Ärger mit der PDL wegen Einspringen

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von manisalo, 23.09.2009.

  1. manisalo

    manisalo Newbie

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    Hallo,
    ich arbeite seit 3 Jahren in Teilzeit (10 Wochenstunden) in einem Krankenhaus. Zeitweise hatte ich 200 Überstunden, da ich ständig angerufen wurde, um einzuspringen. Immer war es eine "Notfallsituation" und immer war ich die "letzte Möglichkeit". Oft bin ich anstatt 5 Tage im Monat mehr als 10 gegangen, obwohl sich die Kinderbetreuung oft als schwierig herausstellte.
    Seit ca. 9 Monaten haben wir eine neue Leitung, die es geschafft hat meine Stunden auf knapp 100 zu reduzieren und ich musste seltener einspringen. Diesen Monat sind wieder einige Kollegen krank und ich bin letzte Woche 2x eingesprungen, obwohl ich selber mit der Grippe zu kämpfen hatte (und habe). Einen Tag musste mein Mann Urlaub nehmen, ein anderes Mal kam meine Schwiegermutter. Nun bekam ich am am Montag einen Anruf:"Du musst am Mittwoch Spätdienst machen, da du die letzte bist, die ich noch anrufen kann". Da mein Mann die ganze Woche erst spät abends nach Hause kommt, meine Schwiegereltern die ganze Woche nicht aufpassen können und meine Mutter meinen schwestpflegebedürftigen Vater betreuen muss , habe ich versucht dies zu erklären und um Verständnis gebeten, dass es diesmal wirklich nicht geht. Nach ca. 15 Minuten Diskussion darüber, ob ich die Kinder nicht Freunden oder Nachbarn bringen kann (was auch nicht möglich war) hat sie (ohne einen Funken Verständnis) aufgegeben. Ich denke, dass es verständlich ist, dass ich 6 und 8 Jahre alte Kinder ungern alleine von der Schule kommen lassen möchte den ganzen Nachmittag sich selbst überlassen möchte.Von den Terminen nachmittags gar nicht zu reden.
    Nun rief mich heute unsere Pflegedienstleitung an, die ebenfalls sehr forsch forderte , dass ich einspringe, weil sich mitlerweile 3 Schwestern krank gemeldet habe. Ich versuchte die Situation zu erklären. Er wies mich auf meine Verpflichtung dem Krankenhaus gegenüber hin und meinte, dass ich ja die letzten Monate ohnehin sehr wenig gearbeitet habe( was ja stimmt, da ich Überstunden abgefeiert habe). Er wirkte sehr sauer und beendete das Gespräch mit den Worten, dass er keine Lust auf Diskussionen hätte und er nun, nachdem ich ihn hab auflaufen lassen, eine Lösung finden muss.
    Ich habe Verständnis für seine Situation, aber was hätte ich tun sollen? Dies war das 1. Mal in den 3 Jahren, dass ich wirklich keine Betreuungsmöglichkeit habe.
    Ich habe schließlich die wenigen Wochenstunden gewählt, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten.
    Bin ich wirklich immer verpflichtet innerhalb von 1-2 Tagen eine Lösung zu finden und immer persönliche Belange hintenan zu stellen? Hab ich mit irgendwelchen Konsequenzen zu rechnen, weil ich mich geweigert habe???

    Gruß Maria
     
  2. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Wenn Du hier ein bißchen suchst, dann wirst Du gaaaanz viele Meinungen zum Einspringen lesen können.
    Ein Dienstplan ist für beide Seiten verpflichtend. Dein Arbeitgeber oder PDL oder STL ist Dir in Deinem Frei nicht Weisungsbefugt.
    Das bedeutet für Dich daß Du wenn Du in Deinem Frei angerufen wirst ohne Angaben von Gründen einfach nur NEIN sagen brauchtst.
    Rechtliche Konsequenzen dürfen Dir daraus nicht entstehen, wenn doch gedroht wird, ab zum Anwalt.
    Schikanen in der Arbeit, fiese Dienstpläne etc etc können Dir natürlich passieren, je nach Gemütszustand des Vorgesetzten.
    Alesig
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Gewerkschaftlich organisiert? Betriebsrat schon kontaktiert? Berufsverband kann dir ev. auch Empfehlungen geben.

    Und wer krank ist, gehört nach Hause und nicht auf Arbeit- selbst wenn das Dach der Klinik abhebt.
    Aber so ist das- man bietet dem AG den kleinen Finger, der nimmt den ganzen Arm. Und wenn man dann irgendwann signalsiert: so war das aber nicht gemeint, dann fährt der AG die "Krallen aus".

    Beizeiten Grenzen aufzeigen kann einen vor macher unangenehmen Situation bewahren.

    Ergo: siehe oben. Niemand kann von dir verlangen, dass du als Teilzeitkraft als Lückenbüßer für alle Probleme genutzt wirst (obwohl das der neue "preiswerte" Trend zu werden/ sein scheint). Du hast primär eine Verantwortung für deine Kinder. (*grübel* Ob das Jungendamt mit dieser Forderung des AG einverstanden wäre?) Dein AG muss sich so einrichten, dass er genug Personal vorhält. Der Krankenstand ist nicht dein Problem.

    *ketzerischan* Wirklich alle gefragt? Was macht die PDL an dem Nachmittag? *ketzerischaus*

    Di kannst ja guten Willen zeigen, indem du die Zeit anbietest, in der deine Kiddies in Schule und Kita sind. Mehr geht nicht und Punkt.


    Elisabeth
     
  4. manisalo

    manisalo Newbie

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    Lieben Dank. Ich sitze nämlich seit gestern hier wie ein Häufchen Elend und grübele darüber nach. Ich weiß zwar, dass ich keine Möglichkeit hatte, aber das schlechte Gewissen( obwohl unbegründet) ist trotzdem da.
    Da macht man Jahr für Jahr, lässt den Mann Urlaubstage verplempern oder bekommt Ärger mit meinen Schwiegis wg dem Einspringen und dann das. Bin super enttäuscht und könnte nur noch heulen. Ist man denn heutzutage kein Mensch mehr sondern nur noch Arbeitskraft.
    Habe am Wochenende Dienst und habe überhaupt keine Lust auf den Laden, vor allem nicht auf meine "verständnisvolle" Stationsleitung.
    Kein Wunder das wir Nachwuchsprobleme haben!
    LG Maria
     
  5. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    aus meiner Sicht hast du vollkommen richtig gehandelt und brauchst dir nichts vorzuwerfen. Zumindest arbeitrechtlich kann dir normalerweise nicht passieren. Ob sich evt. die Beziehung zu deinen Vorgesetzten ändert, kann ich natürlich nicht beurteilen. Sofern es hier Störungen gibt, solltest du auf alle Fälle eure Personalvertretung einschalten, sofern vorhanden.

    Gruß

    medsonet.1
     
  6. manisalo

    manisalo Newbie

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    Das Verhältnis zur SL ist ohnehin nicht das Beste. Ich versuche seit fast 2 Jahren von dieser Station versetzt zu werden. Schlimmer kanns eigentlich nicht mehr werden, außer die PDL ist nun so angemeiert, dass er die Versetzung noch mehr in die Länge zieht.
     
  7. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    sieh es doch positiv, wenn diese Stationsleitung merkt, daß du jetzt nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung stehst, wird dein Antrag vieleicht schneller bearbeitet.

    Gruß

    medsonet.1
     
  8. manisalo

    manisalo Newbie

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    das bleibt zu hoffen:-)
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @medsonet.1- wenn ich die Aussagen von manisalo richtig interpretiere, dann sitzen SL und PDL im selben Boot.

    Elisabeth
     
  10. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Hat die PDL schon mal das Wort Zeitarbeitsfirma gehört??:gruebel:
    Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorschreiberinnen anschliessen.
    Ironiean:Es sei denn die PDL käme für Kinderbetreuungskosten in Höhe von €10 die Stunde auf:Ironie aus.
     
  11. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    Bei uns in der Firma gibt es eine Kindernotbetreuung die von der Firma ggf. bezahlt wird. Somit soll Kinderbetreuung kein Grund sein um nicht einspringen zu können. Diese wird aber nur genehmigt wenn kein anderer die Kids betreuen kann.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du scheinst einen sehr sozial eingestellten AG zu haben. Falls du Kinder planst, verlasse diesen AG nicht. Denn...

    Ob das jede Firma vorhält? Ich wage dies ernsthaft zu bezweifeln. Mir ist sowas noch nicht begegnet, weil Kinder sind in D "Privatvergnügen".

    Elisabeth
     
  13. narde2003

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    Elisabeth, sowas haben wir auch.

    Springt dann ein, wenn die Betreuung ausfällt aus welchen Gründen auch immer und auch noch kostenlos...
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wir haben nur das KiTa-Angebot bis 22 Uhr. Da musste da aber schon Kunde sein. Vielelicht ist es abhängig von der Größe des Klinikums.

    Meine Meinung zu solchen "Druckmaßnahmen" wie manisalo sie hier beschreibt: sich nicht einschüchtern lassen. Das Personalproblem kann nicht auf dem Rücken der Teilzeitkräfte ausgetragen werden.

    Es scheint neuerdings ein beliebte Methode zu sein, Teilzeit einzustellen und dann Vollzeit zu verlangen- siehe den Überstundenanteil der Teilzeitkollegen im Vergleich zu Vollzeitkollegen. Wer in Teilzeit arbeiten möchte, tut dies nicht, weil er viel Freizeit haben möchte sondern ist in der Regel so stark eingeschränkt in der Flexibiltät, dass eine Vollzeitstelle nicht realisierbar ist.

    Ich empfinde das Vorgehen der PDL als Nötigung. Und das ist meiner Meinung nach nicht statthaft.,, es sei denn wir befinden uns im Katastrophenzustand. Davon ist mir nichst bekannt. Der hausinterne "Katastrophenzustand" ist in der Regel selbstgemacht.
    Und den Tipp mit der Zeitarbeitsfirma finde ich optimal. Wird dem AG aber zu teuer sein. Da ist der kurze Weg des MA-Einschüchterns der Bessere.

    Elisabeth
     
  15. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Elisabeth, ich stimme dir zu.

    Unsere "Münchner Kindl" Lösung ist übrigens nicht dafür gedacht, dass man MA besser erpressen kann, sondern dafür, dass man einen Ersatz für eine Betreuung hat, wenn die Betreuung mal ausfällt - soll ja auch mal vorkommen.

    Kostet nix, ist rund um die Uhr und für die gesamten städt. Betriebe.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da kann ich voll mitgehen. Leider gibts das in unserem großen Dorf nicht. Wäre ne echte Marktlücke... aber gebe wohl zuwenig Nachfrage... wie gesagt: nur übergroßes Dorf- andere sagen auch kleine Stadt dazu.

    Elisabeth
     
  17. Lin

    Lin Poweruser

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    @manisolo:

    Siehst du, die PDL sagt, es gibt keine andere Lösung und hier im Forum findet man sooo viele. Da frag ich mich wirklich, wo bzw. was deine PDL gelernt hat.
    Also da hätten wir:
    • PDL springt selbst ein
    • AG bezahlt die Kinderbetreuungskosten
    • AG stellt Kinderbetreuung zur Verfügung
    • Zeitarbeiter
    • Bereitschaftsdienste
    • mehr Personal um Ausfälle kompensieren zu können
    • .... es fällt sicher noch jemanden etwas ein :mrgreen:
    Ich denke, man wollte dir nur schlechtes Gewissen einreden - ist ja die bequemste und kostengünstigste Lösung. Bleib standhaft und mach dir einen schönen freien Tag.

    Gruß,
    Lin
     
  18. Karbolmaus63

    Karbolmaus63 Newbie

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    Auch bei uns gibt es immer wieder Ärger, wenn Freitagnachmitag sich ein Kollege, der am WE Dienst hätte, sich krank meldet........mittlerweile gibt es Stationsleitungen und Mitarbeiter, die Freitags ihren Freien Tag haben.........warum wohl?Damit sie an ihrem freien WE nicht Dienstverspflichtet werden können.Man/n / Frau muss nur schlau sein!!!!


    Ich selber habe meine Telefonnummer aus unserer Telefonliste gestrichen, nachdem man mich mit unterdrückter Telefonnummer in meinem Krank angerufen hat ( hatte 3 gebrochene Rippen) und mich allen ernstes fragte, ob ich nicht am WE arbeiten könnte, am Montag könnte ich mich ja wieder krank melden! Es sei kein Personal mehr aufzutreiben.

    Mittlerweile haben wir sehr viel PP von Zeitarbeitsfirmen hier in der Klinik rumlaufen, teilweise gute Kräfte aber auch Leute, die schon der Station oder der Klinik verwiesen worden sind.

    Da ich auch mittlerweile fast 160 Überstunden habe ( als Teilzeitkraft mit 30 Stunden wöchentlich) bin ich auch nicht mehr bereit, ständig einzuspringen...........die Bearbeitung meines Antrages auf Stundenerhöhung dauert ja auch schon 3 Monate......warum soll ich dann sofort einspringen, wenn Not am Mann ist ?
     
  19. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Hmm, Weg des geringsten Wiederstands. Auch wenn ich im Dienst bin, der AG kann trotzdem nicht über meine freien Tage entscheiden,. Es gibt diesbezügloch keine Dienstverpflichtung. Nur die, die auf dem DP festgelegt ist.
    Mit der Festlegung des DP hat der AG sein Direktionsrechte in Sachen Dienste verwirkt, er ist ab diesem Zeitpunkt auf das Gutwill der MA angewiesen.
    Da er darauf aber eine Lust zu haben schein, wird Druck ausgeübt und die normale brave Pflegekraft lässt es sich gefallen. Mucks wie auf, wird ihr ein schlechtes Gewissen eingeredet und es klappt meist. Klappt es dann immer noch net, weil sich Pflegekraft über ihre Recht im klaren ist, wird weiter Druck gemacht bis auch Herr oder Frau PDL merkt, dass wird nix und beleidigt abzieht.
    Macht man das 3-4 mal hat man danach seine Ruhe vor überflüssige Diskussionen.
    Ich bin an einem Punkt, wenn ich sage ich kann nicht, ist gut, keine weitere Diskussion mit SL oder PDL, das haben beide bei mir gelernt. Sie wissen, wenn ich kann und Lust habe einzuspringen, komme ich auch, habe ich keine Zeit oder keine Lust, dann eben nicht. Gründe werden bei auch net versucht zu erörtern, nachdem ich meiner PDL mal knapphart gesagt habe, dass ich keine Lust hätte einzuspringen und ob wie jetzt irgendwas dagegen unternehmen will.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Gesundheitswesen in D hat die wenigsten MA pro Pat. europaweit. Und wir haben trotzdem eine gute Pflegequalität. Woran das wohl liegen mag?

    Ich würde behaupten: an den willigen MA, die jederzeit bereit sind einzuspringen. Ich glaube, dass der Prozentsatz an Helfersyndrom in D unter der Schwesternschaft besonders hoch ist. Und der Staat nutzt dieses Problem zu seinen Gunsten aus.
    Das Gesundheitswesen wird sich erst ändern, wenn alle (und ich meine tatsächlich ALLE) endlich zuerst an sich und dann an den Pat. denken. Selbstpflege dient dem Pat. mehr als Aufopferung um jeden Preis.

    Und zur Selbstpflege gehört, dass man sich vor solchen Übergriffen schützt: NEIN ist ein wichtiges Wort in diesem Prozeß. Und wenn alle NEIN sagen würden, wären wir nicht das Land mit dem wenigsten Pflegepersonal pro Pat..

    NEXT - Nurses' early exit study
    Und den Artikel finde ich besonders passend: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    Zum Abbau der Pflegekräfte: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/images/klinik-indikatoren.gif . Unsere Managment-Spezialisten müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie die Meinung mit vertreten haben, dass eine geringere Liegedauer pro Pat. gleichzusetzen ist mit einem geringeren Pflegeaufwand auf alle Pat. bezogen. Ich erwarte von einem studierten Pflegemanager mehr als nur die Verwaltung des Mangels.

    Elisabeth
     
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