Ambulante psychiatrische Pflege in Düsseldorf

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Berit29, 26.05.2008.

  1. Berit29

    Berit29 Newbie

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    Hallo,
    ich habe vor, im laufenden Jahr nach Düsseldorf zu ziehen. Ich arbeite derzeit in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik als Fachkrankenschwester Psychiatrie, und würde gern jetzt in die ambulante psychiatrische Pflege wechseln.
    Wer hat Erfahrungen darin und kann mir diese schildern und wer weiß ob es in Düsseldorf Pflegedienste gibt die diese anbieten.Mit welchem Gehalt kann man rechnen?

    Vielen Dank
    Berit:-)
     
  2. stinkfisch

    stinkfisch Junior-Mitglied

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    hallo berit,

    ich komme zwar aus dem hohen norden, arbeite aber in der ambulanten sozialpsychiatrischen fachpflege. bestimmt kann ich dir ein paar fragen beantworten, wenn du sie etwas genauer stellst....sonst könnt ich mir hier die finger wund schreiben ;)

    sonnige grüße vom stinkfisch
     
  3. Berit29

    Berit29 Newbie

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    Hallo stinkfisch,
    ich würde gern mehr darüber wissen welche Patientengruppe/Krankheitsbilder hauptsächlich betreut werden,welche Aufgaben hat man dann dort. Ich habe bei meiner Recherche das Gefühl das viele Pflegedienste die psychiatrische Pflege mit in ihr Boot nehmen, und man dann dort doch überwiegend nur für die Grundpflege zuständig ist - was bei zum Beispiel dementen Patienten na klar mit dazu gehört, aber ich wünsche mir dann doch auch andere Aufgaben die mit in den sozialpsychiatrischen Bereich gehören.
    Wie sieht das denn mit dem Verdienst aus?

    :-)Berit
     
  4. Friedrich

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    Hi Berit29!

    Also:

    1. Die Gehälter sind - soweit ich weiß - grundsätzlich ok.

    2. ambulante Pflege rechnet sich nur, wenn man viele Leistungen pro Zeit erbringt - und vor allem dokumentiert.

    3. Dies bedeutet, dass Fahrzeiten, Bürozeiten sowie Wege- und Rüstzeiten (z. B. eigenen PKW parken, Dienstauto holen, was in Düsseldorf zeitaufwendig sein kann) absolute Minusgeschäfte sind.

    4. Dies hat zur Konsequenz, dass ambulante Pflegedienste
    a) bemüht sind, dies nicht zur Arbeitszeit zu rechnen oder unrealistisch kurze Zeitpauschalen vorzugeben und zu bezahlen.
    b) auch für die benötigte Zeit für die Pflegeleistung und für die Fahrzeiten unrealistisch kurze Pauschalen vorgeben. Und wenn man die überschreitet, so geht das "auf eigene Kappe". Arbeitsrechtlich sicher sehr fragwürdig aber sicher gängige Praxis.
    c) kann also theoretisch sein, das man 8,5h arbeitet aber nur 7h bezahlt bekommt (wenn man es mit sich machen lässt)

    5. wenn manm gute ambulante Pflege machen will, ist dies generell so zeitaufwendig, dass es nicht bezahlbar ist.

    6. psychiatrisch-ambulante Pflege ist per se zeitaufwendiger, und in dieser Zeit werden wenig abrechenbare Leistungen erbracht - also als sinnvolle psychiatrische Pflege völlig unbezahlbar.

    7. Ich kannte im Düsseldorfer Raum einen rein psychiatrisch ambulanten Pflegedienst, der im Jahr ca. 1 Mio € Miese gemacht hat und daher geschlossen wurde.

    8. Dies bedeutet, dass die somatische ambulante Pflege nur als Fließbandpflege rentabel ist; und dass die psychiatrische ambulante Pflege nur bezahlbar ist, wenn sich das somatische Fließband noch schneller bewegt und die psychiatrische Pflege mit finanziert - supi fürs Teamklima!

    In der Konsequenz sieht dies nicht gut aus: Man muss schnell arbeiten, möglichst viel dokumentieren, darf nur kurze Wege haben, fühlt sich immer zu langsam, und fühlt sich schuldig, weil man den unrealistischen Vorgaben nicht genügt, und der Spass am Beruf geht flöten, weil gute Arbeit kaum möglich ist.

    Aber vielleicht gibt es ja BWL-Wunder unter den D´dorfer Pflegediensten, die Qualität un Rentabilität unter einen Hut kriegen

    Sorry für diese ernüchternde Auskunft, aber gebe sie aus nicht näher bezeichneteten Hintergrunderfahrungen mit Düsseldorfer Pflegediensten.

    LG

    Friedrich
     
  5. stinkfisch

    stinkfisch Junior-Mitglied

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    hallo nochmal,

    nun, wie es aussieht, gibt es bei den psychiatrischen pflegediensten auch solche und solche.

    bei uns jedenfalls ist der zeitfaktor nicht so ein großes problem, da wir zusätzlich zu den kranken/pflegekassenleistungen noch stunden über die wiedereingliederung beantragen können.
    das heißt konkret, daß pro betreutem bis zu 7 std wöchenlich zur verfügung stehen können. dazu kommen dann, wie gesagt die leistungen der krankenkasse (z.b. medigabe, BZ und so) und ggf. die leistungen der pflegeversicherung.

    damit kann man doch arbeiten, finde ich.

    was die krankheitsbilder angeht, haben wir " alles, was das herz begehrt" und keine geschlossene unterbringung erfordert.

    ganz wichtig: die selbstbestimmung des betreuten steht immer im vordergrund!

    wir unterstützen die leute bei der tagesstrukturierung, dem aufbau/erhalt von sozialen kontkten, ggf angliedung an entsprechende gruppen/therapien. es wird viiiiel motivationsarbeit z.b. was die haushaltsführung und körperhygiene angeht, geleistet, entlastende gespräche geführt, regelmäßige arztbesuche sicher gestellt, kontakte zu betreuern, ärzten,therapeuten,angehörigen hergestellt und gehalten, konzentationstraining, angstbewältigungstraining,u.s.w.u.s.w.
    wobei, im gegensatz zu der arbeit auf station, die beziehungsarbeit einen wesentlich höheren anteil und stellenwert hat.

    mir persönlich macht die arbeit richtig spaß. ich habe das gefühl meine erfahrung sinnvoll einsetzen zu können und dem ein oder anderen menschen dabei zu helfen der " drehtürpsychiarie" zu entkommen.

    wenn du noch was wissen willst, frag gerne :-)

    liebe grüße vom stinkfisch

    noch was:
    willst du dich bei einem pflegedienst bewerben, der auch psychiatrische pflege anbietet oder bei einem psychiatrischen fachpflegedienst??

    :gruebel:fragt sich der stinkfisch
     
  6. Berit29

    Berit29 Newbie

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    Hallo stinkfisch,
    danke für deine Antwort.
    Da habe ich ja schon mal einige Informationen die sehr hilfreich sind.
    Ich bin noch in der Orientierungsphase im Bezug auf deine Frage. Es gibt einige Pflegedienste die psychiatrische Pflege anbieten in Düsseldorf, sogenannte psychiatrische Fachpflegedienste habe ich noch nicht finden können. Freue mich sehr über Tipp's wie ich diese ausfindig machen kann, oder vielleicht hast du ja mal von welchen gehört?:gruebel:

    In die reine ambulante psychiatrische Pflege möchte ich eigentlich nicht, da diese denke ich überwiegend Klienten mit Demenz betreuen, das wäre mir zu einseitig.
    Ich werde im September länger in Düsseldof sein und werde dann mal die betreffenden Dienste aufsuchen und mich informieren.

    Liebe Grüße Berit:-)
     
  7. stinkfisch

    stinkfisch Junior-Mitglied

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    schön, daß ich dir helfen konnte.

    ich glaube allerdings, daß die situation mit dem "klientel" genau anders herum ist. um von einem pflegedienst betreut zu werden, brauchst du ja erst mal ne pflegestufe und/oder eine körperl. erkrankung, die der behandlungspflege bedarf.
    zusätlich bieten einige pflegedienste psychiatrische pflege an. da läuft es wohl eher auf den ablauf, den friedrich beschrieben hat, hinaus.
    beim psychiatrischen fachpflegedienst steht die psychiatrische erkrankung im vordergrund.
    und da gibt es, wie gesagt, andere finanzierungsmöglichkeiten. ich kenne sogar einen sozialpsychiatrischen pflegedienst der es geschafft hat integrierte versorungsvertäge zu schließen.
    gucksu hier:Atlantis - Unsere Philosophie

    unsere stark dementen patienten versuchen wir übrigens nach möglichkeit in entsprechende gruppen/tagesstätten o.ä. einzubinden, wenn keine angehörigen da sind,die sich kümmern.

    vielleicht findest du hier:B A P P - Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege e.V. ja noch ein paar hilfreiche infos

    schönen abend noch vom stinkfisch
     
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