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Nahrungsaufbau bei Frühgeborenen bzw. kranken Neugeborenen

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von Stupsi, 09.10.2007.

  1. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    An alle die in der Früh- und Neugeborenenpflege beschäftigt sind!
    Mich würde mal interessieren, wann ihr bei Frühgeborenen oder auch kranken Neugeborenen mit Nahrung oder Muttermilch beginnt. Gleich von Anfang an, oder Glucoselösung bis zum ersten Stuhl, oder solange Glucoselösung, bis das ganze Mekonium "heraus ist".
    Es gibt so viele widersprüchliche Aussagen und deshalb würde es mich einfach mal brennend interessieren, wie das auf anderen Früh- und Neugeborenenintensivstationen gehandhabt wird.
     
  2. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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    Hallo!

    Also wir geben zuerst Glukose, wenn diese vertragen wird geben wir Nahrung, manchmal auch Nahrung/Glukose 1:1 je nach Doktor!

    Ausgenommen natürlich sind bestimmte Krankheitsbilder!
     
  3. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    @all

    bei uns ist es so das die säuglinge, wenn sie von der mutter gestillt werden, zusätzlich eine tee/glucose mischung erhalten!

    unsere hebamme möchte im übrigen das die säuglinge, die gestillt werden, gar keine zusätzliche tee/glucose mischung erhalten, nur sie konnte sich noch nicht so ganz durchsetzen!

    LG
     
  4. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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    Hi Karo!

    Ich denke Stupsi meinte Neugeborene in der Kinderklinik, und die sollten auf jeden Fall Nahrung bekommen!!!

    Außerdem bin ich auch der Meinung, dass es keine Saugverwirrung gibt!!!!

    LG
     
  5. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Apropos Saugverwirrung; ich glaube auch nicht daran;
    wir haben bisher viele "Frühchen", wenn die Mama auch wirklich stillen wollte, "dazubekommen" an die Brust zu gehen. Auch wenn sie wochenlang nur sondiert wurden und Trinkversuche mit der Flasche unternommen haben.
     
  6. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    @nadl.b

    sind neugeborene in einer kinderklinik was anderes als neugeborene in einem normalen krankenhaus???

    versteh ich grad nicht!
     
  7. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Neugeborene, die in einer Kinderklinik stationär aufgenommen sind, sind kranke Kinder, die andere Bedürfnisse haben als gesunde Neugeborene, die vermutlich dann eher in einem "normalen" Krankenhaus sind.
     
  8. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    achso ok!
    das hab ich nicht gewußt, sorry! :fidee:
     
  9. Natse

    Natse Newbie

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    Hallo!
    Bei uns wird Frühfütterung praktiziert. D.h. alle Früh/ Neugeborenen bekommen sobald es der AZ erlaubt, Frühgeborenennahrung oder die gängige Babynahrung und dann sobald wie möglich Mumi.
    Wir haben eine Laktationsberaterin, die fest an Saugverwirrung glaubt :ccol1:
     
  10. rajenriver

    rajenriver Junior-Mitglied

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    Hi,
    Ich arbeite im Pflegedienst und betreue die FGB wenn sie wieder zuHause sind und ich habe es schon oft geschafft die Kinder an die Brust zubekommen, auch wenn sie in der Klinik sondiert und per Flasche gefüttert worden sind. wichtig beim sondieren ist es einen Schnuller oder Sauger anzubieten, damit die Kinder das Saugen mit dem Sättigungsgefühl in Verbindung bringen können. Bei denen, die das von Anfang an so gemacht haben, war keine Rede von Saugverwirrung.
    Und wenn man die richtigen Sauger verwendet, dann ist der Unterschied zur Brust auch nicht so stark.
    Saugverwirrung???? Für mich alles Quatsch!
     
  11. junni

    junni Stammgast

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    Hallo!

    Also wir fangen auch gleich mit Milch an (wenn der AZ passt). Entweder Frühgeborenennahrung oder MM (wenn diese CMV neg).
    Die Schwestern im Kinderzimmer erzählen auch gerne von Saugverwirrung. Aber wir haben auch nur sehr selten Probleme die Kinder später "an die Brust" zu bekommen.

    VG junni
     
  12. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Hallo Junni, nadl.b, Natse und Co, habt ihr dann eigentlich keine Probleme mit "schlimmen Bäuchen"; Probleme damit das ganze Mekonium herauskommt bzw. mit Mekoniumileus?
    Wie handhabt ihr es dann mit Einläufen usw.?
    In einer Fortbildung hat es mal geheißen, sie (ich weiß leider nicht mehr welche Klinik) geben solange Glucose, bis das ganze Mekonium raus ist, und fangen dann erst mit MM oder FG-Nahrung an.
     
  13. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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    Hallo Stupsi!

    Nein direkt nach der Geburt, haben wir kaum solche Probleme!
    Es ist ja auch so, dass durch die orale Nahrungsaufnahme die Peristaltik angeregt wird, und das saugen währrend dem sondieren wirkt ja bekanntlich sowieso anregend!

    Wenn ein Kind ein ausladendes Abdomen hat, und kein Mekonium absetzt, bekommen unsere Kinder einen Einlauf mit angewärmten NaCl 0,9% und dieser ist in 99% der Fälle erfolgreich, und das Problem damit behoben!

    LG
     
  14. behid

    behid Gast

    Der Nahrungsaufbau beim Frühgeborenen unterscheidet sich doch entscheidend zu dem beim Neugeborenen, sollte sich zumindest unterscheiden meiner Meinung nach. Ein Frühgeborenes hat unreife Organe und noch eine verminderte Peristaltik und sie werden in den ersten Tagen häufig mit der Flüssigkeit (aufgrund bestimmter Krankheitsbilder) knapp gehalten. Dadurch wird es noch schwerer für das Kind Mekonium abzusetzen. Ausserdem komt meist noch erschwerend ein nasaler Cpap hinzu, der Magen und Darm mit Luft füllt.
    Deshalb wird in den Kliniken die mir bekannt sind ein Frühgeborenes mit 0,5-1ml pro Mz täglich gesteigert, wenn es die Nahrung verträgt (d.h. nicht spuckt und keine Magenreste hat) und ausreichend Stuhlgang absetzt. Wir fangen sofort mit MM (bei CMV-negativen Müttern) oder Frühgeborenennahrung an, mit 8-12 Mahlzeiten und steigern nach dem oben genannten Schema.

    Sollte das Ausscheiden von Mekonium sich problematisch gestalten, spülen wir die Frühgeborenen bis zu 3xtgl mit 5-10ml angewärmter Glucoselösung an, bis das Kind Übergangsstühle oder normale Stühle absetzt. Wir bevorzugen keine bestimmte Lagerung beim Anspülen.

    Neugeborene, die gestillt werden haben in der Regel keine größeren Problemé ihr Mekonium loszuwerden, weil die Vormilch das Ausscheiden von Mekonium fördert und günstig beeinflußt. Aber sollte es doch mal Probleme geben, spülen wir auch diese Kinder rectal an, allerdings auch mit Gluc 5% und erst mal mit 10 ml. Gesunde Kinder werden an die Brust der Mutter angelegt, wenn es Hungerzeichen zeigt und kranke Neugeborene bauen wir mit 6 Mahlzeiten auf und dann in 5-10ml Schritten pro Mahlzeit.

    Gruß
    Behid
     
  15. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    @behid

    wieso wird mit glucose gespült? :-?
     
  16. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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    Hallo!

    Habe die beiden Themen Nahrungsaufbau und Einläufe mal getrennt, so kann man besser den Überblick behalten!

    Also bitte im jeweiligen Thread schreiben!

    LG
     
  17. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Danke behid, für die ausführliche "Beschreibung"; genau das:daumen: ist die Problematik, die mich beschäftigt hat, nämlich ein sehr unreifes Frühgeborenes. Wenn das Mekonium trotz intensiven anspülens trotzdem nicht in Gang kommt, gebt ihr dann von oben, oder auch von unten irgendwelche stuhllockernden Medikamente?
    Mich würde auch noch interessieren, welche FG-Nahrung ihr gebt und warum ihr die Einläufe mit Glucose macht.
     
  18. Natse

    Natse Newbie

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    Hallo!
    Bauchprobleme haben wir auch fast gar nicht. Unsere Minifrühchen bekommen eine spezielle Nahrung, die sie behalten bis sie Trinkversuche bekommen. Dann stellen wir auf Frühchennahrung um, die sie trinken sollen, bis sie drei Kilo wiegen. Ansonsten geben wir sofort Mumi, die wir bei CMV postiv pasteurisieren.
    Fühchen unter1200g bekommen 12MZ, ab 1200g dann 8MZ und ab ca 1800g dann 6MZ. Den Nahrungsaufbau betreiben wir ähnlich, wie behid es auch beschrieben hat.
    Dürfen die Namen der Nahrungen genannt werden- hab mich das jetzt nicht getraut :emba:
     
  19. Meggy

    Meggy Stammgast

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    Hi,

    aus der Klinik kenne ich den Nahrungsaufbau je nach Größe und AZ mit 2xGlucose 5%, danach Muttermilch, falls diese nicht vorhanden mit Alfare.

    Saugverwirrung hielt ich auch immer für Quatsch -
    Bis ich selbst ein Kind bekam, kein Frühchen, sondern 4100 g schwer und das wollte nach anfänglich gutem Saugen, nach einer Flasche Glucose, die die Schwestern ihr warum auch immer (ich hatte nämlich immer genug Milch)gegeben haben als ich noch eine Nachbesprechung mit der Hebammen hatte, hat das Kind meine vollem Brüste für eine gute dreiviertel Stunde angebrüllt.

    Ich habe mir später erklären lassen, dass die reifen "dicken" Kinder häufiger unter Saugverwirrung leiden und diese bei Frühchen tatsächlich nahezu unbekannt ist.

    Meine beiden weiteren Kinder habe ich folglich in den Stunden und Tagen nach der Geburt nie mehr aus den Augen gelassen.

    Saugverwirrung funktioniert übrigends auch umgekehrt, dass sich die Stillkinder hartnäckig weigern an die Flasche zu gehen.

    In der Freiberuflichkeit erlebe ich viele saugverwirrte Kinder, es sind die denen man die Dreimonatskoliken anhängt. Weil sie die Brust mit dem Mund nicht so richtig fassen, weil die Trinktechnik an der Flasche anders funktioniert, saugen sie Luft mit und plagen sich dann anschließend mit Koliken -reife ansonsten gesunde Kinder , o.k. andere Baustelle, hier soll es ja eigentlich um die Frühchen gehen.

    Aus heutiger Sicht dennoch unverständlich, warum man vielen kranken Kindern und Frühchen manchmal so lange die Muttermilch vorenthält.

    LG,
    Meggy
     
  20. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Ich weiß nicht wer den Kindern die Muttermilch vorenthält?! Bei uns ist es eher so, daß man Mütter die eigentlich nicht stillen wollten in einem Gespräch noch mal nahelegt, wie wichtig doch die MM gerade für Frühgeborene und kranke NG ist, weil leichter verdaulich und so.
    Oft ist es so, daß die Kinder dann zumindest für die Dauer des Klinikaufenthaltes Muttermilch bekommen.
     
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