Anaphylaktischer Schock

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von Mona08, 01.09.2008.

  1. Mona08

    Mona08 Newbie

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    Hallo,

    ich habe ein paar Fragen zu einem anaphylaktischen Schock 3. und/oder 4. Grades.

    - ist es immer notwendig, den Patienten mit Medikamenten (Adrenalin etc.) aus diesem Schock rauszuholen oder kann sich das Ganze auch ohne Medikamente stabilisieren?

    - kann dieser auch ohne Hautreaktionen auftreten?

    - wie lange nach Kontakt mit dem Allergieauslöser kann so ein Schock in der Regel auftreten?

    - lässt sich nachträglich feststellen, ob es sich um einen anaphylaktischen Schock handelte?
     
  2. mostbirne

    mostbirne Gast

    moin mona,

    (1)
    um medis wirst du sicherlich nicht rumkommen (cortison, antihistaminikum, sauerstoff, volumen). ob du supra brauchst hängt natürlich von der klinik deines patienten ab. dass man supra IMMER ab 3. grad braucht kann man so nicht sagen. wichtig und nicht zu unterschätzen sind wie immer die basismassnahmen (entfernung des auslösers, lagerung, etc.)

    (2)
    ja, hautreaktion kann sein muss aber nicht

    (3)
    puhhh.... ob man das generell sagen kann...??!!

    (4)
    nöö, aber sieht man ja wenn der pat. einen hat ;) also warum erst im nachhinein???


    gute nacht ich geh jetzt erst mal pennen
     
  3. pyocianik

    pyocianik Junior-Mitglied

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    Guten Abend!

    1) Alles fângt schon mit dem Wort Schock an. Wenn Du ein Patient in einem Schock Zustand hast, sind die Medis ein MUSS.
    Ohne diese wird sich sein Zustand bis zum Tode verschlechtern, dann ist er stabilisiert (schlechter kann es ihm nicht gehen oder?:gruebel:) Wenn Du andere Methoden kennst die einen Kreislaufkollaps, Quinck Ödem oder Bronchenspasm lösen können schiess los dass interressiert mich sehr.

    2) Selbe Antwort wie Mostbirne

    3) Wenn es sich um einen waren anaphylaktischem Shock handelt, tretet dieser SEHR schnell nach dem Kontakt mit dem Auslöser zu.

    4) Wenn Du einen mal erlebt hast, vergisst Du ihn nicht.:eek1: Ansonst siehe Antwort Nr. 3

    Gute Nacht:bussis:
     
  4. Jumanji

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    Hallo!

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Einen anaphylaktsichen Schock ohne Medikamente zu behandeln wäre mit ziemlicher Sicherheit das Todesurteil für den Patienten. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass in ganz seltenen Einzelfällen ein schwerer Schock auch ohne Medikamente überlebt wird, aber gehört hab ich davon noch nicht. Zudem würde ich es nicht riskieren, da es sich um eine ernstzunehmende und lebensbedrohliche Siutation handelt.

    Ich weiß nicht, ob du schon mal einen anaphylaktischen Schock erlebt hast. Ich kann da nur für mich sprechen. Das vergisst man nie wieder! Ich selber habe es an einem Patienten noch nicht erlebt, aber dafür bei mir selber und ich habe nur noch einen Gedanken gehabt. Beeilt euch, ich will noch nicht sterben! Mir konnte es in dem Moment gar nicht schnell genug gehen und es ist ein richtig blödes Gefühl, wenn auf einmal ein Reateam vor einem steht startbereit mit Defi und Intubationsmöglichkeit und man selber soll noch Ruhe bewahren.

    Grundsätzlich gilt wohl die Faustregel, je schneller die Reaktion auftritt, desto heftiger und lebensbedrohlicher ist sie.

    Lieben Gruß

    Jumanji
     
  5. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    Anmerkung zum Thema wie lange dauert es bis ein Schock auftreten kann: Bei Nahrungsmittel bedingten Allergien kann es sich um Stunden handeln bis Symptome auftreten (Resorption aus Dünndarm!).
    Somit ist meist die Ursache auch etwas schwerer ausfindig zu machen.
    Der klassische allergische Schock erfolgt auf parenterale Applikationen nahezu ohne Zeitverlust.

    Grüße,

    Gerrit
     
  6. Mona08

    Mona08 Newbie

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    Hallo zusammen,

    vorweg: ich hatte seinerzeit meine Accountdaten vergessen, vielleicht könnte ein Mod das irgendwie anpassen, der Thread ist von mir :emba:

    Wir haben unsere Tochter (im August) reanimieren müssen, wissen aber die Ursache nicht. Demnach wissen wir auch nicht, ob es nicht jederzeit wieder auftreten könnte. Inzwischen haben wir uns aber alle :wink1: etwas beruhigt.

    Wir halten einen anaphylaktischen Schock für möglich, da sie seinerzeit ein Antibiotikum bekam. Von diesem Tag an (Mo) ging es ihr täglich schlechter, der "Super-GAU" kam dann Donnerstags. Davor hatte sie jeden Tag offenbar Kreislaufprobleme, da sie u.a. auch blaue Lippen/weißes Mund-Nasen-Dreieck bekam. (was uns zwar wunderte, weil sie das so noch nie hatte, es aber auf die angebl. MDG zurückführten - die sie im Endeffekt gar nicht hatte, sie war wieder chr. verstopft) Ebenso schlief sie fast nur noch, das allerdings kennen wir von ihr, wenn sie krank ist - da wir dachten, dass sie ja krank ist, hielten wir es ebenso für normal, dass sie sich, wie üblich, gesund schläft. Nun war es mir aber auch nur so bekannt, dass bei einem heftigen An. Schock immer mit Medikamenten etc. reagiert wird. Das ist der einzige Punkt, der uns stutzen lässt.

    Die Ärzte können uns nun im nachhinein natürlich auch keine Ursache nennen.. bis der RTW und Notarzt da war, hatten wir sie längst wieder. Die Alternative wäre eine verborkte Kanüle/Sekretpfropfen, welches rückblickend betrachtet aber als Erklärung weniger Sinn macht, da wir a) nichts "nennenswertes" abgesaugt haben und b) das Ganze extrem plötzlich und zeitgleich auftrat. Sie kippte während des inhalierens (sie saß) blau anlaufend um, kein Puls fühlbar, keine Atmung, nichts. Es gab also keine Schnappatmung, kein brodeln o.ä. zuvor.

    @Gerrit; Nahrungsmittelallergien hat sie sehr viele, man kann eher aufzählen, was sie verträgt. Die Reaktionen sind hier immer starkes Herzrasen (200er Puls) und Sonnenbrandähnlicher Ausschlag am ganzen Körper, große feuerrote Stellen überall. Grundsätzlich reagiert sie auf vieles, auch Pflegeprodukte etc., hier reagiert sie aber anders, "typischer" eben (pickelchen/Ausschlag Nesselsucht usw.), daher sind auch Reaktionen auf Medikamente oder dergleichen denkbar. Parallel dazu hat sie chron Obstipation, trotz 3 Movicol/Tag (nicht Junior!) + Einläufe etc. Speziell in o.g. Woche war sie eine Woche lang schon "verstopft", aber die Ärzte glaubten mir zunächst nicht und diagnostizierten MDG, da sie nie die klassischen Symptome zeigt, einen weichen Bauch dabei hat etc.

    Du schreibst von Stunden.. sind vor diesem Hintergrund auch Tage denkbar? Falls ja: welcher Facharzt wäre hier der Beste Ansprechpartner? Sollte es daran gelegen haben, möchte ich nicht darauf hoffen müssen, dass es beim nächsten Mal wieder ohne Notfallmedikamente "klappt". Die bisherigen Ärzte standen dem Ganzen etwas ratlos gegenüber.

    @pyocianic; Nach dem Absaugen wurde es besser, paradoxerweise haben wir aber kaum etwas abgesaugt - das, was da kam, bringt sie üblicherweise nichtmal zum Husten. Nun waren wir ja aber auch schon eine Weile "zugange", ergo kann es Zufall sein, dass es nun ausgerechnet nach dem Absaugen besser wurde.Herzdruckmassage, bebeuteln/Sauerstoff geben, absaugen.. mehr konnten wir nicht tun ohne die Sanis :wink1: Daher ja meine Frage, ob es überhaupt möglich sein kann. Wenn es unmöglich ist, kann ich einen Auslöser-Punkt von der Liste streichen :-) Unabhängig davon was es war, vergessen werde ichs tatsächlich nicht. Es war wirklich heftig und ich dachte für einen kurzen Moment, wir schaffen es nicht. Ich habe Mausi schon des öfteren blau erleben müssen, aber so habe ich sie noch nie gesehen. Das kurze blau-werden, wenn die Kanüle mal raus ist, ist ein Witz dagegen :|



    Im Endeffekt wird es wohl ein Rätsel bleiben, was es nun wirklich war, das ist mir klar. Entschuldigt den langen Text, wollte aufgrund der teils verwunderten Art der Antworten die Hintergründe erläutern :-)
     
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