Alkoholinduzierte Leberzirrhose

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von ConnyS, 22.09.2007.

  1. ConnyS

    ConnyS Newbie

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    HI!!
    Brauche für meine Diplomarbeit Info über Alkoholinduzierte Leberzirrhose (Pathogenese, Medikamente und speziell Pflege)!!
    Wer Kann mir die Wirkung des Med. wirkstoff Naltrexon erklären im Zusammenhang mit Alkoholentzug??
    Danke im voraus!
    Conny
     
  2. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Anästhesie
    Hab mal gegooglt und hab da u.a. das gefunden.
    Naltrexon soll Alkoholentwöhung erleichtern
    Zitat aus letztgenanntem Link:
    Oder hast Du das selber schon gelesen und brauchtest detailierte Informationen???
     
  3. ASF

    ASF Senior-Mitglied

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    Ort:
    Düsseldorf
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensivstation
    Hallo!

    Habe auch im Netz etliche Artikel gefunden, die eine positive Wirkung beim Alkoholentzug bestätigen, aber keiner sagt etwas über die Wirkweise. Viele geben sogar an die Wirkweise sei noch völlig unklar...
     
  4. Helen

    Helen Senior-Mitglied

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    Hallo ConnyS,

    Leberzirrhose
    Definition: ist eine chronisch progrediente (fortschreitende) Zerstörung der Leber, das gesamte Organ ist betroffen.
    Der Aufbau der Leberläppchen wird zerstört und fibrotisch (zu Bindegewebe) umgebaut.
    Endstadium unterschiedlicher Lebererkrankungen
    Häufigkeit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, häufiger Männer als Frauen.

    Ursachen:
    . C2H50H-Abusus (50% der Fälle)
    . Chronische Virus-Hepatitis (25% der Fälle)
    . autoimmune chronische Hepatitis
    . angeborene Erkrankungen Erkrankungen (Fettstoffwechsel)
    . Gallenwegserkrankungen (mit Gallenstau)
    . kardiovaskuläre Erkrankungen (Stauungsleber durch Rechtsherzinsuffizienz)
    . Medikamente oder Gifte (selten)

    Symptome: blasse, fahle Gesichtsfarbe
    . Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
    . Magen-Darm-Probleme mit Nausea, Obstipation, Flatulenz
    . bei Männern: Gynäkomastie; Abdominalglatze, Schrumpfhoden; Potenzverlust, bei abnehmender Libido
    . Spider naevi (Gefäßspinnen)
    . Foetor hepaticus (Mundgeruch nach frischer Leber)
    . vermehrte Infekt- und Blutungsanfälligkeit
    . Ikterus
    . Lacklippen und - Zunge
    . Aszites
    . Caput medusae (verstärkte Venenzeichnung am Bauch)
    .Palmaerythem

    Diagnose:
    Anamnese: Alkoholkonsum
    Typische Leberzeichen (siehe Symptome)

    Labor: Leberenzyme (Transaminase GPT und GOT) sind erhöht, Quick vermindert

    Sonographie: Leberoberfläche knotig verändert, Lobus caudatus vergrößert. Im Anfangsstadium nimmt die Lebergröße zu. Im weiteren Verlauf, aber schrumpft sie immer mehr zusammen.

    Heute selten:
    Biopsie mittels Laparoskopie

    Differenzialdiagnose: Cholezystitis, Cholelithiasis

    Therapie:
    Alle Schäden sind irreversibel
    Diuretika (bei Aszites)
    Blutdrucksenkung (bei Ösophagusvarizen)
    Transplantation
    Komaprophylaxe
    Eiweißreduktion unter 40g/die

    Prognose:
    Beim Vollbild liegt die 5-Jahres-Überlebensrate mir nur 20% niedriger als bei mancher malignen Tumorerkrankung. Bewertung der Untersuchungsergebnisse nach der Child-Pugh-Klassifikation
    Child A = günstige Prognose
    Child B= Mortalitätsrate nach einem Jahr > 20%
    Child C= Mortalitätsrate nach einem Jahr > 40%

    Komplikationen:
    Ösophagusvarizen
    Leberzellkarzinom (80% durch Leberzirrhose)


    "Pflege: wichtigste und mitunter auch lebensrettende Maßnahme: die absolute Alkoholkarenz. Eine spezielle Diät ist in den früheren Stadien nicht erforderlich. Kommt es später zu einer hepatischen Enzephalopathie, ist eine verminderte Eiweißzufuhr wichtig, um den Anfall von Ammoniak so gering wie möglich zu halten.

    -Aszites: Einschränkung durch diätetische Maßnahmen, damit keine weiteren Medikamente (Diuretika) notwendig sind, welche wiederum die Leber belasten würden.
    Einschränkung Flüssigkeitszufuhr auf 1-1,5 l/Tag und Verringerung der Kochsalzzufuhr.
    Zur Verlaufskontrolle tägliche Kontrolle des Körpergewichts und des Bauchumfangs, sorgfältige Flüssigkeitsbilanzierung. In schweren Fällen Aszitespunktion. Täglich können somit bis zu 5 l Flüssigkeit abgelassen werden, was jedoch mit einem hohen Eiweißverlust verbunden ist, der durch Infusionen mit humaner Albuminlösung wieder ausgeglichen werden muss."

    "Aus Fallbuch Pflege Krankheiten verstehen 2" von Markus Vieten

    MfG
    Helen

    PS: Weitere Informationen unter der Rubrik "Leberzirrhose, salzarme Kost?"
     
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