Akademische Ausbildung oder Berufsschule?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 01.12.2008.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Unsere Politiker- von nix ne Ahnung- haben schon die Antwort: Billige Pflegekräfte braucht das Land. Billig in der Ausbildung und billig als Arbeitskraft. *grmpf*

    Elisabeth
     
  2. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Ich finde die Hürden für Hauptschüler nicht hoch. Sie müssen sowieso 17 sein, können also in aller Ruhe KPH lernen oder den Quali machen und dann mit der Ausbildung anfangen. Andere machen vorher schließlich auch oft noch ein Jahr Praktikum.
    Es gibt bestimmt auch gute Hauptschüler, aber wer nicht mal das eine Jahr länger in die Schule gehen will, um den Realschulabschluß zu machen, sollte meiner Meinung nach auch keine Pflegeausbildung machen
     
  3. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20.07.2004
    Beiträge:
    4.032
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    M.Sc., Dipl.-Berufspädagogin (FH); KS; Kinaestheticstrainerin Stufe 2, QMB (TÜV)
    Ort:
    Witzenhausen
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Funktion:
    Lehrerin
    Hallo,
    die Altersgrenze gibt es nach dem neuen Gesetz nicht mehr...wohl aber eine deutliche Anhebung des Niveaus in der theoretischen Ausbildung im Bezug auf komplexes und analytisches Denken, auf Lesekompetenz und die Bereitschaft, sich auch mit differenzierten Fallsituationen auseinander zu setzen.


    In der APrV steht z.B. in etwa, dass die Schüler befähigt sein sollen, wissenschaftliche Erkenntnisse "zu finden, zu bewerten und zu implementieren" .




    Das würde - wenn man es wörtlich auslegt - bedeuten, dass ein Realschulabsolvent in der Lage sein muss:
    • In wiss. Datenbänken zu recherchieren
    • Studien (auch auf Englisch) liest
    • Theoretisches Wissen in Bezug auf das verwendete Studiendesign umsetzt (Transferleistung)
    • Die angewandte Methdok im Hinblick auf Studientyp, Datenerhebung, statistische Auswertung erkennt und auf Glaubwürdigkeit prüfen kann ("wurde sauber gearbeitet"?)
    • Diese Ergebnisse in Relation zu den gewonnenen Erkenntnissen und Schlussfolgerungen des Autors setzt
    • Die Ergebnisse mit den Ergebnissen einiger anderer Arbeiten vergleicht und diese synthetisiert
    • Die Schlussfolgerungen in das Arbeiten am Bett mit einfliessen lassen, zur Diskussion stellen etc.
    Ich denke, dass mir hier jeder Recht gibt, wenn ich behaupte, dass dieses Hochschulniveau ist und von einem Schulabgänger Sek. I nicht erwartet werden kann und darf!!!!

    Mich macht es etwas ärgerlich, wenn einerseits solche Forderungen gestellt werden, andererseits aber nicht die Konsequenz gezogen wird, dass die Ausbildung dann auch auf Tertiärniveau geht.

    Entweder ist es eine Ausbildung die Realschülern offen steht....oder aber man ist ehrlich und sagt, dass ein (Fach)-Abi notwendig ist.
    Momentan ist das so ein "Hin- und Her".....alles halbherzig.

    Die Politik möchte keine Entscheidung treffen bezüglich einer primärqualifizierenden akademischen Ausbildung -erstmal- und an diesem Modell festhalten....möchte aber trotzdem den Anspruch anheben
    auf ein Level, wie es für einen "klassischen Ausbildungsberuf" nicht üblich ist!
    Das ist in meinen Augen den Schülern gegenüber ungerecht.
     
  4. alesig

    alesig Poweruser

    Registriert seit:
    01.08.2004
    Beiträge:
    461
    Zustimmungen:
    36
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Bayernland
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Hallo
    Warum sollten nicht auch Hauptschüler Zugang zu Pflegeberufen haben.
    Ich finde nicht daß in jedem Fall der Schultyp eine Aussage zur Befähigung für einen Beruf macht.
    Hauptschüler sind nicht automatisch unfähig wissenschaftliche Erkenntnisse "zu finden, zu bewerten und zu implementieren" genauso wenig wie Abiturienten automatisch dazu dazu befähigt sind.
    Ich habe mit so einigen ehemaligen Hauptschülern gearbeitet, die über KPH dann GKP wurden, und es waren durchwegs sehr gute GKP`s.
    Bei manchen kommt die Leidenschaft und Begeisterung eben erst nach der Regelschule.
    Daß die Altersgrenze weggefallen ist finde ich nicht gut.
    Alesig
     
  5. Robin

    Robin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    23.09.2007
    Beiträge:
    83
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    GuK.- Pfleger, Student BSc Berufspädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensiv
    Täuscht es und bin ich der einzige der es total furchtbar findet das Leute die nur einen theoretischen Einblick in den Alltag eines Berufsfeldes haben gänzlich unfähig sind derartige Urteile zu fällen??? Wieso entscheidet man, ohne überhaupt mal die Lobby urteilen zu lassen (ich hab mich da jetzt nicht drüber informiert aber es würde mich wunder wenn das mal getan wurde).

    Ich sag nur jährliche Diätenerhöhung (AUTOMATISCH) jährlich für unsere Politiker (was ist in deren Beruf soviel anstrengender als in der Pflege - damit meine ich soziale Gerechtigkeit!)??? Wir sollen Mindestlöhne bekommen und wissenschaftlich geknechtet werden??? Echt mal das ist nicht sozial das ist totaler Wahnsinn ... Das ist nicht nur eine Beleidigung für die Pflege, sondern für jeden einzelnen Bürger. Ich bin wirklich stink sauer. Wieso gibts keine Mindestlöhne in der Politik??? Oder besser Maximallöhne von 1000€ (mit Volksabstimmung würden bestimmt 99% dafür stimmen).

    05.06.2008 - Olaf Scholz - "Gute Arbeit in der Pflege" - Rede anlässlich des Hauptstadtforums Gesundheitspolitik

    Langzeitarbeitslose auf Demenzkranke mit Minderqualifikation loslassen (Pflegequalität im nächsten Absatz)??? Ich weiß nicht soll man da wirklich noch was zu sagen?
     
  6. minilux

    minilux Poweruser

    Registriert seit:
    10.04.2007
    Beiträge:
    595
    Zustimmungen:
    4
    Ort:
    München
    auch wenn ich deiner Meinung prinzipiell nicht abgeneigt bin, ist das doch sehr auf Stammtischniveau
     
  7. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Kann sein, dass es ungerecht ist. Auf jeden Fall sind dann 3 Jahre Ausbildung zu kurz.
    Überdies konnten dies, was du da schilderst, kaum meine Pflegelehrer vor 10 Jahren, bis auf wenige Ausnahmen.
    Das Niveau soll wohl schon angehoben werden, darf aber nicht mehr Geld kosten scheint mir.
     
  8. hartwig

    hartwig Stammgast

    Registriert seit:
    02.04.2006
    Beiträge:
    338
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Dozent, Stationäre Pflege
    moin, moin!

    Die Ausbildung unter diesen Bedingungen für Hauptschüler zu öffnen würde für die Pflege ein gewaltigen Rückschritt bedeuten, nicht nur, was die Pflegequalität betrifft, sondern auch die berufspolitischen Bemühungen.
    Von der Politik ist da sicher keine Entscheidung in Richtung Akademisierung zu erwarten, denn das würde bedeuten, die Leistung der Pflege anzuerkennen und dazu beizutragen, dass diese sich weiterentwickelt, nicht nur in Hinblick darauf, dass sich Pflege mittelfristig als wissenschafltiche Diziplin etabliert, sondern auch, das Pflege in der täglichen Praxis selbstbewusster und fundierter arbeitet und sich auf dieser Basis neue Aufgabenfelder erschliesst.

    Die Akademisierung wird dennoch kommen, aber wohl eher auf dem "natürlichen" Wege: Schon jetzt gibt es eine Reihe von grundlegenden Pflegestudiengängen, die einen Bachelortitel in Verbindung mit dem Berufsabschluss anbieten. Diese Trend wird sich sicher fortsetzten, was dazu führen wird, dass die alten Ausbildungsgänge auslaufen werden.
    Sicherlich wird es aber auch - nach europäischen Vorbild - einen Wandel in der Personalpolitik geben: Die Zahl der Krankenschwestern wird abnehmen und dafür die Zahl der KPHs steigen. Das ist hier in Frankreich (und in vielen anderen europäischen Ländern) seit Jahren schon der Alltag, ohne das da die Qualität leidet. Wir brauchen einfach nicht die gleiche Anzahl
    universitär ausgebildeter Pflegekräfte wie wir heute an dreijährigen Personal haben.

    Gruss Hartwig
     
  9. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20.07.2004
    Beiträge:
    4.032
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    M.Sc., Dipl.-Berufspädagogin (FH); KS; Kinaestheticstrainerin Stufe 2, QMB (TÜV)
    Ort:
    Witzenhausen
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Funktion:
    Lehrerin
    Hallo,
    ich denke auch, dass es eine Verschiebung geben kann und auch wird. Der "evolutionäre Prozess" in puncto Qualifikationsmerkmal ist zum Teil im Gange und jetzt ja auch schon in den Feldern Lehre und Leitung zu beobachten (wenn auch in den Ausbildung gesetzlich gefordert).
    Eingestellt werden Akademis zwar für dasselbe Geld wie die Weitergebildeten (noch)...aber in diesen Feldern wird die Anzahl an Studierten halt immer größer.

    @Ev:
    Das Gesetz fordert übrigens Hochschulgebildete Lehrkräfte, die genau den von mir beschriebenen Prozess beherrschen!
    Zum einen, um diese Kompetenz zu vermitteln...zum anderen, um eben den Unterricht auf andere Quellen als ein Pflegelehrbuch stützen zu können.


    Ich denke aber, dass die Anforderungen an die Pflegekräfte von morgen höher sein werden...vor allem, was dei Aspekte der Beratung, Führung und Anleitung von Laien und Helfern angeht.

    Im Prinzip reicht hierfür eine solche Ausbildung wie sie jetzt läuft nicht aus...wir brauchen hierfür wirklich Menschen, die sich auf wissenschaftlich funidertem Niveau mit dem Berufsfeld befasst haben!
    Alles andere ist halbherzig!

    Auch Praxisanleiter und Stationsleitungen (Mittleres Management) werden ja jetzt schon auf B. A. Niveau ausgebildet...ich denke, dass man sich in 20 Jahren nicht mehr vorstellen kann, dass es "mal anders war".

    Vielelicht wird es einen Schlüssel von 30 : 70 geben....also 30 % Studiert, 70 % mit einer 1 - oder 2 Jährigen Helferausbildung??!!??


    Das Akademis teurer sind, ist übrigens eine Milchmädchenrechnung!!!

    Eine GuKP "kostet" bis zum Examen etwa 50 TSD Euro!
    Danach wird diese für etwa 2000,- brutto eingestellt (TVöD).

    Ein Studium wird selber finanziert; im ÖD werden Studis im "normalen TVöD" ausserhalb der KH für etwa 2200,- eingestellt...

    Bei einem Kurs von 20 Schülern macht das 1 Millionen Euro an Kosten für die Gesellschaft (Beitragszahler der KV) und der AG.


    Jetzt werdet Ihr bestimmt argumentieren: aber der Schüler bringt ja auch Leistung....stimmt. Er dient als Lückenfüller auf den Dienstplänen, was zu lasten der Ausbildungsqualität und der Berufsmotivation geht.

    Viele haben am Ende der Ausbildung leider keine Lust mehr und suchen Alternativen....
    Das ist für mich ein ziemlich schlimmes Symptom dafür, das junge motivierte Menschen "in der Maschinerie Gesundheitswesen verheizt werden".
    Wenn die Absolventen danach nicht lange im Beruf sind, dann war die Investition der von mir genennten Summe zu hoch!!!
    Da läuft doch was falsch...:gruebel:
     
  10. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Ja, weiß ich und finde das auch ganz richtig so!
    Wir hatten damals ein, zwei richtig gute Pflegelehrer, der Rest hat sich zugegebenermaßen manches Mal ziemlich lächerlich gemacht, zudem wir über die Hälfte ältere Schüler mit Abitur und Ausbildung hatten.

    Sicher, die Theorie ist nicht alles. Es gibt auch strukturiert denkende Pflegekräfte, die wenig Schulbildung hatten, die es mit Büchern vielleicht nicht so haben.

    Ich bin sehr für die Verbesserung der Ausbildung, andererseits hat auch die krankenhausnahe Ausbildung Vorteile.
    Und meine Befürchtung ist, dass durch reine Unterteilung in akademische Kräfte auf der einen und KPHs auf der anderen Seite ein starkes hierarchisches Gefälle zustande kommt.

    Was billiger ist, kann ich wirklich nicht beurteilen. Studienplätze kosten den Staat auch Geld. Auszubildende zahlen immerhin auch schon in die Sozialversicherungskassen ein, brauchen kein BaföG.
    Die dualen Studiengänge wirken jedenfalls sehr ansprechend.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Das hierarchische Gefälle ist doch längst da. Derzeit weisen Ärzte die Tätigkeiten an. Zukünftig würden pflegerische Tätigkeiten von akademisch ausgebildeten Pflegekräften angeordnet werden. Wo liegt also das Problem?

    Die duale Ausbildung (Studium mit praxisnaher Ausbildung) sehe ich als Übergang an. Irgendwo muss man ja anfangen. Was mir fehlt, ist die Möglichkeit für engagierte Fachkräfte eine Studienmöglichkeit anzubieten, die nicht im Bereich Management/ Pädagogik oder Wissenschaft mündet- sondern ganz gezielt auf die Bedürfnisse in der Praxis eingeht.

    Elisabeth
     
  12. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20.07.2004
    Beiträge:
    4.032
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    M.Sc., Dipl.-Berufspädagogin (FH); KS; Kinaestheticstrainerin Stufe 2, QMB (TÜV)
    Ort:
    Witzenhausen
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Funktion:
    Lehrerin
    Hallo Elisabeth,

    Du sprichst von Advanced Nursing Practise...erste Angebote hierzu werden in der Schweiz (die ja etwas weiter sind als wir) bereits kreiert und an den Start gebracht.
    Bildungszentren werden dort zusammen geschlossen und zu Fachhochschulen umfunktioniert. Eine ehemalige Kommilitonin von mir ist auf diese Weise nun Dozentin an einer FH geworden :mrgreen:
    Allerdings hat die CH eine andere Bildungskultur...wer sich nicht weiter entwickelt und FB oder WB nachweisen kann, der nimmt halt nicht an der nächsten Gehaltserhöhung teil.

    Wohin der Zug in DE fährt ist auch ersichtlich (wenn man genau hinschaut und die kleinen Zeichen bemerkt)...nur wird es noch eine Weile dauern, bis wir die KPS umwandeln in reine FHs (obwohl auch so etwas schon gemacht wird in DE).
    Es kommt nicht "abrupt und per Gesetz" sondern als "schleichender Prozess". Ich sehe die zunehmenden Kooperationen zwischen diesen Einrichtungen auch als Übergang.

    Was passieren wird, das wird die Zukunft zeigen.
    Meine Wahrnehmung ist jedoch die, das die Überlegungen und Diskussionen zum Aspekt der Akademisierung von Gesundheietsberufen immer konkreter und auch "mehr" werden.
    Im Pflegweiterentwicklungsgesetz ist ja ein "Hintertürchen" aufgemacht worden, welches nun auch Hochschulen erlaubt, Prüfungen abzunehmen.
     
  13. -yvo-

    -yvo- Stammgast

    Registriert seit:
    10.06.2004
    Beiträge:
    245
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Krankenschwester, B.Sc., Studentin M.Sc.
    Funktion:
    stellvertretende Pflegedirektorin, QM-Beauftragte
    Erste Ansätze gibt es auch schon in Deutschland.
    Die FH Jena bietet einen Master-Studiengang mit den Richtungen ANP und Case-Management an.
    Inwieweit die Inhalte der ehemaligen Diplomstudiengänge Pflegemanagement und Pflegewissenschaft eins zu eins übernommen wurden oder ob die Inhalte auch auf die Namen der Studienrichtung angepasst wurde, müsste man genauer prüfen.



     
  14. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Hm, hört sich gut an, Jena ist von mir gar nicht so weit weg...grübel:gruebel:!

    Ich wette, da gibt es jede Menge Konfliktpotential - zwischen Arzten und Pflege, akademisch ausgebildetem Personal und normalem Pflegepersonal und Pflegehilfspersonal, puh!

    Was ich mich da frage, ist folgendes: Wenn man als professionelle Kraft nun nicht mehr am Bett arbeiten würde, sondern nur noch Fälle beurteilt und z.B. KPHs anweist, die Maßnahmen durchzuführen, wie soll das funktionieren? Fehlt da nicht die Nähe zum Pat.? Muss man ihn nicht direkt erleben bei den ATLs? Ist ein solch paktisches Tätigkeitsfeld wie die Pflege wirklich durch und durch theoretisierbar?
    Ich meine, nachher ordnen wir Dinge an, die total realitätsfremd sind und verhalten uns wie die Ärzte! ( - ein Gedankenspiel -)
    Jemand, der studiert, ist schließlich unter Umständen jahrelang aus der Grundpflege raus oder hat sie gar noch nie durchgeführt.
     
  15. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20.07.2004
    Beiträge:
    4.032
    Zustimmungen:
    14
    Beruf:
    M.Sc., Dipl.-Berufspädagogin (FH); KS; Kinaestheticstrainerin Stufe 2, QMB (TÜV)
    Ort:
    Witzenhausen
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Funktion:
    Lehrerin
    Hallo Ev,

    ich denke, dass es sowieso zu einer Teilung der "Zuständigkeiten" kommen wird - leider.
    Und mal ehrlich: ist es nicht auf einer peripheren Station jetzt auch schon so, dass Schüler, Praktikanten und Zivis mehr mit Patientennahen Dingen aus der "Grundpflege" betraut werden, während die GuKp vermehrt die Dokumentation erledigt und die Behandlungspflege durchführt???

    Pflege ist ohne Frage ein Praxisdisziplin, jedoch funktioniert sie nicht ohne Theorie. Der Berufsstand ist jetzt dabei, sich eine eigene Wissensbasis zu erarbeiten und sich als eigene Profession abzugrenzen.
    Wir definieren damit also unser Gebiet, die Zuständigkeiten etc.
    By the way: Medizin ist auch eine Praxisdisziplin, aber hier stellt niemand in Frage, warum der mediziner so viel Theorie lernen muss ??!!??

    Mit diesem Prozess einher geht die Akademisierung, da man plötzlich merkt, dass es eben nicht nur "Hände" braucht sondern auch "Köpfe".

    Wichtig ist es mir, das wir uns als eine Berufsgruppe verstehen...Pflegende aller Fachdisziplinen vor Ort, Pädagogen, Manager, Wissenschaftler.
    Wir alle haben denselben Bezugspunkt und vetreten unseren Berufsstand. Jeder halt von seinem Platz aus.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    ´

    Danke für dieses gute Argument.

    Elisabeth
     
  17. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Ja, sicher, aber der Chirurg braucht zweifellos ein erstmal anatomische Kenntnisse, bevor er irgendwo reinschneidet.
    Andere Mediziner sind doch oft sehr praxisfern - sie delegieren die praktischen Tätigkeiten und machen sich einen Kopf um die Therapie.
    Ich sag' ja auch gar nicht, dass das gut ist. Die Mediziner haben das umgekehrte Problem. Bei denen war das Studium bisher total verkopft und zu weit von der Praxis entfernt, so dass auch da gewisse Reformen stattfinden.
    Praxis und Theorie sinnvoll verbinden, so sollte es sein. Eigentlich wird es ja in der Ausbildung auch vermittelt, ist bisher jedoch noch nicht im pflegerischen Alltag angekommen.
     
  18. minilux

    minilux Poweruser

    Registriert seit:
    10.04.2007
    Beiträge:
    595
    Zustimmungen:
    4
    Ort:
    München
    Pflege braucht keine Kenntnisse bevor sie pflegt?
    echt? Da gibts Reformen?
     
  19. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Wie ich hörte, soll die Ausbildung praxisnäher werden, und es laufen wohl einige Versuchsstudiengänge.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Es geht um die Umsetzung der Theorie in die Praxis und nicht umgekehrt. Pflege handelt wie vor tausenden von Jahren. Tätigkeiten werden weiter gegeben ohne diese zu reflektieren. Was bei dem einen gut und richtig ist, muss bei dem nächsten nicht ebenfalls so sein. Um dies zu erkennen braucht es eine Theorie im Hintergrund... wie bei den Medizinern. Deren professionelle Entwicklung ist unserer weit voraus.

    Elisabeth
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Akademische Ausbildung oder Forum Datum
News Kabinett beschließt Bericht zu Modellklauseln zur akademischen Erstausbildung von Hebammen,... Pressebereich 18.08.2016
Leitfaden zum Einsatz akademischer Pflegekräfte Studium Pflegewissenschaften 09.07.2016
News Akademische Pflegefachpersonen gesucht Pressebereich 13.06.2016
Ab wann nur noch die generalisierte Ausbildung? Ausbildungsinhalte Gestern um 15:13 Uhr
Impfschutz für die Ausbildung Hepatitis A+B Adressen, Vergütung, Sonstiges Montag um 08:44 Uhr

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.