380 Überstunden

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Sr. isabel, 10.04.2012.

  1. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    Nach langer Zeit bin ich auch mal wieder da, kurze Info: Ich arbeite seit mehr als 35 Jahren in einem Krankenhaus, habe "nur" eine 27% Stelle auf einer inneren Station und stehe für alle Schichten zur Verfügung.


    Zu meinem Problem: Im letzten Jahr haben sich bei mir Unmengen an Überstunden (Mehrarbeit) angesammelt, aufgrund unseres hohen Krankenstandes( 4 Kolleginnen mit Bandscheibenvorfällen).

    Bis Ende des Jahres wurde die Mehrarbeit noch bezahlt (aufgrund meiner Steuerklasse 5 habe ich mir monatlich maximal 30 Stunden bezahlen lassen)....übriggeblieben sind noch 380 Stunden, die weder vergütet..noch abgebaut werden konnten (und es werden immer mehr)

    Nun hat meine PDL mir für 3 Monate eine befristete Vertragsaufstockung (75%) angeboten (eigentlich aufgedrängt), damit ich O-Ton Pdl... meine Stunden bezahlt abbauen kann und bei Notwendigkeit die eine oder andere Schicht übernehme.

    Soweit so gut.... den Vertrag habe ich unterschrieben,meine Station ist wirklich sehr groß, viel Pflege, MRSA, Noro..das Übliche halt....und ich möchte die Lust am Arbeiten, die Geduld mit den Patienten und meine Gesundheit nicht verlieren, bin davon ausgegangen, dass ich vielleicht die eine oder andere Nacht, mal einen Früh..mal einen Spätdienst mehr mache und ansonsten endlich meine Überstunden abbauen kann!

    Weit gefehlt! Im April bereits stehe ich für eine komplette 75% Stelle auf dem Dienstplan...der Maiplan sieht auch nicht anders aus und ich befürchte, dass es im Juni genauso sein wird.

    Nach Rücksprache mit der PDL wurde gesagt..ich hätte ja einer 75 % Stelle zugestimmt und bei unserem Krankenstanb müsste ich halt meine Stelle erfüllen....also ehrlich in bin echt stinksauer...welche Rechte habe ich doch noch meine Stunden abbauen zu können...wielange muss ich die vor mir herschieben?

    Mit Sicherheit werde ich nach Ablauf der 3 Monate keiner weiteren Verängerung zustimmen, denn da ist Urlaubszeit und was dann kommt weiß ich nur zu gut....ich fühle mich veräppelt und das nach über 35 Dienstjahren, warum versteht keiner, dass ich in meinem Alter nicht soviel arbeiten will und kann...während die Vollzeitkollegen ständig krank sind...ziehe ich meine 41 Stunden/Monat seit Jahren durch, warum wohl...weil ich den Stress nicht jeden Tag habe...meine letzte AU liegt 15 Jahre zurück, da hatte ich einen Arm gebrochen....boah bin ich sauer..

    Isabel
     
  2. Eisenbarth

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    ohne worte Oo


    hast du, als du nachgefragt hast, darauf hingewiesen, dass es eine absprache gab?
     
  3. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Sollte dies Deine Frage sein: Was sagt Dein Tarifvertrag dazu? Der regelt das meistens. Teilzeitkräfte sind da aber oft ziemlich schlecht dran.
     
  4. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    Ja die PDL hat ja gesagt, dass ich bei Bedarf mal eine Schicht machen müsste, wäre auch OK, aber sooooviiiieeellll, wie kann ich das aushalten...ich habe auch drum gebeten nicht mehr als 4 Tage hintereinander zu arbeiten....aber was interessiert die mein Gewäsch von gestern! Ab Montag habe ich 4 Nachdienste, dann einen Ausschlaftag, danach sofort WE Tagdienst bis Dienstag...das schaffe ich körperlich nicht mehr...letzte Woche hatte ich 3 Nachtdienste, 36 Patienten...ich bin ganz alleine...

    Tarifvertrag ist TVÖD
     
  5. -Claudia-

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    Hast Du Zeugen für das Gespräch oder ist im Vertrag schriftlich festgehalten, dass Du aufstockst, um Überstunden abzubauen?

    Ohne das hast Du schlechte Karten. Dann hast Du Dich nämlich lediglich dazu bereiterklärt, für drei Monate die Arbeitszeit aufzustocken, und die PDL darf Dich dann selbstverständlich auch entsprechend einteilen. Sie hält sich ja an das, was im Vertrag steht.
     
  6. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    Meine Kollegin war beim Gespräch dabei, schriftlich ist´s nur eine befristete Vetragsaufstockung.....ich habe meinem AG wirklich vertraut und niemals damit gerechnet, dass man mich nach solanger Dienstzeit veräppeln könnte.
    Naja, die 3 Monate gehen vorbei....aber kann ich anschl.drauf bestehen meine Überstunden abzubauen, indem ich 380 geteilt durch 40....sagen wir mal bis zum Ende des Jahres sind 6 Monate schonmal ca.240 Stunden frei nehme ? Würden die ganz schön blöd schauen wenn ich das durchziehen könnte.....mir ist nach Vergeltung:weiberheld:
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Du hast keine einzige Überstunde. Du hast 380 Mehrarbeitsstunden, weil Du Teilzeitkraft bist. Und die werden im TVÖD schlechter behandelt als Überstunden. Du bist übrigens auch "im Rahmen betrieblicher Notwendigkeiten" zum Erbringen von Mehrarbeitsstunden verpflichtet, steht im § 6 des TVÖD (und in den meisten Arbeitsverträgen auch noch mal ausdrücklich drin).

    Du kannst Dich an den Betriebsrat wenden und auf den Abbau eines Teils Deiner Mehrarbeitsstunden drängen, aber Teilzeitkräfte werden da ziemlich benachteiligt. Wenn ich mich richtig erinnere, kannst Du nach einem Jahr nicht abgebaute Mehrarbeitsstunden auszahlen lassen, aber das war's dann auch schon. Und nein, ganz egal, wie viel Prozent zu arbeitest - Du kannst Deinem AG nicht vorschreiben, wann Du Mehrarbeit oder Überstunden abbauen willst. Die Tage, bei denen Du selbst darüber entscheidest, ob Du arbeitest oder nicht, heißen Urlaubstage.

    Würde Deine Kollegin die mündliche Abmachung bezeugen?
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    vlt. besteht ja noch Hoffnung, sofern die Kollegin mitzieht, viel Glück
    sicher hast das ja auch längst mit Deiner SL besprochen, wie steht sie/ er denn dazu, sie/er musste Dich doch schließlich so einplanen, kennt Dich schon seit Jahren....
    Mai DP wird schon stehen, Juni...
    falls sowas irgendwann nochmal zur Sprache kommt, mit Aufstocken - dann ausschließlich rückwirkend, für bereits vergangene Monate, sowas geht auch.
    Mach einen Termin bei eurer Personalvertretung, vlt. gibt's ja noch andere, bist nicht die Einzige, wer weiß....
    Man sollte sich eigentlich dafür schämen, so mit einem langjährigen MA umzugehen.

    Das mit dem Ausgleichszeitraum für Arbeitsstunden die keine Überstunden sind, z.B. Mehrarbeit
    (TVöD §8, Protokollerklärung zu Abs. 1 Satz 2 Buchst. d, S.15)
    - das steht da nicht so genau drin, maßgebend ist die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit
    allerdings - über welchen Zeitraum? In Betrieben mit regelmäßiger Schicht/Wechselschicht - bleibt das offen.
    DAS ist ein richtiger schlechter Witz. Weil es damit nichts verpflichtendes gibt, keine Obergrenze,nix.
    Damit kann ein AG ohne dass es irgendjemanden juckt jahrzehntelang Mehrarbeit abverlangen, ohne dass dies ausgeglichen werden muss. Da man es kann, macht man das auch, iss ja auch super praktisch.

    Bei anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst die nicht Schicht/Wechselschicht arbeiten - da gilt der Bemessungszeitraum - bis zu 12 Monate.
    Sprich innerhalb von 12 Monaten muss die bereits erbrachte Mehrarbeit ausgeglichen werden.

    Protokollerklärung zu Absatz 4 §6 (S.13)
    (5)...es können die Beschäftigten im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten...aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung...zu Mehrarbeit verpflichtet werden.
    Heißt - entweder steht das im AV drin ODER der MA muss zustimmen.*

    Steht es also nicht im Arbeitsvertrag drin, darf man ablehnen. Also, nachschaun, WAS steht da drin im AV???
    Das einspringen lässt sich schnell reduzieren, künftig. Nein, nein, nein, nochmals nein.
    Auch wenn es noch so schwer fällt, es ist richtig und wichtig.

    *Bei mir steht das im Arbeitsvertrag nicht drin.
     
  9. Toolkit

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  10. Joerg

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    Es gibt nichts schriftliches und ob die Kollegin sich äußert wenn es hart auf hart kommt ... wer weiß.
     
  11. hypurg

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    Das kann nur lehrreich für alle Mitarbeiter im Betrieb sein. Sowas spricht sich auch rum.
    Nebenabreden sollten auch schriftlich vereinbart werden.
    Deine PDL schafft eine "Mißtrauenskultur" - so nennt man das, bei allem Verständnis auch für ihre Nöte.
     
  12. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    Mir ist klar, dass es sich nicht um Überstunden sondern um Mehrarbeit handelt...das macht es aber nicht besser.

    Zurzeit wird keine Mehrarbeit bezahlt..deshalb die befristete Vertragsaufstockung...zumindest wurde mir das so vorgegaukelt, ich hätte mich nicht drauf einlassen sollen, aber hinterher ist man immer schlauer....ich habe als langjährige Mitarbeiterin eigentlich einen sehr guten Draht nach "oben"....habe heute mit der PDL telefoniert, weil für mich im Mai 10 Tage Dienst hintereinander eingeplant sind und ich das beim besten Willen nicht schaffe. die PDL hat sich auch entschuldigt mich aber gebeten mit Kollegen Dienste zu tauschen.

    Auf meine Frage wo denn meine Stunden abgefeiert werden können, hat sie mir einen Vollzeitvertrag angeboten, dann könne ich wahrscheinlich ca 3o Stunden monatlich abbauen! Ich werde mich nicht darauf einlassen.

    Lt Dienstvertrag bin ich nicht verpflichtet Mehrarbeit zu leisten, ich wurde oft angerufen und freundlich gebeten Dienste zu übernehmen...oft habe ich "nein" gesagt...manchmal auch ja...bisher war´s nie ein Problem. So extrem ist es seit August 2011, viele Langzeitkranke, viele neue Kolleginnen, die schnell wieder verschwunden sind, wenn sie merken wie stressig diese Station ist. Bis letztes Jahr hatten wir auch Dauernachtwachen, mittlerweile sind alle weg und die Nächte müssen vom Tagdienst abgedeckt werden.

    Als meine Kids klein waren hatte ich einen 8 Nächte-Vertrag , bin aber seit 1994 auf eigenen Wunsch wieder im Tagdienst mit 10,5 Std/Woche, ich habe immer gerne gearbeitet, hatte meinen Rythmus und war in Notsituationen immer ansprechbar...jetzt bin ich sauer und habe das der PDL auch gesagt. Ich werde die 3 Monate durchziehen....aber eine weitere Verlängerung wird es nicht geben...ganz sicher nicht.

    Bis zur Rente werde ich nur noch meinen Vertrag erfüllen, nicht mehr und nicht weniger....es tut mir sehr Leid um meine Kollegen...wir haben ein tolles Team, wir verstehen uns gut und es gibt keine hinterhältige Hetzerei oder ähnliches.

    Ich habe in diesem Haus meine Ausbildung gemacht, habe noch nie einen anderen Arbeitgeber gehabt und fühlte mich absolut mit dem Haus verbunden. Insgesamt habe ich nach der Ausbildung 12 Jahre Vollzeit gearbeitet, war 6 Jahre im Nachtdienst und bin seit 17 Jahren als Teilzeit(dino)schwester im Tagdienst ...und immer auf MEINER STATION.

    Jetzt bin ich enttäuscht und traurig wie mit mir umgegangen wird!

    Isabel
     
  13. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Nein, das macht es nicht besser, wären es Überstunden, dann gäb es Bezahlung, würd es richtig teuer. Aber so, sind es ja "nur" Mehrarbeitsstunden, wie praktisch. Irgendwie lästig, aber nicht wichtig.

    O.k. zu meinem besseren Verständnis
    es geht die Order raus - ab sofort werden die Mehrarbeitstunden nicht mehr ausbezahlt
    stattdessen verfährt man wie folgt: Man bietet den TZ eine Aufstockung an, täuscht diese, um damit letztlich die schon bestehenden Ausfälle besser kompensieren zu können.
    Könnt man so sehen?

    Blickt man in andere threads hier, dann ist das allgemeine Gejaule groß, 300, 500, 800 zuviele Stunden auf dem DP
    Das alles hat System, das alles ist möglich, weil das rechtlich abgesegnet ist. Man muss nichts befürchten.
    Solange "wir" dermaßen großes Verantwortungsbewusstsein zeigen und immer alles kompensieren - steigt zwar der Frust, es ändert sich aber nix.
    Bin ich auch so ein Dino, nach "nur" 19 Jahren als ***? Gefühlt - ja.
    So lange alles noch ein nehmen UND geben war, war alles in Ordnung.
    Ist man eingesprungen, hatte man meistens auch im nächsten oder übernächsten Monat wieder zusätzlich frei.
    Dann haben sich die Umstände geändert und es folgte das was Du auch beschreibst.
    Die Besetzung auf den Stationen ist dauerhaft nur noch sehr knapp bemessen, es ist kein Spielraum mehr da für Kompensation.
    Zunehmend Ausfälle, Erkrankungen, ein kommen und gehen, wem es zu blöd/zu viel wird - der geht. Diejenigen die bleiben, bemühen sich nach Kräften, Engpässe auszugleichen, damit kein Chaos ausbricht. Freizeitausgleich - findet nicht mehr statt.

    Gutes Team - das ist viel wert. Ein Team verändert sich aber auch, durch die Fakten die geschaffen werden.
    Zusammenhalt heißt für mich auch, diese Spielchen nicht unbegrenzt mitzumachen. Auch darin kann man sich im Team einig sein.
    Es wird weitgehend akzeptiert, dass zunehmend weniger Kollegen bereit sind ihr erarbeitetes frei zu opfern.
    Zu dem - macht man das zusätzliche einspringen fast umsonst, wenn man nicht auf Freizeitausgleich pocht, sich die Stunden nicht ausbezahlen lässt.
    Weitgehend heißt aber auch, dass es noch einzelne Kollegen gibt, die es als selbstverständlich ansehen, es quasi erwarten, dass man öfters mal zusätzlich einspringt, als Teilzeit.
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und dann sind wir bei der Ungleichbehandlung von Teilzeitler vs. Vollzeitlern. Ketzerische Frage: willst dich net durchklagen bis zum BAG mit Bezug auf das Diskriminierungsgesetz? Die Urlaubsgeschichte hat es ja auch gerade bis dahin geschafft und wurde positiv beschieden.

    Welche Einstellung hat eigentlich verdi zu dem Thema Mehrarbeit? Wie schützt sie ihre Mitglieder vor solchen ausufernden Forderungen die dummerweise vom Tarifvertrag abgesegnt scheinen? Gilt für Teilzeitler net auch: xx Stunden vereinbart und mehr gibt es nicht?

    Elisabeth
     
  15. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Ohhh, wie ich das nachempfinden kann...:troesten: ....., ich kenne dieses Gefühl sehr gut.

    Den Weg will man(n)/frau nicht unbedingt gehen und egal wo (bei AGwechsel), immer wieder kommen wir an ungerechte Grenzen. Gesetzlich ist vieles erlaubt und für jedes Gesetz gibt es wieder ein anderes (gegen) Gesetz (das finden die Rechtsanwälte auch).

    Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Schuh. Dann ergibt sich noch die Frage was hat man gewonnen, wenn einem sein Recht zugestanden wird, aber der Arbeitsplatz gewechselt werden muss.

    LG
    Claudia B.
     
  16. Elisabeth Dinse

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    Na dann mal weiter fröhliches Mehrarbeiststundenschieben.

    Elisabeth
     
  17. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Du sitzt immer zwischen zwei Stühlen, machst Du keine Mehrarbeitsstunden bist Du UNkollegial, Unfelxibel,... machst Du Mehrarbeisstunden ist es "freiwillig" und wird zur Selbstverständlichkeit, aber Du hast mehr oder weniger Deine Ruhe und musst Dich nicht dauernd rechtfertigen.
    Egal wie, immer (AG oder AN) wird Dir der schwarze Peter zugeschoben.

    Claudia B.
     
  18. hypurg

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    Also, ich weiß nicht, wo das "Ruhe" ist, wenn ich bei jedem Telefonanruf mit dem "Schlimmsten" (der Arbeit) rechnen muß.
    Kann sogar als "mittelbare" Diskriminierung von Frauen gesehen werden, hab ich mal gegoogelt.
    Es ist mir auch schleierhaft, warum keine der vielen vielen Teilzeitbeschäftigten das Thema zusammen mit verdi angeht. Ob dies nun unbedingt jemand nach 35 Berufsjahren machen muß, der nicht mehr so leicht seinen Arbeitgeber wechseln kann (man weiß ja nicht, wie sich das auf die Zusammenarbeit auswirkt), weiß ich nicht.
     
  19. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Das hat ver.di!
    In Form des Arbeitszeitkontos, TVöD §10, S.16
    wie ungern das eingerichtet wird, k.A., ich nehm aber an - sehr
    bei einer sehr knapp bemessenen Personaldecke (=Normalfall) - sollte man das auch tunlichst vermeiden
    "wir" haben es nicht

    http://www.krankenschwester.de/foru...e/32965-arbeitszeitkonto-krankschreibung.html

    http://www.krankenschwester.de/foru...arbeitsstunden-zeitraum-regelung-tvoed-3.html
    .....immer wieder ähnliche Probs.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @ClaudiaB- ist dir schon mal aufgefallen, dass es immer dieselben sind, die da gefragt werden, wenn es um das Einspringen geht? Dabei spielt es kaum eine Rolle ob Teilzeit oder Vollzeit.

    Es sind in der Regel die, die glauben, durch ihre Einsatzbereitschaft eine höhere Wertschätzung bei den Kollegen zu bekommen... es sind die Kollegen, die ihren Selbstwertgefühl über die Arbeit beziehen.
    Die von den sich Aufopfernden erwartete Dankbarkeit bleibt übrigens in der Regel aus. Warum soll man der Kollegin eine Anerkennung zollen, wenn es derjenigen doch eigentlich nur um sich selbst geht- um die Bestätigung des eigenen Selbstwertes.

    Man kann sich einen Platz im Team versuchen zu erkaufen- aber man wird immer den kürzeren dabei ziehen. Und Schuldgefühle gegenüber den Kollegen sind die schlechtesten Ratgeber. Das merkt so mancher erst wenn es zu spät ist.


    Elisabeth
     
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