Als Krankenpfleger in einer JVA arbeiten: praktische Erfahrungen?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von pmd74, 04.08.2015.

  1. pmd74

    pmd74 Junior-Mitglied

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    Hey Leute,
    ich bin vor kurzem in unserer regionalen Zeitung über eine interessante Annonce gestolpert, und wollte euch das mal kurz mitteilen. Wer sowas ähnliches erlebt hat darf sich liebend gerne bei mir melden.

    Also, konkret ging es darum, dass Pflegekräfte in einer JVA gesucht werden. Neugierig wie ich bin, habe ich mich auf diese Stelle beworben wie ich es schon etliche mal woanders auch gemacht habe.

    Nun, lange Rede kurzer Sinn: das ganze Ausmass wird mir erst jetzt bewusst, was es bedeutet, denn es ist in der Tat kein simpler Stellenwechsel. Ich habe wirklich gedacht, man wird bewirbt sich, wird zum Vorstellungsgespräch geladen wie es halt üblich ist und wird dann nach einer Einstellungsphase evtl. eingestellt.

    Aber dem ist nicht so, im Gegenteil. Man soll eine Ausbildung machen, die mindestens 24 Monate andauert, je nach Bundesland auch kürzer. Hier in NRW sind es 2 Jahre.

    Diese Phase der Ausbildung endet dann mit einem Prüfungsteil. Danach ist man dann wenn man es denn geschafft, Beamter auf Widerruf. Die Option als Beamter auf Lebenszeit wird einem dann nach Befähigung in Aussicht gestellt.

    Auch bekommt man dann kein normales Gehalt, sondern sog. Anwärterbezüge, das sind ca. 1000 Euro brutto im Monat. Nach den 2 Jahren kommt man in die Besoldungsgruppe A7, auch hier wird unterschieden nach Alter und weiteren individuellen Merkmalen.

    Hat das jemand von euch mal gemacht und arbeitet in diesem Bereich oder in einem JVA Krankenhaus wie dem in Fröndenberg?

    Bedenklich finde ich nur in der Zeit wenn man wirklich genommen wird, das man während der 2-jährigen Ausbildung Anwärterbezüge bekommt, und dann noch die Prüfung ablegt zum JVA-Beamten. Denn wenn man während der Prüfung durchfällt und diese wiederholt und dann nochmals durchfällt, hat man zwei Jahre quasi in den Wind geblasen.

    Mir in meinem Alter mit 41 ist es natürlich so, dass man seine laufenden Kosten hat. Gibt es Beihilfen vom Amt oder dergleichen um das aufzustocken?

    Wer hat praktische Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und kann mir so ein paar Tipps dazu geben, auch ist mir jeder andere willkommen um mir seine Meinung zu präsentieren...

    Gruss
    Patrick
     
  2. Peppo

    Peppo Junior-Mitglied

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    Interessante Geschichte. Stellt die Besoldungsgruppe A7 denn eine deutliche Steigerung für dich dar? Wie sieht es denn aus mit weiteren Aufstiegsmöglichkeiten?

    Klar, eine Anstellung als Beamter auf Lebenszeit ist natürlich auch nicht zu verachten... Ich werde das hier mal verfolgen... :cleanglasses:
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Also... nur als Anmerkung: vor ein paar Jahren stand in den Stellenanzeigen der JVA Fröndenberg noch drin, dass eine zweijährige Ausbildung vonnöten ist, wenn man sich dafür entscheidet.

    Alles was du gerade schreibst, habe ich ergoogelt, bevor ich mich gegen die Bewerbung entschieden habe. ;)


    "2 Jahre in den Wind". Klar. Bei der Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung sind es sogar drei...

    "Beihilfen" nur die üblichen, Wohngeld, usw. Eine Umschulung wirst du wohl nicht bekommen. Nötig ist das ganze für dich ja nicht.
     
  4. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Mein Papa arbeitet in einer JVA auf der Krankenstation. Er ist Krankenpfleger und hat die meiste Zeit seines Lebens auf ITS, in der Notaufnahme und beim RD gearbeitet.
    Eine "neue" Ausbildung musste er nicht machen.
    Allerdings sagt er selber, dass er sich dort sehr langweilt. Es gibt kaum Arbeit und wenn wirklich mal was ist, was mehr als Schnupfen o.ä. ist, werden die Häftlinge meistens doch mit Polizeischutz in ein "normales" KH verlegt.
     
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