Androhung einer Straftat in der Psychiatrie - was tun?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Micha29, 16.01.2008.

  1. Micha29

    Micha29 Newbie

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    Vor kurzem hatten wir bei uns in der Klinik (psychiatrisches Fachkrankenhaus) den Fall, das ein Patient ganz klar eine Straftat androhte. Er schrieb einen Brief in dem er beschrieb wie er seine ganze Familie "kaltstellen wolle"! Das fing bei dem Vater an und hörte bei den Kindern seiner Schwester auf. Nähere Details will ich allen "lesenden " ersparen.Wie kann man mit solch einer Situation umgehen? Greift hier die Schweigepflicht oder ist man in diesem Falle verpflichtet die Polizei einzuschalten?In unserem Falle ist nichts geschehen, der Patient wurde entlassen.Wenn er nun aber wirklich seine Androhungen wahr machen würde hätte ich schon ein schlechtes Gewissen und ein sehr ungutes Gefühl im Bauch!!!Was meint Ihr dazu???
     
  2. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    zur Verhinderung einer Straftat bist Du von der Schweigepflicht entbunden!
    Ob Du davon gebrauch mast, kannst nur Du netscheiden...Du hast die Situation erlebt und kannst die Ernsthaftigkeit der Drohnung (oder "Rachephantasie") evenetuell besser einschätzen als wir hier im Fourm.
     
  3. tochter46

    tochter46 Junior-Mitglied

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    Kann mich Lillebrit nur anschließen.
    Wir hier wissen viel zuwenig über die genauen Umstände in denen dieser Brief geschrieben wurde.
    Ich gehe mal davon aus, das auch eure Ärzte diesen Brief kennen? Wie haben sie sich denn dazu gestellt?
    Es wäre in meinen Augen wichtig, so etwas im Team zu besprechen,um fest zustellen in wie weit eine Fremdgefährdung durch den Pat. besteht um dann die jeweiligen Maßnahmen zu ergreifen.

    lg tochter46
     
  4. Micha29

    Micha29 Newbie

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    Danke schon einmal für Eure Antworten- echt toll die schnelle Resonanz!!!
    Der beschriebene Patient hatte eine extrem schwere Kindheit, wo Gewalt, Unterdrückung und Missbrauch an der Tagesordnung waren. Diese Kindheit zu verarbeiten war Ihm bisher noch nicht gelungen. Sein Vater war in der Zwichenzeit schon selbst verstorben. Also projezierte er all seine Probleme und Erinnerungen auf seine noch verbliebene, aber gehasste Verwandtschaft.Ich selbst habe diese Drohungen in diesem Brief ernst genommen, da dieser Patient für mich unberechenbar war. Er ist jetzt schon einige Monate entlassen, bisher ist nichts passiert. Es muss aber bedacht werden dass er auch angegeben hat daß er diese tat begehen will wenn seine eigenen Kinder ein gewisses Alter erreicht haben, und dies liegt ja in seinem eigenen Ermessen... was bleibt ist auf jeden Fall ein ungutes Gefühl in der Magengrube...
     
  5. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Ich finde das Schweigen unverantwortlich. Nun gut, es ist nichts passiert.
    Aber was wäre wenn? Dann wärt ihr zur Verantwortung gezogen worden und
    es hätte ein Familiendrama gegeben. Und das auch noch bei einer schriftlichen
    Morddrohung?!

    Und: eine traumatische Kindheit ist kein rechtfertigender Grund für Gewalt(androhung)
     
  6. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hier müssen deutliche Worte gefunden werden:
    für die Behandlung des Patienten ist der behandelnde Arzt zuständig und selbstverständlich ist es eine dienstliche Obliegenheit, dass die betreffende Krankenpflegekraft als Miutglied des therapeutischen Teams sofort den Arzt diesbezüglich verständigt.
    Das gehört in den Bereich Basics.
     
  7. Micha29

    Micha29 Newbie

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    Nur zur Info:Die Ärzteschaft war inbegriffen Chefarzt mit informiert!!!!
     
  8. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Dann kann sich der Pflegedienst entspannt zurücklehnen.
     
  9. Bixn

    Bixn Newbie

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    hai hai
    bin etwas erschrocken da bei uns Patienten mit verdacht auf Eigen oder Fremdgefährdung(in diesem Falle mehr als deutlich) niemals entlassen werden....
     
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