AltenpflegerIn im OP?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Samara29, 17.04.2008.

  1. Samara29

    Samara29 Newbie

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    Hi an alle,
    Bin noch ganz neu und hoffe das ich diese Frage im richtigen Bereich stelle.
    Darf eine Altenpflegerin in der Ästhetisch/Plastischen Chirurgie arbeiten??
    (Aufgaben:Assistenz bei OPs,Nachsorge postoperativer Patienten-nachts alleine)
    Ich arbeite seit einem Jahr in diesem Bereich,erst Teilzeit dann auf 400Euro Basis.Ich selber bin Krankenschwester.
    Bis jetzt war dies eine Top Stelle.Alle haben sich untereinander verstanden.
    Bis vor 2 Monaten diese Altenpflegerin kam..
    Sie hat als einzige von uns nur diesen 400 Euro Job und ist damit natürlich flexibler als meine Kollegin und ich.
    Seit sie dort arbeitet,werden meine Kollegin und ich nur noch gerufen wenn sie ausnahmsweise mal keine Zeit hat.
    Vor 3 Wochen beschwerte sie sich bei mir, daß sie ja viel zu viel arbeiten muß für 400 Euro.
    Ich dagegen ärgerte mich natürlich über zu wenig Arbeit.
    Als ich ihr anbot dies mit unserem Chef zu klären,ging sie hinter meinem Rücken allein zu ihm und erzählte alles ganz anders, von wegen ich hätte sie fertig gemacht usw
    Da sie flexibler ist als ich(und billiger arbeitet),habe ich heute die Drohung erhalten ,ich müßte gehn, wenn wir uns nicht verstehen.
    Also ich denke,sie ist nicht qualifiziert für diese Arbeit.Aber wenn jetzt "zufällig" ne Kontrolle käme(wie meine Kollegin vorschlägt)hätte denke ich eher mein Chef ein Problem.Das möchte ich aber nicht.
    Würde diesen Job wirklich gern behalten,habt ihr nen Rat wie ich mich jetzt verhalten soll?
    Lg Samara:cry:
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich verstehe die Sitten in eurem Haus nicht so ganz. Wie kann es sein, dass ihr beide auf 400,-Euro-Basis arbeitet, sie aber häufiger arbeitet als Du? Da muss es doch eine festgelegte Anzahl von Arbeitsstunden pro Monat geben!

    Die Qualifikation deiner Kollegin kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich weiß aber, dass allein die Grundausbildung gar nichts über die Fähigkeiten in einem bestimmten Arbeitsgebiet aussagt. Dazu kommen noch Berufserfahrung, Interesse, Engagement...
     
  3. Samara29

    Samara29 Newbie

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    Ja,das mit den Zeiten verstehe ich auch nicht.Als Krankenschwester bekommen wir 10 Euro auf die Stunde.Wären also 40 Stunden im Monat.
    Weiß nur, daß sie weniger bekommt.Vielleicht liegts ja daran.
    Aber an die Stundenbeschränkung vom Arbeitsamt hält sie sich auf alle Fälle nicht.
    Außerdem bin ich der Meinung,daß man wenigstens einige Grundkenntnisse haben sollte.Aber sie weiß z.B noch nicht mal, wie man Instrumente säubert.
    Wenn ich dran denke,daß sie nachts mit Patienten alleine ist,sträuben sich mir die Haare, tut mir leid:knockin:
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Beide erhalten dasselbe Gehalt. Wenn jemand weniger Stundenlohn bekommt, dann muss er nach Adam Riese häufiger erscheinen als jemand der mehr Stundenlohn erhält. Welche Arbeitskraft ist da wohl lukrativer für den AG?

    Und nein, es gibt keine Vorbehaltsaufgaben für Krankenschwestern. Dein Chef kann beschäftigen wen er will... sicher mit all den Kosequenzen (haftungsrechtlich usw.). Aber ich gehe mal davon aus, dass er dies wohl durchdacht hat und sich eine hauseigene Spezies "züchtet".

    Elisabeth
     
  5. crusoe

    crusoe Junior-Mitglied

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    Dürfen Altenpfleger wirklich im OP arbeiten? Braucht man dafür nicht mindestens die Krankenpflegeausbildung als Grundlage?
    Klar, man kann sich in die Thematik reinarbeiten, doch ist man dann rechtlich abgesichert? Hat die Kollegin vielleicht eine wie auch immer geartete Zusatzqualifikation??? Oder übernimmt sie nur bestimmte Aufgaben bei kleineren Eingriffen?
    Also ich bin jetzt etwas verwirrt, könnte mir aber vorstellen, das sie vielleicht nur bei kleineren OP's eingesetzt wird, z.B. Narbenrevisionen etc., wenn das bei euch häufig vorkommen sollte.
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Da ich noch nie einen OP von innen gesehen habe (mit einer Ausnahme, aber da war ich dreizehn und lag auf dem Tisch), halte ich mich persönlich auch als Krankenschwester (mit Berufserfahrung, aber eben auf Station) nicht für qualifiziert, um ohne Einarbeitung im OP zu arbeiten.

    Ich bleibe dabei, dass die Grundausbildung allein überhaupt nichts über die Qualifikation aussagt. Beide Ausbildung dauern drei Jahre! Krankenschwestern arbeiten sich in die Altenpflege ein, Altenpfleger arbeiten (seltener) im Krankenhaus - wieso soll das nicht für den OP genauso möglich sein?

    Den speziellen Fall von Samaras Kollegin kann ich wie gesagt nicht beurteilen.

    Gruß, Claudia
     
  7. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Hallo Samara,
    um Deine Frage beantworten zu können, müßte man wissen, in welcher Art von Haus Du beschäftigt bist und welchen Tarif ihr anwendet.
    Generell hat Dein Chef ein Organisationsverschulden, wenn die Altenpflegerin im OP Tätigkeiten ausübt, für die sie nicht qualifiziert ist, und dabei etwas schief geht. Da kann er dann voll seinen Kopf hinhalten. Dabei ist die Ausbildung zur Altenpflegerin ja nicht minderwertiger, aber hat halt andere Schwerpunkte. Aus dem Grund sind Altenpfleger, die bei uns auf der Geriatrie arbeiten, genauso eingruppiert wie Krankenschwestern. Sie dürfen bei uns aber auch nur auf der Geriatrie arbeiten und nicht etwa auf der Gynäkologie.
    Im OP dürfen sie meiner Meinung nach generell schon arbeiten, nur kommt es darauf an, was sie da genau machen. Wenn sie natürlich alleine nachts im Aufwachraum ist und postoperative Patienten zu überwachen hat, sehe ich da schon ein ziemliches Problem, denn die Ausbildungsinhalte in der Altenpflege sind da doch schon sehr anders und decken das nötige Wissen sicherlich nicht ab. Aber das ist das Problem Deines Chefs, da kannst Du an sich gar nichts machen. Wenn etwas passiert und ein Patient klagt, dann wird sehr genau geguckt wer da Dienst hatte und wenn Dein Chef eine Altenpflegerin in der Anästhesie einsetzt, dann muß er dabei die Verantwortung übernehmen. Es trifft ihn ganz klar ein Organisationsverschulden.
    Das andere habe ich nichts ganz verstanden: Der Chef holt Dich nicht mehr so oft? Hast Du keinen festen Vertrag? Wenn ja, dann muß Dein Chef Dich für die vereinbarte Zeit auch arbeiten lassen, sonst kommt er in Annahmeverzug. Dann hat er Dir Dein Geld trotzdem auszubezahlen, auch wenn er Dich nicht arbeiten läßt. Er und Du müßt euch beide an die arbeitsvertraglichen Pflichten halten. Es ist auch davon abhängig, welches Arbeitsmodell ihr habt, ob ihr z.B. Arbeitszeitkonten habt. Dann kannst Du mit Deinen Stunden auch ins Minus kommen, aber auch nur bis zu einer bestimmten Stundenzahl.
    Wenn Du keinen festen Vertrag hast und nur auf Abruf sporadisch arbeitest, dann hast Du auch keinen Anspruch darauf, dass der Chef Dich holt. Es kommt ganz genau auf Deinen Vertrag an.
    Zu dem anderen Punkt: Wenn Du einen festen Vertrag hast und nicht mehr in der Probezeit bist, dann kann der Chef Dich ohne Grund auch nicht so einfach entlassen. Schon gar nicht wegen Verleumdungen, die gar nicht stimmen. Habt ihr keine Mitarbeitervertretung? Wenn ja, würde ich mich auch dorthin mal wenden.
    Vielleicht habe ich Dir ein klein wenig weitergeholfen. Aber, wie gesagt, ich müßte viel mehr wissen über das Haus, in dem Du arbeitest, Tarifvertrag, Arbeitsvertrag usw.
    Alles Gute!
    Liebe Grüße
    Brigitte
     
  8. Samara29

    Samara29 Newbie

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    Hallo Brigitte,
    Also einen festen Vertag habe ich.Es ist ein Aushilfsvertag über 400 Euro mit der entsprechenden Stundenzahl.
    Für die abgeleisteten Stunden haben wir jeden Monat einen Stundenzettel auszufüllen,dieser wird dann zur Steuerberaterin geschickt,die dann das Gehalt ausrechnet.
    Eine Mitarbeitervertretung etc.haben wir nicht.
    Es ist nur eine kleine Praxis mit zwei Betten.
    Dort arbeiten mein Chef und seine Frau,eine Kosmetikerin und mit der Altenpflegerin drei 400 Euro Kräfte.
    Der Anästhesist ist selbstständig und wird bei Bedarf gerufen.
    In der Probezeit bin ich nicht mehr.Ich bin diejenige wo schon am längsten da ist.War vorher Teilzeitkraft dort,bis zuwenig Aufträge kamen.Dann wurde der Vertag umgewandelt.
    Habe selber beide Ausbildungen(Alten-und Krankenpflege).
    Mit meiner Altenpflegeausbildung habe ich selbst einmal in einem Krankenhaus gearbeitet.Dies war aber auf der Inneren und alleine Nachtwache zu machen, war mir nicht erlaubt.
    Frage mich,wie eine Altenpflegerin alleine Postoperative Patienten versorgen will.
    Ich hatte in meinen Nächten dort schon diverse Nachblutungen oder es ist jemand kollabiert.
    Allein mit meiner Altenpflegeausbildung hätte ich mich da nicht qualifiziert genug gefühlt.
    Aber stimmt, duhast recht,einfach so kann er mich nicht kündigen.
    Gruß Samara
     
  9. Samara29

    Samara29 Newbie

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    Ps:Zu der Frage nach der Art der Ops bei der sie assistiert.
    Bei allem was wir anderen beiden auch machen, z.b Bauchstraffungen.
     
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