Anrechenbarkeit von km und Stunden

Fast1engel

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ich habe mal eine frage an die ambulanten spezialisten unter uns:

meine schwiegermama in spe arbeitet als KS in einem ambulanten pflegedienst der diakonie. im zuge der allgemeinen einsparungsmaßnahmen wurde jetzt, nachdem es jahrelang anders gehandhabt wurde, eine neue regelung bekannt gegeben:

1. die schlüssel werden alle in der station aufbewahrt. vor dienstbeginn MUSS die KS dort vorbeifahren, sich informieren, was es neues gibt, die schlüssel und evtl mitzunehmende sachen ( medikamente oä) holen und sich dann erst auf den weg zum patienten machen. neu ist dabei, daß die zeit nicht mehr angerechnet wird, die sie braucht, um zur station zu kommen. da es sich um die ehemalige bonndeshauptstadt handelt, kommen da ziemlich schnell einige minuten und km zusammen- eine kollegin braucht über ne halbe stunde von zu hause zur station.

2. dienstbesprechungen etc. dürfen nur noch mit 1 stunde auf dem dienstplan aufgeschrieben werden, auch wenn sie deutlich länger gehen.

bin nun am grübeln, in wieweit das rechtens ist... habt ihr da infos für mich?

lieben dank im voraus,
sun
 

stormrider

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1. die schlüssel werden alle in der station aufbewahrt. vor dienstbeginn MUSS die KS dort vorbeifahren, sich informieren, was es neues gibt, die schlüssel und evtl mitzunehmende sachen ( medikamente oä) holen und sich dann erst auf den weg zum patienten machen. neu ist dabei, daß die zeit nicht mehr angerechnet wird, die sie braucht, um zur station zu kommen. da es sich um die ehemalige bonndeshauptstadt handelt, kommen da ziemlich schnell einige minuten und km zusammen- eine kollegin braucht über ne halbe stunde von zu hause zur station.
Die Anfahrt zum Arbeitsplatz, in dem Fall das Büro geht immer zu Lasten des Arbeitnehmers. Wenn du als Sekretärin an einem 20 km entfernten Arbeitsplatz arbeitest, mußt du auch erst einmal bis dorthin fahren und dann beginnt deine Arbeitszeit.

2. dienstbesprechungen etc. dürfen nur noch mit 1 stunde auf dem dienstplan aufgeschrieben werden, auch wenn sie deutlich länger gehen.
Das würde ich mir nicht gefallen lassen. Dienstbesprechungen sind für mich Arbeitszeit. Wenn nur 1 Stunde aufgeschreiben werden darf würde ich auch nach genau 1 Stunde gehen.
 

Trisha

Poweruser
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Hallo,

ich bin teilweise 30 - 45 min zur Station/zum Büro gefahren! Manche Kollegen noch länger! Und wir waren nicht Stadt, sondern Land, soweit das Auge reicht!
Stormrider hat recht. Wenn festgelegt wird, dass die Arbeit in der Station beginnt, dann kann man dagegen nichts machen.
Dafür beginnt jetzt die Zeit in der Station wo Schlüssel etc. besorgt werden müssen. Wo liegt das Problem genau? Früher aufstehen? Zusätzliche Arbeit?
Andere PD´s handhaben das schon immer so.

Zur einstündigen Dienstbesprechung muß die eine Stunde eingehalten werden, Überstunden bezahlt werden oder Freizeitausgleich gewährleistet werden. Oder ein Stundenkonto geführt werden - vielleicht dauern die Besprechungen ja nicht immer so lange sondern gar kürzer?

LG
Trisha
 
P

Piratte

Gast
1. die schlüssel werden alle in der station aufbewahrt. vor dienstbeginn MUSS die KS dort vorbeifahren, sich informieren, was es neues gibt, die schlüssel und evtl mitzunehmende sachen ( medikamente oä) holen und sich dann erst auf den weg zum patienten machen. neu ist dabei, daß die zeit nicht mehr angerechnet wird, die sie braucht, um zur station zu kommen. da es sich um die ehemalige bonndeshauptstadt handelt, kommen da ziemlich schnell einige minuten und km zusammen- eine kollegin braucht über ne halbe stunde von zu hause zur station.

bei den Krankenschwestern in stationären Einrichtungen ist es doch genau so.
Mal abgesehen davon, dass sie sich erst nach Dienstschluss vom Arbeitsplatz wieder weg bewegen.
Verstehe da grad das Problem nicht so.

2. dienstbesprechungen etc. dürfen nur noch mit 1 stunde auf dem dienstplan aufgeschrieben werden, auch wenn sie deutlich länger gehen.

Muss als Arbeitszeit zählen. Konsequent aufschreiben.
 

Nordlicht

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Moin sun_shine930 und Deine Schwiegermutter in spe!

Willkommen in der Realität!

Was waren denn dass für Zustände bei Deiner Schw.mama? Davon habe ich in den letzten 15-20 Jahren schon nichts mehr gehört.
Es ist ja wohl selbstverständlich, dass die MA sich vor Dienstantritt informieren und Schlüssel und Medis gehören einfach nicht in die private Welt der Schwestern. (Ich stelle mir gerade vor, ich habe einen Noteinsatz morgens um 3 Uhr und muß eine Kollegin rausklingeln, weil sie schon so schön ihr Auto für den nächsten Tag gepackt hat.)

Zu den Anfahrten ist schon genug geschrieben, sieht nirgendwo anders aus.

Zu den Dienstbesprechungen: das habe ich allerdings auch schon erlebt, wobei das einen Erziehungseffekt hatt. Statt gut vorbereitet zu sein, sich kurz zu halten und beim Thema Patient und seinen aktuellen Problemen zu bleiben, wurde dort div. Privates erzählt, über Pat sehr ausufernd diskutiert und referiert, was zwar sehr unterhaltsam war, aber die Pflege nicht wirklich voran brachte. Nachdem klar war, dass das keine Show, sondern eine Dienstbesprechung ist, kam Disziplin in den Laden und die Zeiten wurden auch wieder geändert.

Wenn ich also lese, dass die Anfahrt bisher bezahlt wurde und die MA sich schon mal alles im Vorwege zurechtpacken konnten, könnte ich mir vorstellen, dass die Besprechungen ähnlich luschig ablaufen.

Gab`s `ne neue PDL oder hat mal jemand die betriebswirtschaftliche Auswertung gelesen?
 

Nadeja

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Hallo!
Anfahrtsweg wird bei uns auch nicht berechnet. Schlüssel etc werden manchmal sogar 2x täglich geholt!!
Unser Dienstbeginn beginnt beim 1. Patient und endet beim letzten. Egal ob ich vorher eine Stunde hinbrauche und/oder zurück zur Station. Dort werden auch Zeiten, die ich brauche um Fragen zu klären etc nicht angerechnét.
LG
 

stormrider

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Unser Dienstbeginn beginnt beim 1. Patient und endet beim letzten. Egal ob ich vorher eine Stunde hinbrauche und/oder zurück zur Station. Dort werden auch Zeiten, die ich brauche um Fragen zu klären etc nicht angerechnét.
Das würde ich mir nicht gefallen lassen. Gehört definitiv zur Arbeitszeit.
 

Fast1engel

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danke für eure antworten.

das problem war eben, daß daß die ganzen jahre anders gehandhabt wurde- die Arbeitszeit begann mit dem besteigen des fahrzeugs zu hause und endete mit dem abstellen des fahrzeugs eben da.
was die dienstbesprechungen angeht, werden da außer den infos der leitung und kurzen berichten über die patienten wohl auch noch fortbildungen hineingepackt. so gesehen, reichen 60 min nicht, es sind eher 90...

naja, dann werde ich ihr das mal so mitteilen und sie in der harten wirklichkeit willkommen heißen :D
 

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