Abmahnung, weil Medikamente falsch gestellt wurden?

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Rechtsfragen in der Altenpflege" wurde erstellt von Hexelilith, 11.01.2010.

  1. Hexelilith

    Hexelilith Newbie

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    Hallo!

    Hab da mal eine Frage:
    Ist es rechtens wenn der Arbeitgeber eine Abmahnung für falsches Tabletten stellen ausstellt?

    Fall: Da bei uns leider die Tabletten in keinem separaten Raum gestellt werden können und wir sehr unterbesetzt sind ist es schon öfter vorgekommen,dass Tabletten gefehlt haben oder falsch gestellt waren.
    Es kontrolliert nach dem Stellen leider kein Zweiter sondern erst der Examinierte der dann an dem Tag die Tabletten gibt auf ihre Richtigkeit.
     
  2. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Die rechtliche Lage kenne ich leider auch nicht. Meiner Meinung nach, wäre eine Abmahnung nur dann gerechtfertigt, wenn dein Arbeitgeber dir eine Fahrlässigkeit beim Medisetzen nachweisen kann.

    Sowie du den Sachverhalt schilderst, wäre ich als dein Arbeitgeber sehr vorsichtig ob ich dich abmahne, denn im Zweifelsfall könntest du zum Anwalt gehen, der dann seinerseits erst einmal versuchen wird deinem Arbeitgeber Fahrlässigkeit im Bezug auf die personelle Unterbesetzung und daraus resultierender Überlastung der Mitarbeiter, nachzuweisen.
    Denn ein Mensch ist keine Maschine.

    Wie gesagt wie die genaue rechtliche Situation aussieht weiß ich nicht. Vllt kann da jemand anderes hier (vllt eine PDL) eine eindeutigere Auskunft geben. :wavey:
     
  3. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Hallo,

    es sind durchaus noch eine Reihe weiterer Gründe denkbar, die eine Abmahnung rechtfertigen könnten: z. B. mutwilliges falsches Stellen (warum auch immer) also Vorsatz. Unkonzentriertheit auf Grund Lebenswandel (ausschweifendes Nachtleben), Alkohol, Drogen etc. usw. Dieses zu beweisen wäre allerdings Aufgabe vom Arbeitgeber, sonst hätte die Abmahnung vor Gericht keinen Bestand.
    Mein Rat wäre, sich an die zuständige Arbeitnehmervertretung (Betriebsrat) zu halten, oder anwaltlichen Beistand einzuholen mit dem Ziel die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen!

    Gruß Matras
     
  4. Direktor

    Direktor Junior-Mitglied

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    Sorry - aber falsch gestellte Medikation ist ganz klar ein Abmahnungsgrund bei examinierten Pflegefachkräften!

    Wenn ich mich auf die Richtigkeit der Tätigkeit einer Pflegefachkraft nicht mehr verlassen kann, wozu bilden wir diese dann aus und machen sie (Kraft Gesetz) zu den verantwortlichen Kräften im Pflegerecht?

    Allerdings muss der Arbeitgeber die Richtigkeit seiner Abmahnung eindeutig beweisen können! Also - nur zu behaupten, dass die Pflegekraft "X" verantwortlich und schuldig war, reicht nicht!

    Wenn aber Pflegekraft "X" mit ihrem Handzeichen das Stellen der Medikamente und damit die korrekte Umsetzung der ärztlichen Anordnung bestätigt hat, kann der Arbeitgeber die Pflegekraft "X" abmahnen.

    Dies jedoch nur, wenn der Medikamenten-Schrank vorschriftsgemäß vor fremden Zugriff geschützt ist! Und wenn er die Vorhalte von vertragsgemäßem Personal beweisen kann!

    Hier wiederum wäre ich als Arbeitnehmer vorsichtig! Denn gerade im Seniorenpflegebereich muss ein Arbeitnehmer genau den vertraglichen Pflegestellenschlüssel der Einrichtung kennen, um errechnen und behaupten zu können, das ein Bereich unterbesetzt ist!

    In den meisten Heimen stehen sich die Pflegefachkräfte bei der Personalfrage selbst im Weg, da sie kein ausreichendes Pflegestufenmanagement umsetzen!

    (Nähere Auskünfte dazu bei Kontaktaufnahme über PN!)

    LG Direktor
     
  5. adalbert

    adalbert Stammgast

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    So wie du es schilderst ist die Abmahnung eher fragwürdig...

    Leider wird nicht ersichtlich wer überhaupt abgemahnt wird. Es scheint ja häufiger vorzukommen. Ist es immer bei der selben Person?

    Dann sieht die Sachlage schon anders aus, dann müsste man sich den Fall genauer anschauen.

    So wie es hier steht kann man im gewissen Maße von Organisationsverschulden ausgehen was die Abmahnung auf tönernen Füßen stehen lässt.


    Mal nebenbei zum Thema Abmahnung...
    In einem Krankenhaus in dem ich arbeitete sollte ein Mitarbeiter abgemahnt werden. Im Zuge dessen wurde mal überprüft wie viele Mitarbeiter schon abgemahnt wurden.
    Dabei fand man heraus das in den letzten 30!!!! Jahren kein einziger Pflegemitarbeiter abgemahnt wurde. Das Haus hat ~800 Betten und 1500 VK Pflegestellen (soweit ich mich erinnere).

    Was meint ihr, gute Pflegequalität oder eher wegschauen wenn es mal nicht so läuft?
     
  6. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Das Stellen der Medikamente ist in deiner von dir unterschriebenden Stellenbeschreibung drin, du bist qualifiziert, dieses durchzuführen und hast die Sorgfaltspflicht. Daher kann dir dein AG deswegen durchaus eine Abmahnug erstellen, wenn du deinen Pflichten des richtigen Stellens nicht nachkommst.

    Ob dieses allerdings zweckmäßig und praktikabel ist unter den Bedingungen, die ihr habt, lasse ich mal unbeantwortet. Nur soviel: Ich würde das nicht machen.......
     
  7. JazzQP

    JazzQP Senior-Mitglied

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    Ich kann mir das mit der Abmahnung gar nicht vorstellen, bei uns werden die Medikamente in der Nacht von einer Pflegekraft gestellt, jeder Dienst ist dann für die jeweillige Gabe verantworlich. Das heißt, dass jeder Dienst verpflichtet ist, sich von der Richtigkeit der gestellten Medikamente selbst zu überzeugen in dem er die Tabletten vor der Gabe kontrolliert.
    Ich habe noch nie erlebt, dass es wegen falsch gestellter Med. eine Abmahnung gab, denn es kommt schon mal vor, dass der Nachtdienst eine Anordnung übersieht. Ich denke wir sind alle Menschen und Menschen machen fehler, solange es nicht gefährdent ist. Gerade im Nachtdienst, kommt es schonmal vor, dass man wegen Zwischenfälle unterbrochen wird und da kann auch schonmal ein Fehler passieren. Bei uns nimmt das keiner den anderen Übel, dafür ist halt die Kontrolle da. Die Info der falsch gestellten Med. wird den jenigen persönlich übergeben. Und unsere Leitung ist keineswegs inkonsequent.
     
  8. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Also ich halte eine Abmahnung wegen einmaligen falschen Stellens von Medikamenten für absolut überzogen. Eine andere Sache ist, wenn es immer wieder vorkommt und immer wieder bei derselben Pflegeperson.
    Aber sind wir nicht alle Menschen und auch bei aller Sorgfalt nicht hin und wieder unkonzentriert, gerade wenn wenig Personal vorhanden ist, das Stellen von Tabletten ständig durch Klingeln u.ä. unterbrochen wird?
    Von einer Leitung erwarte ich, dass sie nach Ursachen forscht und versucht, die Arbeitsplätze und die Organisation so zu gestalten, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben möglichst gut erfüllen kann. Und nicht beim geringsten Ausrutscher eine Abmahnung reinzuhauen. Zumal dann, wenn keine grobe Fahrlässigkeit oder gar Absicht vorliegt. Beim Stellen von vielen Hundert Tabletten pro Woche ist eine gewisse Fehlerquote vorhanden und dies kann man z.B. dadurch ausgleichen, indem die Tabletten noch von Kollegen kontrolliert werden. Aber dies geht natürlich nicht, wenn das Personal durch Überlastung und Unterbesetzung am Limit kratzt und froh sist, wenn die Patienten oder Bewohner einigermaßen versorgt sind.
    Perfektion hat noch kein Mensch zu 100 % erbracht. Eine Abmahnung wegen sowas ist in meinen Augen ein Armutszeugnis für die Leitung.
     
  9. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Ich halte diese Einstellung für gefährlich. Mit dieser Aussage kann ich jeden begangenen Fehler begründen. Da bleibt kein Raum für Verbesserung, ist halt frei nach dem Motto "Sowas kommt vor, sind ja auch nur Menschen"... Ob man abmahnen muss ist immer Entwcheidung im Einzelfall.

    Dann kann man aber auch verlangen das, dass Pflegepersonal die Tabletten richtig stellt. Das scheint ja laut Beschreibung häufiger vorzukommen. Leider haben wir ja noch nicht erfahren ob bei einer einzelnen Person oder generell.

    Leitungen sind auch nur Menschen und machen auch nicht immer alles zu 100% korrekt.
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das berühmte Eigentor... *fg* Oder Fehler machen immer die anderen. Na gut, man selber auch... aber nicht so dolle.

    Elisabeth
     
  11. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Und was willst du uns mit diesen aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten sagen, liebe, ewig zynische Elisabeth?
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das der Blickwinkel der entscheidende Punkt ist.

    Elisabeth
     
  13. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Tja, und da liegst du falsch.

    Fehler sollten dazu führen über Verbesserungen nachzudenken, und nicht dazu sie zu entschuldigen. Das ist unabhängig vom Blickwinkel oder der Position oder dem Umfeld.
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der TE hat die Problematik beschrieben. Diese kann ernicht selbst ändern. Es wäre mir neu, wenn eine einfache Pflegekraft Personalmanagement betreibt- obwohl das manchmal wünschenswert wäre.
    Die Problemlösung liegt also bei der abmahnen wollenden PDL. Und da spielt es keine Rolle ob Sr.A (angeblich) keine Fehler beim Medistellen macht und und Sr. B Fehler macht. Es ist bekannt, dass die Konzentration in bestimmten Situationen geringer ist als in anderen: hier keine ungestörte Umgebung.

    Übrigesn: das wegschauen erlebe ich nicht selten gerade in der Managementebene: es kann nicht sein, was nicht sein darf. Aber wir kommen hier offtopic.

    Welche Lösungsmöglichkeit des Problems schlägts du vor? Wie soll der TE zukünftig handeln, damit die Fehler nicht mehr auftreten?

    Elisabeth
     
  15. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Das Problem hier ist das die Problematik nur unzuereichend beschrieben ist. Nach deiner Darstellung müsste das gesamte Personal abgemahnt worden sein, da alle dasselbe Problem haben und der Fehler somit bei allen auftritt.

    Tritt der Fehler nur bei einer Person wiederholt auf muss man sich aber fragen warum das so ist. Also warum schaffen alle anderen es die Medis richtig zu stellen, und warum schafft es die eine Person nicht.

    Klar, da stimme ich zu. Geht aber auch andersherum, soll heißen das man auch häufig erlebt das Vorkomnisse erst sehr spät oder eben garnicht ans Management gemeldet werden.

    Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Bei der Abmahnung von der ich schon vorher einmal sprach, ging es um einen Pfleger der wiederholt unentschuldigt nicht zum Dienst erschien. Als Begründung gab er dann an, wenn er dann zum Dienst erschien, das es ihm nicht so gut ging.
    Besagter Pfleger war nicht zu erreichen und gab sein fernbleiben auch nicht bekannt.
    In der ersten Instanz tolerierte die STL 3 mal dieses fernbleiben und versuchte es intern zu regeln.
    Dann blieb er 2 Tage am Stück fern, daraufhin kam wurde die PDL eingeschaltet und es kam zum Gespräch in dem über Gründe und Hilfestellung gesprochen wurde. Ein paar Wochen später dann wieder ein fernbleiben. Daraufhin dann die Abmahnung.

    Ich frag mich immer wieder ob man in anderen Häusern oder Branchen auch so viel Geduld gehabt hätte.


    Dazu bedarf es einer IST Analyse. Nach derzeitigem Kenntnisstand dürfte es ja reichen ein separaten Raum zur Verfügung zu stellen, und der PK dazu ermahnen sich die Zeit und Ruhe zu nehmen, die Medis zu stellen. Die PK, die überprüft, sollte natürlcih die gleiche Ruhe bekommen.

    Natürlich sollte auch versucht werden mehr Personal zu engagieren, damit das möglich ist.

    Damit sollte das Problem dann gelöst sein.

    Ob das möglich ist kann ich nach derzeitigem Kenntnisstand nicht beurteilen.
     
  16. blubbblubb

    blubbblubb Gast

    Also, ich bekenne mich schuldig, bin ein Mensch. Mache Fehler.
    Bei uns werden die Medikamente im Nachtdienst gestellt.
    Nebenbei wird die Klingel beantwortet. Wenn man Glück hat, gibts noch ne Pflegehilfe die sie beantwortet.
    Aber bei allem was ihre Kompetenz übersteigt, werde ich "gestört".

    Mittelfristig gibt es ne andere Planung.
    Aber, ich handle mit Durchführungsverantwortung.
    D.h. wenn ich falsche Medikamente abgebe, bin ich dafür verantwortlich. Nicht die, die sie richtet.
    Oder lieg ich da ganz daneben.

    Meine Meinung, ohne Grundlagen, sofern es nicht auffällig ist, ist es kein Abmahnungsgrund.
    Wobei das ja Kaugummi ist.
    Indem Fall hätte doch bestimmt schon jeder eine wegen falsch gerichteter Medikamente!?
     
  17. Direktor

    Direktor Junior-Mitglied

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    Du hast zwar Recht, das der Abgebende für die richtige und anordnungsgerechte Abgabe der Medi´s haftet, aber der Stellende haftet auch für die richtige Ausführung der Anordnung! In den Stellenbeschreibungen beider PK´s dürfte das Medi stellen und abgeben als berufliche Aufgabe stehen! Und diese Aufgaben haben examinierte Kräfte korrekt zu erfüllen! Da zählt auch die "Ausrede" mit den "menschlichen Unzulänglichkeiten" nicht! Ein Busfahrer kann auch nicht müde hinterm Lenkrad sitzen und bei einem Unfall den Stress mit den Fahrgästen verantwortlich für den Schaden machen!

    Ich denke mal, dass keine PDL oder Geschäftsleitung wegen eines einmaligen Vorfalles eine Abmahnung ausspricht! Denn Abmahnungen müssen ja schlimmstenfalls auch vor einem Arbeitsgericht halten!

    LG Direktor
     
  18. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich denke mal, anstatt sofort mit Abmahnungen um sich zu schmeißen (auch Personalaquise kostet Zeit und Geld) ist es cleverer Ursachenforschung zu betreiben, gerade, wenn es öfter vorkommt, das Medis falsch gestellt wurden.

    Aber nur Stress und Personalmangel dafür verantwortlich zu machen halte ich auch nicht für richtig.

    lg Cassy
     
  19. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Abmahnungen bewirken sicher keine Verbesserung, solange der begangene Fehler aufgrund von Streß, Überlastung und Fehlorganisation vonseiten des Dienstgebers oder leichter menschlicher Fahrlässigkeit herrühren. Im Gegenteil, sie führen zu noch mehr Streß und Angst bei den Mitarbeitern und werden insbesondere dazu führen, dass Fehler vertuscht werden, anstatt sie offenzulegen, um evtl. Schlimmeres zu verhindern, und weder der Mitarbeiter noch seine Kollegen werden daraus lernen.


    Zitat adalbert:

    Nein! So habe ich das nicht gemeint. Abmahnungen sind sinnvoll bei wiederholt fahrlässigem, schlampigen Verhalten oder etwa einer Einstellung wie ´mir doch egal...´
    Wenn Du aber als Leitung die Arbeitsbedingungen so gestaltest, dass das Personal fast Menschenunmögliches leisten muß, die Routinearbeit kaum zu bewältigen ist, das Stellen der Tabletten durch ständiges Klingeln unterbrochen werden muß, die Pflegekraft keine Zeit mehr hat, diese noch einmal zu kontrollieren, und Du dann eine nur 99%ige Leistung mit einer Abmahnung ahndest, anstatt Deiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen und anstatt Deine Arbeitsorganisation zu überdenken, dann ist das einfach nur traurig. Und Du wirst nicht im Ernst glauben, dass irgendein Gericht das anders sieht.
     
  20. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Hättest du aufmerksam meine Posts gelesen sollte dir aufgefallen sein das ich die hier angesprochene Abmahnung weder gut heiße noch ablehne. Das Problem bleibt das ich nicht weiß wer mit welcher Begründung abgemahnt wurde.
    Um mich zu wiederholen, werden generell mehrere abgemahnt sollte man schauen was zu den Fehlern führt (hatte ich vorher schonmal geschrieben) ist es eine Person die vielleciht nach dem, von dir geposteten, Motto "mir doch egal" verfährt, stellt sich die Situation doch ganz anders dar.

    Ich kann mir nicht vorstellen das gleich mehrere Personen abgemahnt wurden. Wäre das so sind diese Abmahnung in der Tat mehr als lächerlich.

    Wer hat gesagt das ich das so handhabe? Wie kommst du darauf?
    Wo habe ich behauptet das das so korrekt ist?

    Wenn du mich schon persönlich angreifst dann begründe es wenigstens.

    Grundsätzlich möchte ich hier nur sagen das im Idealfall der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer den Arbeitsplatz gestaltet. Dazu bedarf es aber auch Input vom AN. Wie soll der AG denn auch wissen wie die Prozesse im Alltag greifen? Dazu bist du ja die Fachkraft, die dieses Wissen auch weitertransportieren muss.
    Sich hinsetzen und sagen der AG gestaltet das Arbeitsumfeld so schlecht das ich nicht vernünftig arbeiten kann, ist mir da zu einfach.

    Ich schließe dabei nicht aus das es AG gibt die dies in voller Absicht machen und das Personalans Limit bringen und das billigend in Kauf nehmen. Gegen solche Scharlatane kann man mM. aber nix machen, außer zu kündigen, sich bei der Gewerkschaft bzw. dem BR, MDK, KK oder ähnlichem, zu beschweren.
    Diese AG werden dich auch bei genannten 99% abmahnen. Das ist aber nicht der Regelfall.
     
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