Abschied von Patienten?!

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von kleine_Jenny, 30.06.2006.

  1. kleine_Jenny

    kleine_Jenny Junior-Mitglied

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    Hey ihr lieben...

    Vorweg: ich arbeite als FSJ-ler auf einer Kurzzeitpflege in Berlin. Wie man schon hört, sind die Patienten folgedessen auch immer nur kurz bei uns
    (~2-4 Wochen) und gehen anschließend entweder wieder nach Hause, ins Pflegeheim oder sogar ins Hospiz. Der größte Teil unserer "Gäste", wie wir sie nennen, sind zwischen 85 und 100 Jahren alt.

    Ich mach mir immer wieder um das selbe Thema Gedanken!
    Und zwar:
    Wie verabschiedet man sich von Patienten die bereits im Sterben liegen und auf ihre letzten Tage noch von uns aus in ein Hospiz kommen?

    Ich machs mir immer wieder schwer mit dieser Frage und komm auch nich auf eine angemessene Antwort.

    Ich hab mich auch schon bei meinen Kolleginnen mal umgehört, wie die in solch einer Situation mit dem Patienten kommunizieren.

    Da bekam ich als Antwort immer nur: "Alles Gute."

    Aber das bekomm ich einfach nicht über die Lippen...
    Ich kann doch jemandem der genau weiß er wird in den nächsten Stunden/Tagen sterben nicht "Alles Gute" wünschen?!

    Also meine Frage an euch:
    Wie verabschiedet ihr euch von Patienten die ins Hospiz gehen?

    Ich bin dankbar über eure Antworten :-)

    Liebe Grüße, Jenny
     
  2. eiseule

    eiseule Stammgast

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    Hallo Kleine-Jenny, keine einfache Frage, auf die es auch nicht nur eine Antwort gibt. Mir ist immer wichtig, wie gut der Kontakt zur betreffenden Person ist. Jemand, zu dem ich eine Beziehung aufbauen konnte kann ich viel Kraft für seinen letzten Weg wünschen. Bei jemanden, den ich im Grunde nicht gekannt habe, würde ich auch alles Gute wünschen. Letzendlich kommt es darauf an, wie du selbst hinter diesem "alles Gute" stehst. Sagst du es nur dahin, oder meinst du es wirklich so?! Das weiss bzw. spürt der Gast sehr genau. Ich war letztens bei einem 14 jährigem Patienten mit dem ich zusammen ein Gebet gesprochen habe und uns gewünscht habe, dass wir noch mal die Möglichkeit bekommen.
     
  3. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Hallo Jenny ,
    wenn man es genau bedenkt , hast Du vollkommen recht.
    Es ist eigentlich ziemlich platt , jemanden in so einer Lage alles Gute zu wünschen...
    Aber ich glaube , das geschieht oft aus dem Aspekt heraus , weil man für den Menschen hofft , das er in seinen letzten Tagen wirklich noch Gutes erfährt , in dem Sinn von wenig leiden usw...
    Ich arbeite auf einer Intensivstation , wir sagen da grundsätzlich zb nicht auf wiedersehen. Nicht , weil wir ein total unhöflicher Haufen sind , sondern weil wir uns für den Patienten wünschen , diese Erfahrung nicht mehr machen zu müssen.
    Und die Patienten verstehen das auch so. Ich glaube , man kann für solche Situationen keine Standardsätze finden. Wenn man ehrlich und mitfühlend ist , dann kommen auch solche scheinbaren Plattitüden richtig an.
    Ich habe letztens mit einer Patientin gesprochen mit sehr wahrscheinlich infauster Prognose , von der sie auch weiß.
    Wir waren sehr ehrlich zueinander. Sie hat mir von ihrer Angst geschildert und mich konkret gefragt , was sie erwartet. Ich habe ihr gesagt , daß ich das auch nicht genau sagen kann , wie auch? , aber habe auch nix geschönt und ihr gesagt , daß ich in Gedanken bei ihr bin. Und das war ehrlich gemeint und das hat sie auch gemerkt.
    Also , vielleicht eine Alternative zu alles Gute : Ich denke an Sie...
    Lieben Gruß von Ernie
     
  4. kleine_Jenny

    kleine_Jenny Junior-Mitglied

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    Danke, ihr zwei :-)

    Vielen Dank an euch...
    ihr habt mir schon viel weitergeholfen...

    Denn ich denke auch, letztendlich ist es nicht entscheidend WAS man sagt, sondern WIE man es sagt :-)

    Danke, für eure Tip's :-)

    LG, Jenny
     
  5. Janina

    Janina Senior-Mitglied

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    Manchmal muss man auch gar nichts sagen es können auch ein Blick oder eine Berührung genügen.

    LG

    Janina
     
  6. Tini

    Tini Newbie

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    18
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    Nachtwache
    hallo

    ich schliesse mich dem an....ich denke auch es kommt drauf an wie man sich kennt..bzw welche bindung man aufebaut hat..im khs zb ist die bindung nicht unbedingt so fest wie wenn jemand vom a.h aus in ein hospiz kommen würde....(hab ich auch noch nicht erlebt)oder aus der ambulanten pflege..aber ich würde auch immer sagen.
    ich wünsche ihnen viel kraft...oder einfach in den arm nehmen und drücken...die hand drücken....denn nicht alle pk`s.mögen es wenn jemand fremdes ihn/sie in den arm nimmt...

    lg Tina:flowerpower:
     
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