Allgemeine Fragen ...

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von carmen, 04.10.2002.

  1. carmen

    carmen Poweruser

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    Allgemeine Fragen zur Situation von Tumorpatienten


    Wann ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ?

    Ob und wie lange ein Krankenhausaufenthalt für die Durchführung einer Chemo erforderlich ist, läßt sich nicht mit einer festen Aussage beantworten.
    Da bei den einzelnen Erkrankungen unterschiedliche Therapieformen eingesetzt werden, und diese wiederum verschieden ablaufen, unterschiedliche individuelle Nebenwirkungen auftreten, muß die Antwort für jeden Pat. erneut vor Therapiebeginn gegeben werden.
    So kann es sein, dass die Behandlung durch Verabreichung einer Infusion zunächst einige Stunden dauert, der Pat. danach das Krankenhaus verlassen darf. In diesem Fall bekommt er z.B. evtl. nach einer Woche und nach 2 Wochen nur noch eine Injektion. Nach einer etwa dreiwöchigen Pause beginnt der nächste, ebenso ablaufende Therapiezyklus, der in den meisten Fällen etwa 6 x durchgeführt wird.
    Auch für die anschließend durchzuführenden Kontrolluntersuchungen, ist ein stat. Aufenthalt manchmal erforderlich, aber nicht in jedem Fall.
    Andere Therapieformen sind wesentlich aufwendiger.
    Hier ist zur Verabreichung eine Reihe von Infusionen, Injektionen und Tabletten, kombiniert mit zeitlich festgelegten Blutkontrollen, ein stat. Aufenthalt von mehreren Tagen erforderlich.
    Wenn in der Zukunft die amb. Betreuung und Behandlung von Tumorpat. genutzt wird, stellt sich die Frage einer stat. Behandlung immer weniger .
    Fast immer wird die erste Chemo wahrscheinlich stat. durchgeführt, um Nebenwirkungen früh zu erfassen und den Pat. auf Unverträglichkeiten beobachten zu können.
    Auch für den Betroffenen bedeutet ein Klinikaufenthalt in dieser erstmaligen Situation Sicherheit. Der Pat. weiß, dass dort zu jeder Zeit erfahrene Ärzte und Schwestern bereitstehen und die Hilfe bei Beschwerden sofort erfolgen kann. Diese Garantie ist zur Zeit im häuslichen Bereich nicht möglich. So kann die Angst vor der unbekannten Situation (Chemotherapie), die gerade beim ersten Mal sehr groß ist, gelindert werden


    Häufigkeit und Zeitdauer einer Therapie

    Wie lange und wie oft behandelt wird, hängt von mehreren Faktoren ab, wie z.B. :

    Art der Erkrankung

    Die Tumorerkrankung gehört zu den chronischen Erkrankungen, die über einen längeren Zeitraum eine Behandlung erfordert.
    Je nachdem, aus welchen Zellen sich der Tumor entwickelte, kann er durch die Therapie schneller oder langsamer zum Stillstand oder zur Rückentwicklung (Remission) kommen.
    Bei einigen Tumorarten kann, wenn das Ziel der Remission erreicht ist, eine sogenannte Erhaltungstherapie notwendig sein.

    Art der Medikamente

    Einige können innerhalb kurzer Zeit als Injektion verabreicht werden, andere bedürfen der Verteilung auf mehrere geringe Einzelgaben in Intervallen.
    Einige Substanzen schädigen z.B. das Knochenmark kaum, andere führen zu einer starken Knochenmarkdepression, die eine Erholungsphase notwendig macht.

    Auftreten von Nebenwirkungen

    Je nachdem, welche Nebenwirkungen auftreten, und wie stark sie ausgeprägt sind, bedarf es einer stat. Behandlung derselben.
    In der Zeit der leukopenie kann es z.B. zu einer gefährlichen Pneumonie kommen, die eine hochdosierte Antibiotikaabdeckung erfordert.
    Auch ist es möglich, dass ein Behandlungszyklus bei starkem Abfall der weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen hinausgezögert werden muß, um den Pat. nicht zu gefährden.


    Zeitpunkt der Ansprechbarkeit eines Tumors auf die Medikamente

    Nicht alle Tumorarten reagieren gleich schnell auf die zellteilungshemmenden Medikamente, so dass die unterschiedlichen Therapie-Schemata unterschiedlich lange behandlungsfreie Intervalle besitzen.







    Zusammenfassung für Zytostatka Teil 1 , Teil 2 und Teil 3


    Noch einmal möchte ich beendend feststellen, dass die Vielzahl der genannten Therapiemöglichkeiten, deren Wirkungen und Nebenwirkungen nur beispielhaft aufgeführt wurden.
    In jedem Fall ist das informierende und fragenabklärende Gespräch mit dem behandelnden Arzt notwendig und ist an erste Stelle zu stellen.
    Auch konnten nicht alle Nebenwirkungen und möglichen Maßnahmen genannt werden.
    Die gegebenen Informationen erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, können aber sehr hilfreich sein bei der Bewältigung von Problemen, die aus einer Tumorerkrankung erwachsen.


    Carmen
     
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