patient die Weitergabe untersagt (deshalb Schlagwort anvertraut), habe ich zunächst ein Problem, denn das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gilt vorrangig. Auch, wenn sich die Schweigepflicht normalerweise - zumindest nicht auf bei am Behandlungsprozess beteiligten Personen innerhalb des Teams bezieht, können sich Fragestellungen und Probleme entwickeln, dessen Ausmaß die Fragestellerin kaum abschätzen kann und einer Anleitung durch erfahrene Praxisanleiter bedarf. Wann würde in einem solchen Fall ein rechtfertigender Notstand vorliegen? Wie gehe ich mit den Informationen um? Das sind Dinge, die man als FSJ´ler kaum einordnen kann. Ich wollte die Komplexität der Tätigkeit aufzeigen und eben auch, dass die besondere Position mehr Nach- als Vorteil ist. Ihr Job ist es eben gerade nicht, den Patienten Geheimnisse zu entlocken oder therapeutisch einzuwirken...

    LG Ben
     
  16. renje

    renje Poweruser

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    @Ben:
    Genauso ist es.

    Und dem Rest deines Beitrags stimme ich uneingeschränkt zu!

    Schon zum Schutz der völlig unerfahrenen und unqualifizierten Praktikantin.
     
  17. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

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    Liebe dieseSophie,

    magst du uns vielleicht mal schreiben wie es dir inzwischen ergeht und wie du das "was erzählen/was verschweigen" inzwischen selbst siehst?
     
    -Ben- und Peppo gefällt das.
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