Abnahme der Pflegequalität

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Ms Swan, 30.07.2008.

  1. Ms Swan

    Ms Swan Junior-Mitglied

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    hallo liebe Kollegen und Kolleginnen,

    habt ihr auch das Gefühl, dass eure Pflegequalität immer mehr abnimmt? Das ihr die Arbeit die ihr gerne machen möchtet, einfach nicht mehr schafft? Das der Arbeitsalltag nur noch darin besteht, schnellstmöglich die Grundpflege durchzuführen, zu dokumentieren und es irgendwie allen recht zu machen?

    Ich finde es so furchtbar. Aber durch extremen Personalmangel (obwohl man angeblich sogar "überbesetzt" ist), multimorbiden Patienten, die zunehmende Dokumentation (was natürlich wichtig ist), und teilweise auch recht unverschämtes Patientengut (ist leider wirklich so), geht es leider nicht anders.

    Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal wirklich so richtig gepflegt habe, bzw. konnte. Es fehlt einfach die Zeit bzw, das Personal. Laut meiner älteren Kollegen haben vor 10 Jahren 6 exam. Pflegekräfte die Arbeit gemacht wofür heute 2 da sind!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Heute ist es leider so, dass SchülerInnen und Zivi´s als Entlastung dienen.

    Wie steht ihr dazu? Geht es euch ähnlich? Ich bin immer unzufriedener mit mir selbst, weil ich nicht das leisten kann, was ich gerne möchte.
    Aber eine Lösung scheint es nicht zu geben.:weissnix:

    Bin gespannt auf eure Meinungen und Ansichten.

    lg (von der unzufriedenen) Ms Swan
     
  2. tammy80

    tammy80 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    mir geht es leider auch so. Der Pflegenotstand ist auf dem Vormarsch und das ist erst der Anfang. Ganz schön deprimierend!!! :cry:

    LG tammy :-)
     
  3. karola1

    karola1 Stammgast

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    hallo ms Swan,

    es hinterläßt bei mir in der Regel den Beigeschmack des Belanglosen und Unverbindlichen, wenn von "gefühlten" Mißständen die Rede ist und etwas als "fürchterlich" bezeichnet wird und Mitstreiter zum ebenfalls "fürchterlich finden" gesucht werden.

    Hier unten findest du mal handfeste Zahlen, auch wenn die Arbeit schon älter ist (ein Jahr ist´s her) ist sie vom Ergebnis her immer noch aktuell

    Projekte des dip
     
  4. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

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    @karola
    Danke für den Link ist ja recht intressant hab bis jetzt nur kurz überflogen lese es aber noch genau.
    Da steht aber auch erstmal drin WER zur rehebung der Daten befragt wurde. Ob aber eine leitende Stelle z.B.Pflegedirektion das wirkliche Bild wieder geben kann? Aber erstmal weiter lesen...

    Ansonsten würde ich mich zur Zeit der These: immer mehr Arbeit zu immer schlechteren Konditionen erstmal anschliessen wollen.
    Kritisch darf man aber auch unser eigenes verhalten dabei sehen. Wenn ich das System des zumindest mal gefühlten Stellenabbaus durch höhere Geschwindigkeit oder Überstundenbereitschaft uvm. kompensiere folgt daraus die unterstützung des Systems: Folge: noch mehr Stellen weg. Noch schlechtere Arbeitsbedingungen etc. eine Spirale die ich durch meinen einsatz erst richtig ans laufen bringe...
    Die Antwort??? Wir sitzen eben in der Zwickmühle: wir wollen schon, aber können wir noch? Und Morgen...??
    Ich könnte mir vorstellen das es günstig währe wenn wir so arbeiten wie es sein soll. Wie es eben Geregelt ist. Verantwortungsvoll!!!! Das heist nicht einfach nur schnell!!!! Wir vergessen durch den Arbeitsaufwand schnell das wir eine Qualitativ hochwertige Arbeit zu verrichten haben. Das dürfte im sinne aller sein. Also nicht treiben lassen, sondern selbst bestimmen wieviel Zeit für was benötigt wird. Hierbei lässt nicht mein Kollege mich im stich sondern allenfalls erstmal mein Dienstherr. Natürlich muss auch an die Allgemeinheit die Frage gestellt werden was sie für verantwortungsvolle Pflege bereit ist zu bezahlen.
     
  5. Tina aus'm Norden

    Tina aus'm Norden Junior-Mitglied

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    hey ihr lieben,
    ich werd auch mal meinen senf dazu geben... :-)
    ich bin ja erst seit 4 jahren dabei, aber natürlich ist es mir auch aufgefallen , dass die situation der pflegenden und dadurch der pflegequalität immer schlechter wird (ich muss dazu sagen, dass meine ganze familie in der pflege arbeitet/gearbeitet hat und ich dadurch viel mitkriege)
    sehr deutlich wurde mir das einmal, als ich mit einem pat geredet habe, der gerade zuvor die diagnose metastasiertes magen ca bekommen hatte und die schwester, mit der ich an dem tag zusammen gearbeitet habe kam rein ins zimmer und sagte nur zu mir, dass ich gefälligst arbeiten sollte, "geredet wird hier nicht. " das fand ich schon sehr schlimm...
    ich denke aber, dass es gerade in unserem bereich dadurch verschlimmert wird, dass "die pflege" häufig alles schluckt und nur an den falschen stellen gemeckert wird, nämlich auf den stationen unter sich. jedenfalls hab ich das bei uns im kh so mitgekriegt. und dann denken sich die "höheren leute": ok, die lassen sich das schön gefallen, sparen wir nochmehr und bauen nochmehr stellen ab. das ist meiner meinung nach ein großes problem. glücklicherweise haben wir es endlich geschafft, den mund aufzukriegen (--> "der deckel muss weg!")


    liebe grüße, tina
     
  6. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    Klar das bleibt leider auf der Strecke! :cry: Das persönliche Gespräch mit den Patienten, was auch so sehr wichtig für den Mensch --> Patient ist!

    Nur ich bin ganz ehrlich, ich habe zurzeit auch leider keine Zeit mit den Patienten ein persönliches Wort zu reden und wenn ich es versuche ertabt mich der Patient und sieht mir anscheind an das ich so unter Zeitdruck bin, im Hintergrund höre ich und auch der Patient die anderen Patienten klingeln! :cry: Es ist so traurig weil viele ältere Menschen oft niemanden mehr zum reden haben.

    Somit bleibt die Pflegequalität auf der Strecke!

    LG
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welche Pflegequalität will der Patient? Sind die Ansprüche der Pflege identsich mit den Ansprüchen der Patienten?

    Elisabeth
     
  8. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    Welche Pflegequalität will der Patient??? Die höchste natürlich!!! Ausserdem zahlt der Patient heutzutage 10€ am Tag! Da möchte er was geboten haben, + ein Becher Kaffee zusätzlich, die die Pflegende natürlich servieren muss!

    Ach es ist so schwierig mitunter...

    :gruebel:
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Pat. will also "einen Hummer" obwohl es nur "Pommes und Hamburger" gibt. Weiß der Patient eigentlich wie die "Karte" aussieht? Wird ihm erklärt, dass die 10 € nicht für den Extrakaffee da ist?

    Wer macht eine Pflegeplanung mit dem Pat. gemeinsam und erklärt ihm das Pflegeangebot? Wer kann die Finanzierung eines KKH erklären in wenigen Worten?

    Ich glaube, bevor wir von Pflegequalität reden, sollten wir uns erst mal überlegen, was mit §12 SGB V gemeint ist.

    Was ist ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich? Wenn man Pflegehandlungen reflektiert kann man viele (liebgewordene) Rituale finden, die nicht mehr zeitgemäß sind. Zeit für Rituale verwenden ist eigentlich nicht gemeint mit "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich".

    Elisabeth
     
  10. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Zum Beispiel welche?


    Gruß
    Dennis
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Therapeutisches Lagern (z.B. Bobath) trotz Eigenmobilität des Pat.- welche Freude, wenn man ihn 30 min später in einer andern Lage vorfindet... das Lagern aber trotzdem immer wieder gemacht wird. Besonders beliebt bei Dementen´.

    3 x tgl. RR und HF- nach der Devise "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn." Dito: Temperatur. Blutzuckertagesprofile trotz konstanter Werte.

    ATS (oder MTS *fg*) bei mobilen Pat. bis zur Entlassung.

    Salbeiteewaschungen bei Schwitzen... infolge Schmerzen.

    Täglich VW bei primärer Wundheilung.

    Sekretärinnenposten bei Visiten.

    Einreibungen mit Lotionen die ätherische Öle enthalten als Pneumonieprophylaxe.

    Teilkörperwäsche bei Bedarf- der Bedarf (der Pflegekraft) ist tgl. um 19 Uhr.

    Kreative (manchmal sogar noch in Farbe) Ausgestaltung der medizinischen Kurven.

    Erheben von nicht relevanten Pflegedaten: Pat. ist nur 24 h stationär- trotzdem wird die komplette Pflegeanamnese erhoben.

    usw., usw., usw.

    Achtung: Die Rituale sind (hoffentlich) nie auf einer Station anzutreffen. Beim einen ist es das eine Ritual, beim anderen das andere. Manch einer ist vielleicht sogar schon ohne Rituale.

    Elisabeth
     
  12. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

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    Der Frage schlisse ich mich gerne an.
    Aber auch noch:
    Ist doch auch eine Pflegeleistung... ein "neues Ritual?" Und wenn NOTwendig, sei die Frage erlaubt ob ich als Pflegender denn solche auch beziehungsförndernde Massnahmen, angesichts der gestiegenen übrigen Mehrbelasstungen zusätzlich oder ausschliesslich leisten soll... Und ob dies denn wirklich vom Pat. (und gesellschaftlich) als gute Leistung gesehen würde. Unmittelbaren nutzen wird er kaum sehen können... Kostenreduzierung wird, auch wenn überhaupt, nur mittelbar erziehlt werden können...
    Zudem stelle ich mal zur disskussion ob die mehrfache erhebung von Pat. Daten und seinen angaben zum verlauf seiner z.B. Erkrankung von unterschiedlichen Stellen, (Verwaltung, Pflege, Arzt, Soziearbeiter, KG und und und) nicht unwesendlich zur fraglichen wirtschaftlichkeit beiträgt?
    Ganz zu Schweigen von Mehrfachuntersuchungen, ineffizienten Strukturen aller Orten, fraglichen Medikamenten, unnötiger einsatz von Personal Möglichkeiten und und und.
    Auf vieles hat man als pflegender keinen oder nur wenig einfluss...
    Da wo ich direkt arbeite kann, muss und soll ich sicher auch nach "Ritualen" fragen und sie auf den Prüfstand stellen!

    Um den § 12 auf die PFLEGE anzuwenden müsste erstmal klar werden, was Pflege ist und was sie beinhaltet. Dies ist hierzulande noch nicht gemacht worden. Warum?
    Ich fürchte die erklärung könnte sein das die Pflege sich erstens selbst weigert, da sie sich selbst in ihren zuständigkeiten "beschneiden" müsste .(Stichwort: reaktionäre KrankeSchwester/Pflegel)

    Aber noch schlimmer, dass dies zu einer Leistungsbezogenen bezahlung führen würde. Das aber dürfte vielen nicht recht sein. (Stichwort: Leistungskatalog)
    Um Kosten zu senken, erlebe ich zumindest das man mir sagt ich solle prioritäten bei meiner Arbeit setzen... muss der Pat. wirklich z.B. gewaschen werden? etc.
    Das aber von Ärzten das gleiche gefordert würde sehe ich kaum, da verschiebt man eher die Arbeit auf das Pflegepersonal.
    Auch von der Verwaltung erlebe ich es kaum da sagt man mir ohne rücksicht auf meine Arbeit das ich JETZT SOFORT zur PDL kommen soll.
    Und zwingt mich daher Überstunden zu machen oder schneller zur Arbeiten mit entspechenden folgen...
    Wenn der § 12 angewendet werden soll, bitte von allen.
    Wenn "Rituale" geprüft werden sollen, bitte von allen.
    Angesichts der entwicklung in der Pflege über die letzten Jahrzehnte glaube ich sagen zu dürfen: die Pflege hat sich, trotz ihrer prinzipiell eher ablehnenden Haltung neuerungen gegenüber, massiv weiterentwickelt und "Rituale" abgebaut. So soll und muss es auch weitergehen. Es ist längst noch nicht alles geschafft. Vergleiche ich aber mit anderen Berufsgruppen die bereitschaft "Rituale" abzubauen, muss ich mich nicht hinter deren Leistungen verstecken!
    Es dürfte kaum eine Berufsgruppe im Krakenhaus arbeiten die bei genauem hinsehen nicht ausreichender, zweckmäßiger und wirtschaftlicher arbeitet und sich entwickelt als eben die Pflege.

    Frage beantwortet!
    Viele der aufgezeigten "Rituate" sind anordnungspflichtig bzw. weisungen anderer Berufsgruppen an die Pflege! Daher kann ich sie nicht ändern und auf der Prüfstand stellen.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bleiben wir doch in unserem Bereich bevor wir vor fremden Türen kehren.

    Beispiel: Pat. ist "inkontinent" und benutzt Inkontinenzhosen. Nach dem Wasser lassen meldet er sich zum Wechsel. Die Pflegekraft will ihn "erziehen" zur "Kontinenz". Der Pat. bekommt also ab sofort keine Windeln mehr und muss sich melden zum Wasserlassen. Es klappt nach viel Überzeugungsarbeit über viele Tage mehr oder weniger. Zur Entlassung verlangt der Pat. seine Inkontinenzmaterialen und verabschiedet sich mit dem Satz: Und zu Hause werde ich wieder in die Windel machen.

    War das eine notwendige Pflegehandlung?

    Pflegeprozess ist ein gemeinsamer Problemlöse- und Beziehungsprozess. Allzuoft erlebe ich aber, dass Pflegekräfte entscheiden, was dem Pat. gut zu tun hat.

    Beispiel Waschen. Wenn ein kognitiv gesunder Pat. sich selbst ins Bad bewegen kann, dann wird niemand von uns auf die Idee kommen ihn zu fragen ob er sich denn auch wirklich komplett gewaschen hat. Wehe dem Pat.: er ist auf pflegerische Hilfe angewiesen. Da gibts jeden Tag die "porentiefe Reinigung". Wenn er Pech hat soagar zweimal- siehe Waschen bei Bedarf. Auf die Idee einem Pat. nach dem Benutzen der Ente/ Schieber eine Händereinigung anzubieten kommen die wenigsten.

    Elisabeth

    PS Wieso darf man Anordnungen nicht hinterfragen und andere Angebote machen?
     
  14. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

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    Aber - Klar kann man Anordnungen hinterfragen!!!
    Frag ich also den Dr. Muss wirklich 3Xam Tag die Vitalwerterhebung sein?
    Sagt der Doc: nö! (und wenn er nett ist) wie oft willste denn?
    Sach ich: ich denke ordnen sie es doch an, wie oft sie es möchten!
    Sacht der wieder: Zweimal muss schon sein... (oder: na also 3x am Tag brauch ich die schon...:mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:)
    Was hab ich gewonnen? Ein kleineres Ritual?
    In meinem Bereich kann ich ändern! Stimmt und nur da!
    Nehmen wir dein Beispiel mit dem Waschen... So ein Vorgang hat noch viel mehr als nur porentiv reine Haut zu bieten. Auch das ist dann aber pflege! Das meine kompetenz z.B. beim Waschen, ständig in Frage gestellt dies unter den geforderten gesichtspunkten zu sehen wird aber kaum berücksichtigt. (sondern unterstellt ich kümmere mich zuwenig um die Kosten)
    Ich hab noch nie eine Erhebung meines Hauses in der Hand gehabt die aufgezeigt hätte wieviel Geld durch die Pflege erwirtschaftet wurde, aber schon einige die die Kostenseite der Pflege detairt aufgezeigt hat.
    Solange das so ist kann man immer noch sagen "Da wird nicht kostengünstig gearbeitet!" Und wer "sitzt" auf diesen Zahlen? (Vorsicht Ironie:Bestimmt Leute die Turbo effiziente Arbeit liefern - oder?)
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Sollte die Frage nicht lauten: warum Vitalzeichenerhebung? was wird erwartet?

    Elisabeth
     
  16. Dialyseheinz

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    So könnte die Frage lauten... die Antwort währ aber wie so oft, dass es die Entscheidung der ärztlichen Seite ist, ob, wann wie oft und warum. Ich als Pflegender hab aufgrund Derdeligationsmacht da kaum die Möglichkeit was zu verändern da man mir die Kompetenz der Entscheidungen nicht zubilligt.
    Als nächstes Beispiel für meine Machtlosigkeit innerhalb der Pflege Strukturen, so zu ändern dass eine effizientere arbeit möglich währe, fällt mir die leidige PPR einstufung ein.
    In den frühen 90 jahren eingeführt, diehnte sie dazu den Personalbedarf zu ermitteln. Darauf folgte ein Zuwachs an Pflegepersonal. Mitte 90 (!) wurde die Erhebung ersatzlos gestrichen. Mittlerweile werden weniger Pflegekräfte eingesetzt als anfang der 90 ger Jahre. Unstrittig ist aber das die Berufsbelastung zugenommen hat...
    Viele Häuser benutzen die ppr heute um Intern den Bedarf der Pflegekräfte zu steuern... und bestehen daher weiter auf die Erhebung, teilweise Computer gestützt. Man sieht sich also durchaus in der Lage, für die Programme und deren Wartung, für Schulung der Mitarbeiter, sehr viel Geld auf den Tisch zu legen. Auch die gebundene Arbeitszeit spielt hier bei der Effizienz und damit auch Kostenentwicklung keine Rolle.
    Schlage mal einer PDL vor auf dieses Instrument zu verzichten und sich z.B. selbst durch Anwesenheit auf Station ein Bild über die aktuelle Personalsituation zu verschaffen... (ganz zu schweigen darüber das die PPR nur wenige Bereiche der Versorgung abfragt, und daher nur ein äusserst grobes Bild über den Tatsächlichen Pflegebedarf abbildet.)
    Auch hier stellt sich sicher die Frage muss das heute noch so sein? Nur - ich darf sie nicht entscheiden.
    Nichts gegen hinterfragen!!!!!!
    Genau die Mitarbeiter welche mir Aufgaben übertragen die mich von meiner Pflege abhalten, fordern aber ICH solle prioritäten bei meiner arbeit setzen und mein Handeln z.B. bei der Ganzkörperpflege überprüfen!
    Es muss sich was ändern! Es soll sich was ändern!
    Bei einem derart "vernetzten" Beruf wo Zuständigkeiten nicht exakt abgerenzt werden (nicht, nicht "werden könnten") wird immer die "machtloseste" Gruppe aufgerieben werden. Dann aber noch zu fordern sie, die "machtlosen" aufgeriebenen, sollen sich "reformieren" und das Arbeitsaufkommen in ihrem Beruf kosteneffizient und verantwortungsvoll gestalten, klingt dann in meinen Ohren geradezu wie reine Polemik.
    Es wird höchste Zeit sich an einen Tisch zu setzen und auf wirklicher Augenhöhe Möglichkeiten zu finden!
    Ich sehe die "reaktionäre Schwester" aber ich sehe mittlerweile auch die Schwester die sagt: das war schon immer so... auch die ist "reaktionär" verbraucht sehr viel Energie um diesen Satz oft genug zu wiederholen...
    Auch durch Schwestern die sehen was läuft und damit nicht zufrieden sind und daher richtige Fragen stellen aber keine Antworten geben wollen, oder können, bezeichne ich als "reaktionär". (Obwohl die richtigen fragen erstmal das Problem beschreiben)
    Jetzt bin ich dann reaktionär und sage: das war schon immer so! (Antworten bleiben wir schuldig!)
    Wir sind trotz guter Argumentation keinen Schritt weiter.
    Seit Ewigkeiten versuchen wir uns ein Berufsbild zu schaffen das von allen anerkannt wird. Seit Ewigkeiten werden genau diese Bemühungen von uns selbst (und von anderen) in Frage gestellt.
    Hier stellt sich wirklich die Frage des WARUM!
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Sind wir Diskussionen über den Sinn von Ansetzungen bezüglich der Krankenbeobachtung überhaupt gewachsen? Deshalb die Frage an den Arzt: was wird erwartet? warum könnten sich Veränderungen der Vitalparameter ergeben? Und dann sollten Argumente Pro und Kontra unsererseits folgen- ggf. mit dem Hinweis auf die Anzahl der vorhandenen Personen.

    Die PPR ist offiziell abgeschafft- korrekt. Inoffiziell wird sie aber zur Kostenberechnung der DRGs von der IneK wieder genutzt. Ein Krankenhaus tut also gut daran, auch hier die eigenen Werte abzugleichen: wird die Pflege entsprechend angeboten oder muss eine Zusatzdiagnose gewählt werden.

    Unsere PPR- Bogen sind einheitlich gestaltet für alle Fachbereiche. Pflegedoumentation pro Pat.: ca. 1-5 min pro Schicht- je nach Pflegeaufwand. Da die Bögen gleichzeitig den Pflegebedarf über die Einschätzung des Selbständigkeitsdefizit enthalten kann man sehr gut auch Vergleiche zwischen verschiedenen Bereichen machen. Es ist möglich den Bedarf der Pflegekräfte und deren Qualifikation herzuleiten.


    Elisabeth
     
  18. Helen

    Helen Senior-Mitglied

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    Hallo Elisabeth,


    War das eine notwendige Pflegehandlung?

    Also meiner Meinung nach handelt es sich um keine notwendige Pflegehandlung. Wobei ich jetzt einfach mal bewerte ohne die einzelnen Hintergründe zu kennen. Aber es gibt genügend anderer Kollegen, die das so sehen würden. Auch einfach weil es sich um eine Zeitersparnis handelt. Und da geht es meiner Meinung nach nicht wirklich um das was der Patient möchte oder um das Wohl des Patienten.




    Pflegeprozess ist ein gemeinsamer Problemlöse- und Beziehungsprozess. Allzuoft erlebe ich aber, dass Pflegekräfte entscheiden, was dem Pat. gut zu tun hat.

    Genauso sehe ich das auch. Manche Patienten kommen ins Krankenhaus und stehen dann ab sofort unter "Vormundschaft" entweder durch das Pflegepersonal oder durch Angehörige. Es wird teilweise gar nicht mehr gefragt was der Patient möchte. Bestes Beispiel war letztens: Pat. hat Durchfall, ihm ist es unangenehm deswegen zum WC zu gehen, weil er es einfach bis dahin nicht schafft ohne dass was in die Hose geht. Dem Patienten ist das sehr peinlich. Was sagt die Stationsleitung zu mir? Gib ihm einen Rollator und leite ihn an zum WC zu gehen. Ich habe es getan und es ging wieder schief. Was hätte dagegen zu sprechen gehabt, wenn der Pat. erst mit dem WC-Stuhl zur Toilette gebracht worden wäre und den Rückweg dann mit Hilfe des Rollators angetreten hätte? (Der Pat. war 82 Jahre alt und sobald er sich bewegte wurde "der Durchfallprozess" beschleunigt. Ich denke mal das kennt jeder, der schonmal Durchfall hatte.)
    So wären doch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden. Mobilisation des Patienten und auch gleichzeitig die Wahrung des Schamgefühls des Patienten.

    Auf meinen Einwand hin, dass das System so wie die Stationsleitung es wollte so nicht funktionieren würde, wurde mir gesagt, dass es doch ginge und das gut für den Patienten wäre.
    Pat. ist 82 Jahre alt bewegt sich, sobald er sich bewegt wird "der Durchfallprozess" beschleunigt.

    Anderes Beispiel: Pat. wird ins Krankenhaus eingeliefert, möchte aber kein Abendessen. Die Tochter will aber das die Mutter etwas zu essen bekommt.
    Was macht die Krankenschwester? Sie besorgt das Essen obwohl die Pat. mehrmals gesagt hat, dass sie nichts haben möchte.

    Ich möchte nicht so behandelt werden, wenn ich mal alt und krank bin.
    Wo bleibt da die Würde des Menschen?


    Beispiel Waschen. Wenn ein kognitiv gesunder Pat. sich selbst ins Bad bewegen kann, dann wird niemand von uns auf die Idee kommen ihn zu fragen ob er sich denn auch wirklich komplett gewaschen hat. Wehe dem Pat.: er ist auf pflegerische Hilfe angewiesen. Da gibts jeden Tag die "porentiefe Reinigung". Wenn er Pech hat soagar zweimal- siehe Waschen bei Bedarf. Auf die Idee einem Pat. nach dem Benutzen der Ente/ Schieber eine Händereinigung anzubieten kommen die wenigsten.

    Auch das sehe ich leider genauso wie Du.

    Und was maßt man sich an, wenn man einem Patienten der jahrelang raucht meint ab sofort die Zigarette verbieten zu müssen? Versteht mich nicht falsch, ich weiß das Rauchen schädlich ist. Aber ist es nicht auch schädlich jemanden der ins Krankenhaus kommt und sich somit in einer Ausnahmesituation in seinem Leben befindet sofort das Rauchen verbieten zu wollen?

    Weil es leichter ist gegen Ärzte und Anordnungen rumzuwettern oder rumzujammern wie "schlimm" man es doch hat als Courage zu zeigen und etwas zu tun.
    Das klingt jetzt vermutlich sehr negativ, aber ich bin es so leid mir das rumgejammere anzuhören, um dann anschließend festzustellen, daß nichts unternommen wurde. Entweder handelt es sich hierbei nur um Wichtigtuerei eines einzelnen Pflegenden oder die Labern nur um des Laberns Willen. Und ganz ehrlich da habe ich keinen Bock drauf.


    MfG,
    Helen.
     
  19. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Manche meinen beim Verhungern..........
    Obwohl ich da doch auch etwas anderer Ansicht bin. :mrgreen:

    Wenn der Patient Kontakt mit der Urinflasche/dem Schieber oder seinem Genital/Analbereich hatte biete ich immer sicherliche eine Reinigung der Hände an, wer macht das denn nicht?


    Nun, ganz ehrlich. Mit manchen Ärzten diskutiere ich bewusst nicht, ich schlage ja auch nicht freiwillig den ganzen Tag meinen Kopf gegen die Wand. (siehe unser Chefarzt..........bald 65...:cheerlead:)


    Gruß
    Dennis
     
  20. Helen

    Helen Senior-Mitglied

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    Hallo Jackdaniels,

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, mit manchen Ärzten lohnt sich das diskutieren sicherlich nicht, aber nur labern und nichts umsetzen (egal um welchen Arzt es sich dabei handelt) das ist für mich nervende Zeitverschwendung.

    MfG,
    Helen.
     
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