Abführmaßnahmen bei großer Darm-OP

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von meisje, 22.05.2005.

  1. meisje

    meisje Newbie

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    Hallo Ihr Pflegenden,

    wie wird O.g. bei Euch gehandhabt?
    Bei unseren "Fast-Track"-Patienten(Lap-Sigmas,Hemicolektomien) wird nicht mehr prae-op abgeführt. Ob dies die optimale Lösung ist, sei dahin gestellt.
    Laut Statistik hätte das Abführen bzw. Nicht-Abführen keinerlei Einfluß auf den OP-Verlauf. Dazu gibt es die Aussage eines Arztes:" Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."
    Meine Meinung ist folgende: Abführen, wenn möglich (falls keine Stenosen,kein Verschluß etc).
    Bin gespannt, wie es bei Euch gehandhabt wird!
     
  2. chris

    chris Junior-Mitglied

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    hallo meisje,

    bei uns ist es nach wie vor Gesetz, dass meist schon
    2 Tage vor grossen Darm-OP's mit Oralav® abgeführt
    wird. Meistens 2-3 Liter bis "klar oder gelblich" kommt,
    sagt immer unser chefarzt.

    Waere interessant, wo Deine Info übers Nichtabführen herkommt, ( bzw. die Statistik ).
    Für die Patienten wäre es sicherlich besser, wenn sie
    nicht abführen müssten

    Bis dann
    Chris
     
    #2 chris, 22.05.2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22.05.2005
  3. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo meisje,
    bitte hilf mir :

    Was sind
    ?
     
  4. SchwesterS1980

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    Hallo,


    komme nur mit den Patienten im postoperativen Verlauf in Kontakt, arbeite auf Intensiv. Bei uns werden alle Patienten vorher abgeführt.

    Wie soll denn das Op technisch funktionieren, wenn der Darm noch gefüllt ist? Die Keimverschleppung ist um ein vielfaches höher, denke ich und noch ne Peritonitis im vollem Ausmaß mit Sepsis... hinzu denke ich ist nicht im sinne des Patienten.

    Ich denke das man bei einer geplanten OP die Patienten vorher vernünftig abführen sollte.

    Liebe Grüße

    Sabine
     
  5. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Hallo zusammen,

    ich komme mit den Pat präop auch selten in Kontakt ( auch ITS ), allerdings habe ich mitbekommen, dass die Pat auch nimmer abführen müssen.

    Das ist so, seit ein neuer CA unsere Chirurgie übernommen hat und hat, laut ihm, nur Vorteile, die durchaus nachvollziebar sind - die orthograde Spülung ist nun mal mit das Anstrengendste, was es vor OP's so gibt - und das wird den Pat erspart, mit dem Ergebnis - sofern man sauber operiert - dass die Rekonvaleszenz-Phase durchaus kürzer ist.

    Ich habe bisher nichts schlechtes gehört...

    Cys
     
  6. meisje

    meisje Newbie

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    "Fast-Track"-Patienten

    Hey Flexi,

    o.g. Fast-Track bedeutet eigentlich nur der"schnelle Weg" insofern als daß diese
    Patienten, meist nach großen Darm-Ops, schon sehr früh das Klinikum verlassen.
    Hierbei wird postop mit PDK zur Schmerzbekämfung, sehr frühem Kostaufbau und
    noch anderen Unterschieden zur normalen Darm-Op gearbeitet.
    Dies nur zur Kurzinfo ,insofern als das jede Klinik dieses "Fast-Track" etwas anders handhabt.
     
  7. RamonaFlorida

    RamonaFlorida Newbie

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    ich habe es neulich auch von meiner Freundin gehoert, das in dem Haus, wo ich gearbeitet habe(jetzt neuer chirurgischer Chef), vor saemtlichen Darm-OPs keine Abfuehrmassen mehr gemacht werden sollen und das die Patienten nach 2 Tagen wieder Vollkost bekommen sollen...mir straeuben sich die Nackenhaare! Ich seh schon lauter sekundaria und anastomoseninsuffizienzen auf die Patienten zurollen...grusel :angry:

    Gruss Ramona
     
  8. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    spüre ich da ein wenig typisch-pflegerische Paranoia ?!

    Weshalb sollte man es machen, wenn es denn ach so schlecht geht?

    Ich kann durchaus nachvollziehen, dass es den Pat besser geht, wenn sie präop nicht abführen müssen und wieder früher essen dürfen.

    Und Anastomoseninsuffizienzen gab es schon immer und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese sich häufen - einen vorsichtigen Operateur vorausgesetzt.

    Cys
     
  9. RamonaFlorida

    RamonaFlorida Newbie

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    Das hat nix mit Paranoia zu tun, aber aus meiner Erfahrung raus, Station und OP kann ich sagen, das das nix mit nem vorsichtigen Operateur zu tun hat. Die Gefahr ist einfach hoeher eine Infektion zu bekommen, wenn keine Massnahmen prae op durchgefuehrt werden. Diese Ansicht teile ich auch mit vielen Aerzten. Das hat in meine Augen auch nichts damit zu tun, die Augen vor "neuen Dingen" zu verschliessen. Meinungen sind halt unterschiedlich und ich halte davon rein garnichts.

    Gruss Ramona
     
  10. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    jo, da hast Du Recht, Meinungen sind unterschiedlich und ich bin halt für diese Verfahrensweise, habe bisher an sich nur gute Erfahrungen gemacht.
    Wollte Dich im Übrigen nicht persönlich angreifen - hoffe das ist nicht so rübergekommen.

    Ich denke die Zeit wird es bringen, ob man bei dieser neuen Verfahrensweise bleibt, oder nicht.

    Cys
     
  11. missie85

    missie85 Senior-Mitglied

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    halo leute,

    bei uns werden die pat. präop. immer abgeführt, und wenn sie kreislaufinstabil sind, dann eben unter besonderer beobachtung.

    sie bekommen zwei tage zuvor nor noch suppe und dann einen tag vor der op entweder klean- prep oder was anderes. je nach az des pat.
     
  12. RamonaFlorida

    RamonaFlorida Newbie

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    @cys

    nein, fuehle mich nicht angegriffen, bin auch gespannt was fuer Ergebnisse dabei herauskommen. Jedenfalls meinte die Oberaerztin nur: Ich pack meine Bewerbungsunterlagen wieder raus....
    Die und ihre Kollegen haben halt auch nen Problem damit...grins
    We will see...

    Gruss
    Ramona
     
  13. marinitta

    marinitta Newbie

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    Also,
    bei uns werden alle "größeren Darm-OP´s" per orthograden Darmspühlung abgeführt. Das heißt:
    der Patient bekommt eine Magensonde gelegt und darüber innerhalb ca. 5 Stunden 10 l Ringer Lactat. Laut unserem Chefarzt hat diese Maßnahme (zusätzlich zur Reinigung) den Effekt, dass die Darmschleimhaut ausgetrocknet wird, wodurch sich die Anastomose besser nähen lässt.

    :flowerpower:
     
  14. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    bei uns wird dieses Verfahren eben nicht mehr angewendet und man kann sagen, wir haben nicht mehr Komplikationen wie vorher auch.

    Ich denke, das Fast-Track-konzept wird sich durchsetzen, verzögert sich jedoch durch das Motto "Das haben wir aber immer so gemacht...". Und schade ist, dass grad die Pflege wieder mal dagegen ist bzw. sich schwer tut, es anzunehmen.

    Cys
     
  15. chris

    chris Junior-Mitglied

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    hallo Marinitta,
    das find ich ja absolut unmöglich jedem Patienten vor einem Darmeingriff eine Magensonde zum abführen zu legen. Das sind ja Methoden wie vor 20 Jahren !!!!
    Was anderes ist es, wenn der Pat. das Zeug's zum Abführen nicht trinken kann, oder es wieder erbricht.....
    Aber grundsätzlich bei jedem ?
    Nee.

    Gruss
    chris
     
  16. marinitta

    marinitta Newbie

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    Es liegt nicht in meiner Hand, diese Maßnahmen anzuordenen. Wir sind auch an unsere Ärzte gebunden.

    Marinitta
    :flowerpower:
     
  17. Skylion

    Skylion Newbie

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    Servus,...
    Ich denke auch nicht, daß es unbedinmgt Sinn macht einen Pat. eine Magensonde zum Abführen zu legen, wenn keine bestimmte Indikation vorliegt. Hier in Österreich werden nur zwei kleine Ampullen Fleet getrunken und das wars. Die Patienten sind sauber abgeführt und ich könnte nicht behaupten, daß ich hier je eine Anastomoseninsuffizienz erlebt hätte.
     
  18. hope

    hope Newbie

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    Wir führen im allgemein gar nicht ab... bei uns werden lediglich OP`s am Rektum oder Sigma abgeführt und zwar mit 2 Klysmen am OP Tag früh.
    Wir haben früher auch die Patienten gespült... allerdings der Erfahrung her muss ich sagen finde ich es jetzt besser.
    So gehen die Patienten nicht so geschafft und geschlaucht in die OP und laut den Ärzten ist es OP und Infektionsmäßig besser wenn der Stuhl fester Konsistenz ist, als wenn er so flüssig unbeherrschbar über das OP Gebiet läuft.
    Komplikationsmäßig sehe ich bisher keine Unterschiede außer das die unabgeführten Patienten teil vermehrt mit Blähungen zu kämpfen haben.
     
  19. SchwesterSarah

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    re

    Ja ja, ich habs mit den alten Threads.
    Wir führen auch ab und zu OPs nach dem Fast Track Konzept durch. Dazu gehört auch: keine Abführmaßnahmen, Suppe/Tee/Joghurt bis 2(!) Stunden vor OP, Mobilisation bereits im AWR, Entlassung ab 4. Tag möglich.
    Man muss dazu sagen, dass nicht alle Patienten geeignet sind. Ein guter AZ und keine relevanten Vorerkrankungen sind Voraussetzungen. Auch sollte der Patient näher an 50 als an 100 sein.
    Wir machen damit sehr gute Erfahrungen, bisher keine Insuffizienzen o.ä.
    Manche entlassen wir tatsächlich am 4. Tag.
    Generell führen wir aber nicht mehr mit Lavage ab, sondern nur noch mit Prepacol. Genügt auch völlig.

    Liebe Grüße
    Sarah
     
  20. haubelinchen

    haubelinchen Newbie

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    Abführen vor Darmoperationen

    Hallo,

    bei uns wurde das Abführen wieder eingeführt.
    Seit dieser Zeit keine Nahtinsuffienz mehr.:nurse:
     
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