100 mval KCL auf 500 ml Jono?

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von Rawkiz, 14.10.2007.

  1. Rawkiz

    Rawkiz Junior-Mitglied

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    Hab letztens eie Anordnung vom Arzt mitbekommen der bei einem Kaliumwert von 3,2 eine Jono mit 100 mval KCL haben wollte.....da is doch übertrieben..oder habt ihr Erfahrung mit solch hohen Dosen?:weissnix:
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    100 hab ich auch noch nicht gesehen, aber 80 schon...
    Die maximale Dosis ist 2-3mmol/kg KG/Tag. Da liegts also dicke drunter, allerdings "sollte" laut Fachinfo nicht mehr als 40mmol/liter beigemischt werden.
    Der Grund verschließt sich mir.

    Muss halt verflucht langsam laufenn wenn es so hochdosiert ist...
     
  3. narde2003

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    Hallo,

    vor allem sollte man solche hohen Dosen nicht "frei" laufen lassen und auch nicht über eine Venenverweilkanüle.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. Rawkiz

    Rawkiz Junior-Mitglied

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    Hey narde...beides war aber leider der Fall und der Pat. war noch dazu recht unruhig sodas die Tropfgeschwindigkeit teilweise variiert hat...war ihm auch alles bekannt.
     
  5. Michl

    Michl Gast

    Hi!

    Sorry, aber habt Ihr keinen Infusomaten angeschlossen bei dieser Menge?

    Ich meine, die Arztanordnung ist das eine, die Durchführung eine andere.
    Bei der Dosis wird doch eine Laufzeit angegeben worden sein?! Wenn nicht, ist diese genaue Verordnung einzufordern.

    Auf "Normalstation" habe ich auch schon Perfusoren gehabt, wo KCl unverdünnt mit 10mval/h lief.

    Grüße
    Michl
     
    #5 Michl, 14.10.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14.10.2007
  6. ASF

    ASF Senior-Mitglied

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    Also bei uns gibt´s KCl entweder über einen ZVK mittels Perfusor, dann laufen auch schonmal bis zu 20 oder 25 mval/h bei regelmäßiger Kalium Kontrolle per BGA, oder peripher venös in 1000ml Jono maximal 40mval KCl über Infusomat mit niedriger Flussrate!

    100mval in 500ml Jono würde ich unter keinen Umständen frei über eine Viggo laufen lassen. Das soll der Arzt mal schön selber anhängen!
     
    #6 ASF, 14.10.2007
    Zuletzt bearbeitet: 14.10.2007
  7. pauli1

    pauli1 Newbie

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    100mval KCL auf 500ml Jono??? Und das wahrscheinlich noch über eine Branüle?
    8O

    Bei uns werden höchstens 60mval KCL über Perfusor in 6 Stunden einlaufen gelassen, und nur über Port oder ZVK.
    Wenn es kleinere Mengen sind 10 oder 20mval dann geben wir es auch langsam in einer NaCl oder so.
    MfG Pauli1
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Warum keine orale Substitution?

    100 ml KCL auf 500ml- das sagt erst mal nichts, weil die Dauer der Infusion unbekannt bleibt. Die Empfehlungen gehen dahin, dass pro Stunde nicht mehr als 30 mval Kalium i.v. gegeben werden sollen. Ergo müßte deine Infusion mindestens 3,5 bis 3 Stunden laufen. Diese Kenntnisse werden vom Doc erwartet.

    Warum nicht über Braunüle? Jonosteril hat eine theor. Osmolarität von 291 mosm/l. Kaliumchlorid 7,45% hat eine Theor. Osmolarität von 2000 mOsm/l. Tritt da nicht der Verdünnungseffekt in Kraft? Ab 800 mOsm/l (?) wirds für die Vene nicht mehr so nett. Das dürfte hier unterschritten werden: 500 ml á 291 + 100 ml á 2000 = 381 mOsm/l (?).

    Elisabeth
     
  9. narde2003

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    Hallo Elisabeth,

    bei deiner Rechnung, würde wenn das Kalium über einen Perfusor gegeben würde, dieses mit einer Laufgeschwindigkeit von 30 ml/h laufen. Das würde wiederum nur über einen ZVK gegeben, in meiner langjährigen Intensivzeit habe ich dies noch niemals erlebt.
    Stichwort: Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern als Gefahr.
    Bei einer unkontrollierten Laufgeschwindigkeit ist die Gefahr noch deutlich höher.

    Eine weitere Gefahr: Die Venenreizung bei der Verabreichung über eine VVK.

    Nach Angabe unseres Apothekers soll peripher verabreichtes Kalium je 500ml Infusion eine Menge von 20 mval nicht überschreiten.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ops- soweit habe ich gerade nicht gedacht. Das kommt davon wenn man unreflektiert alte "Kamellen" übernimmt.

    Ehedem gab es bei uns 500 ml Kalium- Magnesium- Asparaginat...das enthielt 30 mval Kalium (?). Damals hieß es immer: nicht schneller als 60 min infundieren.

    Elisabeth
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Also nur zentral sehe ich auch nicht gegeben, es kommt einfach auf die Geschwindigkeit an.
    Laut Fachinfo max. 20mmol/h
    Also, wenn wir mal ganz frech das Kalium der Jono ausser Acht lassen, 5h Laufzeit mindestens, also 100ml/h.
    Natürlich über Infusomat besser als Tropfenzähler, aber peripher? Warum nicht...
     
  12. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Maniac,

    es kommt auch auf die Grösse der Vene an, in die es infundiert wird, mein Stichwort hier wäre Venenreizung. Die Patienten sind manchmal so dreist und behaupten es brennt bei der Infusion. Da ich den Patienten nun mal glaube, sollte man die Tropfgeschwindigkeit nicht ausser Acht lassen.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  13. werracats

    werracats Junior-Mitglied

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    Hallo,
    bei uns wird Kalium entweder unverdünnt über Perfusor gegeben, oder max.
    40-80mval in 1000 Stero oder Periplasmal und beides natürlich über ZVK.
    Gruß
     
  14. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Sag ich ja, von daher eben laaangsam, dann passiert auch nichts...
     
  15. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    Hi,

    bei uns laufen 40mval KCL in 1000ml Tuto etc. scho mal frei, wenn auch ganz langsam, kommt aber au den Pat. und seine (Herz)vorgeschichte an
     
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