Aktuelle Dekubitustherapie-Wunsch des Patienten?

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von birdy, 29.06.2010.

  1. birdy

    birdy Junior-Mitglied

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    Eine gelähmte, im Rollstuhl sitzende Patientin hat einen Dekubitus II. Grades seitlich, unterhalb des Steiß. Ist es wirklich ausreichend nur angeordnete Therapie vom Arzt (Hydrokolloidpflaster) anzuwenden, ohne Positionswechsel, o.ä., oder sollte Patientin mehr im Bett liegen und gelagert werden?
    Therapie auch anwenden, wenn Patientin diese nicht wünscht? Gesundheitsfürsorge wurde einem gesetzlichen Betreuer übertragen.
    Laut PDL soll Patientin nicht mehr als sonst liegen, da beim Sitzen kein Druck auf die Stelle ausgeübt werden würde, außerdem, würde Patientin die Lagerungen nicht wollen.
    Auf Grund von Lähmungen und Rollstuhlsitz sind keine Bewegungen der Patientin möglich, bzw. kann Position nicht verändert werden.
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welche Entscheidung trifft der Betreuer? Wenn er sich den Wünschen der Pat. anschließt, dann dürfte es keine Probs geben.

    Bis dahin bleibt nur Kreativität walten lassen. Stichwort: Minimallagerung.

    Elisabeth
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wollte ich auch anmerken: Beim Sitzen wird diese Stelle normalerweise nicht belastet. (Mach mal den Selbsttest)
    Entweder sitzt die Pat nicht richtig oder es besteht eine anatomische Anomalie. Dem ersteren könnte man abhelfen, bei zweiterem kannst du sicher nochmal mit der PDL darüber reden...
     
  4. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Grundsätzlich mus der Betreuer nach einer eingehenden Beratung entscheiden. Zu dieser bist du laut Expertenstandard verpflichtet. Ebenso wie Lagerungen durchzuführen. Wenn der Betreuer über Lagerungsmöglichkeiten und weitere Druckentlastende Möglichkeiten nachweislich (z.B aushändigen von Beratungsbroschüren, Beratungsprotokoll führen) informiert wurde und diese schriftlich ablehnt ist alles ok.

    Wenn dir die Therapie des Arztes nicht ausreicht solltest du dir ein Sanitätshaus mit ICW - Wundexperten mit ins Boot holen. Diese begutachten den Dekubitus und verhandeln von sich aus mit dem Arzt über die Therapie. Du führst dann diese nur noch vor Ort aus.

    lg
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Problem sit hier nicht der Arzt sondern der Betroffene. Er wünscht keine Einschränkung seiner eh schon begrenzten Sozialkontakte.

    Elisabeth
     
  6. schwäbin

    schwäbin Senior-Mitglied

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    Wie groß/tief ist der Deku denn?
    Was für einen Rolli benutzt die Pat. im Moment? Evtl. könnte man über den OrtohpädieTechniker doch noch eine Druckentlastung (anderes Kissen, andere Sitzschale...) erreichen.
    Vor allem: woher stammt der Deku? wo/wie wurde der Druck ausgeübt? im Rolli oder im Bett? oder wurde beim Transfer auf die Kleidung nicht aufgepasst?
    Ansonsten gilt: Ausschlaggebend ist die Entscheidung des Betreuers. Wenn es schon einen Betreuer für die Gesundheitsfürsorge gibt ist die Pat. vermutlich nicht mehr in der Lage die Situation richtig zu beurteilen.

    Grüssle
     
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