Ärzte denen man sagen muss was zu tun ist!

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Sr.House, 03.10.2008.

  1. Sr.House

    Sr.House Junior-Mitglied

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    Kennt ihr vielleicht auch Ärzte denen man ständig hinterherrennen muss, damit gewisse Dinge erledigt werden???
    Ich finde es sehr nervig, wenn ich und auch meine Kollegen neben unserer Arbeit auch noch an die Arbeiten der werten "Weißkittel" denken müssen, beziehungsweise ihnen ständig nachrennen oder nachtelefonieren muss, damit gewisse ÄRZTLICHE TÄTIGKEITEN erledigt werden.
    Dieses NACHRENNEN ist leider notwendig, damit der Stationsablauf nicht vollkommen zusammenbricht, denn unsere Ärzte vergessen leider oft diverse Sachen, wie z.B.Anordnungen von Marcumar, Unterschriften auf Aufklärungsbögen, PC-Freigaben von Untersuchungen...
    Mir und meinen Kollegen geht das ziemlich auf den Keks, aber wenn wir nicht dran denken und mitdenken.... was dann???????????????????????
    :knockin:
     
  2. Leandra

    Leandra Junior-Mitglied

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    Leider kenn ich das auch. Bei uns ist es oft so, dass z.B. Tbl. für den nächsten Tag oder fürs Wochenende nicht weitergeschrieben werden oder es wird vergessen, dass man am Tag des Herzkatheters Clexane absetzt usw. Ebenso ein leidiges Thema ist bei uns Lasix i.v. spritzen - eigentlich Arztaufgabe, aber die kümmern sich meist nicht drum und am Ende bleibt es dann doch an der Pflege hängen. Allerdings scheint es niemanden zu interessieren, dass wir sowieso schon genug zu tun haben, vor allem wenn man die Station voll hat und nur zu zweit im Dienst ist.

    Früher bin ich den Ärzten noch hinterher gerannt und hab sie auf diverse Aufgaben aufmerksam gemacht, aber mittlerweile "übersehe" ich gewisse Dinge einfach mal. Ich kann mich auch nicht um alles kümmern. Außerdem - welcher Arzt rennt mir hinterher und erinnert mich daran, dass ich noch einen Pat. zu waschen hab? Oder bietet mir an, die Körperpflege beim Pat. zu übernehmen? - Keiner!

    Neulich hatten wir wieder mal so nen Fall von ärztlicher Nachlässigkeit: Pat. in red. AZ und bettlägig wird 3 Tage lang wegen Colo abgeführt bzw. hat selten Appetit und isst dementsprechend wenig.... am Tag der Colo plötzlich Monitoralarm - Pat. hat Kammerflimmern. Das Ende vom Lied war, der liebe Herr Doktor hatte "vergessen" regelmäßig das Kalium zu kontrollieren und somit hatte der Pat. nen Kalium von 1,6.
    Am Ende hieß es dann nur, dass die Pflege eben auch an Laborkontrollen denken muss. Was soll ich dazu noch sagen?
     
  3. Ms Swan

    Ms Swan Junior-Mitglied

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    hallo Sr. House,
    natürlich gibt es solche Ärzte immer und überall. Für mich persönlich ist dies allerdings kein Problem, solange es im Rahmen des Machbaren bleibt.

    Wenn ihr dieses Problem wirklich lösen möchtest, dann müsst ihr es unterlassen für die Ärzte zu denken. Warum sollen sie denn noch selbst denken, wenn ihr dies übernehmt?
    Sprecht euer Ärzteteam darauf an, und informiert sie, dass ihr das nicht mehr macht- entweder sie reagieren darauf oder sie müssen letztendlich die Konsequenzen daraus ziehen. (Ich weiß das man in der Funktion als Schwester immer zu erst an den Pat. denkt, denn dieser ist leider der Leidtragende aus so Schlampereien).

    mfG Ms Swan
     
  4. Sr.House

    Sr.House Junior-Mitglied

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    Tja einfach mal Sachen übersehen ist ja schön und gut, aber es gibt dinge die kann ich leider nicht so ganz mit meinem Gewissen vereinbaren, weil ich weiß dass durch die Unachtsamkeit der Ärzte Patienten in Gefahr bringen kann, sogar manchmal in Lebensgefahr.
    Z.B. Pat. hat erniedrigten Kaliumwert im Blut-->erhält Kaliumpräparat-->Kalium steigt wieder an, wird aber nicht kontrolliert(weil Docs kein Labor anordnen)-->Kalium steigt weiter an und an und an da Pat. schön brav sein Kalium schluckt-->so und dann????Dann mache ich als brave Krankenschwester den verantwortlichen Arzt darauf aufmerksam.
    Z.B. Pat nimmt Marcumar ein, Quick liegt bei 25, Arzt ordnet Endoskopische Untersuchung an bei der biopsien gemacht werden sollen und denkt nicht dran Marcumar rechtzeitig abzusetzten oder Konakion o.ä. zu geben-->so und dann???
    Z.B. Pat. erhält 21 Tage Antibiotikum(ist echt schon vorgekommen) und dieser Pat. würde wahrscheinlich heute noch Antibiotikum erhalten wenn nicht eine liebe Schwester den Arzt drauf aufmerksam gemacht hätte
    ........
    .......
    so könnte ich jetzt weiter und weiter Beispiele nennen:nurse:
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Muss ein Arzt unfehlbar sein? Stehen nicht auch ihm Fehler zu? Muss er alles wissen und bedenken?

    Elisabeth
     
  6. pollux

    pollux Senior-Mitglied

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    JA !!!!
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dieser Mensch ist noch nicht geboren worden, der unfehlbar ist. Umso älter man wird um so mehr verliert man dieses Aufsehen zu dem "allmächtigen Gott in Weiß" und umso mehr wird man Zeuge der Entmystifizierung dieser Person. Warum auch nicht?

    Wenn Pflegekräften Fehler bei Ärzten auffallen, dann frage ich mich, warum sie nicht so kollegial sind und ihn darauf hinweisen sondern lieber die Gesundheit des Pat. riskieren. Wir wollen Verantwortung übernehmen... aber eigentlich doch nicht. Blutentnahmen und i.v. Injektionen reichen ja aus- da braucht man nicht mitdenken. *grummel*

    Elisabeth
     
  8. *Anni

    *Anni Junior-Mitglied

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    Hi,
    also, bei uns ist es genauso wie bereits beschrieben, pat haben n niedriges kalium, kriegen kalinor bis dann auffällt, uuuuuuuuuups, schon so lange kein blut mehr abgenommen... ja und dann kriegt der pat. sorbisterit weil das kalium viel zu hoch ist.
    naürlich können wir mehr verantwortung übernehmen, aber ich finde, das muss dann auch anerkannt werden! unser chefarzt sagte letztens zu uns, "ja, sie solle doch auf die ärzte aufpassen" ich meine hallo? wir gucken das labor von uns aus schon nach, sagen dem doc teilweise was er anzuordnen hat und was nicht, was machbar is und was nicht. letztens hatte ich auch wieder so ein "lustige" diskusion mit einem sehr kompetenten arzt, eine pat hat vt`s, ich sach bescheid, ja sagt er, du machen 2 ampullen cordarex in nacl. ich so, ja klar, aber in g5% ... naja, er glaubte mir nicht, dass man es in glucose auflösen muss, meinte noch dreisst zu mir "ich bin hier der doktor". ich dachte echt mich tritt n pferd, er hat dann den OA angerufen und der bestätigte meine aussage, und der herr doktor hat 1 woche nicht mit mir gesprochen, nicht, dass mir das was ausmacht.... nur, diese selbstsicherheit bei völliger ahnungslosigkeit macht mich echt n bissl fertig!!
    naja, und was mich persönlich auch echt nervt, die ärzte kriegen nix aufn schirm, pflege ist unzufrieden, patienten auch, und die angehörigen machen dann stress, aber wo gehen sie hin? zum schwesternzimmer und nicht zum arztzimmer... ich hab da auch echt keinen nerv mehr zu... ich geh inne anästhesie. so, ma n bissl dampf abgelassen, schon gehts einem besser :mrgreen:
     
  9. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Sollte, ja.

    Bist du unfehlbar?
    Warum nicht?
     
  10. Spiky

    Spiky Junior-Mitglied

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    Ja,wir sind alle Menschen.Und wir können deswegen"leider?" auch was vegessen.Besonders wenn der Stress groß ist.Was aber auf keinen Fall ein Freibrief sein soll und darf.Deswegen bin ich froh,das ich in einem relativ kleinen Team bin.Wo sich Arzt und Pflege "gegenseitig" immer mal auf die Schulter klopfen und auch mal gesagt wird."Könnten Sie das mal für mich machen".:emba:Gegenseitiges Respektieren.Da habe ich in der Vergangenheit andere Sachen erlebt.:gruebel:
     
  11. Lin

    Lin Poweruser

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    Bei den Ärzten fällt es schon auf, dass sie ziemlich viele Sachen vergessen.
    Ich hab auch ein herrliches Beispiel dazu. Ich hab mal den Arzt "aus Protest" nicht erinnert, den Pat. aufzuklären. Ist ja nicht meine Aufgabe, aber auch so eine Sache, was sie ohne uns jeden Tag aufs neue vergessen (wie lange ist eigentlich die Aufmerksamkeitsspanne eines Arztes???). Am OP-Tag meint wirklich der Arzt er müsse mich zusammensch***en, weil das meine Aufgabe wäre ihn zu erinnern.
    Was ich dann so schlimm finde, wenn sie was vergessen und wir erinnern sie nicht, sind wir noch schuld daran.
    Zur Unfehlbarkeit: ich gestehe ihnen schon Fehler zu, wenn diese nicht tagtäglich passieren würden, sie auch dazu stehen und sie es als ihre Fehler erkennen und nicht als die eines anderen!

    Das gleiche ist mir gestern passiert: ich stelle eine Infusion (Antibiotika) zum Waschbecken, da ich sie in die falsche Trägerlösung gegeben habe, dies aber dann bemerkt habe. Im Waschbecken selbst, hatten wir gerade eine andere Infusion für einen anderen Pat. im Wasserbad zum wärmen, also konnte ich die 1. Infusion nicht entsorgen. Ich stell sie also neben dem Waschbecken ab und sage zu den 3 Turnusärzten: "Diese bitte nicht anhängen, ich hab sie falsch hergerichtet und muss sie dann verwerfen." Von ihnen kommt nur ein: "Jaja". Im Nachhinein dachte ich mir, hätten sie auch: "Leck mich am A..." zu mir sagen können.
    Ich richte das AB noch mal richtig her und lasse es anhängen. Einige Zeit später komm ich ins wieder ins Dienstzimmer war die Infusion am WB auch weg. In böser Vorahnung renne ich zum Pat., ja dort hängt sie und leider auch schon leer. Der Arzt, der sie angehängt hat, hat nicht mal bemerkt, dass er das gleiche Med. abgehängt hat und nochmal angehängt. Eigentlich müsste dass doch seltsam vorkommen, oder nicht???
    Naja, ich informiere sie darüber und frag, warum sie das angehängt haben. Sie zuckten mit den Schultern und sagten nur: "Ich wäre schuld, weil ich die Infusion nicht gleich entsorgt hätte." (Ja klar, wir stellen auch immer die Infusionen zum anhängen zum WB und nicht auf den Spritzenwagen) :knockin::knockin::knockin:

    Anderes Beispiel: Pat. geht es sehr schlecht. RR hoch, Pat. kaltschweißig, Atemnot, Schüttelfrost, Schmerzen, Übelkeit usw. Es stehen vier Turnusärzte (eine davon für den Pat. zuständig) und ich im Zimmer: Labor, O2, Blutkultur, Nitrospray, Analgetika, Antiemetika, Ebrantil-Ki, EKG Schwester verständigt, Pat. trübt ein, schläft immer wieder weg, ist aber noch weckbar, kann aber auf Fragen nicht mehr adäquat antworten. Auf einmal waren alle 4 Ärzte weg, sie gingen alle Mittagessen. Gottseidank, kam unser Stationsarzt gerade auf die Station und sah sich das EKG an. Sofort unter Reanimationsbedingungen auf die Intensiv. Verwundert fragte er mich, wo denn die anderen seien. Als ich ihm sagte, dass sie alle Mittagessen seien, wechselte seine Gesichtsfarbe von normal auf krebsrot. Was die anderen Ärzte sich nach dem Mittagessen anhören konnten, will ich jetzt lieber nicht beschreiben. Die Ärztin, die für den Pat. zuständig war und natürlich das meiste an Kritik abbekam, redete den ganzen Tag kein Wort mit mir, da ich ihnen in den Rücken gefallen bin und dem Stationsarzt gesagt habe, dass sie Mittagessen waren :knockin:.

    Sry, wenn das jetzt etwas ausführlich wurde, aber solche Sachen ärgern mich so sehr.

    Gruß,
    Lin
     
  12. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Im Prinzip verstehe ich Deinen Standpunkt und teile ihn auch in gewisser Weise, aber viele der hiergenannten Beispiele zeigen mir deutlich, dass eine Menge Ärzte noch nicht kapiert haben, dass wir eben nicht ihre Handlanger sonderen eine eigenständige gleichwertige Berufsgruppe mit wichtigen eigenständigen Aufgaben sind. Sie machen Pflegende für ihre Versäumnisse und Fehler verantwortlich.
    Auf der einen Seite sollen wir das Gedächtnis der Ärzte sein und verantwortlich für das Wohl der Patienten agieren, auf der anderen Seite speert sich die Ärzteschaft dagegen einen Teil ihrer Verantwortung in unsere Hände zu geben und behauptet wir wären nicht kompetent genug.
    Kollegialität kann und darf keine Einbahnstraße sein.
    Gruß,
    Sr. S.
     
  13. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    unsere Ärzte müssen die Apotheke im PC freigeben, dass wir sie geliefert bekommen, immer, seit Jahrzehnten am Dienstag, Donnerstag und Sonntag.

    Wir bestellen, Arzt gibt frei. Vorher auf Papier und seit ca. 15 Jahren im PC.

    Manche Ärzte vergessen es, deshalb hängt nochmal ein Zettel am ärztlichen PC, wann die Apotheke freigegen werden muss, so ein Arzt ist ja auch nur ein Mensch...
    Vor kurzem hatte ich aus Protest den Arzt nicht daran erinnert, mündlich ca. 5 mal - haben Sie schon... usw. (Der Apothekenbestand, dank Hamsterbesteller vor mir auch noch passabel).
    Am nächsten Tag kam keine Apotheke, logisch war ja auch nicht freigegeben.
    Kollege zu mir: Hast du gestern keine Apotheke bestellt?
    Ich: Doch, vermutlich wurde sie nicht freigegeben
    Kollege: Hast du den Doktor nicht erinnert?
    Ich: Nein
    Ich zu Arzt: Herr XY - wir haben keine Apotheke bekommen
    Arzt: Ähm, sie hatten mir aber auch nicht gesagt, dass ich sie freigeben muss...
    Ich: Herr XY, wir schreiben seit Jahrhunderten immer an den gleichen Tagen die Apotheke, sie sind schon genausolange im Haus wie ich. Wenn sie mich nicht daran erinnern, dass ich die Apotheke schreiben soll, warum soll ich sie daran erinnern, dass sie diese freigeben sollen?

    Arzt::eek1::eek1::eek1::eek1::eek1:
    Narde::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:

    Kollege: aber, der Arzt muss doch schon soviele Sachen im Kopf haben, soll er sich das auch noch merken
    Narde no comment - alles andere wäre unhöflich

    Also, ich erinnere Ärzte schon, aber nicht an Routineaufgaben.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  14. Sr.House

    Sr.House Junior-Mitglied

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    ?????Entmystifizierung dieser Person??????

    Hallo, ich glaube nicht dass das Pflegepersonal im Arzt eine "göttliche Erscheinung"(auch wenn manche sich dafür halten)sieht. Diese Illusion vom "Halbgott in Weiss" wird einem doch schon während der Ausbildung genommen.

    Doch ich bin der Meinung dass ein Arzt sich mit seinem Patienten und den dazugehörigen Untersuchungen und Medigaben und Laborergebnissen usw.selbst auseinander setzen sollte und nicht vom Pflegepersonal "geleitet"werden sollte.

    Natürlich hat Pflegepersonal auch Wissen und Erkenntnisse über Untersuchungen, Medinebenwirkungen, Laborwerte etc. und wir sollten und müssen uns auch dafür interessieren, doch unsere Aufgabe ist es nicht Medis anzuordnen, auf Laborergebnisse zu reagieren oder Patienten aufzuklären.

    Mich muss auch kein Arzt darauf hinweisen, dass ein Patient gelagert werden muss, oder zur Toilette muss oder ich meine Pflegeplanung schreiben muss.......

    Ärztliche Tätigkeiten übernehmen (Blutentnahme, Injektionen...)ist ja o.k., darf auch an uns delegiert werden, aber das "ärztliche Denken" ist nicht delegierbar!!!!
     
  15. dieEv

    dieEv Poweruser

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    OP
    Ist euch noch nicht aufgefallen, wie sehr die auf uns angewiesen sind?
    Nur mit dem Mitdenken der Pflege läuft's doch einigermaßen.

    Aber eine Frage, da meine Stationszeit länger her ist: Ist nicht auch die Visite dafür da, solche Dinge abzuklären, wie Medikamente an- und absetzen, Untersuchungen anordnen, Laborwerte durchkauen usw.?
     
  16. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Auch wenn das vom Thema ab ist.

    Meist ist Visite morgens.
    Untersuchungsergebnisse, laborwerte usw kommen aber erst am Nachmittag...

    Was warten kann, OK.

    Aber wenn du von den Beispielen wie Antibiose über 30Tage und sowas sprichst, habe ich noch anzumerken, dass nicht überall Visiten mit dem PP laufen...
     
  17. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Und findet ihr das gut oder schlecht?
    Sollte nicht sowieso das PP mehr in die Therapie einbezogen werden; schließlich sehen diese die Pat. am meisten!

    Und mal was Anderes: Glaubt ihr, im Op läuft's anders? Kann passieren, dass mich der Chef anspricht, warum ich als Schwester dem Neuen/Assistent oder sonstwem nicht gesagt habe, wie er abzudecken hat, welches Instrument er nehmen soll, wie der Verband gemacht wird, etc., etc.
    Schon seltsam, das! Wir sind ja schließlich "nur" die Schwestern!
     
  18. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Also dort wo ich jetzt bin, bin ich dabei.

    Ist schon ganz gut, aber es ist auch viel rumstehen. Da klär ich lieber alles was zu kären ist im Vorfeld.
    Beim ausarbeiten kann ich ja immer noch korrigierend tätig werden.

    Alles in Allem nimmt mir das zu viel zeit.
     
  19. Leandra

    Leandra Junior-Mitglied

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    Sicher gehen im Alltags-Stress einige Dinge unter, die selbst auch mal ein Arzt vergessen kann - Nobody is perfect!
    Aber wie schon gesagt, es scheitert ja meist schon an Kleinigkeiten und dann ist es oft so, dass gewisse Dinge angeordnet werden, aber dann wird kein Reiter gezogen... z.B. Heparin Perfusor soll um 14 Uhr reduziert werden, ich bekomme aber dank der Ärzte die Pat. Akten erst abends um 18 Uhr. Stellt sich das Heparin in der Zwischenzeit von selbst um? Teilt mir der Arzt wichtige Dinge mündlich mit? Nein.

    Ich erinnere meinetwegen auch die Ärzte gerne mal an Kleinigkeiten, aber wo bleibt der Dank? Manchmal bin ich besser dran, wenn ich ohne Arzt handel.
    Ein Beispiel von neulich: Pat. ist nüchtern, am Heparin und wartet auf Herzkatheter. Zuvor war Wochenende, Dienstarzt hat "vergessen" Labor anzuordnen bzw. Konakion anzuordnen. Pat. wartet also, bekommt von der Schwester mitgeteilt, dass der Herzkatheter auf später verschoben wird, weil erst noch Blut abgenommen werden muss.
    Wenig später, Labor passt natürlich nicht, Herzkatheter wird abgesagt, die Schwester teilt dies dem Pat. mit.
    Bei der Visite explodiert der Pat. förmlich und wirft dem Arzt vor, wieso er nicht vom Arzt über gewisse Dinge aufgeklärt wird und warum dies immer Aufgabe der Schwester sei.
    Arzt reagiert lautstark, diskutiert Ewigkeiten mit dem Pat., worauf dieser immer mehr in Rage gerät.
    Daraufhin verlässt der Arzt einfach das Zimmer. Ungefähr 10 Min. später geht er zurück ins Zimmer, entschuldigt sich im ruhigen Ton beim Pat. und klärt ihn auf, dass das alles eigentlich nur passiert ist, weil die Schwester falsche Informationen weitergegeben hat und er eigentlich nichts dafür kann.

    Im Nachhinein wollte er mir dann tatsächlich erklären, dass dies reine Psychologie wäre und er damit das Vertrauen zwischen Arzt und Pat. nicht gefährden wollte. Sprich, wenn die Schwester schuld ist, ist alles gut.

    Wieso sollen also wir den Ärzten helfen, wenn man bei jeder Gelegenheit eins reingewürgt bekommt? Gutmütigkeit hat auch ihre Grenzen.
     
  20. Sanne3

    Sanne3 Stammgast

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    Na, dass ist schon heftig was ich hier lese!

    Ähnlich, aber nicht ganz so extrem geht es auch bei uns zu.
    Langsam habe ich es mir angewöhnt, unsere Ärzte höchstens zwei Mal an etwas zu erinnern, beim dritten Mal sage ich ausdrücklich, dass es das letzte Mal ist. Danach kümmere ich mich nicht mehr um die Angelegenheit.
    Das brauche ich allerdings auch nicht, da spätestens dann die Ärzte reagieren.
    Zwar durfte ich mir anhören, was ich für eine "schlechte" Arbeitseinstellung hätte, aber das ist mir egal. Hauptsache ist, dass unsere Ärzte dann mal reagieren.
    Ansonsten dokumentiere ich es schriftlich, wann ich welchen Arzt (namentlich) auf die Problematik eines Patienten angesprochen habe und wann dann eine Reaktion erfolgte, alleine um mich abzusichern.
    Ich durfte unseren Oberarzt schon privat (zuhause) anrufen, weil er Angehörige zu einer bestimmten Uhrzeit zum Gespräch einlud, und eben Dieses vergaß. Dafür fühle ich mich langsam nicht mehr zuständig. Ich bin NICHT die Sekretärin unserer Ärzte.
    Lagorbefunde durchsehen und Auffälligkeiten weitergeben am Nachmittag ist sowieso schon unsere Aufgabe und eben vieles mehr.
    Patienten werden einbestellt, ohne uns zu informieren. Irgendwann stehen sie vor der Tür und niemand weiß warum und weshalb.
    Es nervt einfach!
    Alles könnte etwas organisierter sein, wenn unsere Ärzte uns mehr einbeziehen würden und etwas mitdenken würden. Das war nur ein kurzer Auszug aus unserem Stationsleben mit EINIGEN Ärzten.
    Viele Grüße
    Sanne
     
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