1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Erfahrungen im Umgang mit Tavor®

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von tine&y., 10.06.2008.

  1. tine&y.

    tine&y. Newbie

    Registriert:
    17.12.2007
    Beiträge:
    18
    Zustimmungen:
    0
    Hey ihr,
    ich hab da mal ne Frage...also...wie geht ihr bzw.eure Arbeitgeber mit dem "Wundermittel"Tavor um?Scheinbar bin ich die Einzige,die Dauertavorgaben kritisch gegenübersteht.Meine Wissens läßt die durchaus positive Wirkung vom Lorazepam nach wenigen Wochen nach und was bleibt ist die Abhängigkeit mit all ihren unschönen Begleiterscheinungen...
    hier wird aber über Monate Tavor verordnet und niemand traut sich daran was zu ändern,eher lieber noch n Gramm drauf....Vielleicht bin ich ja auch auf dem Holzweg :gruebel:...

    tine
     
  2. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

    Registriert:
    02.03.2008
    Beiträge:
    215
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin für Psychiatrie
    Hallo,
    doch du hast recht, tavor führt ziemlich schnell zur gewohnheit(>dosis muss also erhöht werden) und ebenso zur abhängigkeit. so kenn ichs zumindest. habe auch schon die erfahrung machen müssen das tavor abends als "schlafmittel" tage/wochen verabreicht wurde...wie ich finde,der falsche weg,zum einschlafen gibts doch auch medis die weniger abhängig machen...(das ist meine persönliche meinung,als schülerin fehlts mir da aber vielleicht noch an wissen/erfahrung)... manche denken eben echt nicht bis vor die krankenhaustür...
    schönen abend noch!
    lg verena
     
  3. Satyr

    Satyr Newbie

    Registriert:
    27.05.2008
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    die kurzzeituge Gabe von Tavor zur Krisenintervention ist ok, aber eine längerfristige Gabe ist unverantwortlich.
    Der Tavorentzug kann sich von Wochen bis über Monate hinziehen und die Leute drehen echt am (Riesen)Rad.
    Heiko
     
  4. Kexx

    Kexx Newbie

    Registriert:
    03.04.2008
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Hallo!
    Also ich kann gut verstehen was du meinst...!
    Ich arbeite auf einer geschlossenen Station, und bei uns wird gerne mit Tavor gearbeitet, was ich auch völlig ok finde. Aber bei uns ist es eigentlich so, dass unsere Oberärztin wohl darauf achtet, das die Medikamente reduziert werden...auch gerade bei Tavor.

    Als Schlafmedikament habe ich das so noch nicht erlebt...

    In wie weit wird denn eure Meinung zugelassen? Den Ärzten gegenüber meine ich?
     
  5. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

    Registriert:
    02.03.2008
    Beiträge:
    215
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin für Psychiatrie
    also es ist eben als bedarfsmedi angeordnet...und die wird von den pat.eben meist völlig ausgenutzt:-)
    ich selbst mache eig ne ausbildung in ner psychiatrie,bei uns wird tavor auch nur in kriesensituationen,bei krampfanfällen und eben zur beruhigung zb vor ct....angewandt..(schreibt man des so?!?:-))
    habe aber eben in meinen außeneinsätzen in somatischen häusern schon des öfteren erlebt das tavor dort zum schlafen gegeben wird....aber da sag mal was,als schülerin aus "d klapse, die ja eh alle netmal wasche könne":buhhh, da knallts^^
    naja, wie schon gesagt, finde es wirklich alles andere als gut aber vielleicht wissen sie es einfach nicht besser und des wird ja scho immer so gmacht;)
    lg verena

    ps: will hier auf keine fall iwen beleidigen oder somatischen häusern was unterstellen, ich spreche hier NUR von meinen Persönlichen,WENIGEN erfahrungen in bestimmten kliniken!
     
  6. Kexx

    Kexx Newbie

    Registriert:
    03.04.2008
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Ok als BDM wird das natürlich auch bei uns oft genutzt, aber zur Nacht haben wir ja auch noch was mitzureden....:nurse:
     
  7. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

    Registriert:
    02.03.2008
    Beiträge:
    215
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin für Psychiatrie
    ja, du mit deinem examen vielleicht:nurse:, ich leider(oder auch zum glück^^) aber noch net...:)
     
  8. mary_jane

    mary_jane Poweruser

    Registriert:
    14.06.2007
    Beiträge:
    1.307
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin/B.Ed.
    Akt. Einsatzbereich:
    Uni
    Zum Thema das Tavor in der Somatik oft zum schlafen gegeben wird muss ich sagen das stimmt bedingt.
    Je nach dem warum der Patient schlaflos ist wird entschieden welches Medikament gegeben wird.
    Bei psychisch angeschlagenen oder sehr nervösen wird dann oft Tavor gegeben zur Nacht.
     
  9. Kexx

    Kexx Newbie

    Registriert:
    03.04.2008
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Aber auch da würde doch eine Schlafmedikation genau so gut sein? Oder nicht?
     
  10. rudi09

    rudi09 Stammgast

    Registriert:
    18.08.2006
    Beiträge:
    309
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Rossau b. Mittweida
    Funktion:
    Pflegedienstleiter
    Hallo @all,
    Tavor wird bei uns nur vorübergehend angesetzt und dann (nach 2 - 3 Wochen spätestens) langsam abgesetzt.
    Zu Kexx: Andere Schlamittel sind zumeist auch nur Benzo`s. Das Problem der Gewöhnung, Effektverminderung und letztlich Abhängigkeit bleibt also.

    Im ambulanten Bereich und insbesondere von Hausärzten und in anderen Fachdisziplinen wird Lorazepam m.M.n. oft viel zu unkritisch eingesetzt und die Grenze zur Körperverletzung überschritten. Andere Krankenhäuser verwalten Lorazepam wiederum im Giftschrank und behandeln es wie ein BTM. Daraus wird mir klar, dass fundierte Kenntnisse zu dem Wirkstoff offenbar fehlen.
    MfG
    rudi09
     
  11. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

    Registriert:
    02.03.2008
    Beiträge:
    215
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin für Psychiatrie
    habe heute mal mit nem chefarzt von unserer suchtklinik gesprochen....tavor kann schon nach 5-7tagen abhängig machen sagt er....
    lg verena
     
  12. Henning

    Henning Junior-Mitglied

    Registriert:
    27.01.2008
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie und HNO
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Hallo Kollegen,
    bei uns in der Klinik wird Tavor fast ausschließlich zur Prämedikation vor operativen und diagnostischen Eingriffen und ganz, ganz selten als Bedarfsmedikation verabreicht.
    Grund für den Einsatz als Prämedikation dürfte die leichte löslichkeit der Tablette sein, so daß sie unmittelbar vor dem Eingriff ohne Flüssigkeit eingenommen werden kann. Diese Eigenschaft könnte somit auch in der Psychatri von Vorteil sein, wenn ein Pat. versucht die Medikamente wieder auszuspucken.
    Die Nebenwirkungen sind genau wie bei allen anderen Benzodiazepinen.
    Für andere Benzodiazepine spricht der Preis, Tavor ist im vergleich zu z.B. Diazepam teurer und außerdem kurzwirksamer = Mittellangwirksames Benzodiazepin, Diazepam = Langwirksames Benzodiazepin.

    Liebe Grüße Henning
     
  13. tine&y.

    tine&y. Newbie

    Registriert:
    17.12.2007
    Beiträge:
    18
    Zustimmungen:
    0
    Danke für eure Antworten:)Ich arbeite im ambulantem psychiatrischem Bereich und ärgere mich über die absolute Freigiebigkeit der niedergelassenen Äzte,aber auch über Nichtwissen bzw. das Beharren auf Tavor von einzelnen Kollegen,da herrscht einfach die Meinung vor,dass man einfach mal die Dosis verdoppelt und dann passt das schon(in Akutsituationen)Auf meinen Einwand,Pat bekommt es seit Dez.08,wird nur entgegnet..ach wenn man es nur hoch genug dosiert funktioniert es wieder*kreisch*
    Bin halt ziemlich sauer,da ich Tavor wirklich für ein gutes Krisenmedi halte,aber man so den Klienten die Möglichkeit nimmt in wirklichen Krisen etwas zur Hand zu haben,da sie es ja als Dauermedikation bekommen ....
    LG tine
     
  14. silverlady

    silverlady Stammgast

    Registriert:
    12.07.2005
    Beiträge:
    204
    Zustimmungen:
    0
    Hallo ihr Lieben

    vor ca. 3 Jahren machte ich ein Praktikum in einem kleinen Pflegeheim. Dort war eine 92 jährige Bewohnerin. Diese hatte seit Jahrzehnten denselben Hausarzt.
    Dieser HA hatte vor etwa 25 Jahren Tavor angeordnet und regelmässig neue Rezepte ausgestellt.
    Irgendwann in diesem Praktikum kam dieser nette Mensche auf die Idee, er könnte dieses Medikament nicht mehr verordnen weil sie ja davon abhängig werden könnte. O-Ton Hausarzt.:knockin:
    Diese Frau ging in der nächsten Zeit durch die Hölle. Der Entzug war so massiv das die vorher muntere Frau innerhalb kürzester Zeit zu einem Pflegefall wurde.
    Aud das Pflegepersonal hörte dieser Arzt absolut nicht, bis sich die Heimleitung an die Angehörigen und an die Krankenkasse wendeten.
    Ergebnis, Hausarztwechsel und zwar mittlerweile alle Heimbewohner haben andere Ärzte, Theater mit den Angehörigen die eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gestartet haben usw.:streit:

    Am schlimmsten fand ich, diese Kritiklose verordnung über viele Jahre und dann die für mich faule Ausrede sie könne ja abhängig werden.

    liebe Grüße
    silverlady
     
  15. tine&y.

    tine&y. Newbie

    Registriert:
    17.12.2007
    Beiträge:
    18
    Zustimmungen:
    0
    ...da stellt sich mir doch die Frage warum mutet man ner 92jährigen Frau so eine Qual zu?:gruebel:
    tine
     
  16. Kroni

    Kroni Newbie

    Registriert:
    18.01.2008
    Beiträge:
    27
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Fachkrankenschwester für Psychiatrie
    Akt. Einsatzbereich:
    Tagesklinik
    Oh mein Gott Tavor als dauermedikation....


    Ne, also tavor geht nur vorrübergehed als Notfallmedikament, wenn sich Pat. sehr mit Ängsten Quälen.....höchstens einige Tage und dann langsam ausschleichen sie werden bei uns niemals damit entlassen.

    Als Übergang nur gut, bis Therapie etwas greift und das richtige passende Medikament für den Pat. gefunden ist....Langsam ausschleichen und gut ist...nie Probleme damit gehabt, klar schreien alle nach tavor, aufklärung hilft dem entgegen....

    Ihr armen....

    Liebe Grüsse
     
  17. Scapy

    Scapy Newbie

    Registriert:
    26.06.2008
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpflegeschüler
    Hi !!

    Also ich verstehe nicht warum man den Patienten Tavor gibt !!!
    Ich finde das Medikament macht mehr schlecht wie gut !!
    Ich kenne so viele Pat. wo davon süchtig geworden sind , auch schon nach 4 tägiger einnahme !!
    Und der Entzug von Tavor ist echt heftig !!!
    Ich finde das Medikament sind so der Hit !!

    Lg
     
  18. admy

    admy Newbie

    Registriert:
    18.12.2007
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Muss man da nicht ein wenig differenzieren bei Aussagen zum Gebrauch von Tavor und Tavor expedit? Tavor wird bei uns auf einer internistischen Station eigentlich gar nicht verordnet. Patienten, die das einnehmen sind meist in unserer Psychiatrie eingestellt worden. Was jedoch ab und zu mal benutzt wird ist Tavor expedit bei akuten Unruhezuständen, Schlaflosigkeit... Auf unserer Palliativstation auch bei Atemnot und wenn es sein muss auch als "Schlaftablette". Wobei ich da auch geteilter Meinung bin bezueglich des Tavor expedit, die Leute scheinen da unterschiedlich zu reagieren, bei manchen wirkt es wie gewuenscht, aber es kam auch schon mal vor, dass die unerwuenschten Symptome, die durch Tavor exp. behandelt werden sollten, sich verstärkten. Die Spezialisten bei uns schmeissen dann noch eine Tavor exp. hinterher...

    Abhaengig macht es auf jeden Fall recht schnell.
     
  19. Kathi ambulant

    Registriert:
    13.08.2008
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    ex.Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    Also ich bin ja neu hier...und muss mal sagen super Forum gell??:daumen: was man da so alles erfährt is schon super! bin ja in der ambulanten pflege(habe ausbildung in Psychiatrie gemacht)hab ne Patientin mit Depressionen und Angstzuständen;welche auch mindestens einmal im jahr für 8 wochen stationär ist.als es ihr neulich sehr schlecht ging wurde Tavor auch wieder erhöht von arzt.jetzt nimmt sie 3mg/Tag.das is dann wohl völlig für die katz???:gruebel: was wäre denn besser zur Beruhigung?:nurse:
     
  20. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

    Registriert:
    13.12.2007
    Beiträge:
    1.652
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Krankenschwester mit WB Stroke Unit
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Stroke Unit mit IMCI
    Tavor bei Atemnot?
    Nach Tavor i.v., es waren 2x2mg, mehr nicht, mussten wir schon mal intubieren, da es zum Atemstillstand gekommen ist, Pat. war am Monitor und es konnte sofort reagiert werden.
    Seit ich auf diese Seite gestossen bin verwende ich es wesentlich seltener und mit größerem Unbehagen und ich hab auch mit den meisten meiner Kollegen und einigen Ärzten gesprochen. Allerdings: Im Aufnahmebogen der Ärzte ist es schon vorgedruckt es muss nur noch die Menge eingegeben werden die sehr variiert, von 0,5- 2,5 expidet ist alles drin.
    Ich denke das kommt durch die Nähe zur Psych, was da schnell hilft ist für die Neuropat. auch in Ordnung......
    Nach einem Krampfanfall - das ist was anderes, als "Krampfschutz" sozusagen ist es angebracht.
    Tavor per os als expidet wird m.E. nach trotzdem noch immer viel zu oft und gedankenlos gegeben, wie oben schon mehrfach erwähnt find ich es grad noch o.k. in einer Nacht, in einer Situation aber dann muss am Folgetag ein passendes Medikament gefunden werden.
    Schwierig nur wenn es mehrere Nächte als Ersatzschlafmittel gegeben wurde und Patient damit "glücklich" war. Einen ansonsten geistig fitten Patienten kann man mit Gefahr von Abhängigkeit, etc., eventuell noch fassen, vielen scheint das jedoch egal zu sein, manche kommen mir vor wie Junkies im Coffeeshop in den NL, mitnehmen was geht, kostet ja nix extra. Dass Patient dann am nächsten Tag bis mittags überwiegend im Bett liegt und döst, wird ebenfalls billigend in Kauf genommen, man hat ja sonst nichts vor.
    Den Satz abends beim letzten Rundgang, kurz vor dem verlassen des Zimmers:" Ach Schwester, dann möchte ich noch eine Schlaftablette..." So als ob es das normalste der Welt sei im KH nur mit Medikament zur Ruhe zu kommen.
    "Da muss ich mal nachschauen was Sie im Bedarf haben können"... "Nein ohne ärztliche Anordnung darf ich ihnen kein Medikament geben.."
    Da steht dann i.d.R. Tavor, somit könnte ich es mir einfach machen, es ist meine Entscheidung. Den ärztlichen Segen hätte ich ja.

    So, hab jetzt genug am Text "gebrütet"...wollte das schon länger mal einwerfen.
     

Diese Seite empfehlen