Schweiz Als Grenzgänger in die Schweiz?

Dieses Thema im Forum "Arbeiten in Deutschland/Österreich/Schweiz als ausländischer Bürger" wurde erstellt von nicoleso, 14.07.2013.

  1. nicoleso

    nicoleso Newbie

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    Hallo!

    Ich bin seit 2004 examiniert und mache gerade die 2 jährige WB Pflege in der Onkologie inklusive Wundexperte ICW und Palliativ Care.
    Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder (knapp 7 und knapp 3).
    Nach meiner WB würde ich gerne in der Schweiz arbeiten. Am liebsten Im Raum Basel.
    Mein Mann weiß nicht, ob er arbeitstechnisch in der Schweiz arbeiten kann (er macht Trickfilme).
    Ist es sinnvoller, in Deutschland wohnen zu bleiben und als Grenzgänger arbeiten zu gehen? Wie wäre das sonst mit dem Bildungssystem und den Lohnabzügen und natürlich Lebenshaltungskosten?
    ich bin mir sehr unsicher, was für uns zum Leben übrig bleibt.
    Hat da jemand Erfahrungswerte, was mehr Sinn macht? Wieviel wohl netto übrig bleibt nach Steuerabzug in der Schweiz und in Deutschland? Und was man dort wohl so verdient?
    Ich freue mich auf eure Antworten!
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es würde finanziell gesehen Sinn machen, da die Lebenshaltungskosten in Deutschland deutlich günstiger sind, aber die Schweizer gestatten diese Variante nicht. Zumindest in den ersten Jahren Deiner Beschäftigung musst Du auch einen Wohnsitz in der Schweiz haben.

    Von Basel aus nach Lörrach zum Großeinkauf zu fahren ist natürlich gestattet.
     
  3. HHS

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    Bist Du Dir da sicher? Ich bin gebürtig von der schweizer Grenze, und kenne das so nicht. Es wäre mir zumindest neu.....
     
  4. Randir

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    Das wäre mir persönlich auch neu. Ich bin letztes Jahr von Deutschland nach Basel gezogen und arbeite auch hier. Meine deutschen Kollegen wohnen beinahe allesamt in Deutschland und arbeiten hier. Sie werden zwar doppelt besteuert, allerdings bleibt am Schluss immernoch mehr auf dem Konto übrig, als wenn sie in Deutschland arbeiten würden.
    Vom Gehalt her macht es schon einen grossen Unterschied - von 4500 - 7000 CHF brutto hab ich hier schon alles gehört. Im Raum Basel sind die Löhne etwas niedriger (habe ich das Gefühl), weil da eben viele Franzosen und Deutsche arbeiten (die auch für Löhne arbeiten, wo sich die Schweizer sonstwas denken würden - muss ich leider sagen). Kommt aber wohl auch ganz auf dein Verhandlungsgeschick beim Vorstellungsgespräch an :-)
    Momentan wird hier auf jeden Fall überall händeringend Personal gesucht - eine Stelle finden würdest du wohl bestimmt.

    Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz enorm viel teurer. Ein Leitsatz ist, dass man für die Wohnung nicht mehr als 1/3 des Nettogehaltes ausgeben sollte. Aber der wenige Platz, der hier vorhanden ist, wird eben teuer vermietet. An Kaufen würde ich mich nicht mal trauen zu denken...
    Wegen der Krankenkasse - du müsstest dich selbst versichern. Ich bin halbprivat versichert und zahle ca. 350 CHF im Monat. Allerdings haben die meisten Spitäler Verträge mit Krankenversicherungen, wo du dich dann günstiger versichern kannst.

    Solltest du dich dazu entschliessen, in die Schweiz zu ziehen, bekommst du normalerweise (wenn du nachweisen kannst, dass du einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast) die B-Bewilligung, die für fünf Jahre gültig ist. Du darfst in diesen fünf Jahren nicht länger als ein Jahr arbeitslos sein, sonst wird sie in eine L-Bewilligung (gültig für 1 Jahr) umgewandelt. Solltest du nach diesen fünf Jahren immernoch der Meinung sein, dass du gerne in der Schweiz bleiben wolltest, stehen die Chancen gut, dass du eine C-Bewilligung bekommst, eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung.

    Hm, was kann ich dir noch erzählen?

    Vom Arbeiten her empfinde ich das Klima in der Schweiz als deutlich entspannter als in Deutschland. Ich arbeite in einer Rehaklinik für Querschnittsgelähmte auf einer Station mit gerademal 20 Betten. Im Tagdienst (der von 7 - 16:15 geht) sind wir mindestens 6, manchmal auch 10 Pflegende (davon meist 4 diplomierte, der Rest sind Pflegehilfen). Im Normalfall betreue ich 2 - 4 Patienten, mehr eigentlich selten. (Was nicht heisst, dass es bei uns nicht auch "stressige" Tage gibt, an denen man kaum hinterherkommt. Aber diese sind deutlich seltener als in Deutschland) Im Spätdienst (bei uns Vorwache genannt, von 13:45 - 23 Uhr) arbeiten eine Diplomierte und eine Pflegehilfe. An stressigen Tagen gibts dann noch einen geteilten Dienst, der von 16 - 19 Uhr mithilft.

    Ja, mehr fällt mir grad nicht ein... :-)
     
  5. nicoleso

    nicoleso Newbie

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    Vielen Dank für die Infos Randir!
    Einer meiner Freunde wohnt seit einigen Jahren in Basel, war in den Anfangsjahren aus Freiburg gependelt, hat sich aber dann entschlossen, ganz in die Schweiz zu gehen.
    Einerseits wäre es natürlich sinnvoll in Deutschland wohnen zu bleiben aufgrund des Schulsystems. Das wäre sicherlich etwas kompliziert, meinen Sohn in der Schweiz reibungslos und übergangslos in die Schule zu bekommen.
    Andererseits fände ich es auch schöner, mich in der Schweiz zu integrieren und auch dort zu wohnen. Wenn man ans pendeln denkt, ist es ja bestimmt keine große Ersparnis, wenn man in Deutschland wohnt und den Benzinverbrauch rechnet. Grenznah sind die Mieten in Deutschland auch nicht so wahnsinnig billig, oder? Und einkaufen könnte man ja auch in Deutschland, wenn man grenznah wohnt, denke ich.
    Wohnst du denn in der Schweiz oder in Deutschland, Randir? Ist es einfach, Anschluss zu bekommen?
    Vielen Dank erstmal und liebe Grüße...
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich hab mehrere Bekannte, die in der Schweiz als Pflegekräfte gearbeitet haben bzw. dies noch tun, und bei denen ist dies so. Es sei denn, in den letzten paar Jahren wurde diese Regelung gelockert. Die Schweizer wollen halt - durchaus nachvollziehbar - dass das Geld, das bei ihnen verdient, auch bei ihnen ausgegeben wird.
     
  7. HHS

    HHS Poweruser

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    Das wäre sehr seltsam.

    Ich habe etliche Bekannte, die in D wohnen und in der Schweiz arbeiten. Einer erst dieses Jahr dort begonnen- kein Problem. Aber vielleicht hängt es von den Kantonen ab.....
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Weil's mich jetzt auch interessiert hat, hab ich mal ein bißchen gesucht und dies gefunden: http://www.bern.diplo.de/contentblob/3294040/Daten/1648501/Download_LA_Aufenthalt.pdf

    Man beachte Seite 9: Eine länger als 3 Monate dauernde Erwerbstätigkeit in der Schweiz untersteht weiterhin der Bewilligungspflicht für Grenzgängerinnen und Grenzgänger (Ausweis G EG/EFTA). Diese Personen müssen demnach bei den Migrationsbehörden ihres Arbeitsorts um eine Bewilligung ersuchen.

    Offensichtlich haben meine Bekannten diese Bewilligungen nicht erhalten. Heißt aber nicht, dass dies auch auf die TE zutreffen würde. Versuch macht kluch.
     
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