Ambubeutel bei CPR

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von DieJenny, 20.01.2014.

  1. DieJenny

    DieJenny Newbie

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    Hallo Ihr,

    ich habe letztens eine CPR-Schulung besucht. Nun konnte eine Frage nicht ganz geklärt werden...
    wenn ich die Thoraxkompression mache, darf oder muss der Ambubeutel auf dem Patientengesicht verbleiben?

    Oder muss ich ihn während der Kompression weg nehmen? (Patient nicht intubiert).
    Ich denke man muss ihn weg nehmen weil der Patient erbrechen kann... Ein Kollege
    meinte der muss drauf bleiben weil man sonst Zeit verliert ihn nach den Kompressionen
    neu zu positionieren. Der Dozent konnte uns die Frage auch nicht beantworten

    Lieben Gruss
     
  2. Ente_24

    Ente_24 Junior-Mitglied

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    Naja, Du brauchst jemanden, der den Ambubeutel festhält, während Du "drückst" und der Patient hat in dem Moment auch nichts davon, wenn seine Nase in dieser heiklen Situation von einer Maske plattgedrückt wird. Wenn der "Thoraxkompressor" die letzten zwei oder drei Kompressionen laut zählt, dann ist dies für den "Beutler" bestimmt ein gutes Stichwort, sich bereitzuhalten...
     
  3. DieJenny

    DieJenny Newbie

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    Danke schonmal.
    Meine Frage ist nur ob der Patient davon profitiert wenn die Maske auch während der Kompression draufgehalten wird. Im Besten Fall ist ja O2 angeschlossen.

    Lg
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn der Patient nicht atmet (und auch nicht bebeutelt wird), kommt er an den Sauerstoff im Ambubeutel aber nicht ran. Und außerhalb der Lunge hat er nicht viel davon.
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Nein, tut er nicht - aber schaden tut es auch nicht.
     
  6. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin, Moin,

    Würde sogar weiter gehen: wenn der ungeübte beuteln muss klappt das sicher besser wenn die Maske sprich der Kopf in Position bleibt. :-)

    Du hast jeweils nach 30 X HDM zwei "Versuche" zu bebeuteln. Also Maske vernünftig platzieren und den C-Griff entsprechend zum öffnen der Atemabwege durchzuführen. Die HDM soll dafür nur möglichst kurz unterbrochen werden. Auch ohne HDM braucht man manchmal einige Korrekturen, um auf der einen Seite die Maske dicht zu bekommen und auf der anderen Seite den Kopf entsprechend zu positionieren damit man auch wirklich beatmet.

    Als geübter kann man im Rahmen des beutelns alles mögliche parallel abarbeiten. Also z.B. Defi, erweiterter Atemweg vorbereiten und platzieren... dabei lasse ich zumindest den Beutel sprich die Maske einfach auf dem Gesicht liegen. Man weiß wo der Beutel ist. Die Maske ist etwas schneller zu platzieren!

    Und noch eine Anmerkung - wenn der Kollege am Kopf Probleme hat einfach weiter drücken bis der zu verstehen gibt er kann jetzt beatmen. Nicht warten weil man 30 mal gedrückt hat. :-) Also immer an das laute zählen denken und miteinander reden!

    Wenn man alles richtig macht kann man evtl. sogar Bewegung im Beutel durch die HDM bemerken. Durch die Thoraxkompression wird beim entlasten etwas Luft "eingeatmet".

    P.S. wird der Larynxtubus eigentlich auf peripheren Stationen geschult? Entspannt die Situation schon ungemein! Ist einfach und schnell zu platzieren.
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Bei uns ja. In jedem Notfallwagen sind Larynxtuben in 2 Größen vorhanden.
     
  8. Winnie

    Winnie Newbie

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    Zum Thema ob es für den Patienten förderlich ist während der Kompressionsphase unter CPR den Ambubeutel MIT Sauerstoff auf dem Gesicht zu lassen...

    In Amerika gibt es Studien nach denen bei einer CPR ein beatmen gar nicht nötig ist - vorausgesetzt man ist zu einem gewissen Grad adipös - dann kippt der Kopf in Rückenlage schon in die richtige Überstreckung und dann zirkuliert während der Thoraxkompression angeblich tatsächlich genügend Luft durch die Lungen...

    Der Gedanke ist also nicht schlecht! Und schaden tuts auf keinen Fall wenn man die Maske mit O2 auf dem Patientengesicht lässt - ich denke nur dass es auf Dauer sehr anstrengend ist ständig im C-Griff die Maske aufs Gesicht zu pressen..
     
  9. Ra-pun-zel

    Ra-pun-zel Newbie

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    Auf jeden Fall im Gesicht des Patienten belassen!
    Die Maske wieder neu zu positionieren, das sie so dicht wie möglich ist, nimmt einfach zu viel Zeit in Anspruch!

    Und im Besten Fall wird der Patient zügig intubiert, um ihn suffizient Beatmen zu können. Und falls keine Intubation möglich ist steht ja immer noch die Larynxmaske zur Verfügung...

    Ist mir nicht bekannt, dass das auf peripheren Stationen oder in der Ausbildung geschult wird.
     
  10. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin Ra-pun-zel

    2 Jahre später kann ich sagen das bei uns der Laryngstubus im Rahmen des BLS geschult wird.
     
  11. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Gehört bei uns auch zum Standard auf Stationen, mit dem Tubus fährst du einfach besser.
     
  12. Flop2301

    Flop2301 Junior-Mitglied

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    Hi,
    solange ich ne Masken-Beutel-Beatmung durchführe würde ich die Maske auch in der Zeit in der die Thoraxkompressionen erfolgen auf dem Gesicht belassen. Jedes mal die Maske neu zu positionieren wäre mir viel zu aufwendig und man muss ja nicht die ganze Zeit die Maske draufdrücken bis die Nase platt ist sondern man kann auch den Moment einfach mal kurz die Hand ein wenig entspannen.
     
  13. Strombert

    Strombert Newbie

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    Leiter Ausserklinische Intensivpflege, Pflegeexperte für ausserklinische Beatmung, Rettungsassistent
    Hallo,

    es existieren keine Standards oder fachliche Aussagen dazu.

    Argumente für wegnehmen:
    • Man ist nicht nur auf das Aufpressen fokussiert und kann auch andere Dinge vorbereiten
    • Wenn der Patient erbricht ist es eine "sauberere Sache"
    • Bessere Erkennbarkeit wieder einsetzender Spontanatmung
    • Man bekommt keinen Krampf in der Hand (Selbsttest erfolgreich bestanden :aetsch:)
     
  14. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Bei uns sind zwar Larynxtuben in der Notfalltasche, aber erschreckend viele Kollegen wissen trotzdem nichts damit anzufangen.
    Dabei ist das Teil doch ziemlich einfach zu "bedienen".
    Ehrlich gesagt hatte ich es aber auch schon vor der Pflegeausbildung beim DRK in einem (Einsatz)sani-Kurs gelernt. Der größte Teil waren Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse, es sollte also für medizinisches Fachpersonal machbar sein ;)
    Ich finde, es erleichtert die Bebeutelung. Und zumindest bis ein Mensch kommt, der der Kunst des endotrachealen Intubierens mächtig ist und diese dann auch zur Schau stellt, finde ich es eine gute Lösung.
     
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