104 Jahre alt, sturzgefährdet, Schuhe mit Absätzen...

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von YoungNurse1989, 19.04.2011.

  1. Ich arbeite seit einiger Zeit in der ambulanten Pflege und eine meiner Patientinnen ist bereits 104 Jahre alt, ist gesundheitlich noch Top, nimmt keine Medikamente, usw. Das "einzigste" was sie hat ist eine stark ausgeprägte Demenz und sie ist sehr sehr gangunsicher! Sie lebt alleine und die Tochter hat eine Patientenverfügung für sie, sie möchte ausserdem dass wir die Tür abschließen sobald wir die Wohnung verlassen, egal zu welcher Tageszeit (ist schriftlich festgehalten bei "freiheitsentziehende Maßnahmen)

    Nun mein Problem:
    Ihre Tochter besteht unbedingt drauf, dass ihre Mutter die Schuhe trägt die sie ihr Leben lang trug, also vom Stil her. Es sind Halbschuhe zum reinschlüpfen mit ca. 3-4cm hohen Keilabsätzen. Sie kann dort so leicht rein und rausschlüpfen, eigentlich garkein halt drin.
    Ausserdem sind bei jeder Tür in der Wohnung Türschwellen und überall in der Wohnung sind vereinzelt Teppichläufer kreuz und quer ausgelegt über die selbst wir Pflegekräfte oft stolpern.
    Die Tochter sieht nicht ein das ihre Mutter sturzgefährdet ist und sagt sie fällt schon nciht. . . . Wenn sie läuft, dann nur mit unserer Hilfe oder indem sie sich überall festhält (Tür, Kommode, usw) und sich Stück für Stück vorarbeitet. . . . .

    Kann man in diesem Fall irgendetwas machen oder muss man das aktzeptieren was die Tochter will? Die Patientin selber kann sich nciht mehr richtig äußern aufgrund der starken Demenz.

    Die Frau tut mir nur noch leid. . . .:idea:
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn du dein Leben lang immer einen Keilabsatz getragen hast, dann kannst den net plötzlich weglassen. Die Sehnen passen sich an diese Haltung an.

    Das sie sich von Gegenstand zu Gegenstand vorarbeitet ist durchaus auch net ungewöhnlich. Das machen viele alte Menschen. Es ist ihre Art Probleme auszugleichen.

    Zur Einrichtung der Wohnung. Du kannst beraten... und musst aushalten, wenn jemand "beratungsresistent" ist. Ich glaube auch nicht, dass die Tochter hier böswillig handelt. Sie kennt ihre Mutter und weiß, was ihr wichtig war in ihrem Leben: Keilabsätze, Plüsch, Teppiche... alles das was sie sich ev. vom Munde abgespart hat um sich herum zu haben.

    Das dürfte wohl das Schwierigste sein- sich zurück zu nehmen und dem Betroffenen/Angehörigen seine Autonomie lassen. Mitleid ist hier fehl am Platze.

    Elisabeth
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ein Sturz ist normales Lebensrisiko. Lasst ihr ihren "Stil". Wenn sie schon noch die Möglichkeit hat in ihrer eigenen Umgebung alt zu werden (statt Heim), dann soll es ihr dort auch wie zu Hause vorkommen...

    just my 2 cents
     
  4. narde2003

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    Warum soll ich mit 104 Jahren auf "Turnschuhe" umsteigen mit denen ich nicht laufen kann?

    Ca. 84 Jahre bin ich mit halbhohem Keilabsatz gelaufen, nun soll ich mich umstellen? Das geht schief...

    Wie hast du die Sturzgefährdung festgelegt?
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Lasst mich raten? ... *grmpf*

    Interessante Gedanken zum Thema: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt** S.19-25

    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    Wobei es zu beachten gilt, dass sich die Beiträge stets an MA aus der stationären Pflege richten. Vielleicht hilft beim Umdenken der Vergleich mit einem jungen Blinden. Welche Einschränkungen würden sich für den ergeben wenns die Umgebung verändern würdest bezüglich Orientierung und Sturzrisiko?

    Die Dame kennt ihren Haushalt. Sie hat jahrelang darin gelebt. Sie hat eine Strategie entwickelt, wie sie Mobilitätseinschränkungen kompensieren kann.

    Das ist die Fähigkeit, die es zu erhalten gilt. Erst wenn die wegfällt, dann ergibt sich ein Risiko.

    Elisabeth
     
  6. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    die Pat. ist mit diesen Schuhen so alt geworden, zieht sie jetzt für sie ungewohntes Schuhwerk an, stürzt sie garantiert.
    LG Spritze
     
  7. ks nicole

    ks nicole Newbie

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    Hallöchen,

    ich habe sowohl Erfahrung ambulant wie stationär und hätte da vieleicht eine Idee, die zwar nicht die Ursache bzw das Problem löst, aber dafür sorgt das die Konsequenzen minimiert werden.

    Hast du mal überlegt ob es eine Möglichkeit gibt das die gute Dame Sturzhosen ( natürlich die im Schritt offenen) trägt? Diese würden einen eventuellen Sturz zwar nicht vermeiden aber eben das Verltzungrisiko minimieren.

    Aus der Stationären Arbeit habe ich auch erfahrungen mit Knieschützern und Ellenbogenschonern gemacht, ist aber ne Frage der Akzeptanz.

    Hoffe das ich etwas helfen konnte
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie mag das für eine demente Dame sein, wenn man da so eine Hose hat, die man eigentlich net runter ziehen soll... man aber immer die Hosen runter gezogen hat beim Toilettenbesuch.

    Warum fällt es uns so schwer, die Bedürfnisse unsere Pflegebedürftigen zu akzeptieren?

    Elisabeth
     
  9. blumenmädchen

    blumenmädchen Stammgast

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    Zum Thema Schuhwerk:
    Es gibt doch auch orthopädische Schuhhersteller, die Damenschuhe mit Absatz herstellen, die jedoch mehr Halt bieten als normale Schuhe durch z.B. doppelte Klettverschlüsse. Habe solche Schuhe schon öfter gesehen bei unseren Damen im Altenheim. Vielleicht wäre das noch eine Alternative. Aber stürzt sie denn wirklich oder ist sie nur unsicher? Vielleicht lässt sich hinsichtlich der Barrierefreiheit in der Wohnung im Einvernehmen mit der Pflegebedürftigen und der Tochter auch noch etwas unternehmen, wenn die Gefahrenlage dies verlangen sollte.
     
  10. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    ich würde die Tochter beraten und dies auch dokumentieren.
    Und ansonsten würde ich die Pat. so wohnen lassen, wie sie es gewohnt ist. Sie ist 104 Jahre, warum jetzt noch alles umräumen und die Pat. total verwirren. Warum kann sie nicht die letzte Zeit, die ihr bleibt, so leben wie sie es möchte. Vielleicht mag sie ihren Stolperteppich, ihre Absatzschuhe und alles was die Pflegekräfte stört!!!???:weissnix:
    LG Spritze
     
  11. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Der Slip soll dann über die Protektoren gezogen werden soviel ich weiss.

    Mich würde interssieren wie die Sturzgefährdung erhoben wurde.
     
  12. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Hallo

    Ich denke du solltest nichts anderes tun, als die Tochter nochmal zu beraten. Die Mutter ist so viele Jahre mit solchen Schuhen gelaufen, ich denke es wäre nicht gut dies jetzt zu ändern. Einfach nochmal ansprechen das du es für besser halten würdest wenn sie flache, feste Schuhe anziehen würde. Wenn die Tochter aber weiter drauf besteht, es so belassen und Dokumentieren. So bist du (oder das Pflegeteam allgemein) ausm Schneider, falls der Dame aufgrund der Schuhe etwas passiert. Du hast deine Pflicht getan, beraten was besser sei und Ende. Also so würde ich handeln :-)
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welchen Sinn macht eine Beratung, bei der ich etwas rate, was fachlich eigentlich net richtig ist?

    Elisabeth
     
  14. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Was ist schon fachlich richtig?
    Wäre es richtig, dass sie aufgrund der Sturzgefahr flache Schuhe trägt? Oder wäre es eher richtig, das man ihr die Schuhe lässt, weil sie es so gewöhnt ist?
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Sie ist net gestürzt. Sie hat Ressourcen, die sie nutzt. Warum dann flache Schuhe? Weil es in irgend einem Standard so drin steht?

    Elisabeth

    PS Der Keilabsatz verlängert die Auftrittsfläche bis zum Vorfuß und erlaubt eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf die gesamte Fußfläche.
     
  16. blumenmädchen

    blumenmädchen Stammgast

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    Ich bin übrigens erstaunt, wie die meisten hier urteilen.
    Ob das typisch ist für die ambulante Pflege? Gesteht man den zu Pflegenden da noch mehr Autonomie zu als im Heim?

    Ich hab im Pflegeheim eine ähnlich alte Dame (95), extrem sturzgefährdet, erlebt, die an Feiertagen auch immer ihre Absatzschuhe rausgeholt hat und im Zimmer jeden Abend mit Pantoffeln herumgeschlürft ist und ihre orthopädischen Schuhe nicht tragen wollte. Sie ist nahezu täglich gestürzt (mit teilweise bösen Folgen) und das Pflegepersonal hat ihr immer wieder die Schuld in die Schuhe geschoben (im wörtlichen Sinne!). Es wurde bei den Stürzen auch immer dokumentiert, mit welchen Schuhen sie gerade unterwegs war.

    Ich frage mich (die Dame in dem Heim war übrigens nicht dement), ob die Lage so anders ist, je nachdem ob man ambulant gepflegt wird und einen gesetzlichen Vormund hat oder in einem Heim lebt als alleinstehende Dame ohne Anhang noch dazu und sich den dortigen Regeln voll beugen muss.

    Medizinisch kann ich die Situation überhaupt nicht beurteilen. Die Argumente, die ihr bringt scheinen mir wohl plausibel, aber das Pflegepersonal des Altenheims, wo ich war, hat sowas nie in Erwägung gezogen. Da hieß es nur: "So ist das, wenn Sie immer nur ihre alten Latschen tragen."
     
  17. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    ich stelle es mir gerade mal andersherum vor. Ich trage z.B. nur flache Schuhe. Nun werden mir, weil es vielleicht in 40 Jahren im Standard steht, Absatzschuhe hingestellt. Diese gefallen mir nicht, ich kann nicht darin laufen und ich möchte sie nicht anziehen. Werde ich dann etwa dazu gezwungen??? Warum müssen wir alle älteren Menschen unbedingt in Jogginganzüge (ist doch bequemer :kloppen:) , flache orthopädische Filzschuhe mit Klettverschluss und Hüftprotektoren stecken?? Zählt denn gar nicht mehr, wie sich die Menschen fühlen und wie sie sich WOHLFÜHLEN??? Vielleicht gibt es ja in 40 Jahren einen Standard zum Wohlfühlen.
    LG Spritze
     
  18. Keen01

    Keen01 Senior-Mitglied

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    HI

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an!

    Frage doch mal die tochter ob sie für die Mutter nicht die selben schuhe mit anderer Schnürung kaufen kann, damit ein hin und herrutschen im schuh vermieden wird. Dadurch senkst du das sturzrisiko da der halt im schuh verbessert wird und die Bewohnerin hat weiterhin ihre schuhe mit absätzen.

    MGF Keen01
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du musst bei der Beurteilung des Sturzrisikos den Blickwinkel ändern.

    Stell dir vor, du darfst ab morgen nur noch High-Heels-Stilettos tragen- vom aufstehen bis zum ins Bett gehen. Wie lange wirst etwa brauchen, bis du sicher darauf laufen kannst? Ev. borge dir mal welche aus.

    Die alte Dame hat immer ihre gewohnten Schuhe an. Das gibt ihr Sicherheit.
    Für dein Beispiel hätte man herausfinden müssen, was trug sie zuhause für Schuhe? Waren es wirklich den ganzen Tag die Schlappen?

    Schau dir mal die Zimmer in der Häuslichkeit an und vergleiche sie mit den Zimmern in einer stationären Pflegeeinrichtung.
    Stell dir vor, du fährst in den Urlaub und du mietest dich in eine Ferienwohnung ein. Ihr reist spät abends an, so dass es vom Auto direkt ins Bett geht.
    Du musst nachts auf die Örtlichkeit. Die befindet sich außerhalb der Ferienwohnung über den Flur. Zu allem Übel ist das Licht ausgefallen. Es eilt und du versuchst so schnell wie möglich das Klo zu erreichen. Wie oft magst stolpern? Und wäre es zuhause auch so ein Problem?

    Die alte Dame kennt sich blind in ihrer Wohnung aus. Sie ist die Wege vieltausendfach gegangen. Sie hat mit den Jahren die Möbel entsprechend gestellt, so dass sie als Orientierung und als Gehhilfe dienen.
    Die Umgebung im Pflegeheim erinnert nur noch wenig an das geliebte zuhause. Die Weg verlaufen anders. Die Möbel stehen anders. Das Bett hat eine andere Höhe. usw..

    Ich hatte mal eine ältere Dame in einer Pflegevisite, die immer wieder vor dem Bett lag in der Nacht. Es wurde ihr mehrfach erklärt, dass sie doch klingeln möge. Sie hat es nie gemacht. Jetzt kannst sie zur Sicherheit fixieren. ... Wir haben usn anders entschieden. Bei der Problemanalyse tauchte der Gedanke auf, dass sie ev. nach den Hausschuhen unter dem Bett "angelt" und dabei runterrutscht. Ergebnis der Pflegevisite: Bodenbeleuchtung garantieren und darauf achten, dass die Hauspantoffeln net aus versehen unters Bett geschoben werden.

    Schuhe mit Schnürung muss man schließen. Dafür musst dich bücken. Gleichgewicht ist vorhanden? Wenn du dich hinlegst, musst die Schuhe ausziehen. Man kann also davon ausgehen, dass die Schuhe mehrfach am Tage aus- und angezogen werden.

    Was mir auffällt: es wird ausschließlich nach Problemen geschaut. Welche Ressourcen derjenige hat, welche Kompensationshandlungen er entwickelt hat- dass scheint beim Pflegeprozess eher keine Rolle zu spielen.

    Warum will Pflege zwanghaft ein relativ gut funktionierendes System verändern? Weil es irgendwo einen (und jetzt kann ich es mir net verkneifen) "Drehbuch"-Standard gibt, der vorschreibt, wie man Stürze verhindern kann?

    Das Problem ist also eigentlich net der uneinsichtige Kunde/Angehörige- das Problem liegt bei der Pflegekraft, der es zunehmend schwerer zu fallen scheint, individuelle Planungen zu erstellen in dem man z.B. aus einer Leitlinie das rausnimmt, was genau für diese Situation passt. ... Oder vielleicht ganz neu Ideen entwickelt.

    Elisabeth
     
  20. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    .... vielleicht sollte man hier mal anfangen?
    1. bin ich total begeistert, wenn ich Menschen in dem Alter finde, ist doch toll!
    2. zurück zur Sturzerhebung: Stürze in der Vorgeschichte etc? Es steht doch im Anfangsbericht, die Pat. ist noch fit, keine Medis, nur dement. Allerdings kommt hier der Hinweris auf Gangunsicherheit.
    Wieso? vornübergebeugte Körperhaltung oder wie? Schwankend (wie sieht der RR aus, Schwindel beim Aufstehen....)

    Fragen über Fragen und es wird über die Höhe der Schuhe diskutiert....
     
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