"1-Euro-Jobler" als Krankenpflegehelfer?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von mary_jane, 18.08.2007.

  1. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo, hätte da mal eine frage zur Berufsbezeichnung Krankenpflegehelfer!

    also wir haben bei uns auf staton einen "1_Euro-jobler" gehabt der seit ein paar wochen jetzt offiziell krankenpflegehelfer bei uns ist. Ohne prüfung oder sonst irgend eine Qualifikation. Hat bei uns mehr Aufräum oder Orgaaufgaben gemacht. jezt heißt es eine stelle wird für ihn gestrichen und er soll in der Pflege mithelfen. Ist das rechtens, also ich hab ein schlechtes gefühl ihm eine pflegerische Aufgabe machen zu lassen. Habt ihr da Erfahrungen?
     
  2. narde2003

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    Hallo Mary_Jane,

    bist du sicher, dass er Krankenpflegehelfer ist und nicht Pflegehelfer?

    Krankenpflegehelfer ist eine einjährige Berufsausbildung, Pflegehelfer darf sich jeder nennen, der in der Krankenpflege hilft.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  3. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo narde,

    das kann sein das er dann pflegehelfer ist, aber mir geht es dann mehr darum dass ich ihm keine pflegerischen arbeiten geben will und lieber eine Pflegekraft an seiner stelle hätte. wenn uns eine stelle abgezogen wird muss ich ihm ja fast eine kleine Verantwortung übertragen. das heißt praktisch ich muss selber entscheiden für wie qualifziert ich ihn halte. ich finde das ehrlich eine schlechte Entwicklung. versteht mich nicht falsch, ich gönne ihm seine stelle.
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Mary_Jane,

    wir haben StationsassistentInnen, die auch auf Pflegestellen sitzen, sie helfen in der Grundpflege und sind ansonsten für Auffüllen, Essen verteilen, Aufräumen von Bestellungen und Hygienearbeiten in den Zimmern zuständig.
    Auch wenn diese auf Pflegeplanstellen sitzen, sind es die Kräfte die man dann am meisten vermisst wenn sie in Urlaub sind.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  5. Pinguin

    Pinguin Junior-Mitglied

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    Hi Mary-Jane,
    wenn ich das 1-Euro-Gesetz richtig verstanden habe darf für diese Tätigkeit keine normale Stelle gestrichen werden.
    Wenn das so ist wende dich an euren Betriebsrat. der sollte ja für solche Sachen zuständig sein und eine eventuelle Stelleneinsparung verhindern.
    Eine anonyme Anzeige bei der Arbeitsagentur will ich nur mal so in den Raum stellen(ich weiss jetzt kommen all die Oberschlauen mit Arbeitsrecht und so, dem stimmen ich auch zu aber bei Sozialmissbrauch hört der Spass halt auf und wir sollten uns neue Taktiken übrlegen).
    Viel besser als das ist aber eine Stationsbesprechung mit Betriebsrat wo der Tätigkeitskatalog der Hilfskraft unter Berücksichtigung der Qualifikation schriftlich festgelegt wird. Weiters wird in dieser Besprechung schriftlich auf die rechtliche Problematik(für 1-Euro-Job Stelle streichen) hingewiesen.
    So kann man Druck auf Betriebsrat(weiss von Mißstand) und Vorgesetzte (ebenso) ausüben.
    Dies ist ja auch kein Stress machen sondern Arbeitnehmerpflicht, den Betrieb vor eventuellen Gesetzesbrüchen schützen;)
    Nebeneffekt: aller Wahrscheinlichkeit geht der Plan der Führung in die Hose;)
    LG
    Pinguin
     
  6. pflegeschüler1988

    pflegeschüler1988 Poweruser

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    Hallo,

    macht dieser Mitarbeiter diesen Job freiwillig?
    Er könnte eine "Ausbildung" über die Arbeitsagentur gemacht haben, so etwas gibt es auch bei der Altenpflege, das heißt Altenpflegehelferin(dieser Job hat keine Berufserlaubnis führt also in eine Sackgasse). Man sieht in der BRD gibt es schon wieder Zwangsarbeit, man stellt Mitarbeiter für einen Euro die Stunde ein. Es ist echt schrecklich. Könnte euch noch ein paar Geschichten erzählen, da wir auch HartzIV Beratungen durchführen.

    SG Martin
     
  7. flexi

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    Hallo pflegeschüler1988,
    es geht hier nicht um Sinn und Unsinn der 1-€-Jobber, sondern um die Frage einer Stellenstreichung wegen der Beschäftigung eines ebensolchen....
     
  8. Andrea B

    Andrea B Senior-Mitglied

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    Hallo,
    ich habe eine abgeschlossene KPH-Ausbildung.

    Von der Agentur für Arbeit wurde mit im KH ein 1 €uro-Job angedreht, den ich zu machen hatte, da uns sonst 30 % vom ALG " gestichen würde. Bei 7 Personen sind 30 % verdammt viel. Hätte ich mich in dem KH ganz offiziell als KPH beworben hbätte ich zu 150 % eine Absage bekommen. Es ist ja ein Unterschied ob man jemanden für 30 Std/Woche 180,00 €uro oder ca 75 % vom TVöD zuzüglich Zulagen und Sozialabgaben zahlt.

    Eine Beschwerde beim Betriebsrtat oder der Agentur für Arbeit bringt da überhaupt nichts. Die stecken da unter einer Decke. Wenn man den Klageweg einleitet unterstellen die einem man hätte zuviel Geld und streichen auch die Leistungen.

    Von zusätzlichen Arbeiten konnte absolut keine Rede sein. Oder sind es zusätzliche arbeiten wenn man z.B. im Spätdienst nur zu viert ist. In Krankenhäusern werden Köpfe gezählt und nicht danach gefragt wer welche Ausbildung hat. Bei den 4 Leuten waren auch UK-Schüler/innen dabei.
    Die neuen UK Schülerinnen wurden mir auch noch von der Stationsleitung aufs Auge gedrückt zum mitschleppten beim RR-Messen & Co. Komisch wenn sie was wissen wollten kamen sie zu mir und nicht zu den 3jährigen.

    Das ist die Realität. Arbeitsgesetze interessieren da überhaupt keinen. Das ganze wird ja noch von oben herab unterstützt und gefördert. Jeden den du in dieser Richtung fragst wird dir erzählen, daß 1 €urojobs egal in welcher Branche keine sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze killen. Sie tun es doch.
    Andrea
     
  9. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Das ist ja das tragische an der Sache. Die Arbeitslosen werden mit den Sanktionen erpresst. Und sie sind erpressbar, weil sie keinen finanziellen Spielraum haben um die Durstzeit bis sie Recht bekommen haben, durchzustehen.

    Die Aussage von Pinguin ist völlig korrekt. Mit deiner 1 Euro Stelle machst du einen Arbeitsplatz kaputt, übrigens einen Arbeitsplatz den du dringend gebrauchen könntest.

    Du könntest nach Ablauf der 1 Euro Stelle evtl. auf Einstellung klagen, vor allem dann wenn der 1 Euro Job verlängert werden soll. Was nun überhaupt nicht statthaft ist. Ich kann dir nichts genaueres darüber sagen, hab da nur hier und da darüber gelesen.
     
  10. Pinguin

    Pinguin Junior-Mitglied

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    Hi Andrea B,
    ich möchte nicht sagen das die Situation in D einfach ist.
    aus diesem Grund habe ich ja auch die Art des aus meiner Sicht besten Vorgehens geschildert - eben damit weder Betriebsrat noch Leitung sagen können sie haben es nicht gewußt.

    Aber jeder kann etwas machen und verändern. Es sei denn er resigniert.
    Und aus deinem posting scheint mir Resignation zu sprechen - leider :o(

    Zunächst einmal ist nicht jeder Betriebsrat gleich so wie der in deinem Haus.
    Gerade in den Zeiten der kleinen Gewerkschaften besinnen sich die großen langsam wieder auf ihr Tagewerk und unterstützen die Beschäftigten.

    Deshalb - Du kannst dich wehren.
    Du solltest dich nach Prozeßkostenhilfe erkundigen und gegen deine Behandlung und Ausbeutung klagen. Tust Du das nicht, dann ....
    werden sie immer so weiter machen und es gibt bald nur noch 1-Euro-Jobber.
    Deshalb ist es auch wichtig das die Beschäftigten auch gegen die Machenschaften der Geschäftsführungen zusammenhalten.

    Aber es ging hier um die Frage ob 1-Euro-Jobber in der geposteten Art beschäftigt werden können. Und da bleibe ich bei meinem posting

    LG
    Pinguin
     
  11. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo ihr,

    also zur aufklärung: unser pflegehelfer hat ein jahr bei uns für einen euro die stunde gearbeitet. damals zählte er zu 25% zum stellenpan. jetzt hat er eine befristete anstellung als pflegehelfer und zählt eine ganze stelle. er soll ausschließlich der pflege helfen lt. PDL. Wir haben ja schließlich statinsassistentinnen. Vorher hat er eben meist denen geholfen. Und jetzt sind wir einer weniger morgens aufgrund seiner Stelle!
     
  12. Andrea B

    Andrea B Senior-Mitglied

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    @Pinguin
    Hallo,
    das Thema 1 €urojob i9st eh seit Ende März erledigt. Meine Stationsleitung kam ja an und fragte ob ich weiter machen würde. Da habe ich ihr dann ganz klar erklärt, daß ich nur mit einem anständigen Arbeitsvertrag also in Festeinstellung weiter mache. Irgendwie kam dann nichts mehr von ihr. Der PDL war wohl zu feige mich zu fragen ob ich weiter mache. Er hätte die gleiche Antwort bekommen.

    Was bringt es auf Einstellung zu klagen. Eine Stelle, die man mit einem Urteil erhält bringt einem eh nur Probleme.
    Andrea
     
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