Apoplex

Suse

Senior-Mitglied
Mitglied seit
26.03.2002
Beiträge
137
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
Hi !
Wird bei den Pat. , die einen Schlaganfall erlitten haben direkt eine logopädische Behandlung begonnen, wird nach Bobath gelagert ?
Gruß Suse
 

Ute

Poweruser
Mitglied seit
04.02.2002
Beiträge
1.736
Punkte für Reaktionen
1
Punkte
38
Alter
46
Standort
Hannover
Beruf
Krankenschwester, Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP)
Akt. Einsatzbereich
Zur Zeit in der Elternzeit
Funktion
Study nurse
hi,


meine Oma hat einen Schlaganfall erlitten, die Sprachtherapie wurde gleich ein paar Tag danach angefangen ! Es kann Monate bis Jahr dauern bis die Therapie anschlägt !

Bei uns leider zur Zeit ohne Erfolg :(
 

Tisi

Senior-Mitglied
Mitglied seit
22.02.2002
Beiträge
155
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
Alter
36
Standort
Heiligkreuz
Beruf
Krankenschwester
Hi!
Mit der Sprachtherapie wird so schnell wie möglich bgonnen, nach Bobath lagern ist mir zwar ein Begriff, hab ich aber noch nie gesehen, da es bei uns im Haus nicht mehr gemacht wird!
Tisi
 

david

Senior-Mitglied
Mitglied seit
22.05.2002
Beiträge
149
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
hi tisi!

nicht mehr? Warum wurde damit aufgehört? Ich war bis jetzt der Meinung dass ist sozusagen state-of-the-art...

Aus unseren Neurologien+Neurochirurgien wird das sehr wohl (noch?!) gemacht, wobei für das Handling zunehmend Kinästhetik eine grosse Rolle spielt. Lagerungen nach Kin. sind aber z.T. auch üblich - es kommt oft auch zu individuellen Mischformen - kann ich aber nicht beurteilen ob das insgesamt was gutes oder schlechtes ergibt.

+lg, david
 

Silvana

Senior-Mitglied
Mitglied seit
04.02.2002
Beiträge
144
Punkte für Reaktionen
10
Punkte
18
Standort
München
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
ZNA
Funktion
Praxisanleiterin, Krankenschwester für Notfallpflege
Hallo Suse!

Die sofortige optimale Versorgung von Apoplex-Patienten kenne ich leider nur von Stroke Units.Das sind spezielle Halbintensivstationen,die ausschließlich Apoplex- und TIA-Patienten versorgen.
Dort werden Patienten aufgenommen,deren Schlaganfall erst ganz kurz vorher passiert ist.Und dort wird auch direkt nach Stabilisierung der Vitalfunktionen mit der rehabilitierenden Therapie begonnen.
Das heißt,daß dort nicht nur nach Bobath gelagert und mobilisiert wird,sondern auch das sofortige Miteinbeziehen der Logopädie,der Ergotherapie und der speziellen Physiotherapie.
Sicherlich dauert es eine Weile bis die ersten Erfolge zu erkennen sind.
Aber es ist echt erstaunlich,wieviel diese sofortige fachgerechte Betreuung im Nachhinein für die Patienten gebracht hat.
Und seit ich auf einer Stroke gearbeitet habe,bin ich zu einer Verfechterin für Kinästhetik,basaler Stimulation und das Bobath-Konzept geworden.
Ich kann es nur jedem empfehlen,der die Möglichkeit hat,einmal auf so einer Station zu arbeiten.
Liebe Grüsse,Silvana
 

silwana

Newbie
Mitglied seit
14.04.2002
Beiträge
25
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Das stimmt leider nicht immer. Wir haben seit 5 Tagen einen solchen Patienten, aber es wird nichts in dieser Richtung für Ihn getan. Wann fängt man in der Regel damit an?
 

david

Senior-Mitglied
Mitglied seit
22.05.2002
Beiträge
149
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
Hi Silwana!

SOFORT muss damit begonnen werden. Deshalb bilden sich immer mehr "Stroke Units", die möglichst rasch und umfassend korrekte Schlaganfallpflege durchführen können.

5 Tage später ist eine halbe Ewigkeit, in der die besten Chancen auf möglichst komplette Rehabilitation u.U. schon verspielt sind.

+lg, david
 

Kaha

Newbie
Mitglied seit
10.06.2002
Beiträge
2
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Frage zwecks Lagerung... bzw. hineinsetzen in einen Rollstuhl. Ich bin da dauernd am kappeln mit der Ergotherapeutin...

Und zwar, den gelähmten Arm, unterstützt man den besser mit Kissen oder nicht? Die Ergotherapeutin sagt nein, denn das Kissen hemmt die Wahrnehmungsfähigkeit zu dem gelähmten Arm, ist mir einleuchtend. Trotzdem sage ich ja, denn ich meine wenn der Arm so rumhängt ohne Unterstützung fördert das eine Spastik und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Kontraktur.

Was meint ihr dazu?

Viele Grüße
Kaha
 

Sandraha

Newbie
Mitglied seit
23.08.2002
Beiträge
5
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Hallo,

es muss unmittelbar nach dem Ereignis "Apoplex" mit entsprechenden Maßnahmen begonnen werden. Voraussetzung ist eine stabile Kreislauflage.

Lagerung nach Bobath sollte man bei Interesse erlernen, es ist nicht möglich diese Technik kurz zu beschreiben.

Viele Weiterbildungsstätten bieten Kurse an.

Sandra
 

Tigermaus

Stammgast
Mitglied seit
25.07.2002
Beiträge
205
Punkte für Reaktionen
1
Punkte
18
Hallo!!!
Das wichtigste nach dem Ereignis ist die Sicherung der Vitalzeichen!!! :!: Je nach Lage dann der Beginn mit dem Bobath-Konzept so früh wie möglich! Logopädie sollte laut Lehrbuch am 1 Tag danach erfolgen!!!
MfG Tigermaus
 

Kps2001

Stammgast
Mitglied seit
04.02.2002
Beiträge
203
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
Hallo Kaha!

Wenn ein Patient am Tisch sitzt, könnte man den Arm am besten auf den Tisch legen - harte Unterlage zur Wahrnehmungsförderung. Wenn das aber nicht geht, würde ich auch ein Kissen unterlegen, um Faustschluss und nicht physiologische Haltung zu vermeiden, was stastikfördernd wäre. Bei der Lagerung im Bett wird der Arm ja auch auf ein Kissen in Schiffchenform gelagert, auch da spürt man seine Körperkonturen... Es ist vor allem eine regelmäßige Lagerung < 2 Stunden wichtig, um immer wieder neue "Druckpunkte" zu setzen.
 

Express

Junior-Mitglied
Mitglied seit
26.08.2002
Beiträge
35
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
6
Hi, es ist absolut wichtig, dass von Beginn an das ganze Team dem Patienten 24 Stunden lang eine professionelle Pflege nach Bobath anbietet!
Man kann als Apoplexpatient wohl 2 verschiedene Karrieren in deutschen Krankenhäusern durchleben (natürlich in anderen Ländern auch)!
1. Still-Sauber-Satt-Pflege: der Patient wird aufbewahrt, überwacht, es wird nichts gegen die Spastik gemacht, es wird nichts stimuliert! Der arme Mensch kann sich nicht mitteilen. Man hält ihn mit seiner vielleicht sensorischen Aphasie sogar noch für verwirrt. Dieser Patient landet als Pflegefall irgendwo und wartet dann auf seine Lungenentzündung, die ihn erlöst! Er hatte von Beginn an keine Chance!
2. Pflege nach Bobath: man arbeitet gegen die Spastik, man fördert die gelähmte Körperhälfte, die Sprache usw. von Beginn an, 24 Stunden lang, mit dem ganzen Team! Der Patient steht evt. wieder auf und wird weiterleben!
Das hört sich jetzt einfach an, aber die Rahmenbedingungen müssen auch stimmen. D. h., das ganze Team muss geschult sein und auch entsprechend motiviert. Natürlich muss man auch die entsprechende Zeit haben. Oftmals ist das nur in spez. Einrichtungen möglich. Auf internen Stationen im Akutkrankenhaus sieht es oftmals anders aus, es sei denn man hat dort Personal mit dem entsprechenden Pflegeverständnis.
Wenn Du auf einer entsprechenden Station arbeitest, kann ich Dir nur dringend empfehlen eine entsprechende Fortbildung zu machen. Evt. zahlt Dein Arbeitgeber oder ansonsten kannst du dies von der Steuer absetzen. Du wirst sehen: Pflege kann verdammt professionell sein und sehr viel mehr Spaß machen!
 

Trine

Stammgast
Mitglied seit
05.08.2002
Beiträge
258
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
18
Hallo alle zusammen, hallo Express!
Die "Still-Sauber-Satt-Pflege" wie du es treffend formulierst, wird wohl in der deutschen Krankenhauslandschaft immer mehr Einzug halten.
Trotz Zeitnot kann bestimmt immer wieder verschiedene Tätigkeiten miteinander verbinden. Ich gehe ja auch nicht zu einem Pat. um ihn nur zu waschen. Bei der "Grundpflege" (scheußliches Wort) entlaste ich verschiedene Körperstellen = Dekuprophylaxe, streiche beim Beine Waschen die Venen aus = Thromboseprophylaxe, lasse den Pat. Füße kreisen, bewege die Gelenke durch = Kontrakturenprophylaxe und und und. Somit kann man vielleicht auch in der Akut-Apoplex-Phase vieles kombinieren. Ich will mich aber auch nicht so weit aus dem Fenster lehnen, hab da auch zu wenig Erfahrung.
Aber ich sehe z.B. auf den peripheren Stationen immer wieder Nachttischschränkchen auf der nicht-betroffenen Seite. "Ist ja doch praktischer", obwohl eigentlich jeder das Richtige weiss.
Grüße!
 

Express

Junior-Mitglied
Mitglied seit
26.08.2002
Beiträge
35
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
6
Hallo liebe Trine, das ist alles eine Frage des "Pflegeverständnis"!
Wir haben (wie schon mehrfach fesstgestellt) wohl das gleiche! Du sprichst mir aus der Seele!
Tschau! :P
 

daisy1964

Newbie
Mitglied seit
04.12.2002
Beiträge
10
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Hallo Trine.
Ich arbeite auf einer Station für Geratrie und geriatrische Rehabilitation.
Wir haben selten Glück einen Patienten mit einem "frischem" Apoplex zu behandeln. In der Regel sind es 2-3 Wochen nach dem Geschehen.
Bei uns Bobath-Konzept ist weit verbreitet, sogar die Schüler erlernen
die wichtigsten Handlings während ihrer Einsätze auf der Station.
 

Wenke

Newbie
Mitglied seit
11.01.2003
Beiträge
2
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Hey! :lol: Ich brauch mal eure Hilfe.. Ich fang ab April eine Ausbildung als Krankenschwester in Braunschweig an, daher weiß ich nicht was die Lagerung nach Bobath ist. Bitte gebt mir Antwort, interessiert mich.. Gruß, Wenke
 

Express

Junior-Mitglied
Mitglied seit
26.08.2002
Beiträge
35
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
6
hallo wenke, in 3 jahren ausbildung wirst du u.a. lernen, wie man nach bobath lagert usw.! man kann das nicht einfach hier kurz erklären, dafür ist das alles zu kompliziert und man muss bestimmte zusammenhänge kennen! nur geduld, du wirst bald viiiiiiel lernen und da wirst du dann erst mal mit den grundlagen anfangen. bobath gehört schon zur spez. pflege. das ist mehr als nur lagern.
wünsche dir einen guten start in und viel spaß in der ausbildung! :wink:
 

carmen

Poweruser
Mitglied seit
22.07.2002
Beiträge
857
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
18
Hallo Wenke,
kann Express nur beipflichten.
Du mußt erstmal den 1. vor den 2. Schritt machen und mit Lagerung nach Bobath beginnt Deine Ausbildung im April sicher nicht.

Gruß
Carmen
 

Gaby

Gesperrt
Mitglied seit
07.04.2002
Beiträge
699
Punkte für Reaktionen
1
Punkte
18
Hallo Wenke,


Das Bobath Konzept wurde von Berta und Karl Bobath entwickelt. Zur Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfall, Hirnblutung, SHT, hypoxischen Hirnschädigungen usw. Diese Erkrankungen gehen mit einer zentralen Lähmung – Paresen und Plegien sowie einer Störung im Muskeltonus (Spastik) und einer gestörten Körperwahrnehmung einher.

Das Konzept nach Bobath wird vor allem beim Schlaganfall eingesetzt.

Mit dem Bobath Konzept sollen verlorene Bewegungsfähigkeiten wieder erlernt werden. Voraussetzung dafür ist die Mitarbeit und Kooperation des Patienten. Um zu verhindern, dass die betroffenen Patienten zum Pflegefall werden und ihr Leben wieder selbständig bestreiten können. Je frühzeitiger begonnen wird, desto größer ist der Erfolg!


Durch spezielle Lagerungen, Handling des Patienten sowohl im – als auch außerhalb des Bettes, soll der Patient wieder lernen selbständig zu werden. Dem Nervensystem wird wiederholt eine Stimulation entgegengebracht und somit die lebenslange Fähigkeit des Nervensystems sich Reizen anzupassen gefordert bzw. gefördert.

Somit wird der Alltag zur Therapie ...

... der Muskeltonus soll sich wieder anpassen – Bewegungsabläufe wieder physiologisch werden – die Patienten sollen wieder lernen ihren Körper wahr zu nehmen!

Bobath umfasst ein vielseitiges Konzept – ich denke mal es geht zu weit, es ins Detail zu besprechen.

Hoffe aber dir wenigstens einen kleinen Einblick gegeben zu haben!

Alles Gute für deine Ausbildung, einen schönen Anfang!

Liebe Grüße aus Wien

@ Carmen und Express – nun seit doch mal nicht so streng mit Wenke! Eine gesunde Neugierde hat noch keinem geschadet! Ist doch eine der besten Vorraussetzungen, sich mit dem Pflegeberuf auseinander zu setzen!
 

carmen

Poweruser
Mitglied seit
22.07.2002
Beiträge
857
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
18
... wollte doch gar nicht streng rüber kommen.

Sorry Wenke, wenn ich bei Dir mit meiner Antwort angeeckt bin.
Wünsche Dir Alles Gute und Toi Toi Toi für die Ausbildung.

Carmen
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!