News Ade fade Krankenhauskost

Ute

Poweruser
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[22.04.2005]

Ade fade Krankenhauskost

Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Deutsche Herzstiftung fördert mediterrane Küche im Krankenhaus (Frankfurt am Main, 22. April 2005) Patienten und Mitarbeiter des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main können ab dem 25. April Gerichte aus der mediterranen Küche als Menü wählen. Rund 1.100 Patienten-Mittagessen und 1.500 warme Mahlzeiten für Mitarbeiter, Studenten und Gäste werden täglich zubereitet. Dabei hat man die Gesundheit der Klinik-Mitarbeiter genau so im Blick wie den Aspekt, dass diese ihre positiven Erfahrungen mit dem neuen Angebot auch am Patientenbett kommunizieren werden.

Mediziner wünschen herzgesunde Kost
Besonders wichtig war es daher von Beginn an, sich intensiv mit der Einführung der Mittelmeerküche auseinander zu setzen. Prof. Anton Moritz, Herzchirurg am Uniklinikum, bat die Deutsche Herzstiftung, deren wissenschaftlichem Beirat er angehört um Unterstützung. Nahe liegend, dass über den Fachkollegen Dr. Ulrich Hildebrand, Chefarzt an der Klinik St. Irmingard in Prien am Chiemsee, wo bereits seit längerem Erfahrungen mit herzgesunder Kost bestehen, der Kontakt zu Gerald Wüchner zustande kam. Als einer der ersten Klinikköche in Deutschland hatte dieser bereits vor sechs Jahren die Mittelmeer-Kost in den Speiseplan der Klinik in Rothenburg ob der Tauber aufgenommen und mittlerweile auch in weiteren Häusern etabliert.

Seit Anfang des Jahres erprobt das Küchenteam der Uniklinik unter der Leitung von Manfred Mrasek und der Diätküchenleiterin Annemarie Houda viele neue Rezepturen, auch Produktionspläne mussten umgestellt werden. "Wir möchten dem Patienten Anregungen und Hilfestellungen geben, die er nach einem Krankenhausaufenthalt umsetzen können muss", sagt Annemarie Houda und verweist dabei auf die Vorbildfunktion, die das Essen in einer Klinik haben sollte. In der mediterranen Küche sehen die Experten dazu eine hervorragende Möglichkeit.

Damit alle Beteiligten eingebunden sind und an einem Strang ziehen können, wurden in zwei Veranstaltungen zunächst die Mitarbeiter der Küche, als nächstes die Pflegekräfte und interessierte Mediziner von Gerald Wüchner über die mediterrane Küche geschult. Die heute propagierte Mittelmeer-Kost basiert auf Studien, die bereits in den 50er und 60er-Jahren belegten, dass auf der griechischen Insel Kreta besonders wenige Menschen einen Herzinfarkt erlitten. Wissenschaftler, die sich daraufhin die Ernährungsweise anschauten, stellten fest, dass die Kreter fast 300 Kilogramm Gemüse im Jahr verzehrten. "Die Deutschen essen dagegen nur 94 Kilo", sagt Gerald Wüchner und hat diese Mengen sehr anschaulich in Tagesportionen auf Tellern angerichtet. Daneben steht viel frisches Obst auf dem Speiseplan der Menschen am Mittelmeer, fast ein Pfund davon essen die Menschen auf Kreta am Tag, dagegen nur 35 Gramm Fleisch. In der Praxis muss bei einer Umstellung auf die mediterrane Küche die Tellermitte neu definiert werden. Gemüse und pflanzliche Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Polenta etc. sind Hauptkomponenten, Fleisch dagegen lediglich Beilage. Dies hat unter anderem große Auswirkungen auf die Anrichteweise. Damit die Umsetzung in die tägliche Praxis auch weiterhin eine positive Entwicklung nimmt, hat Gerald Wüchner nicht nur ein Buch mit großküchenerprobten Rezepten entwickelt, das im Schulungspaket enthalten ist. Vor allem für die Köche bietet er für weitere drei Monate eine Beratung am Telefon an.

Herzstiftung finanziert "Starter-Kit mediterrane Küche"
Die Deutsche Herzstiftung hat eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich die Einführung der mediterranen Küche in Kliniken und Betrieben zum Ziel gesetzt hat. Die Frankfurter Uniklinik wird als erstes Haus nun die mediterrane Küche einführen, ihrem Beispiel sollen dann weitere folgen. Renate Geus, Projektbeauftragte der Deutschen Herzstiftung, sieht in Frankfurt gute Voraussetzungen, konnten doch vom ersten Sondierungsgespräch an die Vertreter aller beteiligten Klinikbereiche mit ins Boot geholt werden. Die Deutsche Herzstiftung ist vom gesundheitlichen Nutzen der Mittelmeer-Kost überzeugt und finanziert daher den Aufwand, der für die Einführung notwendig ist. Dafür hat Gerald Wüchner ein so genanntes "Starter-Kit" entwickelt, das die Herzstiftung interessierten Kliniken und Betrieben kostenlos zur Verfügung stellt. Es enthält alles notwendige Material, das die Mitarbeiter der Küche, der Pflege und natürlich auch die Patienten, das Personal in Betrieben und Betriebskantinen über die herzgesunde Küche informiert. Um eine erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen, wird das Schulungsmaterial des "Starter-Kits" nur in Verbindung mit den Einführungskursen und der individuellen Beratung durch Gerald Wüchner angeboten. Krankenhäuser, Kliniken und Betriebe, die sich für die mediterrane Küche interessieren, können sich an die Deutsche Herzstiftung wenden.

6/2005

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.herzstiftung.de

Quelle: www.uni-protokolle.de
 

Tobias

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Ja, ja die gute mediterane Kost...!
Wir bei uns schon fast ein Jahr gekocht :zunge:, Frankfurt ist also nicht das erste Uniklinikum :gruebel:!
Leider ist diese Kostform von der cholesterinarmen Kost nur zu unterscheiden, daß die Pat. noch eine Flasche (0,25l) Wein mit auf dem Tablett stehen haben! Da wird wieder mehr Wind um unwesentliche Dinge gemacht, als es nötig wäre!:daumen:

Grüße Tobias
 

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