Anrede des Arztes

Elfriede

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Häufig begleite ich meine Patienten zur Arztpraxis oder
bei der Arztvisite beim Patienten zu Hause.

Bei dieser Gelegenheit spreche ich den Arzt mit Frau oder
Herr Doktor an - egal ob die Ärzte promoviert haben oder
nicht - sondern als "Berufsbezeichnung".

Jetzt muffelt mich meine PDL an, dass sei nicht in Ordnung.

Die meisten meiner Patienten sind dement oder "einfach
strukturiert".

Im Sinne meiner Patienten werde ich den Einwand meiner
PDL stumpf übergehen.
 

yoyoyoyo

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Im Sinne meiner Patienten werde ich den Einwand meiner
PDL stumpf übergehen.
Du hast dir die Antwort ja schon selbst gegeben.
Einen Ärztin/Arzt mit "Frau/Herr Doktor" anzureden ist eigentlich genauso peinlich wie bei jeden anderen Promovierten (oder nicht Promovierten).
Der Akademische Grad ist eine wissenschaftliche Qualifikation und hat in der Anrede nichts zu suchen.
Ausnahme sind eben gerade ältere Patienten, bei denen sonst das Verständnis für die Situation oder sogar die Heilwirkung leiden kann (Ein Besuch bei "Herrn Doktor Müller" ist bei dieser Patientengruppe oft wirksamer als bei "Herrn Müller").

Diese Ausnahme sollte aber eine Ausnahme bleiben, es wird immer noch viel zu viel "Herr Doktor"t und "Herr Professor"t.
 

opjutti

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Hallo Elfriede,

im Prinzip hat deine PDL recht, denn der "Doktor" ist ein Titel, den sich diese Person anhand einer sog. "Doktorarbeit" erworben hat. Daraus resultiert das Recht auf den "Doktor" als Namenszusatz.

Allerdings machen ältere und auch noch demente Menschen keinen Unterschied zwischen Arzt und Doktor.
Außerdem vermittelt der "Doktor" bei den Patienten mehr Vertrauen und Kompetenz als ein "Herr oder Frau" :-)

Im KH kann man den Unterschied auch nur anhand des Namensschildes erkennen.
Bei uns im OP ist es da schon schwieriger, bei all den Ärzten den Doktor herauszufinden. Wenn der/die sich selber nicht outet, sind alle pauschal "Frau oder Herr Doktor sowieso".
Wenn ich aber weiß, wer Arzt und wer Doktor ist, ändere ich meine Anrede entsprechend.

LG opjutti
 

Elisabeth Dinse

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Wie spricht man dann einen Arzt an? Mit Herr Arzt?

Erinnert mich an eine nette Begebenheit, wo ein Pat. es wagte, den Prof mit Herr Doktor anzureden. Die Reaktion der Koryphäe ließ nicht nur den Patienten Haltung annehmen- da stand das ganze Zimmer stramm und hielt die Luft an. Von da an wurden alle Pat. instruiert, wie man zu grüßen hat.

Elisabeth
 

Elfriede

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!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Haben Sie gedient ? ?????????????????????
 

Elisabeth Dinse

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@Elfriede... das trifft es schon sehr gut. *ggg*

Elisabeth
 

yoyoyoyo

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Wie spricht man dann einen Arzt an? Mit Herr Arzt?
Mit "Herr [Nachname]". Wie jeden anderen auch. Du nennst den Mensch im Einwohnermeldeamt ja auch nicht "Herr Regierungsoberinspektor Müller" und Angela Merkel heißt im Fernsehen auch nicht "Frau Doktor Merkel".

Der erste Chefarzt mit dem ich jemals zu tun hatte war auch Prof., und ich hab in von Anfang an mit "Herr Müller" angesprochen. Am Ende des Praktikums hat er gemeint ich soll nach dem Studium unbedingt bei ihm anfangen. Als ihn eine Patientin fragte ob nun Doktor oder Professor die richtige Anrede sei, sagte er den denkwürdigen Satz "Das ist doch völlig egal. Wer den Titel am meisten vor sich herträgt hat ihn meist am wenigsten verdient". Eine Assistenzärztin hat sich damals (als einzige) mit "Doktor Müller" statt dem Vornamen vorgestellt, ich hab sie einfach mal zurückgeduzt (wie auch alle anderen nicht-Chefärzte). Wir hatten danach ein super Verhältnis.

Titelgeschwurbel ist reine Arsc*kriecherei, und wird zum Glück immer unüblicher.
Wenn mich jemand dereinst mit Titel ansprechen sollte, halte ich ihn für den größten Schleimer.
 

BellaSwan2012

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Ob Pat mit Demenz von Hr. Müller oder Dr.Müller beeindrucken lassen, sei mal dahin gestellt. Letzten zog unser Oberarzt tatsächlichen seinen weißen Kittel an um die 94jährige ALzheimer Pat. zu Medi Einnahme zu bewegen. Hat null was gebracht, sie hat ihn genau so zum Teufel gejagt wie alle anderen :zunge:
 

Susi_Sonnenschein

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Elfriede arbeitet ja in der ambulanten Pflege und kennt ihre Patienten genau. Wenn eine dement Person eher zum Arzt geht, wenn er mit "Doktor" angeredet wird, egal ob er den Titel hat oder nicht würde ich das genauso machen. In der Klinik rede ich in der Regel auch gegenüber den Patienten nur vom (Chef-, Ober- oder Stations-) Arzt, der Titel ist da in der Regel unwichtig.
 

Elisabeth Dinse

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Du sprichst den Stationsarzt mit " Herr Stationsarzt Schulze" an? Würde ich als Pat. eigenartig finden. Ich kenne das in der Form nur, wenn ich auf den nicht anwesenden Arzt verweise.

Elisabeth
 

Phenyl

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Wie spricht man eine promvierte Gesundheits- und Krankenpflegerin an?

Frau Gesundheits- und Krankenpflegerin?
Frau Doktor?

Schwierig...
Warum ist das schwierig? Warum soll sie sich nicht Frau Doktor nennen lassen, wenn sie diesen Titel hat? Soll doch ruhig jeder wissen, dass man im Bereich der Pflegewissenschaften promovieren kann - auch und gerade die Patienten und ärztlichen Kollegen.
 

Maniac

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Warum ist das schwierig? Warum soll sie sich nicht Frau Doktor nennen lassen, wenn sie diesen Titel hat? Soll doch ruhig jeder wissen, dass man im Bereich der Pflegewissenschaften promovieren kann - auch und gerade die Patienten und ärztlichen Kollegen.
Lies mein Post nochmal, inkl dem Zitat auf das ich mich bezogen habe, vielleicht liest du dann heraus was ich eigentlich sagen wollte ;)

Btw heißt es trotzdem Frau Doktor Müller. Der Titel alleine ist keine Anrede.
 

schwäbin

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Bei uns kommt es drauf an: mit den Assistenzärzten sind wir per "Du", manche Kollegen sogar mit allen oberärzten und dem Chef - je nachdem wie lange sie schon da sind. Da macht es auch keinen Unterschied ob es vor dem Patient ist oder nicht.
Wenn ich den Pat. etwas erkläre sage ich immer "...Frau oder Herr Doktor hat gesagt..."
Eine Belegärztin wünscht von uns mit "Frau Doktor sowieso" angeredet zu werden. Wenn sie das für ihr Wohlbefinden braucht soll sie's haben. Da fällt mir kein Zacken aus der Krone.
Ich lasse mich von den Patienten auch lieber als Schwester.... anreden denn als FRau.... . Wobei mir das egal ist, das darf jeder so machen wie er möchte. Ich hör auf beides ;)
Da ich ja auch lange ambulant gearbeitet habe kann ich für den Bereich auch mitreden: da war der Arzt immer Frau oder Herr Doktor in der Rede mit dem Patienten, und im direkten Gespräch meist Frau und Herr sowieso. Egal ob mit oder ohne Titel. Welche da wert drauf gelegt haben hatte man schnell raus (siehe Post #4 von Elisabeth)
 

Susi_Sonnenschein

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@Elisabeth: Ich meinte das im Bezug auf das Gespräch mit dem Patienten. Wenn der Patient daneben ist, gibt's eigentlich keine direkte Anrede mit "Herr", "Frau" oder "Doktor". Kann das jetzt schlecht erklären wie ich es meine... .
 

Elisabeth Dinse

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"Können Sie mal Frau XYZ aufklären über ... " Die Alternative wurde genutzt nachdem der Chef sich darüber mokiert hatte, dass wir den Doc in Gegenwart der Pat duzen und mit Vor- oder "noch schlimmer" mit Spitznamen. *ggg*

Elisabeth
 

hypurg

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Eine Belegärztin wünscht von uns mit "Frau Doktor sowieso" angeredet zu werden. Wenn sie das für ihr Wohlbefinden braucht soll sie's haben. Da fällt mir kein Zacken aus der Krone.
Finde ich nun auch nicht schlimm. Ich kenne auch junge Ärztinnen, die ein echtes Problem damit haben, daß sie für eine Pflegekraft gehalten werden (könnten). Dann halt das "Dr." und sie fühlen sich gut und der Patient weiß, wen er vor sich hat. Und die Ärzte müssen sich ja bei mir auch dran halten, wie ich angesprochen werden möchte und sich "Pfleger Rudi" verkneifen. (Was ja erst die intellektuelle Hochleistung ist, weil sich die Pflegekräfte noch uneiniger sind, wie sie selbst genannt werden/sollen möchten.)
 

Beetlejucine

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Als ich nach der Ausbildung ganz frisch auf Station kam, gab es einen Chefarzt, der überhaupt nicht mit klar kam, dass ich mich mit Nachnamen am Telefon meldete. Er wüßte dann nicht, wer dran ist ;)
Das war ein richtiger Kampf. Selbst mein Namensschild mit Nachnamen hat er kritisiert.Z

Zum Thema:

Hier auf dem Land ist der Doktor der Doktor, ob er einen hat oder nicht. Mir persönlich liegt da nix dran und ich werd ganz sicher nicht alten Leuten erzählen, dass er gar kein Doktor ist. Und die reine Anrede "Doktor" auch ohne Name ist mir auch ok, ich kenne die Hausärzte alle seit Jahren und uns verbindet mehr, als die Frage, wie ich ihn/sie anrede. Unseren Hausärzten ist es auch egal, das sind Landärzte, weitesgehend ohne irgednwelche Dünkel.
Ich hab umgekehrt inzwischen aber auch nix mehr dagegen, wenn einer "Sr. Beetlejucine" sagt.
 

Maniac

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Hier auf dem Land ist der Doktor der Doktor, ob er einen hat oder nicht. Mir persönlich liegt da nix dran und ich werd ganz sicher nicht alten Leuten erzählen, dass er gar kein Doktor ist. Und die reine Anrede "Doktor" auch ohne Name ist mir auch ok, ich kenne die Hausärzte alle seit Jahren und uns verbindet mehr, als die Frage, wie ich ihn/sie anrede. Unseren Hausärzten ist es auch egal, das sind Landärzte, weitesgehend ohne irgednwelche Dünkel.
Ich hab umgekehrt inzwischen aber auch nix mehr dagegen, wenn einer "Sr. Beetlejucine" sagt.
Bei euch ist dann auch noch die Hehefrau des Landdokotrs (von Beuf Kauffrau) "Frau Doktor"...
 

Elisabeth Dinse

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Na und. Wo liegt das Problem? Ich kann keines erkennen, wenn bei gegenseitiger Akzeptanz erfolgt.

Elisabeth
 

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