Am verzweifeln...

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Dolce_Vita, 03.05.2011.

  1. Dolce_Vita

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    Ich bin frisch im 2. Lehrjahr und meine Lehrkrankenhaus ist eine Psychiatrie. Nun habe ich meinen ersten Einsatz in der Somatik. (Innere)
    Die Arbeite an sich macht mir echt viel Spaß, aber irgendwie bin ich mega frustriert... Fühle mich teilweise überflüssig und fehl am Platz. :cry:

    Soviel kann ich bisher noch nicht machen, an medizinischen Tätigkeiten. Teilweise sind dann die ex. Kräfte einfach schneller und ich stehe dann da und kann nichts mehr machen. (z.B. Blutzuckermessungen werden zacki, zacki gemacht...)

    Irgendwie habe ich das Gefühl nur nebenher zu laufen und bin unzufrieden.
    Leider habe ich bisher wenig Erfahrung in der Somatik und habe den Eindruck, dass viele Kollegen mich für den ''nichtskönnenden Ballerburgschüler'' halten.
    Vll sind meine Erwartungen auch zu hoch, da es mein erster Einsatz in der Somatik ist?!
     
  2. Huhu Dolce Vita, hast du eine Praxisanleitung, mit der du dich zusammensetzen kannst?

    Im zweiten Lehrjahr hatte ich auch gut zu tun, überhaupt den Stationsalltag irgendwie auf die Kette zu kriegen - weißt du was mich gebremst hat? Mein Anspruch an mich selbst. Ich hab zuviel von mir erwartet und bin mir entsprechend auch nicht mehr gerecht geworden.

    Es hat mir damals geholfen, mir bestimmte Aufgaben zuweisen zu lassen/sie selbst zu erbitten und diese dann auch selbstständig durchführen zu können, um Routine zu bekommen.

    Welche Inhalte sollen dir auf der Station vermittelt werden? Was sollst du kennenlernen? Was ist dein Lernziel? Steck das fest am besten mit deinem PA und dann verfolg das :-)

    nimm dir die Zeit - was du jetzt im Huschhuschverfahren verpeilst, wird dir später nachhängen. Schau lieber genau hin und sprich an, was du gern machen möchtest. Frag auch, was die Pflegekräfte eigentlich von dir erwarten.

    Ich wünsch dir viel Erfolg ;)
     
  3. Dolce_Vita

    Dolce_Vita Junior-Mitglied

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    Ja, ich habe einen Praxisanleiter.
    Fühle mich aber oft alleine gelassen...
    Klar, weiß ich dass ich selbst auf das Pflegepersonal zugehen muss, aber z.B. ein Kollege arbeitet immer alles flott ab um dann so schnell es geht Feierabend zu bekommen. Er reisst oft auch blöde Sprüche, wenn ihm etwas zu langsam geht.

    Viele interessiert es auch gar nicht, dass du ein Schüler ist der gerne was lernen möchte. Manchmal möchte man einfach sovieles gerne tun und in der Praxis halt vertiefen was aber leider nicht immer möglich ist.
    Mich frustriert das einfach mega. :verwirrt:
    Weil ich mir denke, HEY DU BIST HIER UM WAS ZU LERNEN!
     
  4. dass es Stationen gibt, die ihre Schüler als Vollzeitarbeitskraft einsetzen will ich gar nicht bestreiten. Ohne ein Gespräch wird es so weiterlaufen wie bisher. Nimm dir, wenn du denkst du packst das nicht alleine, einen Vertrauten (Lehrer) aus der Schule und mach einen gemeinsamen Termin mit dem PA.

    Sprechenden Menschen kann geholfen werden und es ist Teil deiner Entwicklung, deine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele formulieren und diskutieren zu können. Nutz das als Chance :flowerpower:

    ich hab damals den Fehler gemacht, mich von den Kollegen zurück zu ziehen. Entsprechend fielen dann auch die Bewertungen aus ("zeigt wenig Interesse" kontra "zuviel Eigeninitiative" weil ich dann tatsächlich alleine losgestratzt bin - die Liste lässt sich beliebig verlängern ^^)

    Erst wenn sich nach einem Gespräch so gar nix tut, würde ich einen Wechsel der Station in Betracht ziehen (sofern es Alternativen gibt). Manchmal müssen wir uns durch unangenehme Sachen durchbeißen - und bevor du kampflos aufgibst - hol dein Selbstbewusstsein raus und starte durch.

    Es gibt leise Pfleger und wuselige und laute und so weiter - in einem Team treffen oft so unterschiedliche Charaktere aufeinander. Heute betrachte ich das als Lerngeschenk ;) ich glaube, ich werde nie wieder auf so bunte Mischungen treffen wie im KH. Zieh auch hier eine Essenz für dich heraus. Man kann nicht jeden mögen, aber ein professioneller Umgang miteinander ist auf jeden Fall drin - und wenn es "nur" von deiner Seite kommt. Wenn der Kollege nicht begreifen will, warum du wirklich da bist, so soll das nicht dein Problem sein. Zur Not ist es ja auch durchaus möglich, in die Gegenschicht zu wechseln :thinker:
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Schnapp Dir Deinen Praxisanleiter und setz Dir mit ihm konkrete Lernziele. Er kann Dir am besten sagen, was im Augenblick möglich und sinnvoll ist. Lernen in der Praxis funktioniert ja nur, wenn auch das passende Patientenklientel vorhanden ist.

    Und dann stell Dich auf die Hinterbeine und fordere Deine Anleitung ein. Wenn Du die Blutzuckerkontrollen üben willst, dann frag rechtzeitig den Kollegen, ob Du das heute übernehmen kannst. Zumindest für einen Teil der Patienten.

    Warte nicht, bis die Kollegen auf Dich zukommen. Die sind wahrscheinlich keine Schüler aus psychiatrischen Krankenhäusern gewohnt. Wie viele wissen, dass dies Dein erster Einsatz in der Somatik ist? Bei einem Zweitjahresschüler gehe ich für gewöhnlich davon aus, dass er bereits mehrere Einsätze in der Somatik hinter sich hat und entsprechend fit ist. Gerade die Vitalzeichenkontrolle sollte dann sitzen.

    Es ist nicht schlimm, dass Du in der Somatik noch Lücken hast (geht ja gar nicht anders), aber erkläre, warum man Dich nicht wie einen der üblichen Zweitjahresschüler behandeln kann.
     
  6. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Hallo,

    das Problem kenne ich zu gut. Als ich noch im rein somatischen Haus gearbeitet habe, hatte wir auch immer Schüler aus der Psychiatrie. Die sind nie hinterhergekommen, weil einfach viele Sachen noch nie gemacht wurden. Ein Schüler im somatischen Haus lernt früh Infusionen richten. Das sitzt dann auch recht schnell gut, da es ja oft gemacht wird. Bei den Psychiatrieschülern ist das schwieriger, denn auf diesen Stationen gibt es selten Infusionen. Jetzt arbeite ich selber im Haus einer Psychiatrie, aber auf einer Neurologischen Station. Dort bekomme ich das genauso mit.
    WIchtig ist, das du jetzt handelst und das nicht schleifen lässt. Geh zu deinem Praxisanleiter und erklär die Sache. Sag das du dies gern lernen würdest, aber dir die Arbeit immer gleich weg geschnappt wird. Es gibt sicher die Möglichkeit, das man dir z.b. immer eine Infusion übrig lässt zum richten usw. Bloß nicht den Kopf in Sand stecken. Aller Anfang ist schwer :-) Das wird schon!! Viel Spaß noch weiterhin bei der Ausbildung
     
  7. Dolce_Vita

    Dolce_Vita Junior-Mitglied

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    Ich werd mir die Tage mal meinen PA zur Seite nehmen und mit ihm darüber reden. Bin jetzt auch erst denn 6. Tag dort auf Station und mal gucken was sich den Einsatz noch so ergibt.

    Bin vll in einigen Dingen auch zu fein fühlig, da in der Psychiatrie viel Wert auf wertschätzender und respektvoller Umgang legt wird.
    Und das unter Mitarbeiten sowie auch im Kontakt mit den Pat.
    Sollte manche Situationen nicht gleich auf die Goldwaage legen...

    Klar, gibt es überall schwarze Schafe. Aber in der Somatik liegen halt die Schwerpunkte wo anderes, wo dann leider die ''schöne Kommunikation'' gerne mal aus den Augen verloren geht.
    Womit ich erstma zurecht kommen muss. :-?
     
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