24-Stunden-Kitas: Eure Meinung?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von mary_jane, 09.07.2015.

  1. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Liebe Forengemeinde,

    Mich würde sehr eure Meinung zum Thema 24h Kita interessieren.
    Animiert hat mich dieser Kommentar zu den neuen Plänen der Familienministerin.
    Mit fällt bei den Kommentaren im Internet immer auf, dass sich meist Menschen äußern, welche davon nicht betroffen sind bzw. nicht zur Zielgruppe der 24h-Kita gehören. Aus diesem Grund interessiert mich, was Menschen zu sagen haben, welche von Schichtarbeit betroffen sind.

    Besonders naiv empfand ich einen Kommentar eines Herren, welcher wohl selbst in einem Schichtbetrieb tätig ist und dort auch Dienstpläne schreibt. Dieser konnte es nicht nachvollziehen, wie es in der Pflege überhaupt sein kann, dass Mütter respektive Väter, außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Kitas und Kindergärten eingeteilt werden.
    Andere wiederum könnten es nicht verstehen, wie man so einen Beruf überhaupt ergreifen kann, wenn man eine Familie gründen will.

    Fühlt ihr euch als Eltern durch solche Angebote unter Druck gesetzt?
    Könntet ihr euch vorstellen eure Kinder dort nachts zu betreuen lassen?

    Bin gespannt auf eure Meinung!
     
  2. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Ich habe zum Glück ein familiäres Umfeld, das uns hilft und ich muss auch nicht viel arbeiten - ich könnte es mir für uns nicht vorstellen. Wir wohnen allerdings auch in einem relativ kleinen Dorf und ich würde nicht wollen, dass mein Kind in eine KiTa an meinem Arbeitsplatz geht, da ich dann auch fahren müsste wenn ich frei habe.

    Ich sehe durchaus, dass im Schichtdienst die Bedürfnisse für eine 24-Stunden-KiTa da sind - aber für uns wäre es keine Lösung.
     
  3. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Prinzipiell finde ich das eine gute Sache. Ich selbst bin vom Schichtdienst auch weg weil es sonst nicht mit Kindergarten und Familie gepasst hätte. Nun ist einiges einfacher. 24h-Kita hätten wir damals gebraucht, es geht ja nicht immer um die Übernachtung meistens ja eher um die Überlappungszeiten Spät auf Nacht bzw. Nacht auf Früh.

    Was ich allerdings nicht so gut finde ist, dass diese Kitas ja meistens nicht am Ort sind und somit sich der Freundeskreis ja nur in der Kita bildet. Da ist mal nix mit am Wochenende kurz zum Kumpel gehen usw.

    Wenn schon keine 24h-Kita dann sollten die Zeiten ausgeweitet werden, meinetwegen 07:00 - 22:00 Uhr. Natürlich mit mehr Personal und angemessener Bezahlung. Zur Not auch privat von den Eltern mitfinanziert.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich hab mein Leben lang im Schichtsystem gearbeitet. Mein Mann als die Kinder klein waren ebenfalls. Trotzdem haben uns die regulären Öffnungszeiten von 6-18 Uhr völlig gereicht. Niemals wären wir auf die Idee gekommen unsere Kinder länger als 8 Stunden in der KiTa zu lassen. In der Regel waren sie max. 6 Stunden dort.

    Es ist sicher eine Frage des Organisationstalentes- wir hatten auch Babysitter. Aber ohne die Kollegialität wäre es nie gegangen. Damit meine ich jetzt nicht, dass man generell nur von 6-18 Uhr eingeteilt werden kann. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Ansonsten muss man sich nicht wundern, wenn die Kollegen anfangen ungnädig zu werden und meinen, dass Kinder Privatvergnügen sind. Schlussendlich bezahlt das "Privatvergnügen" irgendwann die Sozialabgaben, die der Rentner zum Leben braucht.

    Elisabeth
     
  5. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Hallo Elisabeth,

    Öffnungszeiten von 6-18 Uhr ist für dich regulär? Das kenne ich so nicht! Diese Öffnungszeiten mag es geben, aber die Kitas die ich kenne, öffnen frühestens um 7 Uhr und schliessen teilweise bereits um 16:30 Uhr.

    Zu den 24-Stunden-Kitas habe ich noch keine abschliessende Meinung. Sicher eine Möglichkeit für Schichtarbeiter, aber ob ich als Mutter mein Kind in eine solche Kita geben wollte..., ich glaube nicht!

    Gruss
    Ludmilla
     
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  6. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Ich kenne sogar Kindergärten, die machen Mittagspause. Da müssen die Kinder zwischen 12.30 und 15.00 Uhr nach Hause.

    Ich fände das prima. Es gibt ja schon gut funktionierende Modelle dieser Art. Aber ich hätte das gerne auch noch für die Grundschule und die Unter- und Mittelstufe. Mein Kind ist kein Kindergartenkind mehr und kann trotzdem noch lange nicht nachts oder spät am Abend alleine zuhause sein. Wenn ich kein Netzwerk hätte, wäre ich ziemlich aufgeschmissen.

    So was ist ja nicht nur für die Pflege interessant. Verkäuferinnen und andere Berufsgruppen haben ja ähnliche Probleme
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Na dann wär es doch wohl erst mal sinnig, diese Öffnungszeiten anzubieten statt sowas irrsinnigem wie eine 24-Stunden-KiTa.

    Ein Kind ist kein Gegenstand, den man nach Belieben irgendwo zwischen parkt. Kinder brauchen Verlässlichkeit und Sicherheit. Und das erreiche ich nicht, wenn ich mein Kind nur mal kurz sehe und sich ansonsten andere darum kümmern.

    Elisabeth
     
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  8. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Eine 24-Stunden-Kita bedeutet nicht, dass man seine Kinder dort 24 Stunden abgibt. Die wöchentliche Betreuungszeit ist nicht höher, als bei normalen Kitas auch.
     
  9. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Wenn ich Kinder haben will, muß ich auch Zeit für die Kinder haben, denn ich will meine Kinder selbst erziehen und das nicht Kindergärtnerinnen, etc. überlassen. Ich habe meine Arbeitszeiten immer dem Bedarf meiner Kinder angepasst. Natürlich war das auch mit finanziellen Einbußen verbunden.

    Kindergarten ist wichtig, schon alleine damit Kinder lernen mit anderen Kindern zusammen zu sein, aber nicht in diesem immensen Zeitumfang, wie es mittlerweile immer mehr eingesetzt wird.
     
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  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn die Mama Spätdienst hat, dann kommt sie auch erst spät aus der Arbeit. Bedeutet für das Kind statt 8 Stunden KiTa 16 Stunden. Das Gleiche gilt für die Nachtschicht. Oder will mir einer erklären, dass er das Kind morgens aus der KiTa holt und es zuhause spielen lässt, während Mama schläft.

    Wenn ich jetzt meine Betreungszeiten zugrunde lege und großzügig rechne. Dann kann die Frau Mama genau 2 Spät- bzw. Nachtdienste machen und einen Frühdienst. Der Preis, den das Kind zahlt lässt sich leider nicht beziffern.

    Ich stelle fest, dass ich wirklich zu den sehr, sehr glücklichen zähle, die Kind und Beruf inklusive Schichtbetrieb vereinbaren konnte.

    Elisabeth
     
  11. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    @Elisabeth Dinse, wie kommst du denn auf 16 Stunden KiTa? Und die Rechnung mit deinen Betreuungszeiten versteh ich nicht.

    Als meine Frau und ich noch beide im Schichtdienst gearbeitet haben ist unser Kleiner nicht länger als 8 Stunden geblieben, eher sogar weniger.
     
  12. netti811

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    Hallöchen,

    ich finde das eine gute Sache. Ich habe zwar ein familiäres Umfeld aber wie ich gestern gesehen habe, kam ein plötzliches Ereignis und schon hatte ich meine Probleme. Meine Mutter (68) passt hauptsächlich auf unseren kleinen Bub (4) auf. Mein Vater ist damit leider manchmal etwas überlastet. Meine Eltern sind nicht mehr die Jüngsten und auch nicht mehr gesund. Ich habe zwar noch eine 15-jährige Tochter, die lebt aber in Rheinland-Pfalz bei ihrem Vater. Mein jetziger Mann arbeitet 100% im Rettungsdienst in Wiesbaden (jetzt nicht die Frage stellen warum er nicht im Kölner Raum arbeitet... ist ne lange und komplizierte Geschichte) und ist tageweise fast ne ganze Woche nicht zu Hause. Somit bin ich eine Teilzeitalleinerziehende Mami. Der Kleine geht in die KITA von 8:00 bis 16:30... das klappt immer ganz gut mit meinen Eltern und mir... aber jetzt wo Mutter ausgefallen ist stehe ich da... es wäre schön solch eine 24h-KITA zu haben... auch wenn es dann mal so richtig brennt. Natürlich müssten sich die Kinder mit den Erzieherinnen vertraut machen, das ist klar. Aber ich denke da gibt es auch gute Konzepte zu. Ich würde nicht arbeiten gehen wenn mein Mann genug verdienen würde... zumindest würde ich dann nur zu 25 % oder 450 € Basis arbeiten gehen, damit ich nicht aus dem Job rauskomme. Aber in vielen Jobs wo Schicht gearbeitet wird haben viele Mamis und Papis Probleme die Kinder unterzubringen. Und sind wir mal ehrlich: selbst wenn heute eines unserer Kinder krank ist und man möchte das "Kind-Krank" in Anspruch nehmen, bekommt man schon Ärger und Druck von den Arbeitgebern. Zumindest bei mir im Betrieb. Ich hoffe, das wird sich im nächsten neuen Betrieb ändern...

    Ganz liebe Grüße... Annette
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Spätdienstende... ist wann? Dann holt man sein Kind aus der KiTa? Und wenn man Nachtdienst hat, dann geht das Kind zu 21 Uhr in die KiTa und wird morgens um 6 Uhr wieder abgeholt? Wann schläft die Mutter?

    Mir haben die Öffnungszeiten von 6-18 Uhr voll und ganz gereicht. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, mein Kind des nächtens durch die Straßen zu schleppen nur damit ich stets dienstbereit bin. I-wo gibt es eine Grenze.

    Elisabeth
     
  14. narde2003

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    Es betrifft mich zwar nicht, aber wir hatten mal einen Betriebskindergarten. Der ist jetzt um die anwohnenden Bürger nicht zu benachteiligen ein öffentlicher.

    Die Dienstzeiten damals waren für die Mütter ein Traum, da ihr Dienstplan mit den Öffnungszeiten harmonierte. Es gab zu den "normalen" Öffnungszeiten eine Früh- und Spätdienstwoche im Wechsel und 2 Wochenenden im Monat war er auch geöffnet. Eine Kollegin, deren Tochter den besucht hatte studiert heute und hat das frühe Aufstehen, bzw. den Spätdienst der bis 20.30 ging sehr gut überstanden.

    Für die Beiden war es ohne familiären Hintergrund in München und ohne den Vater eine gute Lösung.
     
  15. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Seh ich auch so wie Narde, ich glaube kaum dass es den Kindern schaden würde auch länger im Kindergarten zu bleiben.

    Ich selbst war damals von 6-16 Uhr im Kindergarten, geschadet hat es nicht. Natürlich muss ich mir auch heute noch das Urteil der Rabeneltern anhören wenn ich sage, dass ich unser Kind in den Kindergarten bringe. Glaub aber, dass dies ein anderes Problem ist.

    Meiner Meinung nach sind Kinder wichtig und eine Bereicherung für uns alle. Trotzdem habe ich auch noch ein eigenes Leben und es dreht sich nicht immer alles ums Kind.
     
  16. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Ich habe leider keine gute Quelle im Netz gefunden, aber die Kinder sollen nicht länger als 10h am Tag in der KiTa bleiben und auch wöchentlich darf eine bestimme Stundenanzahl nicht überschritten werden. Insgesamt sollen die Kinder also wohl nicht länger insgesamt betreut werden, als Kinder, welche in normale Kitas gehen.

    Ich bin selbst Kind einer alleinerziehenden Schichtarbeiterin und meine Mutter musste schnell wieder Vollzeit arbeiten, um mir und meiner Schwester ein einigermaßen gutes Leben zu ermöglichen. Sie musste alle drei Schichten abdecken und hat kein großartigen Extrawürste damals bekommen. So etwas wie 24h-KiTa gab es da ja noch gar nicht und auch keine Ganztagsbetreuung im Kindergarten.

    Sie hatte eine Tagesmutter und eine Oma, die mich betreut haben, wenn sie gearbeitet hat. Ich war es also von klein auf gewohnt, schichtmäßig aufzustehen und meine Mutter nicht immer um mich zu haben.

    Ob es geschadet hat? Keine Ahnung, vielleicht wäre ich Richterin am Bundesgerichtshof geworden, wenn meine Mutter mich selbst betreut hätte - Wer weiß das schon.
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Frühes Aufstehen ist nicht das Problem. Da unsere Jüngsten es nicht gewohnt waren, haben sie in der KiTa nach dem Frühstück erst mal eine ruhige Ecke gesucht und geschlafen.

    Die "kurzen Wechsel" halte ich für ein Problem. Mama hat um 20.30 Dienstschluss. Im optimalen Falle ist sie 30 min später zuhause. 21 Uhr. Dann bettfein machen.. 21.30 ... und morgens um 5 wieder raus weil Mama ja um 6 Uhr im Dienst sein muss.

    Und wenn das Kind max. 10 h in der Kita sein darf, dann fällt der späte Spätdienst und der Nachtdienst schon mal weg.

    Man kann es drehen und wenden, wie man will. Kinder und Beruf lassen sich nur vereinbaren, wenn Kollegialität vorhanden ist. Ohne das geht es nicht. Kollegialität ist sicher keine Einbahnstraße. Aber die Waage dürfte sich schon in Richtung Kinder senken. Früher kein Problem- wer noch ohne Kind war, konnte davon ausgehen, dass ihm das Wohlwollen der Kollegen zuteil werden wird, wenn er Kinder hat und Rücksicht einfordert. Heutzutage scheint dies nahezu undenkbar. Da haben sich Kinder den Bedürfnissen andere unterzuordnen. Kein Wunder, dass es immer weniger Kinder gibt. Eine 24-Stunden-KiTa ist da keine Lösung.

    Elisabeth
     
  18. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Ich halte 24-Stunden-Kita auch nicht für die Lösung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kitas flächendeckend eingerichtet werden und somit ist das allenfalls eine Lösung für einen kleinen Prozentsatz Eltern, die im Schichtdienst arbeiten. Die meisten Probleme bei der Kinderbetreuung haben wohl die Alleinerziehenden, da sie oftmals nicht mal mit dem Vater rechnen können.

    Hat schon mal jemand versucht da Allianzen zu bilden?

    Auf die kinderlosen Kollegen wird meist geschimpft. Es wäre also logisch, dass Eltern dann zusammenhalten, weil sie ja die Problematik des jeweils anderen kennen. Nach meinem Erleben ist da teilweise weniger Verständnis vorhanden als bei den kinderlosen Kollegen. In jeder Stadt gibt es eine Stelle, die Ehrenämter verwaltet und anbietet. Warum kann man da nicht ansetzen?

    Was ist mit einem Omadienst? Etc.

    Ich glaube es gibt viele Ressourcen um eine Kinderbetreuung zu gewährleisten, vielleicht muss man sie nur anfragen, strukturieren, bekannt machen, anfragen und letzten Endes nutzen.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Oma ging bei mir ab Kind 2 nicht mehr. Damit fühlten sie sich absolut überfordert. Also mussten Alternativen her.

    Was spricht eigentlich dagegen, dass man sich gegenseitig hilft? Ich hatte auch kinderlose Kollegen als Babysitter.

    Wie geschrieben- es kommt auf die Dichte des sozialen Netzes an. Da ist jede weitere Masche ein Gewinn für alle Beteiligten.

    Unorthodoxe Lösungsmöglichkeiten nicht zu vergessen. Unsere letzten fanden Mittagsschlaf in der KiTa blöd. Also haben wir ein Taxi organisiert, dass sie von der KiTa abholt und zuhause vor der Tür absetzt. Aufschließen haben sie schnell gelernt. *fg* Man wollte ja nicht in der KiTa warten bis 14 Uhr sondern lieber zuhause Mittagsschlaf halten.
    Hort kennen meine auch nicht. Fanden sie doof. Also waren sie vom ersten Tag an "Schlüsselkinder". Vielleicht hatte ich wirklich viel, sehr viel Glück. Hausaufgaben haben sie stets ohne Aufsicht gemacht.

    Ich denke, wer sich für Kinder entscheidet, muss heutzutage ein sehr dickes Fell haben, eine gute Portion Organisationstalent und ganz viel Kraft um sich gegen jedwede Anfeindung aus dem Umfeld durchzusetzen. Allein das in der Gesellschaft immer noch die Hausfrau und Mutter als einzig sinnvolle Betreuung des Kindes angesehen wird, macht es Müttern unendlich schwer. Da hatten wir "DDR-Mütter" es leichter. Man musste nicht so sehr mit Vorurteilen kämpfen. Erst ab dem 3. Kind gab es bei mir dann doch ein wenig Unverständnis... in der Familie.

    Elisabeth
     
  20. indy J

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    Bei uns wirds zwar erst in 1-2 Jahren ernst mit Kita, aber Gedanken haben wir uns natürlich auch schon darüber gemacht. Ich kann allerdings auch nur bestätigen, dass Öffnungszeiten von 6 - 18 Uhr nicht üblich sind. Zumindest nicht im Westerwald. Meine Frau ist Erzieherin und kennt adhoc keine einzige Kita mit diesen Öffnungszeiten. Mag sein, dass dies in größeren Städten anders ist.

    24-h-Kita heißt ja nicht, dass ein Kind fast den ganzen Tag in der Kita verbringt. Es heißt nur, dass man sein Kind quasi rund um die Uhr dort abgeben kann. Mit mangelndem Organisationstalent hat das nicht viel zu tun, denke ich. Die berufliche Konstellation kann es nun mal notwendig machen, dass Kinder zu unorthodoxen Zeiten in die Kita gebracht werden müssen. Und manche Eltern müssen, bei allem vorhandenen Organisationstalent, auch aufs Geld achten und da ist die Kita eindeutig die günstigste Variante (gerade in Bundesländern, in denen keine Kindergartenbeiträge gezahlt werden müssen).

    Fazit: Je flexibler die Öffnungszeiten einer Kita, desto mehr Eltern haben die Möglichkeit die Kita-Zeiten auf ihre Berufe abzustimmen. Und das find ich gut. Einige scheinen es aber eher so zu sehen, dass unorthodoxe Öffnungszeiten dem Kind in seiner Entwicklung schaden könnten.
     
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