Als Qualitätsmanager in privatem Pflegedienst

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von behta, 29.01.2008.

  1. behta

    behta Newbie

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    Hallo erstmal! :-)

    Ich schreib mal kurz was zu mir - denn ich habe morgen ein Vorstellungsgespräch bei einem privaten Pflegedienst, der einen Qualitätsmanager für 20 Wochenstunden sucht.

    Krankenpflegeexamen: 1993
    2,5 Jahre Krankenhaus
    3,5 Jahre häusliche Pflege mit Leitungsfunktion (übergangsweise)
    Umschulung: Informatikkauffrau
    4 Jahre EDV im Krankenhaus, u.a. Erfahrungen mit dem Qualitätsmanagement bis zur Zertifizierung (nur unterstützend, keine Eigenregie)
    2,5 Jahre Elternzeit

    Und jetzt das Jobangebot. :-)

    Was auf mich zukommt, weiß ich recht gut, denn ich habe mich gut belesen - allerdings habe ich noch nie "in der freien Wirtschaft" gearbeitet und so gar keine Ahnung, was ich von dem guten Mann morgen verlangen darf. Pokern ist okay, denn ich "brauch" den Job nicht um jeden Preis, aber ich möchte auch nicht unverschämt sein. ;)

    20.000 Euro Jahresgehalt?

    Einige von Euch hier sind ja auch im häuslichen Bereich als Qualitätsmanager beschäftigt - z.T. zahlen Eure Arbeitgeber nicht mehr dafür als für die Pflegetätigkeit?
    Habt Ihr alle eine Weiterbildung vom Arbeitgeber finanziert bekommen?

    Vielen Dank im Voraus.
     
  2. valentina-a

    valentina-a Junior-Mitglied

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    Hallo behta,
    für die "freie Wirtschaft" ist der Gehaltsvorschlag als Qualitätsmanager realistisch, aber ob der "gute Mann" morgen aus den Latschen kippt kann ich dir leider nicht voraussagen :verwirrt:!
    Es kommt hierbei wieder auf die Größe des Pflegedienstes und den Aufgabenbereich an. Wenn der Inhaber aber explizit eine Qualitätsmanagerin gesucht hat, und du ausschließlich für Qualitätsaufgaben eingestellt wirst, dann wird ihm klar sein, dass Qualität eben ihren Preis hat.

    In vielen Pflegediensten ist es entweder so, dass es eine/n Qualitätsbeauftragte/n gibt oder die PDL diese Aufgaben mit übernimmt.
    Bei mir ist es so geregelt: ich bin TQM-Auditorin, meine Mitarbeiterin war auf einer von uns bezahlten QMB-Schulung und übt ihre Tätigkeit neben ihrer Pflegetätigkeit aus. Dafür erhält sie auch etwas mehr Gehalt als die anderen "normalen" Pflegekräfte.
    Viel Glück beim Vorstellungsgespräch - du kannst ja mal berichten, wie es ausgegangen ist!
    Valentina
     
  3. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    es kommt - wie gesagt- auf die Größe des AG und den Aufgabenbereich an...
    Bedenke bei den Gehaltforderungen, dass Du (so wie ich Dich verstanden habe) keine explizite Ausbildung im QM hast.
    Du bist dann federführend hierfür verantwortlich!
     
  4. nusskeks

    nusskeks Newbie

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    herzlich willkommen hier im chat.
    ich bin seit langer zeit gast hier im forum und verfolge viele fragen und auch antworten. eigentlich wollte ich mich nicht zu den themen hier äußern, weil sie einfach oft nicht den stand der pflege des 21 jahrhunderts widerspiegeln. das mag jetzt etwas hoch näßig klingen, aber ich bin auch nur ein mensch. kurz zu meiner person: ich bin krankenpfleger, habe ne fachweiterbildung für intensiv und anästh., habe zwei jahre lang eine PDL ausbildung in vollzeit gemacht, weil ich dachte, das wäre meine zukunft und musste dann erfahren, dass man plötzlich auch pflege studieren kann. habe also abi nachgemacht und pflegemanagement studiert. bin seit 11 jahren für den MDK tätig und mache einzelfallgutachten und qualitätsprüfungen.
    ich war für amb. pflegedienste als sog. qualitätsbeauftragter tätig. meine erfahrung im amb. bereich als qualibeauftragter:
    1. wird sehr gewünscht.
    2. wird etwas besser bezahlt als die pflegefachkräfte
    3. es wird erwartet, dass du auch in der normalen pflege mitarbeitest
    4. du sollst die PDL vertreten können
    5. organisationstalent
    6. die tätigkeit als qualitätsbeauftragter kann niemand der kollegen richtig einschätzen, weil sie das nicht kennen als "arbeit"
    7. du bist die büro frau, die nur "sitzt"
    8. ohne pflegekassen kontakte wirds schwer
    9. ...usw.
    denke bitte daran, dass du in einem amb. pflegedienst mit weniger als 40 mitarbeiter eine schwere position haben wirst, weil sowohl PDL als auch mitarbeiter "ganz viel wunder" von dir erwarten, die du nicht erfüllen kannst.

    dennoch viel erfolg, falls es geklappt hat und ich drücke dir die daumen.
    p.s. 20 tsd euro im jahr brutto sind für eine solche position nicht diskutabel. im amb. bereich wird geld verdient. und QM ist die basis hierfür.

    liebe grüße
    nusskeks
     
  5. processuscoracoideus

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    ...bin ja mal gespannt, wie's gelaufen ist...

    ich hab mal als QM in einem 4-Mann-PD gearbeitet - 40Std. Pflege und 20Std. QM pro Woche bei einem Gehalt von DEUTLICH unter 2000EUR brutto. Nee, danke. Ehrlich, man hat auch schon bei 4 Leuten wahnsinnig viel zu tun, wenn vorher noch nie einer dort etwas von einem Handbuch gehört hat, die Pflegedoku aussieht, als wäre ein Sturm durchgefegt...

    Fazit: fordere ruhig bißchen mehr, denn die fordern sicher auch mehr ????
     
  6. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo @ all,
    wir reden hier über das Gehalt einer HALBEN Stelle....da sind 20 TSD viel !
    Auf eine Volllzeitstelle hochgerechnet gäbe das ein monatliches brutto von 3300,- Euro.
    Das bekommen teilweise nicht mal PDLs.
     
  7. processuscoracoideus

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    Also in unserer Region bekommt ne PDL ca. 1600-1900 EUR für eine volle Stelle. Siehe diverse Stellenangebote. Aber der QM steht doch rein Organigramm-technisch gesehen über der PDL - oder?
     
  8. valentina-a

    valentina-a Junior-Mitglied

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    Hallo processuscoracoideus/ Rabenschnabelfortsatz (lat. Name ist aber kompliziert!) ,:cheerlead:
    Das ist schon verdammt wenig, das bekommen bei uns schon die ungelernten Kräfte. Aber in Großstädten und großen Pflegediensten sind € 3.000,- schon drin.
    Das kommt darauf an, wo das Unternehmen die Stelle des QB ansiedelt bzw. für wie wichtig es die QM-Aufgaben erachtet . In meinem Pflegedienst ist die QB übrigens auf gleicher Ebene mit der PDL.

    Ich finde es schade, dass sich manche Inhaber erst dem Thema "Qualität" annehmen, wenn der MDK vor der Tür gestanden und eine Mängelliste erstellt hat.
    QM-Arbeit kostet Geld, Zeit und Nerven, erleichtert aber letztendlich die Arbeit, macht sich bezahlt und stellt Transparenz für alle Beteiligten her. Und manchmal macht QM sogar Spaß!

    @ Lillebrit:
    Für einen Qualitätsmanager mit entsprechender Weiterbildung sind € 40 TSD in der freien Wirtschaft schon ok, ein kleiner Pflegedienst kann sich das allerdings nicht leisten.

    Vielleicht meldet sich behta ja noch, um zu berichten, was aus ihrem Angebot geworden ist...
    Grüße und Helau!
    Valentina
     
  9. behta

    behta Newbie

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    Hallo,

    vielen Dank für Eure Antworten - besonders auch die Infos vom MDK sind sehr interessant. :-)

    Ich hatte bisher mehrere sehr gute Gespräche - und er will mich unbedingt haben. :-)
    Mein Vorgänger hat schon viel vorbereitet und bereits eine unangemeldete Prüfung des MDK ohne viel Aufhebens gut geschafft, ohne dass kurzfristig irgendwas Großartiges getan werden musste. :-)
    Der PDL ist fast 60, sehr aufgeschlossen gegenüber allem, was mit Qualitätssicherung zu tun hat - und das freut mich sehr.
    Die alten Standards müssen aufgearbeitet werden, es gibt z.B. noch kein Beschwerdemanagement, Dokumentation sah soweit gut aus, muss aber wohl von den Vorlagen her angepasst und vereinfacht werden.
    Pflegevisiten gibt es zur Zeit noch nicht - und auch sicher noch viel mehr, was im Laufe der Zeit auf mich zukommt.
    Selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten verlangt er - und das kommt mir sehr entgegen.
    Er sprach nicht von der Übernahme seiner Aufgabenbereiche - aber mir ist schon klar, dass niemand dort in der Lage ist, seine Arbeitskraft aufzufangen, wenn er wegfällt. Ich bin zwar etwas raus, aber wenn er sich mit seiner Bürokraft unterhält über Pflegeverträge, dann weiß ich genau, was da abgeht, so dass nach kurzer Einarbeitung auch das gar kein Thema ist.

    Auszuhandeln war nicht viel. *g* Er zahlt allen examinierten Pflegekräften gleich viel: 13,33 Euro Stundenlohn (keine Ausnahmen). Im Öffentlichen Dienst hab ich bisher immer mehr bekommen unterm Strich - aber auf mich wirkte das alles sehr rund, ich fühle mich dort sehr willkommen. Das war mir immer wichtiger, wenn denn meine Familie davon satt wird. ;)
    Kleines Team, 19 Mitarbeiter.
    Ca. 20% Mitarbeit in der Behandlungspflege.
    Urlaub: 25 Tage.
    Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld: 0
    Arbeitszeiten: flexibel nach meinem Ermessen - sehr praktisch mit 2 kleinen Kindern!
    Alles sehr modern, die Pflegekräfte sind mit MDAs unterwegs, Handys ausgestattet.

    Naja, man kann nicht alles haben - aber ich bin zufrieden. :-)
    Vertrag gibts morgen.
    Im Februar schnupper ich immer mal etwas rein, ab März gehts dann richtig los.

    Ich werde in Zukunft sicher öfter fragen und freue mich, dass ich hier so nette Antworten erhalten habe. :-)

    Viele Grüße
    Tanja

    Ach ja, noch was: Weiterbildungen zahlt er ohne mit der Wimper zu zucken. :-)
     
    #9 behta, 05.02.2008
    Zuletzt bearbeitet: 05.02.2008
  10. Mink

    Mink Newbie

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    wußte gar nicht, dass man Pflegedienste gibt die jemanden "nur" für diese Tätigkait einstellen.
    Bis uns bin ich der QM und das mache ich so nebenbei. das heißt nach meiner regulären Tour.
    Geld kriege ich dafür natürlich auch. Und zwar 10,-€ für eine "QM Stunde"
    Aber maximal 5 Stunden die Woche
     
  11. lauramein

    lauramein Newbie

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    [hallo,ich arbeite in der ambul. Pflege, bin ausgebildet als QMB,arbeite 75%
    davon 50% als QMB und 25% in der Pflege.Erarbeite das QM-Handbuch und leite QM-Zirkel.Bezahlt werde ich mit KR 5a,bei 35 Berufsjahren und Ausbildung als QMB,kann ich da nicht etwas mehr erwarten?
     
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