Als KPH im Altenheim: Weiß einfach nicht mehr weiter!

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von JeanRutti, 14.02.2012.

  1. JeanRutti

    JeanRutti Newbie

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    Hallo,
    ich habe eine kleines Problem und weiß nicht wo es reingehört.
    Ich bin seid 2,5 eine KPH mit staatlicher Prüfung. In den ersten 1,5 Jahren, wurde ich bei keiner Anstellung so richtig glücklich. Ich habe immer Gedacht, als KPH gehöre ich in Krankenhaus und nicht in die Altenpflege.
    Nun arbeite ich schon seid fast einem JAhr in einem Heim und bin total glücklich, mit meiner Arbeit. Ich versteh mich mit den Kollegen und auch mit fast allen Bewohnern, ausser mit einer und nun kommen wir zu meinem Problem.
    Anfang Dez. zog bei uns eine neue Bew. ein. Sie wurde als recht schwierig angekündigt ( was mir aber nicht gesagt wurde). Die Bew . musste aus dem Heim ausziehen in dem sie vorher war. Das Heim ist insolvent und wollte halt 70 Bew. los werden, jetzt machen sie doch weiter.
    Mit der Bew. hatte ich nach Ihren ersten 3 Tagen Kontakt. Mit wurde nur gesagt, das sie auf pünktlichkeit achtet. Nun kam mir am ersten Tag bei Ihr etwas dazwischen und ich kam nicht pünktlich. Wir gerieten mehr oder weniger aneinander. Sie beschimpfte mich aufs übelste, was ich so noch nicht kannte. ICh habe erst einmal geschluckt und nichts gesagt, aber irgend wann wurde es mir zuviel und habe halt auch etwas gesagt. Das war falsch, wie ich irgend wann gemerkt habe. Sie ist es nicht gewohnt gewesen, das man ihr widerspricht und sie nicht das letzte Wort hat.
    SIe hat mich danach jeden Tag beleidigt und hat mir sehr viele nerven gekostet. Es ging schon so weit, das ich Angst auf der Arbeit hatte, wenn ich wieder mal nicht mit der Zeit hingekommen bin. Ich habe zeitweise aus Angst schon geweint. Irgend wann habe ich mich den Kollegen anvertraut, naja es hieß nur ich würde unprofessionell handeln, wenn ich es Ablehe sie zu pflegen usw.
    Einige Kollegen waren so nett und haben die Arbeit bei Ihr überneommen. Von der Chefin hieß es nur" Geh mal in dich, vielleicht liegt es ja auch an dir.""
    Naja nun ist es so, das ich meine Arbeit bei Ihr mache, aber wir keine Freunde werden. Ich behandele sie mit Abstand, aber dennoch freundlich .
    Ich bin nicht so herzlich zu Ihr wie ich die anderen Bew. behandele. Ich kann es einfach nicht, sie hat mich zu sehr verletzt.
    Nun musste ich heute leider wieder erfahren, das sie immer noch schlecht über mich bei den Kollegen redet. Die meisten Kollegen machen brav was sie sagt und sagen nur ja und amen. Teilweise bekommt sie Zucker in den Hintern geblasen. Weiß nicht warum.
    ICh fühle mich als Versager. SIe hat bei den anderen wieder damit gedroht auszuziehn, weil ich sie einfach nicht mit mir klar kommt. ICh weiß ehrlich nicht was ich noch machen soll.
    Habe auch Angst, das ich den Job verliere, wenn sie Ihre Drohung war macht und das Heim verlassen will. Lt.der Kollegen, steht unsere Chefin immer hinter den Bew. und nicht hinter uns als Pflegekraft.
    Könnt Ihr mir einen Tip geben, was ich noch machen kann. Ich bin wirklich lieb und nett zu der Dame, aber egal was ich machen würde, ich würde immer verlieren. Muss ich mir denn alles von Ihr Gefallen lassen?? Ich habe nur einen befristeten Vertrag und würde echt gerne dort bleiben.
    Danke das ich das hier los werden durfte.
     
  2. Schwester Rabiata 2

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    Ich liebe PDL`s, die nicht hinter ihrem Personal stehen! :wut: Ich würde ihr alles so erzählen, wie du es uns erzählt hast. Ansonsten würde ich meine Koffer nehmen und gehen. Das hast du nicht nötig! Wir haben Pflegenotstand. Du wirst schon was neues finden. :troesten:
     
  3. Maniac

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    Hat ja noch niemand gesagt...


    Sprich es an und schau was passiert.
     
  4. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    So eine Patienten wurde mir auch mal zu Teil- sie war Wochenlang stationär in unserem Haus und hatte eine furchtbar unangenehme, fordernde, unfreundliche Art an sich. Sie reizte mich mit Kommentaren wie Sie haben Ihr Examen wohl im Internet gekauft oder in jeder billigen Absteige wird man ja besser behandelt :wut: :wut: :wut: bis auf's Blut und unsere Konflikte schaukelten sich immer mehr hoch. Nach drei Tagen frei, bin ich dann morgens zu ihr hin und habe ganz fröhlich auf sie eingeredet...Wie es ihr inzwischen ergangenen ist, ob das Halstuch neu sei- würde ihr ja sehr gut stehen- und dann habe ich ihr noch ein aktuelles Foto von meinem Sohn gezeigt- ganz stolze Mama- und siehe da: Anstatt wird auch Zeit, dass sie kommen und diversen anderen Sticheleien fing sie an von ihren Enkeln zu erzählen und die Grundpflege gestaltete sich zum ersten mal entspannt und ohne Zank. Sie hat sich zwar später immer wieder mal im Ton vergriffen, aber irgendwie konnte ich darüber viel gelassener hinweghören...Sie zu meiden und oder andere Kollegen hinzuschicken , löst das Problem nicht und lässt Dich immer mit einem flauen Gefühl an sie denken. Betrachte sie als Herausforderung an Deine Kompetenzen. Du wirst sie nicht ändern können, aber Dich kannst Du ändern...Mach Dir bewusst, dass sie Dich mit ihrem Groll eigentlich gar nicht meint und dass die Zeit, die Du mti ihr verbringst, begrenzt ist. Insofern wünsche ich Dir Gelassenheit und Selbstvertrauen...:flowerpower:
     
  5. Lillebrit

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    Hallo,
    vergesst bitte nicht, dass es keine Patienten sind! Ein AH hat keinen kurzfristigen Behandlunsgauftrag wie ein Krankenhaus, sondern ist eine stationäre Langzeiteinrichtung in welcher die Bewohner ihr Leben gestalten und im Prinzip den Status "Kunde" haben.
    Es wäre gut zu eruieren, was da auf der Beziehungsebene "falsch gelaufen ist", ggf. auch mit einer neutralen Person.
    Hieraus können dann Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.
     
  6. JeanRutti

    JeanRutti Newbie

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    Ich weiß auch nicht genau was da schief gelaufen ist.
    In dem Heim wo die Bew. vorher war, wurde sie mit dem Lifter rausgeholt , in den Rollstuhl gesetzt und zur Mittagszeit nur zum Abführen usw. ins Bett gelegt. Ihr wurde sehr viel abgenommen, sie konnte kaum noch etwas selbst.
    Bei uns mußte sie sich wieder selbst bewegen. DIe ersten Tage war unsere WBL bei Ihr ( Für die Bew. eine Respektperson, weil sie was zu sagen hat) und hat sie mob. und Ihr gezeigt was sie selber machen kann .
    Ich hatte das Pech, als nächse dran gewesen zu sein. Die Bew. fing an zu meckern, was ich nicht alles falsch mache. Im Heim ....
    wurde das so gemacht und da brauchte ich nichts machen usw.
    Während sie auf dem Toilettenstuhl saß, klingelte eine andere Bew. und ich bin kurz raus, habe ich Ihr auch gesagt. Ich wußte aber nicht, das sie so etwas nicht akzeptiert. Wenn man bei Ihr ist, muss man auch die ganze Zeit über bei Ihr bleiben. Als ich wieder zu Ihr kam, stand sie mit samt T.Stuhl auf dem Flur und hat geschrien.
    Sie ließ sich kaum beruhigen, es interessieren sie die anderen Bew. nicht. Sie hat mich sehr verbal angegriffen und mich sehr beschimpft. Aus was für ein sch.... Elternhaus ich wohl komme , ICh hätte keine Erziehung usw. Das ging bestimmt 15 Min. in dem Tonus weiter. Sie hat mich halt pers. angegriffen und das war sehr verletzend. Klar das machen oft einige Bew. da sie nicht wissen was sie sagen, aber sie wußte was sie tut und weiß es heute noch.
    Irgend wie konnte ich sie auch verstehen, es ist schwer sich umzugewöhnen, wenn man aus dem alten Heim rausgeworfen wird.
    ICh tue wirklich mein bestes, aber egal was ich mache, es wird nie reichen. Ich weiß auch nicht, warum mich das so fertig macht.
    Sie hat ja auch selbst gesagt, das sie nur vor männlichen Kollegen respekt hat oder vor der PDL und der WBL.
    Wenn die PDL sie fragt, ob alles OK ist, dann wird Fr. H. ganz lieb und nett und es ist hier alles so toll. Aber wenn ich mit Ihr alleine bin und die Tür zu ist, läßt sie die Katze aus dem Sack.
    Ich habe nun mal den schwarzen Peter und werde ihn auch behalten bis sie geht oder Ich.
     
  7. Marty

    Marty Poweruser

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    unavailable...
    Sie tut es bei dir, weil sie merkt, das sie es kann und maximalen Erfolg hat, das du nämlich bis ins Mark getroffen bist und dich nicht nur nicht äußerlich wehren kannst, sondern keine innere Abwehr aufbauen kannst. Für sie, wenn sie es denn bewußt tut, ist es eine Möglichkeit, ihre miese Situation an ihrem Lebensabend, den sie sich sicher anders vorgestellt hat, zu verarbeiten. Manche Menschen geben auf und manche werden aggressiv und giftig. Das hat auch damit zu tun, wie ein Mensch früher war. Das Alter macht nicht per se weise, sondern verstärkt oft eine schwierige Persönlichkeit, denn die soziale Kontrolle ist ja weg. Sie hat nichts mehr zu verlieren, für sich sitzt sie wahrscheinlich schon in der Hölle.
    Warum du so reagierst? Sie scheint irgendein Knöpfchen früherer Erfahrungen zu drücken. Ich glaube nicht, das du dich in diesem speziellen Fall professioneller verhalten kannst.
    So was kann uns allen passieren und es wäre schon, wenn deine Kollegen Verständnis hätten und du diese Person meiden dürftest. Klingt aber nicht so.
    Bitte mach dir keine Gedanken, das du an dieser Situation schuld bist, es ist eine menschliche Dynamik, die du nicht in der Hand hast.
    Dein letzter Satz wird zutreffen. Hast du denn eine Alternative?
    Das gilt jetzt nur für diesen speziellen Fall. Für die Zukunft mußt du trotzdem an dir arbeiten und versuchen zu verstehen, warum es dich so aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Diese Leute und ihre Art tauchen überall auf. Dann brauchst du für dich einen Abwehrmechanismus, der dich professionell handeln läßt. Das gilt aber wahrscheinlich erst für einen neuen Fall, denn in diesem speziellen Fall wirst du die Dynamik und die Machtverhältnisse nicht drehen können.
    Wünsch dir Kraft, Marty
     
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