Aggressionen bei Menschen mit Gehirntumor

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Neurologie / Neurochirurgie" wurde erstellt von nikipedia, 25.01.2008.

  1. nikipedia

    nikipedia Junior-Mitglied

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    Warum verhalten sich Menschen mit einem Hirntumor meistens aggressiv.

    Bzw. wieso ist aggression eine Symptomatik?

    Könnte sich die Störung nicht auch in die andere Richtung auswirken? Z.b. übertriebene freude, Euphorie, etc.


    lg niki
     
  2. Brady

    Brady Gast

    Hallo nikipedia,

    habe eine interessante Arbeit zu Aggression gefunden.

    Die Wirkung experimentell induzierter Aggression auf
    Gehirn und Verhalten.
    Eine fMRI-Studie zur Darstellung Täter- und Empathieassoziierter
    Areale bei kriminellen Psychopathen

    http://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/volltexte/2007/2827/pdf/Dissertation.pdf

    Dort sind auch die somatischen Anteile beschrieben und ich hoffe, es hilft Dir ein wenig weiter. Es bedarf ein wenig Arbeit sich dort hinein zu lesen, aber ich finde es schon sehr spannend. Denke, dass die anatomischen Erklärungen dem ein wenig näher bringen.


    Liebe Grüße Brady
     
  3. nikipedia

    nikipedia Junior-Mitglied

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    oh vielen dank für deine bemühungen!

    die frage kam ja eigentlich zustande, weil wir grad neuro hatten, und eine klassenkollegin diese frage gestellt hat....


    warum werden menschen dann aggressiv, wieso können sie nicht auch nett und lieb werden?

    und der vortragende arzt meinte "intressante frage, müss ma googlen ich weiß das nämlich auch nicht"


    eine frage die sich allerdings noch stellte, wieso erbrechen menschen mit einem gehirntumor, immer nur morgends?

    steht auch so im krankheitsbild, morgendliches erbrechen....


    lg niki
     
  4. Brady

    Brady Gast

    Hallo nikipedia,

    habe auch was dazu gefunden:

    Symptome erhöhten Hirndrucks (was sagt uns der Patient mit erhöhtem Hirndruck oder was können wir an ihm beobachten):

    Übelkeit, Erbrechen, Erbrechen im Schwall, morgendliches Erbrechen
    •Bewusstseinstrübung, Müdigkeit, Somnolenz
    •Antriebsarmut, Agitation
    •Vergesslichkeit, Störung des Kurzzeitgedächtnisses, Orientierungsstörung
    •Wesensänderung
    •Leistungsabfall
    •Singultus (Aufstoßen)
    •Kopfschmerzen
    •Schwindel
    •Sehstörungen
    •Doppelbilder
    •Blickstörung
    •Pupillenerweiterung
    •Lidheberschwäche
    •Gangunsicherheit, Ataxie
    •RR-Anstieg, Bradykardie
    •erhöhte Körpertemperatur, erhöhter Stoffwechsel, Schwitzen

    •Pathologische Atmung
    < Maschinenatmung
    < Schnappatmung



    siehe hier, weiterlesen:
    Curriculum Hirndruck


    Erbrechen

    Liebe Grüße Brady
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Nikipedia,

    ich habe auch schon Menschen mit Hirntumor erlebt, die sehr distanzlos und albern waren.
    Ein Hirntumor geht aber nicht unbedingt mit einem Hirndruck einher, bitte nicht verwechseln.

    Schönes Wochenende
    Narde
     
  6. pucksie

    pucksie Newbie

    Registriert seit:
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    Zustimmungen:
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    Hallo nikipedia,
    mir scheinen die anderen Symptome von Hirntumoren (wie Hemiplegie u. -parese, Aphasie, Gang- u. Gleichgewichtstörung, Apraxie, Antriebslosigkeit, Gedächnis- u. Konzentrationsstörung, Sehstörungen usw. - ihr habt sie sicher im Unterricht besprochen) häufiger zu sein als die Aggression. Welche Symptome sich ausbilden, hängt von der Tumorlokalisation ab. Wesensveränderungen wie Aggression, aber auch extreme Distanzlosigkeit und unangemessene Affekte können z.T. bei Frontalhirnprozessen ausgelöst werden. Aber ob auch eine Veränderung zur Freundlichkeit stattfinden kann? Ich weiß es nicht. Meist interpretieren wir ja positive Züge als immer zu dieser Person gehörend, oder? Und ein Angehöriger hat sich bei uns auch noch nicht über so eine Veränderung beklagt oder auch nur gewundert.
    Ich denke, manche Patienten mit Hirntumor reagieren auch aggressiv, da sie merken, wie eingeschränkt sie durch die unterschiedlichsten Symptome sind, und wie viele Reize so auf sie einstürmen, auf die sie nicht mehr so wie sonst reagieren können. Es ist ja enorm, was unser Gehirn so alles leistet, und was wir einfach so als normal hinnehmen und nicht bemerken, solange wir gesund sind.
    Einige Patienten können auch mal mit vorübergehender Wesensveränderung auf die z. T. notwendige Kortisoneinnahme reagieren.

    Deine Frage zum morgendlichen Erbrechen kann ich -denke ich- beantworten: Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen gibt es bei Hirndruck unabhängig von der Tageszeit. Allerdings kann der Hirndruck bei sonst mobilen Patienten morgens - eben nach der Nachtruhe - höher sein. Sie haben im Bett gelegen und erst im Lauf des Tages beim Sitzen und Stehen fließt der Liquor wieder besser ab und der Druck verringert sich.

    pucksie
     
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