Anzeichen einer Niereninsuffizienz

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von Rabenzahn, 19.05.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    wie äussert sich eine beginnende Niereninsuffizienz ?
    Kann gegengesteuert werden und wenn ja wie ?
     
  2. Ute

    Ute Poweruser

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    Hi,

    Eine Niereninsuffizienz liegt erst dann vor, wenn die normale Nierenfunktion auf mehr als 50% eingeschränkt ist. Dieser Grenzwert entspricht dem Normbereich des alten Menschen, der physiologischerweise pro Jahr etwa 1 ml Glomerulumfiltrat, also jährlich nicht ganz 1% seiner Nierenfunktion verloren hat.
    Die Symptomatik der Niereninsuffizienz ist in den meisten Aspekten von der zugrundeliegenden Nierenerkrankung unabhängig.
     
  3. Tigermaus

    Tigermaus Stammgast

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    Hi Rabenzahn!
    Die Niereninsuff. verläuft in 4 Stadien!
    1. Stadium nur im Urin durch die Kreatinin-Clearence nachzuweisen.
    2. Es kommt zum anstieg der harnpfl. Substanzen im Blut, die Niere kann dieses noch durch eine Zwangspolyurie kompensieren.
    3.Harnpfl. Substanzen lagern sich an der Großhirnrinde ab. Oligo,-Anurie treten auf.
    4. Coma urämicum

    Liebe Grüße Tigermaus
     
  4. Ute

    Ute Poweruser

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    Zeichen der Niereninsuffizienz
    Klinische Symptome der Urämie


    allgemeines Unwohlsein
    Appetitlosigkeit
    Übelkeit
    Erbrechen
    Foetor uraemicus (Mundgeruch nach Harn)
    Diese 5 Symptome stellen die häufigsten Anzeichen der Urämie dar und treten sowohl bei der fortgeschrittenen akuten als auch bei der chronischen Niereninsuffizienz auf. Bei sehr alten Menschen ist zu beachten, dass sich viele Krankheitsverläufe symptomarm entwickeln.
    Bewusstseinszustand
    Das Bewusstsein kann sich im Stadium der Urämie stufenweise mit einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit mit zunehmender Vergesslichkeit über eine zunehmende geistige Desorientierung und Verwirrtheit bis zum Koma verschlechtern.
    Gastrointestinale Symptome
    Beschwerden im Epigastrium oder Durchfälle sind bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz auf eine urämische Gastroenteritis zurückzuführen.
    Juckreiz
    Ein ausgeprägter Juckreiz mit Kratzspuren am gesamten Körper ist Ausdruck einer fortgeschrittenen chronischen Niereninsuffizienz. Die Pathogenese diese Juckreizes ist nicht eindeutig geklärt.
    Überwässerung
    Hypertonie
    Pleuritis
    fluid lung (Überwässerte Lunge, Lungenödem, vergleichbar Linksherzinsuffizienz)
    Hypernatriämie
    Durst
    Libidoverlust
    Impotenz
    Wichtige Laborparameter bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz

    Auf folgende Laborwerte wird nur im Überblick eingegangen: Retentionswerte von Kreatinin und Harnstoff, die Elektrolyte, die Hypercalciämie und die Fette. Ihre Kenntnis kann im Zusammenhang mit biochemischer Physiologie oder der Durchführung von Laboruntersuchungen ausgeweitet werden. Ansonsten darf dieser Teil beimn Lesen auch gerne überschlagen werden.

    Retentionswerte



    Kreatinin
    Am besten mit der Nierenfunktion korreliert das Kreatinin, ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, das nur über die Niere ausgeschieden wird. Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion kommt es zu einem exponentiellen Anstieg des Serumkreatinins. Kleine Schwankungen der Restnierenfunktion führen bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz zu dramatischen Änderungen des Serumkratinins.
    Harnstoff
    Der Harnstoff stellt ein Abbauprodukt des Eiweisstoffwechsels dar. Er wird renal eliminiert. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz kommt es zu Störungen in der Harnsäureausscheidung. Somit steigt der Serumharnspiegel.
    Elektrolyte



    Kalium
    Mit zunehmender Niereninsuffizienz kommt es zu einer verminderten Ausscheidung von Kalium.
    Hyperkaliämie
    Herzrhythmusstörungen
    Parästhesien wie Kribbeln, Taub sein
    Muskelschmerzen
    Calcium-Phosphat-Stoffwechsel
    Bei sich chronisch entwickelnder Niereninsuffizienz kommt es aufgrund des Untergangs von Nierengewebe zu einer verminderten Bildung des Vitamin D3. Die Folge ist eine renale Osteopathie Der Mangel von D3 bewirkt einen Abfall des Serumcalciums. Durch den Abfall wird wiederum die Nebenschilddrüse zur Sekretion von Parathormon angeregt. Dieses Hormon bewirkt die Freisetzung von Calcium und Phosphat aus den Knochen. Da bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz die Phosphatausscheidung gestört ist, kommt es zu einem Anstieg des Serumphosphats.
    -> Anstieg des Phosphatspiegels
    -> Juckreiz
    ->Verkalkungen
    Anstieg von Calcium Phosphat Produkt -> Hypercalciämie Lokalisation der Calcium Phosphatablagerung bestimmt die Symptomatik -> Gefässverkalkungen (Skelettmuskel, Herzmuskel, Lunge)



    Säure-Basen-Haushalt
    Die Unfähigkeit der Nieren, die anfallenden Wasserstoffionen zu eliminieren führt zu einer metabolischen Azidose
    Hämoglobin
    Beim chronischen Untergang von Nierengewebe kommt es zu einem Mangel an Erytropoetin, das die Blutbildung anregt, und somit zu einer renalen Anämie.
    Hormone
    Renin: Bei Einschränkung der Nierendurchblutung kommt es zu vermehrter Reninausschüttung, was wiederum eine renale Hypertonie zur Folge hat.
    Fette
    Bei chronischer Niereninsuffizienz kommt es zu einer Fettstoffwechselstörung. Die Folge ist die Hyperlipidämie.
     
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