Antibiotika von A-Z

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von Rabenzahn, 03.10.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Amikacin
    Anwendung
    Angewendet wird Amikacin systemisch und lokal.
    Für die systemische Anwendung wird Amikacin bei Infektionen der Nieren, Harn- und Geschlechtsorgane und bei Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts gegeben. Weitere Einsatzbereiche sind Infektionen der Haut, der Weichteile und des Zentralnervensystems. Auch bei Sepsis und bei Infektionen, die nach Verbrennungen entstehen, wird Amikacin verwendet. Aufgrund der bereits erwähnten erheblichen Nebenwirkungen sollte Amikacin systemisch nur bei schweren infektiösen Erkrankungen eingesetzt werden.
    Die lokale Anwendung erfolgt in der Augenheilkunde in Form von Tropfen und Salben bei bakteriellen Infektionen des Auges. Bei operativen Eingriffen am Auge wird Amikacin zur Infektionsvorbeugung gegeben. In der Behandlung bakteriell infizierter Wunden werden Salben oder Sprühverbände verwendet.
    Wirkungsmechanismus
    Amikacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside. Amikacin wird halbsynthetisch aus Kanamycin hergestellt.
    Die Substanz wird von den Aminoglykosid-inaktivierenden Enzymen weniger angegriffen als die anderen Vertreter dieser Substanzklasse. Daher wirkt Amikacin auch gegen Erreger, die gegen die übrigen Aminoglykoside resistent sind.
    Der Wirkungsmechanismus entspicht dem von Gentamicin.
    Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.
    Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese so genannten Nonsense-Proteine führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.
    Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.
    Amikacin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Amikacin umfasst vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.
    Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Gentamicin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken.
    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Im Vordergrund stehen die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren. Im Bereich des Gehörgangs kann es zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommen. Es werden aber auch Schwindel und Ohrengeräusche beschrieben.
    Eine Schädigung der Nieren erfolgt besonders bei erhöhter Dosierung und bei schon bestehenden Nierenerkrankungen.
    In seltenen Fällen können Muskelschwäche, Atemdepressionen und Blutbildveränderungen auftreten. Allergische Reaktionen sind ebenfalls selten, es muss aber zwischen den Amoniglykosiden mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Vorübergehend kann es zu einer leichten Erhöhung der Leberenzyme GOT, GPT und AP kommen. Im Bereich des Nervensystems kann es zu einer neuromuskulären Blockade kommen.
    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.
    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Cephalosporine und Methoxyfluran:
    Die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside kann durch die gleichzeitige Anwendung von Cephalosporinen und Methoxyfluran verstärkt werden.
    Potentiell oto- und /oder nephrotoxische Arzneimittel:
    Andere Arzneimittel ,die auch den Gehörgang oder die Nieren schädigen können, erhöhen die Gefahr der schädlichen Wirkungen der Aminoglykoside. Als potentiell oto- und/oder nephrotoxisch gelten z.B. Amphotericin B, Colistin, Cisplatin und Schleifendiuretika.
    Halothan und curareartige Muskelrelaxanzien:
    Halothan und bestimmte Muskelrelaxanzien können die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside erhöhen.
    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.
    Gegenanzeigen
    Gegenanzeigen für die systemische Anwendung:
    Eine bestehende Erkrankung oder Schädigung der Nieren und des Gehörorgans sind eine Gegenanzeige für die Gabe von Aminoglykosiden.
    Früh- und Neugeborene sollten nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden, da hier die Gefahr der Nieren- und Gehörgangschädigung erhöht ist. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden.
    Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:
    Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.
    Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.
    Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.
    Handelspräparate
    Amikacin Fresenius Lösung zur i.v. Infusion von der Fa. Fresenius Kabi enthält Amikacin.
    Biklin® 100, Biklin® 250, Biklin® 350 und Biklin® 500 Injektionslösung von der Fa. Bristol-Myers Squibb enthält Amikacin.

    Rechtliches
    Amikacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Clavulansäure in Kombination mit Amoxicillin

    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt in erster Linie gegen Amoxicillin-empfindliche Bakterien, von denen viele Stämme Resistenzen durch ß-Lactamasebildung entwickelt haben. Die Kombination von Clavulansäure und Amoxicillin kann oral, also in Form von Tabletten, gegeben werden oder parenteral, also mittels Infusion oder Injektion.
    Wirkungsmechanismus
    Clavulansäure in Kombination mit Amoxicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Clavulansäure wird aus Streptomyces clavuligerus gewonnen.
    Die Substanz wird in festen Kombinationen mit dem Breitbandpenicillin Amoxicillin gegeben, wodurch sich das Wirkungsspektrum von Amoxicillin um einige resistent gewordene Bakterienstämme erweitert.
    Besonders von Bedeutung ist der Einsatz gegen einige Stämme von Staphylokokkus aureus, der häufig als Problemkeim hartnäckige Infektionen verursacht. Leider wirkt die Clavulansäure nicht auf alle ß-Lactamasen. Die Enzyme des weiteren Problemkeims Pseudomonas aeruginosa werden von der Clavulansäure nicht inaktiviert.
    Nebenwirkungen
    Die Nebenwirkungen der festen Kombination addieren sich aus den Nebenwirkungen, die durch Amoxicillin verursacht werden können und Nebenwirkungen, die durch Clavulansäure entstehen können.
    Die Nebenwirkungen, die Amoxicillin betreffen, wurden bereits unter dem gleichnamigen Punkt besprochen.
    Die Clavulansäure kann als Nebenwirkungen in erster Linie Erkrankungen der Leber verursachen. Es kann zu einer Erhöhung der Leberenzyme kommen und zu einer cholestatischen Hepatitis. Außerdem können durch Clavulansäure Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen ausgelöst werden.
    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.
    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:
    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.
    Allopurinol:
    Bei der gleichzeitigen Gabe von Allopurinol mit der Kombination Amoxicillin und Clavulansäure treten häufig Hautexantheme auf.
    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.
    Spezielle Erkrankungen der weißen Blutkörperchen, wie die infektiöse Mononukleose und die lymphatische Leukämie, sind Gegenanzeigen.
    Bei Neugeborenen soll das Kombinationspräparat nicht angewendet werden. Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt eine strenge Indikationsstellung durch den Arzt.
    Handelspräparate
    Augmentan® Tabs, Augmentan® Filmtabletten 875/125 mg, Augmentan® Trockensaft, Augmentan® forte Trockensaft und Augmentan® Tropfen von der Fa. SmithKline Beecham Pharma enthalten Amoxicillin in der Kombination mit Clavulansäure. Ferner wird von der Firma die Augmentan® i.v. pro infantibus Trockensubstanz für Injektions- und Infusionslösung in den Konzentrationen 275mg, 600 mg, 1,2 g und 2,2 g hergestellt.
    Von den folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere Arzneimittel als so genannte Generika mit Amoxicillin und Cilastin angeboten: Azupharma, Merck dura, Hexal, ratiopharm, STADA, ct-Arzneimittel usw.

    Rechtliches
    Die Kombination von Amoxicillin und Clavulansäure ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Ampicillin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Ampicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Ampicillin gehört zu den Breitbandpenicillinen, die auch gegen gramnegative Stäbchen wirksam sind. Ein Beispiel für Vertreter der gramnegativen Stäbchen sind die Enterobakterien, die in erster Linie Infektionen des Magen-Darmtraktes, der Gallenwege und der ableitenden Harnwege verursachen. Daher werden die Breitbandpenicilline häufig bei Infektionen in diesen Bereichen eingesetzt. Sie kommen aber auch bei Atemweginfektionen, bei Keuchhusten und bei Infektionen des Gehörgangs zur Anwendung.
    Zusätzlich ist zum Ampicillin zu sagen, dass die Substanz gegenüber dem Amoxicillin eine schlechtere Verträglichkeit aufweist und daher nicht so häufig verwendet wird. Die schlechtere Verträglichkeit entsteht durch eine geringe Aufnahme der Substanz über den Darm. Daher verbleibt ein hoher Anteil des Wirkstoffs im Darm und führt dort zu einer Schädigungen der Darmflora.
    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltender Maßnahmen der Tod eintreten kann.
    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z.B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z.B. ein Arzneimittelfieber auftreten.
    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.
    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der sogenannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.
    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.
    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.
    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.
    Wechselwirkungen
    Orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.
    Bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.
    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:
    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.
    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.
    Handelspräparate
    Ampicillin-ratiopharm® 250 TS Trockensaft und Ampicillin-ratiopharm® 100 Filmtabletten von der Firma ratiopharm enthalten Ampicillin. Ferner wird von ratiopharm eine Ampicillin-haltige Infusions- und Injektionslösung hergestellt.
    Ampicillin STADA® Trockensubstanz und Ampicillin STADA® 1000 Tabletten von der Fa. STADA enthalten Ampicillin.

    Rechtliches
    Ampicillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Azidocillin

    Anwendung
    Angewendet wird das Azidocillin überwiegend bei Infektionen der Atemwege und des Gehörgangs. Weitere Anwendungen erfolgen bei Scharlach, Erysipel und zur Endocarditisprophylaxe bei Eingriffen im Zahn-und Kieferbereich. Zusätzlich kommen für die Anwendung alle Infektionen in Frage, die durch Bakterien verursacht werden, die gegen Azidocillin empfindlich sind.
    Wirkungsmechanismus
    Azidocillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus wurde bereits unter dem Stichwort Penicilline besprochen.
    Das Azidocillin wird auch als Oralpenicillin bezeichnet, weil es durch den Magensaft nicht angegriffen wird und deshalb in Form von Tabletten verabreicht werden kann.
    Ausgehend vom Benzylpenicillin wurde durch chemische Veränderungen eine Säurestabilität erreicht. Das Wirkungsspektrum von Azidocillin entspricht dem vom Benzylpenicillin.
    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltender Maßnahmen der Tod eintreten kann.
    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z.B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z.B. ein Arzneimittelfieber auftreten.
    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.
    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.
    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.
    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.
    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.
    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.
    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:
    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.
    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.
    Handelspräparate
    Infectobicillin H-Tabletten und Syncillin® 750 Tabletten von der Fa. Infectopharm enthalten Azidocillin.
    Rechtliches
    Azidocillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Azithromycin

    Anwendung
    Azithromycin wird bei Infektionen der Atemwege sowie bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich eingesetzt. Ferner erfolgt die Anwendung bei unkomplizierten Infektionen der Geschlechtsorgane, die durch Chlamydien oder durch Gonokokken verursacht werden. Gonokokken sind Erreger der Gonorrhö.
    Wirkungsmechanismus
    Azithromycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolid-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus der Makrolide ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.
    Die Makrolid-Antibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Akzeptorstelle zur Donorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.
    Azithromycin ist die neueste in Deutschland verwendete Substanz, die ausgehend vom Erythromycin entwickelt wurde. Der Vorteil gegenüber dem Erythromycin ist eine erhebliche Verbesserung der Säurestabilität der Substanz.
    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Die Makrolid-Antibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten.
    Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln.
    Selten werden Herzrhythmusstörungen und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet.
    Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden.
    Bei der Anwendung von Azithromycin werden vereinzelt Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet.
    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    andere Antibiotika:
    Werden verschiedene Makrolide miteinander kombiniert, kann es zu dem Auftreten von Kreuzresistenzen kommen. Bei der Kombination von Makroliden mit anderen Antibiotika, wie z.B. Lincosamiden, Clindamycin und Chloramphenicol, werden ebenfalls Kreuzresistenzen beobachtet.
    bestimmte Antiepileptika wie Valproinsäure:
    Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann sich bei gleichzeitiger Gabe von Makroliden erhöhen, womit die Gefahr gefährlicher Nebenwirkungen der Antiepileptika ansteigt.
    Theophyllin:
    Werden Makrolid-Antibiotika und Theophyllin zusammen verabreicht, kann sich die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen.
    Ciclosporin:
    Bei der gleichzeitigen Gabe des Immunsupressivums Ciclosporin und Makrolid-Antibiotika erhöht sich die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin.
    Astemizol und Cisaprid:
    Werden diese Wirkstoffe mit Azithromycin zusammen verabreicht, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.
    Digoxin:
    Makrolide können die Konzentration von Digoxin im Blut erhöhen.
    Triazolam, Alfentanil, Felodipin und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ:
    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Makrolid-Antibiotika, kann sich die Verweildauer der genannten Arzneimittel im Körper erhöhen, womit deren Wirkung verstärkt wird.
    Mutterkornalkaloide:
    Werden Dihydroergotamin und nichthydrierte Mutterkornalkaloide mit Makroliden zusammen gegeben, kann es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen.
    Omeprazol:
    Omeprazol erhöht die Bioverfügbarkeit von Azithromycin . Damit ist gemeint, dass sich bei unveränderter Dosierung, die Menge an Azithromycin , die für den Körper zur Verfügung steht, erhöht.
    Folgende Arzneistoffe sind von den Wechselwirkungen ausgenommen, d.h. sie dürfen zusammen mit Azithromycin verordnet werden:
    Carbamazepin, Methylprednisolon, Terfenadin und Midazolam.
    Gegenanzeigen
    Gegenanzeigen bei der systemischen (Ganzkörper) Anwendung:
    Eine Überempfindlichkeit gegen Makrolide ist eine Gegenanzeige, da es innerhalb der Gruppe der Makrolide zu Kreuzreaktionen kommen kann.
    Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin und Astemizol ist ebenfalls eine Gegenanzeige.
    Bei bestehenden Leberfunktionsstörungen und bei einer Niereninsuffizienz darf die Anwendung von Makroliden nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.
    Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, dass Makrolide zu den bevorzugt eingesetzten Antibiotika gehören, also Mittel der Wahl sind. Wie immer bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt auch hier die Richtlinie, dass bevorzugt ältere und damit besser bekannte Wirkstoffe verwendet werden. Für die Gabe von Makroliden bedeutet das, dass dem Erythromycin der Vorzug gegeben wird.
    Bei der Gabe an stillenden Müttern muss beachtet werden, dass die Makrolid-Antibiotika in die Muttermilch übergehen, daher muss der behandelnde Arzt die Verordnung sorgfältig abwägen.
    Zusätzliche Gegenanzeige für Azithromycin ist die Gabe von Cisaprid.
    Handelspräparate
    Zithromax® 250 mg Filmtabletten, Zithromax® Trockensaft und Zithromax® Uno Kapseln von der Fa. Mack, Illert enthalten Azithromycin.
    Ultreon® Filmtabletten von der Fa. Pfizer enthalten Azithromycin.
    Rechtliches
    Azithromycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig

    Aztreonam

    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt bei unterschiedlichen Infektionskrankheiten, die durch gramnegative Erreger verursacht werden. Aztreonam wird z.B. bei hartnäckigen Harnwegsinfektionen eingesetzt.
    Kreuzallergien mit anderen ß-Lactamen werden selten beobachtet. Daher erfolgt die Anwendung auch häufig, wenn Allergien gegen andere ß-Lactame bestehen.
    Wirkungsmechanismus
    Aztreonam gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Der Wirkungsmechanismus ist mit dem der übrigen ß-Lactam-Antibiotika identisch.
    Aztreonam ist gegen ß-Lactamasen stabil und wirkt fast gegen alle gramnegativen Bakterien. Gegen Anaerobier wirkt die Substanz nicht.
    Nebenwirkungen
    Die Nebenwirkungen ähneln denen der übrigen ß-Lactam-Antibiotika. Vorübergehend können sich die Gerinnungsparameter verändern.
    Wechselwirkungen
    Über mögliche Wechselwirkungen werden in der Literatur keine Angaben gemacht.
    Gegenanzeigen
    Weil Aztreonam nur gegen gramnegative Bakterien wirksam ist, soll bei Infektionen mit unbekannten Erregern Aztreonam nicht verwendet werden.
    Wegen geringer Erfahrungen ist bei der Anwendung an schwangeren Frauen und Säuglingen Vorsicht geboten.
    Handelspräparate
    Azactam® 0,5g, Azactam® 1 g und Azactam® 2 g Trockensubstanz von der Fa. Bristol-Myers Squibb enthält Aztreonam.
    Rechtliches
    Aztreonam ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  2. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Cefaclor
    Anwendung
    Cefaclor wird als Oralcephalosporin besonders häufig verwendet. Es wird auch in Form von Trockensäften in der Kinderheilkunde verordnet.
    Cefaclor kann bei Infektionen der Atemwege und der Harnwege gegeben werden. Ferner kann eine Anwendung bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich erfolgen.
    Wirkungsmechanismus
    Cefaclor gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefaclor entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefaclor auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Panoral® Kapseln, Panoral® Tropfen, Panoral® Saft, Panoral® forte Saft, Panoral® Trockensaft und Panoral® forte Trockensaft von der Fa. Lilly enthalten Cefaclor.
    Von folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere cefaclorhaltige Arzneimittel als so genannte Generika angeboten: Heumann, betapharm, ratiopharm, STADA, Wolff, ct-Arzneimittel, Infectopharm, 1 A Pharma usw.

    Rechtliches
    Cefaclor ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefadroxil

    Anwendung
    Cefadroxil kann bei Infektionen der Atemwege und der Harnwege gegeben werden. Ferner kann eine Anwendung bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich erfolgen. Auch erfolgen Anwendungen in der Kinderheilkunde.
    Wirkungsmechanismus
    Cefadroxil gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefadroxil entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefadroxil auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Cedrox® 1 g tabs Tabletten von der Fa. Hexal enthalten Cefadroxil.
    Grüncef® 1 g Tabletten, Grüncef® Tabs 1 g Tabletten, sowie Grüncef® 250 Trockensaft und Grüncef® 500 Trockensaft von der Fa. Grünenthal enthalten Cefadroxil.

    Rechtliches

    Cefadroxil ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefalexin

    Anwendung
    Die Anwendung von Cefalexin erfolgt wie Cefaclor. Auch gibt es die Möglichkeit der Anwendung bei Kindern. Mögliche Einsatzbereiche sind hier Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege.
    Wirkungsmechanismus
    Cefalexin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefalexin entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefalexin auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Oracef® 500 und Oracef® 1000 Filmtabletten, sowie Oracef® Saft von der Fa. Lilly enthalten Cefalexin.
    Von folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere Cefalexin-haltige Arzneimittel als sogenannte Generika angeboten: ratiopharm, ct-Arzneimittel usw.

    Rechtliches
    Cefalexin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefamandol

    Anwendung
    Angewendet wird Cefamandol bei Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Bei Infektionen der Weichteilgewebe und bei Infektionen der Knochen und Gelenke kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.
    Auch bei Infektionen der Geschlechtsorgane, wie z. B. bei einer Gonorrhö, wird Cefamandol gegeben.
    Wirkungsmechanismus
    Cefamandol gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefamandol entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefamandol auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die sogenannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Mandokef® 500, Mandokef® 1,0 und Mandokef® 2,0 Trockensubstanz von der Fa. Lilly enthält Cefamandol.
    Rechtliches
    Cefamandol ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefazolin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Cefazolin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefazolin entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefazolin auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.Die Anwendung erfolgt bei verschiedenen bakteriellen Infektionen mit Cefazolin-empfindlichen Erregern, die akut oder chronisch verlaufen.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Elzogram® 1,0 Trockensubstanz zur i.v. Injektion von der Fa. Lilly enthält Cefazolin.
    Ferner werden Cefazolin-haltige Arzneimittel beispielsweise von der Firmen Fresenius Kabi, Chephasaar, Hexal und curasan angeboten.


    RechtlichesCefazolin ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefepim

    Anwendung
    Die Anwendung von Cefepim kann bei allen Infektionen, die durch Cefepim-empfindliche Erreger verursacht werden, erfolgen.
    Eingesetzt wird die Substanz vor allem bei schweren Pneumonien, schweren Harnwegsinfekten und Sepsis.
    Wirkungsmechanismus
    Cefepim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefepim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefepim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die sogenannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Maxipime® 0,5 g, Maxipime® 1,0 g und Maxipime® 2,0 g Trockensubstanz zur i. v.-Injektion von der Fa. Bristol-Myers Squibb enthält Cefepim.
    Rechtliches
    Cefepim ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefetametpivoxil

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Cefetametpivoxil gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefetametpivoxil entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefetametpivoxil auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Bei Cefetametpivoxil handelt es sich um ein Prodrug, also um eine Vorstufe eines Wirkstoffes, wobei die eigentlich wirksame Substanz erst durch Umwandlung im Körper entsteht. Durch diese Maßnahme soll sich die Aufnahme aus dem Darm verbessern. Trotzdem bleibt die Resorbtionsquote, also der prozentuale aufgenommene Anteil an Wirkstoff, so schlecht, dass mit Nebenwirkungen durch eine geschädigte Darmflora zu rechnen ist.
    Die Anwendung ist mit der von Cefuroxim vergleichbar.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die sogenannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Globocef® 250 mg Filmtabletten und Globocef® 500 mg Filmtabletten von der Fa. Roche enthalten Cefetametpivoxil.Rechtliches
    Cefetametpivoxil ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefixim

    Anwendung
    Cefixim kann bei akuten und chronischen Infektionen angewendet werden, die durch Cefixim-empfindliche Erreger verursacht werden. Empfindlich gegen die Substanz sind z.B. Hämophilus, Pneumokokken und Enterobakterien.
    Die Anwendung erfolgt bei Infektionen der Atemwege, im Hals-Nasen-Ohrbereich und bei Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege.
    Wirkungsmechanismus
    Cefixim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefixim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefixim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Suprax® 200 und Suprax® 400 Filmtabletten von der Fa. Klinge enthalten Cefixim.
    Cephoral® 200 mg und Cephoral® 400 mg Filmtabletten, sowie Uro-Cephoral® Filmtabletten von der Fa. Merck enthalten Cefixim.

    Rechtliches
    Cefixim ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefodizim

    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt gegen Erreger, die Infektionen der unteren Atemwege und der Harnwege verursachen. Weitere Anwendungen erfolgen bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen der Frau und bei einer Gonorrhö.
    Wirkungsmechanismus
    Cefodizim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefodizim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefodizim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Bei stillenden Müttern wird ein Abstillen empfohlen.
    Rechtliches
    Cefodizim ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Cefotaxim

    Anwendung
    Cefotaxim kann bei allen Infektionen angewendet werden, die schon für die übrigen parenteralen Cephalosporine erwähnt wurden. Aufgrund des erweiterten Wirkungsspektrums kommen noch einige zusätzliche Einsatzgebiete in Frage.
    Cefotaxim kann z.B. auch bei Infektionen des ZNS gegeben werden.
    Wirkungsmechanismus
    Cefotaxim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefotaxim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefotaxim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet. Bei stillenden Mütter soll die Anwendung nicht erfolgen.
    Handelspräparate
    Claforan® 0,5, Claforan® 1,0 und Claforan® 2,0 Trockensubstanz von der Fa. Aventis Pharma enthält Cefotaxim.
    Cefotaxim Abbott 2,0 g inj. und Cefotaxim Abbott 2,0 g Infusion von der Fa. Abbott enthält Cefotaxim.

    Rechtliches
    Cefotaxim ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Ceftibuten

    Anwendung
    Ceftibuten wird bei Erwachsenen bei Bronchitis und bei Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege eingesetzt. Bei Kindern erfolgt die Anwendung bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und bei Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege.
    Wirkungsmechanismus
    Ceftibuten gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Ceftibuten entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Ceftibuten auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Keimax® 200 mg Kapseln und Keimax® 400 mg Kapseln, sowie Keimax® Trockensaft Pulver 72 mg/g und Keimax® forte Trockensaft Pulver 144 mg/g von der Fa. Essex Pharma enthalten Cefibuten.
    Rechtliches
    Ceftibuten ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Ceftriaxon

    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt bei schweren Infektionen, die durch Erreger verursacht werden, die gegen Ceftriaxon empfindlich sind.
    Die Substanz wird bei Infektionen der Atemwege, Infektionen der Harnwege und bei Sepsis eingesetzt. Aber auch bei Meningitis und Geschlechtskrankheiten, wie einer Gonorrhö.
    Wirkungsmechanismus
    Ceftriaxon gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Ceftriaxon entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Ceftriaxon auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Rocephin® i. v. 500 mg, Rocephin® i. v. 1g und Rocephin® i. m. 1 g Trockensubstanz plus Lösungsmittel, sowie Rocephin® zur Infusion 1 g und Rocephin® zur Infusion 2 g von der Fa. Roche enthalten Ceftriaxon.

    Rechtliches
    Ceftriaxon ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Cefotiam

    Anwendung
    Angewendet wird Cefotiam bei Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Bei Infektionen der Weichteilgewebe und bei Infektionen der Knochen und Gelenke kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.
    Auch bei Infektionen der Geschlechtsorgane, wie z. B. bei einer Gonorrhö wird Cefotiam gegeben.
    Wirkungsmechanismus
    Cefotiam gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefotiam entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefotiam auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Spizef® 0,5 g und Spizef® 1,0 g Trockensubstanz zur i.v. oder i.m. Injektion oder i.v. Infusion, sowie Spizef® 2,0 g Trockensubstanz zur i.v. Infusion von der Fa. Takeda enthält Cefotiam.
    Rechtliches
    Cefotiam ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefoxitin

    Anwendung
    Angewendet wird Cefoxitin bei Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Bei Infektionen der Weichteilgewebe und bei Infektionen der Knochen und Gelenke kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.
    Auch bei Infektionen der Geschlechtsorgane, wie z. B. bei einer Gonorrhö wird Cefoxitin gegeben.
    Wirkungsmechanismus
    Cefoxitin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefoxitin entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefoxitin auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    MEFOXITIN® 1,0 und MEFOXITIN® 2,0 Infusions- bzw. Injektionsflaschen mit Trockensubstanz von der Fa. MSD enthalten Cefoxitin.
    Rechtliches
    Cefoxitin ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Cefpodoximproxetil

    Anwendung
    Die Anwendung von Cefpodoximproxetil erfolgt bei Infektionen der Atemwege und bei Infektionen der Haut und der Weichteile. Ferner erfolgt die Anwendung bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen.
    Wirkungsmechanismus
    Cefpodoximproxetil gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefpodoximproxetil entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefpodoximproxetil auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Cefpodoximproxetil ist ein Prodrug, also eine Vorstufe eines Wirkstoffes, wobei die eigentlich wirksame Substanz erst durch Umwandlung im Körper entsteht.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Orelox® 100 Filmtabletten und Orelox® 200 Filmtabletten, sowie Orelox® junior Granulat von der Fa. Aventis Pharma enthalten Cefpodoximproxetil.
    Podomexef® 100 Filmtabletten und Podomexef® 200 Filmtabletten, sowie Podomexef® Saft von der Fa. Sankyo enthalten Cefpodoximproxetil.


    Rechtliches
    Cefpodoximproxetil ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  3. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

    Registriert seit:
    15.02.2002
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    3
    Beruf:
    AN-Pfleger
    Ort:
    Kassel
    Akt. Einsatzbereich:
    in Rente
    Ceftazidim

    Anwendung
    Ceftazidim kann bei allen Infektionen gegeben werden, die auch als Einsatzbereiche bei den übrigen parenteralen Cephalosporinen gelten.
    Wirkungsmechanismus
    Ceftazidim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Ceftazidim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Ceftazidim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Fortum® 0,5 g, Fortum® 1,0 g und Fortum® 2,0 g Trockensubstanz zum Auflösen in Wasser für Injektionszwecke von der Fa. Glaxo Wellcome/Cascan enthält Ceftazidim.
    Rechtliches
    Ceftazidim ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Cefuroxim

    Anwendung
    Angewendet wird Cefuroxim bei Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Bei Infektionen der Weichteilgewebe und bei Infektionen der Knochen und Gelenke kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.
    Auch bei Infektionen der Geschlechtsorgane, wie z.B. bei einer Gonorrhö, wird Cefuroxim gegeben.
    Wirkungsmechanismus
    Cefuroxim gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefuroxim entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefuroxim auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Cefuroxim 250 mg curasan Trockensubstanz, Cefuroxim 750 mg curasan Trockensubstanz und Cefuroxim 1500 mg infus curasan Trockensubstanz von der Fa. curasan enthält Cefuroxim.Rechtliches
    Cefuroxim ist, wie alle Cephalosporine, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Cefuroximaxetil

    Anwendung
    Angewendet wird Cefuroximaxetil bei Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltraktes und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Bei Infektionen der Weichteilgewebe und bei Infektionen der Knochen und Gelenke kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.
    Auch bei Infektionen der Geschlechtsorgane, wie z.B. bei einer Gonorrhö, wird Cefuroximaxetil gegeben.
    Wirkungsmechanismus
    Cefuroximaxetil gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Cefuroximaxetil entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Cefuroximaxetil auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.
    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.
    Bei Cefuroximaxetil handelt es sich um ein Prodrug, also um eine Vorstufe eines Wirkstoffes, wobei die eigentlich wirksame Substanz erst durch Umwandlung im Körper entsteht. Durch diese Maßnahme soll sich die Aufnahme aus dem Darm verbessern. Trotzdem bleibt die Resorbtionsquote, also der prozentuale aufgenommene Anteil an Wirkstoff, so schlecht, dass mit Nebenwirkungen durch eine geschädigte Darmflora zu rechnen ist.
    Nebenwirkungen
    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen wie z.B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.
    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.
    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.
    Wechselwirkungen
    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:
    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.
    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:
    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.
    Gegenanzeigen
    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.
    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.
    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen, dennoch wurden bisher, bei therapeutischen Dosierungen, keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.
    Handelspräparate
    Elobact® 125, Elobact® 250 und Elobact® 500 Filmtabletten, sowie Elobact®-Trockensaft und Elobact® 125 Dosier-Brief und Elobact® 250 Dosier-Brief von der Fa. Glaxo Wellcome/Cascan enthalten Cefuroximaxetil.
    Von folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere Cefuroximaxetil-haltige Arzneimittel als sogenannte Generika angeboten: Merk dura, Hexal, Lindopharm, ALPHARMA-ISIS, ratiopharm usw.

    Rechtliches
    Cefuroximaxetil ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Cinoxacin

    Anwendung
    Cinoxacin wird bei akuten und chronischen Infektionen der oberen und unteren Harnwege angewendet.
    Wirkungsmechanismus
    Cinoxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, die in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.
    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.
    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.
    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.
    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z.B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.
    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.
    Wechselwirkungen
    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:
    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.
    Theophyllin und Coffein:
    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.
    Ciclosporin:
    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.
    Fenbuten:
    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.
    Orale Antikoagulanzien:
    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.
    Glibenclamid:
    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.
    Gegenanzeigen
    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z.B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.
    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.
    Handelspräparate
    Cinoxacin 500 Filmtabletten von der Fa. Rosen Pharma enthalten Cinoxacin.
    Rechtliches
    Cinaxocin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig
     
  4. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Dicloxacillin


    Anwendung
    Dicloxacillin wird überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden. Gemeint sind hierbei vor allem Infektionen der Haut und Schleimhäute und der Weichteile, z.B. Furunkel und Brustdüsenentzündungen.

    Wirkungsmechanismus
    Dicloxacillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Das Dicloxacillin ist ein Vertreter der weiter entwickelten Penicilline. Durch Veränderung der chemischen Struktur liegen nun ß-Lactamase-resistente Penicilline vor, die auch gegen ß-Lactamase produzierende Bakterien wirksam sind. Wichtige Vertreter dieser Bakteriengruppe sind die Staphylokokken. Daher wird Dicloxacillin auch überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden.

    Allerdings haben die ß-Lactamase-resistenten Penicilline einen entscheidenden Nachteil, sie besitzen eine wesentlich geringere Wirkstärke als Benzylpenicillin und sind gegen gramnegative Bakterien völlig unwirksam. Daher bleibt ihre Anwendung weitgehend auf Staphylokokken beschränkt.

    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.

    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.

    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.

    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.

    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.

    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.

    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Zusätzlich gilt für Dicloxacillin, dass es während der Therapie zu erhöhten Leberenzymwerten kommen kann und vereinzelt auch zu Hepatitiden.

    Außerdem kann eine Cholestase, also ein Gallenstau, auftreten.

    Als weitere Nebenwirkungen können eine Glossitis und eine Stomatitis vorkommen. Bei der Glossitis liegt eine Entzündung der Zungenschleimhaut vor, bei der Stomatitis handelt es sich um eine Entzündung der Mundschleimhaut.

    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:

    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.

    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:

    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.

    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:

    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen

    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.

    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Dichlor-Stapenor® Kapseln von der Fa. Infectopharm enthalten Dicloxacillin.

    Rechtliches
    Dicloxacillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig



    Doxycyclin

    Anwendung
    Angewendet wird Doxycyclin im Allgemeinen wie Tetracyclin, allerdings wird Doxycyclin vermehrt bei Infektionen der Atemwege, des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs und auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Eine weitere Anwendung erfolgt bei Akne.

    Wirkungsmechanismus
    Doxycyclin gehört zur Wirkstoffgruppe der Tetracycline. Doxycyclin wird partialsynthetisch aus Tetracyclin hergestellt. Bei einer Partialsynthese werden bestimmte Stoffe, in der Regel Naturstoffe, chemisch weiter verändert. In der Arzneimittelherstellung wird dieses Verfahren häufig eingesetzt, um bereits bekannte Wirkstoffe zu verbessern. Die Vorteile des Doxycyclins gegenüber Tetracyclin sind eine verbesserte Aufnahme über den Darm, wodurch sich die Verträglichkeit erhöht und die Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt gemindert werden.

    Die antibiotische Wirkung von Tetracyclinen beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese der Bakterien. Die Tetracycline binden an einer speziellen Bindungsstelle der Ribosomen an.

    Ribosome sind Zellpartikel, an denen die Biosynthese der Eiweißkörper stattfindet. Durch die Bindung der Tetracycline an die Ribosomen wird die Anbindung der bakteriellen Aminoacyl-t-RNA verhindert. Dadurch wird die vollständige Bildung der Eiweißkette unterbrochen, und damit der Fortpflanzungsprozess der Bakterien unterbunden.

    Aus der Gruppe der Tetracycline wird Doxycyclin besonders häufig verwendet, weshalb es mit diesem Wirkstoff auch zahlreiche Fertigarzneimittel gibt.

    Nebenwirkungen
    Die Tetracycline sind allgemein wenig toxisch. Als mögliche Nebenwirkungen können Überempfindlichkeitsreaktionen und Veränderungen an den Zähnen und am Skelettsystem vorkommen.

    Die Überempfindlichkeitsreaktionen können sich in Form von Hautveränderungen, Kopfschmerzen und Fieber und in Form von Bronchospasmen zeigen. An der Haut werden außerdem phototoxische Reaktionen beobachtet, die sich nach Sonneneinstrahlung an den belichteten Hautbereichen einstellen können.

    Bei den Überempfindlichkeitsreaktionen kann es innerhalb der Gruppe der Tetracycline zu Kreuzreaktionen kommen. Die Nebenwirkungen an dem Zahnapparat sind irreversible, also nicht mehr rückgängig machbare Verfärbungen an den Zähnen und Zahnschädigungen, die durch Einlagerungen von Tetracyclinen in Form von Metallkomplexen zustande kommen. Besonders gravierend sind diese Nebenwirkungen bei Kindern, weil hier die Zahnanlage für das gesamte spätere Leben stattfindet. Auch bei ungeborenen Kinder kann es zu diesen Zahnschädigungen kommen.

    Die Nebenwirkungen am Skelettsystem betreffen Kinder unter 8 Jahren, bei denen es zu Verzögerungen des Knochenwachstums kommen kann, die allerdings reversibel, also nach Absetzen des Arzneimittels wieder rückgängig sind. Die Einwirkungen auf den Knochenapparat entstehen dadurch, dass Tetracycline im Knochen in Form von Calciumkomplexen gespeichert werden.

    Nebenwirkungen, die den Magen-Darm-Bereich betreffen, können Sodbrennen, Magendruck und Durchfälle sein. Bei langfristiger oder wiederholter Anwendung von Tetracyclinen können Superinfektionen auftreten. Unter Superinfektionen versteht man, bei Fortbestehen des Primärinfektes, neuerliche Infektionen mit dem gleichen Erreger oder einem anderen, auf Grund einer geschädigten Immunabwehr. Vereinzelt werden verschiedene Veränderungen am Blutbild beobachtet.

    Zusätzlich können bei Überdosierungen von Doxycyclin Leberschäden und Erkrankungen an der Bauchspeicheldrüse auftreten. Doxycyclin kann ferner Schäden an den Schleimhäuten der Speiseröhre verursachen.

    Wechselwirkungen
    Alle Arzneimittel und Nahrungsmittel, die bestimmte Metallionen enthalten:

    Einige mehrwertige Mineralien wie Aluminium, Magnesium, Kalzium, Zink und Eisen vermindern die Aufnahme der Tetracycline aus dem Darm. Daher dürfen keine Magnesium-, Kalzium-, Zink- und Eisenpräparate zusammen mit Tetracyclinen eingenommen werden. Außerdem ist zu beachten, dass viele Magenmittel ebenfalls Magnesium und Aluminium enthalten.

    Als Nahrungsmittel müssen während der Einnahme von Tetracyclinen Milch und Milchprodukte gemieden werden, weil diese große Mengen an Kalzium enthalten. Hier sollten Abstände von bis zu einigen Stunden eingehalten werden.

    Aktivkohle und Colestyramin:

    Auch diese Arzneimittel vermindern die Aufnahme von Tetracyclinen aus dem Darm.

    Methotrexat und Cyclosporin:

    Tetracycline verstärken die Toxizität von Methotrexat und Cyclosporin.

    Methoxyfluran:

    Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran erhöht sich die Gefahr von Nierenschädigungen.

    Orale Antikoagulanzien, z. B. Cumarin:

    Tetracycline verstärken die Wirkung oraler Antikoagulanzien wie Cumarin.

    Orale Kontrazeptiva:

    Die Sicherheit der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva wird durch Einnahme von Tetracyclinen vermindert, weil Tetracycline die Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.

    Enzyminduktoren:

    Einige Wirkstoffe, wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin und Primidon beschleunigen den Abbau von Tetracyclinen, indem sie die Aktivität der abbauenden Enzyme erhöhen. Der gleiche Effekt entsteht durch erhöhten Alkoholgenuss.

    Isotretionin:

    Isotretionin ist ein Vitamin A-Derivat und wird bei der Behandlung der Akne verwendet. Teracycline zusammen mit Isotretionin können zu einem erhöhten Schädelinnendruck führen.

    Gegenanzeigen
    Bei Kindern unter 8 Jahren sollten die Tetracycline auf Grund der bereits erwähnten Nebenwirkungen nicht angewendet werden.

    Bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern soll die Anwendung daher ebenfalls unterbleiben. Unter Umständen kann Doxycyclin als Antibiotikum der zweiten Wahl vor der 16. Schwangerschaftswoche gegeben werden. Nach der 16. Schwangerschaftswoche beginnt die Zahnanlage, wobei es dann zu den erwähnten Nebenwirkungen kommen kann.

    Weitere Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Tetracycline. Bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei Niereninsuffizienz dürfen ebenfalls keine Tetracycline angewendet werden.

    Handelspräparate
    Vibramycin® N Kapseln und Vibramycin Tabs® Tabletten von der Fa. Pfizer enthalten Doxycyclin.

    Doxycyclin 100 Heumann und Doxycyclin 200 Heumann Tabletten von der Fa. Heumann enthalten Doxycyclin.

    Ferner werden weitere Doxycyclin-haltige Arzneimittel von den folgenden pharmazeutischen Firmen hergestellt: Atid Pharma, ALIUD PHARMA, ratiopharm, STADA, ct-Arzneimittel, 1 A Pharma, hexal, TAD Pharma, Azupharma, AbZ-Pharma, Merck dura, betapharm usw.


    Rechtliches
    Doxycyclin ist, wie alle Tetracycline verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  5. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    in Rente
    Josamycin


    Anwendung
    Josamycin kann bei Infektionen der Atemwege und bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich eingesetzt werden. Ferner kann die Anwendung bei Infektionen der Haut und der Weichteile erfolgen. Weiterhin wird Josamycin bei Infektionen der ableitenden Harnwege und bei Infektionen der Geschlechtsorgane gegeben.

    Wirkungsmechanismus
    Josamycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolid-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus der Makrolide ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.

    Die Makrolid-Antibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Akzeptorstelle zur Donorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.

    Josamycin ist keine Neuentwicklung, sondern wird schon länger therapeutisch eingesetzt. Die Substanz hat in Bezug auf das Wirkungsspektrum große Ähnlichkeiten mit Erythromycin, wobei Erythromycin bei der Verwendung der Vorzug gegeben wird. Es gibt wenig Fertigarzneimittel, die Josamycin enthalten, folglich wird die Substanz selten verwendet.

    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Die Makrolid-Antibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten.

    Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln.

    Selten werden Herzrhythmusstörungen und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet.

    Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden.

    Bei der Anwendung von Josamycin werden vereinzelt Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet.

    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    andere Antibiotika:

    Werden verschiedene Makrolide miteinander kombiniert, kann es zu dem Auftreten von Kreuzresistenzen kommen. Bei der Kombination von Makroliden mit anderen Antibiotika, wie z. B. Lincosamiden, Clindamycin und Chloramphenicol, werden ebenfalls Kreuzresistenzen beobachtet.

    bestimmte Antiepileptika wie Carbamazepin und Valproinsäure:

    Die Konzentration von Carbamazepin und Valproinsäure im Blut kann sich bei gleichzeitiger Gabe von Makroliden erhöhen, womit die Gefahr gefährlicher Nebenwirkungen der Antiepileptika ansteigt.

    Theophyllin:

    Werden Makrolid-Antibiotika und Theophyllin zusammen verabreicht, kann sich die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen.

    Ciclosporin:

    Bei der gleichzeitigen Gabe des Immunsupressivums Ciclosporin und Makrolid-Antibiotika erhöht sich die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin.

    Terfenadin, Astemizol und Cisaprid:

    Werden diese Wirkstoffe mit Josamycin zusammen verabreicht, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

    Digoxin:

    Makrolide können die Konzentration von Digoxin im Blut erhöhen.

    Methylprednisolon, Triazolam, Midazolam, Alfentanil, Felodipin und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ:

    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Makrolid-Antibiotika kann sich die Verweildauer der genannten Arzneimittel im Körper erhöhen, womit deren Wirkung verstärkt wird.

    Mutterkornalkaloide:

    Werden Dihydroergotamin und nichthydrierte Mutterkornalkaloide mit Makroliden zusammen gegeben, kann es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen.

    Omeprazol:

    Omeprazol erhöht die Bioverfügbarkeit von Josamycin. Damit ist gemeint, dass sich bei unveränderter Dosierung, die Menge an Josamycin, die für den Körper zur Verfügung steht, erhöht.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen bei der systemischen (Ganzkörper) Anwendung:
    Eine Überempfindlichkeit gegen Makrolide ist eine Gegenanzeige, da es innerhalb der Gruppe der Makrolide zu Kreuzreaktionen kommen kann.

    Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin und Astemizol ist ebenfalls eine Gegenanzeige.

    Bei bestehenden Leberfunktionsstörungen und bei einer Niereninsuffizienz darf die Anwendung von Makroliden nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.

    Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, dass Makrolide zu den bevorzugt eingesetzten Antibiotika gehören, also Mittel der Wahl sind. Wie immer bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt auch hier die Richtlinie, dass bevorzugt ältere und damit besser bekannte Wirkstoffe verwendet werden. Für die Gabe von Makroliden bedeutet das, dass dem Erythromycin der Vorzug gegeben wird.

    Bei der Gabe an stillenden Müttern muss beachtet werden, dass die Makrolid-Antibiotika in die Muttermilch übergehen, daher muss der behandelnde Arzt die Verordnung sorgfältig abwägen.

    Zusätzliche Gegenanzeige für Josamycin ist die Gabe von Cisaprid sowie die Anwendung an Frühgeborenen.

    Handelspräparate
    Wilprafen® Filmtabletten, Wilprafen® Suspension und Wilprafen® forte Suspension von der Fa. Yamanouchi enthalten Josamycin.

    RechtlichesJosamycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  6. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Meropenem

    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt bei schweren lebensbedrohlichen Infektionen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.

    Wirkungsmechanismus

    Meropenem gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Meropenem hat, wie Imipenem, ein breites Wirkungsspektrum und ist auch gegen Problemkeime einsetzbar.

    Nebenwirkungen

    Es können generell alle Nebenwirkungen, die auf Überempfindlichkeitsreaktionen beruhen und bei den Penicillinen und Cephalosporinen beobachtet werden, auch bei dem Gebrauch von Carbapenemen auftreten. Auch die übrigen Nebenwirkungen entsprechen denen der anderen ß-Lactam-Antibiotika und können bei dem Benzylpenicillin und bei dem Cefazolin nachgelesen werden.

    Hervorzuheben ist, bei hohen Dosierungen, die mögliche nephrotoxische, also nierenschädigende, Wirkung von Meropenem.

    Wechselwirkungen
    Probenicid:

    Das Diuretikum Probenecid kann die Konzentration von Meropenem im Blut erhöhen.

    Ganciclovir:

    Ganciclovir ist ein Antivirenmittel, welches bei gleichzeitiger Gabe von Meropenem zu Krampfanfällen führt.

    Gegenanzeigen

    Bei bekannten Überempfindlichkeiten gegen andere ß-Lactam-Antibiotika soll Meropenem nicht verwendet werden.

    Säuglinge unter 3 Monaten dürfen mit Meropenem nicht behandelt werden.

    Bei Infektionen die durch methicillinresistente Staphylokokken verursacht werden, darf der Einsatz von Meropenem nicht erfolgen.

    Handelspräparate
    Meronem® 500 mg und Meronem® 1000 mg Pulver von der Fa. AstraZeneca/Grünenthal enthält Meropenem.

    Rechtliches
    Meropenem ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Metronidazol

    Anwendung

    Eine häufige Anwendung von Metronidazol erfolgt in Form von Tabletten oder Vaginalzäpfchen zur Behandlung von Infektionen durch Trichomonas vaginales. Bei der Trichomoniasis handelt es sich häufig um Partnerinfektionen, daher sollten bei erfolgter Diagnose nach Möglichkeit auch die Sexualpartner behandelt werden. Da diese Infektion häufig nur bei der Frau Beschwerden verursacht, wird eine mögliche Infektion von den Männern oft nicht bemerkt.

    Ferner können mit Metronidazol genitale Infektionen mit Gardenella vaginalis, Amoeben, Lamblien und Anaerobiern behandelt werden.

    Es werden aber auch Infektionen des Magen-Darm-Traktes mit Metronidazol behandelt. Besonders häufig ist hierbei die Verwendung von Metronidazol zur Eradikation (=Ausradierung) von Helicobakter pylori. Dieser Erreger steht in dem Verdacht, die Entstehung von Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren zu verursachen. Zu der Eradikation wird die so genannte Tripeltherapie angewendet, bei der neben Metronidazol ein Antibiotikum, häufig Clarithromycin, und ein Protonenpumpenhemmer gegeben wird.

    Außerdem wird Metronidazol, in Form eines Gelpräparates, in der Zahnheilkunde zur Behandlung von Erkrankungen des Zahnfleisches angewendet. Die Zahnfleischentzündungen werden häufig durch Anaerobier verursacht. Ein weiterer Einsatz von Metronidazol erfolgt bei der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn.

    Wirkungsmechanismus

    Metronidazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Nitroimidazol-Derivate. Die Nitroimidazole sind selbst nicht antimikrobiell wirksam. Erst durch Stoffwechselvorgänge der Mikroorganismen entstehen als wirksame Produkte die Nitro-Derivate. Es kommt zu einer reduktiven (Gegenteil: oxydativ) Verstoffwechselung der Nitro-Gruppe durch Nitroreduktasen, von denen es verschiedene Enzymsysteme gibt.

    Der Wirkungsmechanismus der Nitroimidazole ist eine Reaktion der Nitro-Derivate mit den Basen der DNA. Es kommt dadurch zu einer Schädigung der DNA-Stränge und zum Absterben der Mikroorganismen.

    Durch diesen Wirkungsmechanismus wurde auch einige Zeit lang für den Menschen durch Nitroimidazole eine mutagene Wirkung befürchtet, also eine mögliche Schädigung des Erbgutes . Konkrete Anhaltspunkte dafür konnten aber nicht gefunden werden. Es wird vermutet, dass menschliche Zellen im gut durchbluteten Gewebe des Körpers durch den oxydativen Stoffwechsel und das geringe Vorhandensein der Nitroreduktasen geschützt sind.

    Nebenwirkungen

    Als Nebenwirkungen können allergische Reaktionen auftreten, die sich als Hautreaktionen oder Fieber äußern können.

    Es können Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes vorkommen, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle.

    Der Geschmack kann beeinträchtigt sein, wobei häufig ein metallischer Geschmack bemerkt wird.

    Bei längerer Therapie und bei höherer Dosierung können sich Nebenwirkungen im Bereich des Nervensystems oder der Psyche einstellen. Hierbei kann es sich um zentralnervöse Störungen handeln, wie z. B. Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände oder Erregbarkeiten und Depressionen. Außerdem können periphere Neuropathien auftreten, wie z.B. Taubheitsgefühle oder Kribbelgefühle an den Extremitäten. Gelegentlich können auch Krampfanfälle vorkommen.

    Nitroimidazole sollten generell nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da sie im Tierversuch eine mutagene und kanzerogene Wirkung haben.

    Wechselwirkungen

    Alkohol:

    Wird neben der Einnahme von Metronidazol Alkohol konsumiert, kann es zu Alkoholunverträglichkeiten kommen. Diese können sich z.B. als Übelkeit und Erbrechen oder in Form von Hautrötungen im Kopf- und Nackenbereich äußern.

    Barbiturate und Phenytoin:

    Die beiden genannten Wirkstoffe können die Wirkung von Metronidazol vermindern.

    Cimetidin:

    Cimetidin kann den Abbau von Metronidazol vermindern und damit zu einer Erhöhung von Metronidazol im Blut führen.

    Disulfiram:

    Bei der gleichzeitigen Gabe von Metronidazol und Disulfiram können Verwirrtheitszustände und Psychosen auftreten.

    Lithium:

    Die gleichzeitige Einnahme von Metronidazol kann zu einer Erhöhung von Lithium im Blut führen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Bei Anwesenheit von Metronidazol kann sich die Wirkung von Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ verstärken.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die Behandlung mit Metronidazol sind Überempfindlichkeiten gegen die Nitroimidazole.

    Obwohl Metronidazol im Tierversuch eine mutagene und kanzerogene Wirkung aufweist, hat sich der Verdacht der schädlichen Wirkung auf den menschlichen Organismus nicht bestätigt. Daher kann eine Anwendung bei der schwangeren Frau für die Behandlung einer Trichomoniasis erfolgen, wobei Metronidazol in einer einmaligen oralen Gabe verabreicht wird. Eine vaginale Anwendung sollte nicht erfolgen, weil hier die Einwirkungen auf das Ungeborene erhöht sind. Bei lebensbedrohlichen Infektionen mit Anaerobiern kann eine parenterale Gabe erforderlich sein.

    Bei der stillenden Mutter sollte Metronidazol nicht angewendet werden. Liegt eine mit Metronidazol behandlungsbedürftige Infektion vor, wird ein Abstillen empfohlen.

    Handelspräparate

    Arilin® 500 Filmtabletten von der Fa. Wolff enthalten Metronidazol.

    BYK METRONIDAZOL 400 Tabletten von der Fa. Byk Gulden enthalten Metronidazol.

    Clont® 400 Filmtabletten und Clont® i. v. Lösung zur Infusion von der Fa. Bayer Vital enthalten Metronidazol.

    Elyzol® Dentalgel von der Fa. Colgate enthält Metronidazol.

    Ferner werden weitere metronidazolhaltige Arzneimittel von den folgenden Firmen hergestellt: Heumann, ratiopharm, Lindopharm, ALIUD PHARMA, ct-Arzneimittel, Azupharma, Delta-Pharma, Fresenius Kabi, STADA, Merck dura, Hexal usw.


    Rechtliches

    Metronidazol ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Mezlocillin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Mezlocillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Mezlocillin zählt ebenfalls zu den Breitbandpenicillinen. Die Substanz hat aber im Gegensatz zum Amoxicillin eine deutlich bessere Wirksamkeit gegen gramnegative Problemkeime, wie z. B. Pseudomonas aeruginosa.

    Ansonsten kann Mezlocillin gegen alle Bakterien eingesetzt werden, die gegen diese Substanz empfindlich sind. Die Anwendung von Mezlocillin ist allerdings eingeschränkt, da die Substanz nicht säurestabil ist und daher nur in Form von Injektionen oder Infusionen verabreicht werden kann. Deshalb erfolgt der Einsatz von Mezlocillin überwiegend im stationären Bereich, bei schweren Erkrankungen, auch in Kombination mit anderen Penicillinen oder anderen Antibiotika.

    Nebenwirkungen

    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.

    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.

    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.

    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.

    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.

    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Anhaltende Durchfälle können zu einer pseudomembranösen Kolitis führen.

    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Wechselwirkungen

    orale Kontrazeptiva:

    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.

    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:

    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.

    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:

    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen

    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.

    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate

    Baypen® 0,5g, Baypen® 1 g, Baypen® 2 g, Baypen® 3 g und Baypen® 4 g Trockensubstanz von der Fa. Bayer Vital enthält Mezlocillin.

    Mezlocillin 2,0 g curasan und Mezlocillin 4,0 g curasan Pulver zur Herstellung einer Lösung zur i.m. oder i.v. Injektion oder Infusion von der Fa. curasan enthält Mezlocillin.


    Rechtliches

    Mezlocillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig


    Minocyclin

    Anwendung

    In erster Linie wird Minocyclin bei schweren Formen entzündlicher Akne verwendet, und daher auch als Aknetherapeutikum bezeichnet. Eine weitere Verwendung im Bereich der Dermatologie erfolgt bei Rosacea. Ansonsten kann Minocyclin wie die übrigen Tetracycline eingesetzt werden.

    Wirkungsmechanismus

    Minocyclin gehört zur Wirkstoffgruppe der Tetracycline. Minocyclin wird, wie Doxycyclin, partialsynthetisch aus Tetracyclin hergestellt. Auch hier ist das Ergebnis eine Verbesserung der Aufnahme über den Darm.

    Die antibiotische Wirkung von Tetracyclinen beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese der Bakterien. Die Tetracycline binden an einer speziellen Bindungsstelle der Ribosomen an.

    Ribosome sind Zellpartikel, an denen die Biosynthese der Eiweißkörper stattfindet. Durch die Bindung der Tetracycline an die Ribosomen wird die Anbindung der bakteriellen Aminoacyl-t-RNA verhindert. Dadurch wird die vollständige Bildung der Eiweißkette unterbrochen, und damit der Fortpflanzungsprozess der Bakterien unterbunden.

    Nebenwirkungen

    Die Tetracycline sind allgemein wenig toxisch. Als mögliche Nebenwirkungen können Überempfindlichkeitsreaktionen und Veränderungen an den Zähnen und am Skelettsystem vorkommen.

    Die Überempfindlichkeitsreaktionen können sich in Form von Hautveränderungen, Kopfschmerzen und Fieber und in Form von Bronchospasmen zeigen. An der Haut werden außerdem phototoxische Reaktionen beobachtet, die sich nach Sonneneinstrahlung an den belichteten Hautbereichen einstellen können.

    Bei den Überempfindlichkeitsreaktionen kann es innerhalb der Gruppe der Tetracycline zu Kreuzreaktionen kommen. Die Nebenwirkungen an dem Zahnapparat sind irreversible, also nicht mehr rückgängig machbare, Verfärbungen an den Zähnen und Zahnschädigungen, die durch Einlagerungen von Tetracyclinen in Form von Metallkomplexen zustande kommen. Besonders gravierend sind diese Nebenwirkungen bei Kindern, weil hier die Zahnanlage für das gesamte spätere Leben stattfindet. Auch bei ungeborenen Kinder kann es zu diesen Zahnschädigungen kommen.

    Die Nebenwirkungen am Skelettsystem betreffen Kinder unter 8 Jahren, bei denen es zu Verzögerungen des Knochenwachstums kommen kann, die allerdings reversibel, also nach Absetzen des Arzneimittels wieder rückgängig sind. Die Einwirkungen auf den Knochenapparat entstehen dadurch, dass Tetracycline im Knochen in Form von Calciumkomplexen gespeichert werden.

    Nebenwirkungen, die den Magen-Darm-Bereich betreffen, können Sodbrennen, Magendruck und Durchfälle sein. Bei langfristiger oder wiederholter Anwendung von Tetracyclinen können Superinfektionen auftreten. Unter Superinfektionen versteht man, bei Fortbestehen des Primärinfektes, neuerliche Infektionen mit dem gleichen Erreger oder einem anderen, auf Grund einer geschädigten Immunabwehr. Vereinzelt werden verschiedene Veränderungen am Blutbild beobachtet.

    Zusätzlich können bei einer längerfristigen hochdosierten Einnahme von Minocyclin blaugraue Hyperpigmentierungen der Haut und schwärzliche Verfärbung der Nägel auftreten.

    Wechselwirkungen

    Alle Arzneimittel und Nahrungsmittel, die bestimmte Metallionen enthalten:

    Einige mehrwertige Mineralien wie Aluminium, Magnesium, Kalzium, Zink und Eisen vermindern die Aufnahme der Tetracycline aus dem Darm. Daher dürfen keine Magnesium-, Kalzium-, Zink- und Eisenpräparate zusammen mit Tetracyclinen eingenommen werden. Außerdem ist zu beachten, dass viele Magenmittel ebenfalls Magnesium und Aluminium enthalten.

    Als Nahrungsmittel müssen während der Einnahme von Tetracyclinen Milch und Milchprodukte gemieden werden, weil diese große Mengen an Kalzium enthalten. Hier sollten Abstände von bis zu einigen Stunden eingehalten werden.

    Aktivkohle und Colestyramin:

    Auch diese Arzneimittel vermindern die Aufnahme von Tetracyclinen aus dem Darm.

    Methotrexat und Cyclosporin:

    Tetracycline verstärken die Toxizität von Methotrexat und Cyclosporin.

    Methoxyfluran:

    Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran erhöht sich die Gefahr von Nierenschädigungen.

    Orale Antikoagulanzien, z. B. Cumarin:

    Tetracycline verstärken die Wirkung oraler Antikoagulanzien wie Cumarin.

    Orale Kontrazeptiva:

    Die Sicherheit der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva wird durch Einnahme von Tetracyclinen vermindert, weil Tetracycline die Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.

    Enzyminduktoren:

    Einige Wirkstoffe, wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin und Primidon beschleunigen den Abbau von Tetracyclinen, indem sie die Aktivität der abbauenden Enzyme erhöhen. Der gleiche Effekt entsteht durch erhöhten Alkoholgenuss.

    Isotretionin:

    Isotretionin ist ein Vitamin A-Derivat und wird bei der Behandlung der Akne verwendet. Teracycline zusammen mit Isotretionin können zu einem erhöhten Schädelinnendruck führen.

    Achtung: Keine gleichzeitige Verwendung von Minocyclin und Isotretionin bei der Aknebehandlung!

    Gegenanzeigen

    Bei Kindern unter 8 Jahren sollten die Tetracycline auf Grund der bereits erwähnten Nebenwirkungen nicht angewendet werden.

    Bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern soll die Anwendung daher ebenfalls unterbleiben. Unter Umständen kann Tetracyclin als Antibiotikum der zweiten Wahl vor der 16. Schwangerschaftswoche gegeben werden. Nach der 16. Schwangerschaftswoche beginnt die Zahnanlage, wobei es dann zu den erwähnten Nebenwirkungen kommen kann.

    Weitere Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Tetracycline. Bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei Niereninsuffizienz dürfen ebenfalls keine Tetracycline angewendet werden.

    Handelspräparate

    Aknosan® Filmtabletten von der Fa. Hermal enthalten Minocyclin.

    Klinomycin® 100 Filmtabletten und Lerderderm® Filmtabletten von der Fa. Lerderle enthalten Minocyclin.

    MINAKNE® Filmtabletten von der Fa. Hexal enthalten Minocyclin.

    SKID® und SKID® 100 mg Filmtabletten von der Fa. Lichtenstein enthalten Minocyclin.

    Udima 50 und Udima 100 Kapseln von der Fa. Dermapharm enthalten Minocyclin.


    Rechtliches

    Minocyclin ist, wie alle Tetracycline verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Moxifloxacin


    Anwendung

    Moxifloxacin kann bei einer akuten Verschlimmerung einer bereits bestehenden Bronchitis gegeben werden. Ferner wird Moxifloxacin bei nicht schweren Formen von Lungenentzündungen und bei akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen verabreicht.

    Wirkungsmechanismus

    Moxifloxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.

    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Nebenwirkungen

    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.

    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.

    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.

    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.

    Bei Patienten, die eine erniedrigte Konzentration an Kalium- und Kalziumionen im Blut haben, kann es zu einer auffälligen Veränderung im EKG kommen.

    Es gibt Hinweise darauf, dass Moxifloxacin nicht die gleichen Überempfindlichkeiten gegen Sonnenlicht auslöst, wie die übrigen Chinolone. Trotzdem sollten sich Patienten, die mit Moxifloxacin behandelt werden, nicht übermäßig der Sonne aussetzen.

    Wechselwirkungen

    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:

    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:

    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:

    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Digoxin:

    Bei der gleichzeitigen Gabe von Digoxin und Moxifloxacin kann es zu einer Erhöhung der Konzentration von Digoxin im Blut kommen.

    Glibenclamid:

    Bei der Anwesenheit von Moxifloxacin kann sich die Konzentration von Glibenclamid im Blut erniedrigen.

    Gegenanzeigen

    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.

    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.

    Patienten, die bereits mit Chinolonen therapiert wurden und durch diese Behandlung an Sehnenerkrankungen leiden oder gelitten haben, sollten nicht Moxifloxacin erhalten.

    Weitere Gegenanzeigen sind Veränderungen im EKG der Patienten und bestehende Erkrankungen des Herzens, wie z.B. eine erniedrigte Herzfrequenz und eine Herzinsuffizienz. Außerdem darf nicht gleichzeitig mit der Gabe von Moxifloxacin eine Therapie mit bestimmten Antiarrhythmika erfolgen.

    Handelspräparate

    Avalox® 400 mg Filmtabletten von der Fa. Bayer Vital enthalten Moxifloxacin.

    Rechtliches

    Moxifloxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  7. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Enoxacin

    Anwendung
    Enoxacin wird bei Infektionen der Niere und der Harnwege, bei bakteriellen Erkrankungen der Prostata und bei der Gonorrhö angewendet.

    Ferner kann der Einsatz bei Infektionen der Atemwege und im Hals-Nasen-Ohrenbereich erfolgen. Zusätzliche Möglichkeiten der Anwendung können Infektionen der Haut und der Weichteile darstellen.

    Wirkungsmechanismus
    Enoxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.

    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt.Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.

    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.

    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.

    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.

    Wechselwirkungen
    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:

    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:

    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:

    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Ranitidin:

    Das Magenmittel Ranitidin kann die Aufnahme von Enoxacin über den Darm vermindern.

    Gegenanzeigen
    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.

    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.

    Handelspräparate
    Enoxor® 200 mg Filmtabletten von der Fa. Pierre Fabre Pharma enthalten Enoxacin.


    Rechtliches
    Enoxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

    Erythromycin

    Anwendung
    Empfindlich gegen Erythromycin sind Pneumokokken und Streptokokken, wobei auch die hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A erfasst werden, bei denen es sich um die Erreger von Scharlach handelt. Weitere empfindliche Erreger sind Corynebacterium diphteriae, der Erreger der Diphterie, Bordetella pertussis, der Erreger von Keuchhusten und Bacillus anthracis, der die Erkrankung Milzbrand auslöst.

    Ferner werden Legionella-Arten, die Legionärskrankheit verursachen können, Chlamydia trachomatis und Chlamydia pneumoniae in ihrem Wachstum gehemmt. Chlamydia trachomatis verursacht Trachome, gefährliche Entzündungen am Auge, die zu Erblindung führen kann. Chlamydia pneumoniae kann bei Neugeborenen eine Lungenentzündung hervorrufen. Außerdem verursachen Chlamydien Infektionen im Genitalbereich.

    Die Anwendung von Erythromycin ergibt sich z.T. aus dem bereits erwähnten Erregerspektrum. Zusätzliche Anwendungen können bei Infektionen des Urogenitaltraktes und bei Gonorrhö oder Syphilis erfolgen. Weitere Einsatzgebiete sind Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich und Infektionen der Atemwege. Außerdem werden mit Erythromycin entzündliche Formen der Akne behandelt.

    Bei den erwähnten Anwendungen wird Erythromycin in systemischer, also für den gesamten Körper verfügbarer Form, z. B. als Tabletten gegeben.

    Bei Erkrankungen der Haut wird Erythromycin lokal, also in Form von Salben, verabreicht. Die lokale Gabe erfolgt bei bakteriellen Entzündungen der Haut. Es kann sich hierbei z.B. um Furunkulose, Eiterflechten, Wundrose und Akne handeln. Zusätzlich wird Erythromycin auch in Form von Augensalben zur Behandlung von Konjunktividen, also Bindehautentzündungen, gegeben.

    Wirkungsmechanismus
    Erythromycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolid-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus der Makrolide ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.

    Die Makrolid-Antibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Akzeptorstelle zur Donorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.

    Erythromycin ist nicht säurestabil und wird daher in Form von magensaftresistenten Tabletten gegeben. Eine andere Möglichkeit, Erythromycin für die Magensäure unempfindlich zu machen, besteht in einer chemischen Veränderung des Wirkstoffs. Erythromycin wird zu diesem Zweck verestert, wobei die Wirkung nicht beeinflusst wird.

    Das Wirkungsspektrum von Erythromycin ist mit dem Wirkungsspektrum von einigen Penicillinen vergleichbar, wodurch sich ähnliche Anwendungsgebiete ergeben. Daher kann Erythromycin eingesetzt werden, wenn Allergien gegen ß-Lactam-Antibiotika bestehen oder wenn Resistenzen die Anwendung von ß-Lactamen verhindern.

    Bei Erythromycin handelt es sich um die Leitsubstanz der Makrolide, welche am häufigsten eingesetzt wird.

    Nebenwirkungen
    Bei den Nebenwirkungen muss zwischen der systemischen und der lokalen Anwendung unterschieden werden.

    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Die Makrolid-Antibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten.

    Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln.

    Selten werden Herzrhythmusstörungen und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet.

    Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden.

    Bei der Anwendung von Erythromycin werden vereinzelt Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet.

    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Wird Erythromycin im Rahmen der Aknebehandlung in Form von Salben oder Gelen verwendet, kann es an den betroffenen Hautstellen zu Rötungen, Brennen und Juckreiz kommen. Es werden ebenfalls Austrocknungen der Haut, sowie Schuppungen beobachtet.

    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    andere Antibiotika:

    Werden verschiedene Makrolide miteinander kombiniert, kann es zu dem Auftreten von Kreuzresistenzen kommen. Bei der Kombination von Makroliden mit anderen Antibiotika, wie z. B. Lincosamiden, Clindamycin und Chloramphenicol werden ebenfalls Kreuzresistenzen beobachtet.

    bestimmte Antiepileptika, wie Carbamazepin und Valproinsäure:

    Die Konzentration von Carbamazepin und Valproinsäure im Blut kann sich bei gleichzeitiger Gabe von Makroliden erhöhen, womit die Gefahr gefährlicher Nebenwirkungen der Antiepileptika ansteigt.

    Theophyllin:

    Werden Makrolid-Antibiotika und Theophyllin zusammen verabreicht, kann sich die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen.

    Ciclosporin:

    Bei der gleichzeitigen Gabe des Immunsupressivums Ciclosporin und Makrolid-Antibiotika erhöht sich die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin.

    Terfenadin, Astemizol und Cisaprid:

    Werden diese Wirkstoffe mit Erythromycin zusammen verabreicht, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

    Digoxin:

    Makrolide können die Konzentration von Digoxin im Blut erhöhen.

    Methylprednisolon, Triazolam, Midazolam, Alfentanil, Felodipin und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ:

    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Makrolid-Antibiotika kann sich die Verweildauer der genannten Arzneimittel im Körper erhöhen, womit deren Wirkung verstärkt wird.

    Mutterkornalkaloide:

    Werden Dihydroergotamin und nichthydrierte Mutterkornalkaloide mit Makroliden zusammen gegeben, kann es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen.

    Omeprazol:

    Omeprazol erhöht die Bioverfügbarkeit von Erythromycin. Damit ist gemeint, dass sich bei unveränderter Dosierung die Menge an Erythromycin, die für den Körper zur Verfügung steht, erhöht.

    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    andere Salben zur Aknebehandlung:

    Werden neben Erythromycin noch weitere Salben angewendet, die austrocknend wirken oder zur Hautschälung führen, kann es zu übermäßigen Reizungen der betroffenen Hautstellen kommen.

    Gegenanzeigen
    Gegenanzeigen bei der systemischen (Ganzkörper) Anwendung:
    Eine Überempfindlichkeit gegen Makrolide ist eine Gegenanzeige, da es innerhalb der Gruppe der Makrolide zu Kreuzreaktionen kommen kann.

    Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin und Astemizol ist ebenfalls eine Gegenanzeige.

    Bei bestehenden Leberfunktionsstörungen und bei einer Niereninsuffizienz darf die Anwendung von Makroliden nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.

    Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, dass Makrolide zu den bevorzugt eingesetzten Antibiotika gehören, also Mittel der Wahl sind. Wie immer bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt auch hier die Richtlinie, dass bevorzugt ältere und damit besser bekannte Wirkstoffe verwendet werden. Für die Gabe von Makroliden bedeutet das, dass dem Erythromycin der Vorzug gegeben wird.

    Bei der Gabe an stillenden Müttern muss beachtet werden, dass die Makrolid-Antibiotika in die Muttermilch übergehen, daher muss der behandelnde Arzt die Verordnung sorgfältig abwägen.

    Zusätzliche Gegenanzeige für Erythromycin ist die Gabe von Cisaprid.

    Gegenanzeigen bei der lokalen Behandlung der Akne mit erythromycinhaltigen Salben werden nicht angegeben.

    Handelspräparate
    Erythromycin STADA® 500 mg Filmtabletten, Erythromycin STADA® 1000 Granulat und Erythromycin STADA® Trockensaft Granulat von der Fa. STADA enthalten Erythromycin.

    Eryhexal® 500 Filmtabletten, Eryhexal® 500 Granulat und Eryhexal® 1000 Granulat, sowie Eryhexal® Saft und Eryhexal ® forte Saft Granulat zur Herstellung einer Suspension von der Fa. Hexal enthalten Erythromycin.

    Ferner werden weitere Erythromycin-haltige Arzneimittel von der folgenden pharmazeutischen Firmen angeboten: ratiopharm, Heumann, Azupharma, Hefa Pharma, Wolff, Infectopharm, Grünenthal, PB Pharma, curasan/ASTRAPIN, 1 A Pharma, CytoChemie, Lindopharm, ALIUD PHARMA, ct-Arzneimittel, Abbott usw.


    Rechtliches

    Erythromycin ist, wie alle Makrolide, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  8. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Fleroxacin

    Anwendung
    Fleroxacin kann bei Infektionen der Harnwege, bei der Gonorrhö und bei Infektionen des Darmtraktes angewendet werden. Ferner kann Fleroxacin bei der akuten Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis eingesetzt werden.

    Wirkungsmechanismus
    Fleroxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.

    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.

    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.

    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.

    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.

    Zusätzlich gilt für Fleroxacin, dass es bei Frauen gelegentlich zu Vaginalmykosen mit Candida albicans kommen kann.

    Wechselwirkungen
    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:

    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:

    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:

    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Sucralfat:

    Durch die gleichzeitige Gabe von Sucralfat wird die Aufnahme von Fleroxacin über den Darm bis zu einem Drittel vermindert.

    Gegenanzeigen
    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.

    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.

    Handelspräparate
    Quinodis® 200 mg und Quinodis® 400 mg Filmtabletten von der Fa. Grünenthal enthalten Fleroxacin.


    Rechtliches

    Fleroxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Flucloxacillin

    Anwendung
    Flucloxacillin wird überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden. Gemeint sind hierbei vor allem Infektionen der Haut und Schleimhäute und der Weichteile, z.B. Furunkel und Brustdrüsenentzündungen.

    Wirkungsmechanismus
    Flucloxacillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Das Flucloxacillin ist ein Vertreter der weiter entwickelten Penicilline. Durch Veränderung der chemischen Struktur liegen nun ß-Lactamase-resistente Penicilline vor, die auch gegen ß-Lactamase produzierende Bakterien wirksam sind. Wichtige Vertreter dieser Bakteriengruppe sind die Staphylokokken. Daher wird Flucloxacillin auch überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden.

    Allerdings haben die ß-Lactamase-resistenten Penicilline einen entscheidenden Nachteil, sie besitzen eine wesentlich geringere Wirkstärke als Benzylpenicillin und sind gegen gramnegative Bakterien völlig unwirksam. Daher bleibt ihre Anwendung weitgehend auf Staphylokokken beschränkt.

    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.

    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.

    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.

    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.

    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.

    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.

    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:

    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.

    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:

    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.

    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:

    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.

    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Staphylex® 250 mg Kapseln und Staphylex® 500 mg Kapseln, sowie Staphylex® Trockensaft von der Fa. SmithKline Beecham Pharma enthalten Flucloxacillin. Ferner werden von der Firma und Staphylex® Injektions- und Infusionslösungen hergestellt.


    AB-Flucloxacillin 1000 und AB-Flucloxacillin 2000 Trockensubstanz von der Fa. curasan/ASTRAPIN enthält Flucloxacillin.

    Rechtliches

    Flucloxacillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig
     
  9. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Gentamicin

    Anwendung
    Angewendet wird Gentamicin systemisch und lokal.

    Für die systemische Anwendung wird Gentamicin bei Infektionen der Nieren, Harn- und Geschlechtsorgane und bei Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts gegeben. Weitere Einsatzbereiche sind Infektionen der Haut, der Weichteile und des Zentralnervensystems. Auch bei Sepsis und bei Infektionen, die nach Verbrennungen entstehen wird Gentamicin verwendet. Aufgrund der bereits erwähnten erheblichen Nebenwirkungen sollte Gentamicin systemisch nur bei schweren infektiösen Erkrankungen eingesetzt werden.

    Die lokale Anwendung erfolgt in der Augenheilkunde in Form von Tropfen und Salben bei bakteriellen Infektionen des Auges. Bei operativen Eingriffen am Auge wird Gentamicin zur Infektionsvorbeugung gegeben. In der Behandlung bakteriell infizierter Wunden werden Salben oder Sprühverbände verwendet.

    Wirkungsmechanismus
    Gentamicin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside. Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA, an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.

    Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst, und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese sogenannten Nonsense-Proteinen führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.

    Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz, und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.

    Gentamicin wird von Micromonospora-Arten gebildet. Die Micromonospora-Arten produzieren ein Gemisch von mehreren, in der Regel drei, Antibiotika, die zusammen als Gentamicin bezeichnet werden.

    Gentamicin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Gentamicin umfaßt vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.

    Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Gentamicin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken.

    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Im Vordergrund stehen die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren. Im Bereich des Gehörgangs kann es zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommen. Es werden aber auch Schwindel und Ohrengeräusche beschrieben.

    Eine Schädigung der Nieren besteht besonders bei erhöhter Dosierung, und bei schon bestehenden Nierenerkrankungen.

    In seltenen Fällen können Muskelschwäche, Atemdepressionen und Blutbildveränderungen auftreten. Allergische Reaktionen sind ebenfalls selten, es muss aber zwischen den Amoniglykosiden mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Vorübergehend kann es zu einer leichten Erhöhung der Leberenzyme ALAT, ASAT und AP kommen. Im Bereich des Nervensystems kann es zu einer neuromuskulären Blockade kommen.

    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.

    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Cephalosporine und Methoxyfluran:

    Die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside kann durch die gleichzeitige Anwendung von Cephalosporinen und Methoxyfluran verstärkt werden.

    Potentiell oto- und /oder nephrotoxische Arzneimittel:

    Andere Arzneimittel ,die auch den Gehörgang oder die Nieren schädigen können, erhöhen die Gefahr der schädlichen Wirkungen der Aminoglykoside. Als potentiell oto- und/oder nephrotoxisch gelten z. B. Amphotericin B, Colistin, Cisplatin und Schleifendiuretika.

    Halothan und curareartige Muskelrelaxanzien:

    Halothan und bestimmte Muskelrelaxanzien können die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside erhöhen.

    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.

    Gegenanzeigen
    Gegenanzeigen für die systemische Anwendung:
    Eine bestehende Erkrankung oder Schädigung der Nieren und des Gehörorgans sind eine Gegenanzeige für die Gabe von Aminoglykosiden.

    Früh- und Neugeborene sollten nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden, da hier die Gefahr der Nieren- und Gehörgangschädigung erhöht ist. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden.

    Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:
    Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.

    Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.

    Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.

    Handelspräparate
    Refobacin® 10 mg, Refobacin® 40 mg, Refobacin® 80 mg und Refobacin® 120 mg Ampullen von der Fa. Merck enthalten Gentamicin.

    Von folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere Gentamicin-haltige Arzneimittel als sogenannte Generika angeboten: Hexal, ratiopharm, curasan, ct-Arzneimittel usw.


    Rechtliches

    Gentamicin ist sowohl bei systemischer als auch bei lokaler Anwendung verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


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  10. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    in Rente
    Bacampicillin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Bacampicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Bacampicillin gehört zu den Breitbandpenicillinen, die auch gegen gramnegative Stäbchen wirksam sind. Ein Beispiel für Vertreter der gramnegativen Stäbchen sind die Enterobakterien, die in erster Linie Infektionen des Magen-Darmtraktes, der Gallenwege und der ableitenden Harnwege verursachen. Daher werden die Breitbandpenicilline häufig bei Infektionen in diesen Bereichen eingesetzt. Sie kommen aber auch bei Atemweginfektionen, bei Keuchhusten und bei Infektionen des Gehörgangs zur Anwendung.
    Bacampicillin ist besonders gut verträglich, weil die Substanz gut aus dem Darm in den Körper aufgenommen wird und daher die natürliche mikrobielle Besiedlung des Darms, auch Darmflora genannt, nicht übermäßig schädigt. Daher kommt Amoxicillin sehr häufig zur Anwendung und wird auch in Form von Trockensäften in der Kinderheilkunde eingesetzt. Bei Trockensäften handelt es sich um Pulver, das durch die Zugabe von Flüssigkeit, meist Wasser, aufgelöst wird. Es entstehen damit Arzneimittel in flüssiger Form. Die Herstellung von Trockensäften wird aus Gründen der besseren Haltbarkeit vorgenommen.
    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltender Maßnahmen der Tod eintreten kann.
    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z.B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z.B. ein Arzneimittelfieber auftreten.
    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.
    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.
    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen können.
    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.
    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.
    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.
    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:
    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.
    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.
    Handelspräparate
    Ambacamp® 800 Filmtabletten von der Fa. Pharmacia enthalten Bacampicillin.
    Penglobe® 400 und Penglobe® 800 Filmtabletten von der Fa. AstraZeneca enthalten Bacampicillin.
    Rechtliches
    Bacampicillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig

    Bacitracin

    Anwendung
    Bacitracin kann bei oberflächlichen Infektionen der Haut angewendet werden. Hierbei erfolgt die Anwendung in Form von Puder oder Salben, die entweder Bacitracin alleine enthalten, oder in denen zusätzlich das Aminoglykosid-Antibiotikum Neomycin enthalten ist.
    Weitere Anwendungen von Bacitracin erfolgen in Augensalben, Nasensalben und in Salben zur Anwendung am Ohr. Hier werden feste Kombinationen von Bacitracin mit Neomycin oder mit Neomycin und Polymyxin B verwendet. Es gibt auch, neben der Kombination von Bacitracin und Neomycin oder Bacitracin und Polymyxin B, Salben, die zusätzlich noch Cortisonpräparate enthalten. Als Cortisone werden Prednisolon und Hydrocortison verwendet. Die Anwendung dieser Salben erfolgt vor allem bei bakteriellen Entzündungen oder, wenn Cortisonpräparate enthalten sind, auch bei allergischen Reaktionen.
    Bacitracin wird auch mit dem Polypeptid-Antibiotikum Tyrothricin kombiniert. Diese Kombination ist in Lutschtabletten zur Behandlung von Infektionen des Mund- und Rachenraumes enthalten. Diese Lutschtabletten unterliegen auf Grund der niedrigen Dosierung der enthaltenen Antibiotika nicht der Verschreibungspflicht. Hier liegt also der Sonderfall vor, dass ein Arzneimittel, welches Antibiotika enthält, nur apothekenpflichtig ist.
    Die Bedenken, die von einigen Fachleuten bei der Anwendung von antibiotikahaltigen Arzneimittel im Mund- und Rachenraum geäußert werden, sind eingangs erläutert.
    Wegen der Gefahr der starken Nierenschädigung darf Bacitracin nicht systemisch angewendet werden.
    Wirkungsmechanismus
    Bacitracin gehört zur Wirkstoffgruppe der Polypeptid-Antibiotika. Bei Bacitracin handelt es sich um einen Polypeptid-Komplex mit guter Wirkung auf grampositive Bakterien. Der Wirkungsmechanismus ist vergleichbar mit dem der Glykopeptid-Antibiotika.
    Nebenwirkungen
    Für die Anwendung auf der Haut, am Auge, an der Nase oder am Ohr gilt folgendes:
    Es können allergische Reaktionen auftreten. Ferner muss bei längerer Behandlung mit den bereits erwähnten möglichen Nierenschäden gerechnet werden.
    Wenn Bacitracin mit anderen Wirkstoffen kombiniert wird, müssen auch die Nebenwirkungen für die jeweiligen Substanzen beachtet werden. Wird Bacitracin in den Körper aufgenommen, ist mit den bereits erwähnten gefährlichen Nebenwirkungen zu rechnen.
    Wechselwirkungen
    Auf die einzelnen Wechselwirkungen für die jeweiligen Anwendungsarten von Bacitracin einzugehen, würde den Rahmen dieser Abhandlungen sprengen. Es gelten im Allgemeinen die Aussagen, die bereits bei Colistin erfolgt sind.
    Bei der Verwendung der Kombinationspräpararte sind die möglichen Wechselwirkungen der jeweiligen zusätzlich enthaltenen Wirkstoffe zu beachten.
    Gegenanzeigen
    Als Gegenanzeigen bei der Anwendung auf der Haut gelten großflächige Wunden oder andere Verletzungen, die ein Eindringen des Bacitracins in den Körper ermöglichen.
    Rechtliches
    Bacitracin ist in Salben und Pudern zur Anwendung auf der Haut, am Auge, an der Nase und am Ohr verschreibungspflichtig.
    Die Bacitracin-haltigen Lutschtabletten zur Anwendung im Mund- und Rachenraum sind nur apothekenpflichtig.

    Benzylpenicillin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Benzylpenicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Das Benzylpenicillin, auch Penicillin G genannt, ist das erste Penicillinpräparat, welches großflächig eingesetzt wurde. Benzylpenicillin wird aus den Kulturen der Pilze Penicillium notatum oder Penicillium chrysogenum gewonnen.
    Ein entscheidender Nachteil von Benzylpenicillin ist die Säureempfindlichkeit der Substanz. Das hat zur Folge, dass bei oraler Anwendung, also bei Tabletteneinnahme über den Mund, ein Großteil des Arzneimittels nicht zur Wirkung kommen kann, weil die Substanz durch die Magensäure angegriffen wird. Deswegen wird Benzylpenicillin heute nur noch parenteral, also mittels Infusion oder Injektion direkt in die Blutbahn, verabreicht.
    Das Wirkungsspektrum von Benzylpenicillin ist nicht allzu breit. Im Bereich der grampositiven Kokken sind nur die Streptokokken und teilweise auch Pneumokokken empfindlich gegen Benzylpenicillin, die Staphylokokken, die häufig als Problemkeime auftreten, werden nicht erfasst. Von den grampositiven Stäbchen ist das Corynebakterium diphteriae (der Erreger der Diphterie) und Bacillus anthracis (der Milzbranderreger) empfindlich. Gramnegative Stäbchen gehören nicht zum Erregerspektrum. Im Bereich der Spirochäten sind die Treponemen (Treponema pallidum ist der Erreger der Syphilis) und die Borrelien empfindlich. Borrelien werden durch Zecken übertragen und verursachen entzündliche Reaktionen am Bewegungsapparat.
    Trotz des geringen Wirkungsspektrums wird Benzylpenicillin auf Grund der guten Verträglichkeit weiterhin eingesetzt. Die Anwendung erfolgt aber wegen der bereits erwähnten eingeschränkten Applikationsarten meist im Krankenhaus.
    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltender Maßnahmen der Tod eintreten kann.
    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z.B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z.B. ein Arzneimittelfieber auftreten.
    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.
    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.
    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.
    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.
    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.
    Wechselwirkungen
    Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer:
    Werden diese Arzneimittel zusammen mit Penicillinen verabreicht, muss mit Blutungskomplikationen gerechnet werden.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen zusammen verabreicht werden.
    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Penicillin G 0,5 Mega I.E. Jenapharm®, Penicillin G 1 Mega I.E. Jenapharm®, Penicillin G 3 Mega I.E. Jenapharm® und Penicillin G 10 Mega I.E. Jenapharm® Injektionslösungen von der Fa. Jenapharm enthalten Benzylpenicillin.


    Rechtliches
    Benzylpenicillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig
     
  11. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Imipenem in Kombination mit Cilastatin


    Anwendung
    Die Anwendung von Imipenem mit Cilastatin erfolgt bei schweren bzw. lebensbedrohlichen Infektionen durch Erreger die gegen Imipenem empfindlich sind. Diese Infektionen können die Atemwege, die Nieren und Harnwege, die Knochen und die Haut betreffen. Infektionen des Bauchraumes und Sepsis zählen ebenfalls zu den Einsatzgebieten.

    Bei leichten infektiösen Erkrankungen, gegen die auch andere Antibiotika wirksam sind, sollte Imipenem nicht gegeben werden, um eine mögliche Resistenzentwicklung nicht zu fördern. Die Verabreichung erfolgt mittels Infusion oder Injektion.

    Wirkungsmechanismus
    Imipenem in Kombination mit Cilastatin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Imipenem, als ein Vertreter der Carbapeneme, wird im Körper rasch durch ein Enzym der Niere, eine Dipeptidase, inaktiviert. Um das zu vermeiden wird Imipenem mit Cilastatin kombiniert. Bei Cilastatin handelt es sich um einen Dipeptidase-Hemmstoff. Zusätzlich vermindert Cilastatin die Nephrotoxizität, also die nierenschädigende Wirkung von Imipenem, die bei Überdosierungen zu befürchten ist.

    Nebenwirkungen
    Es können generell alle Nebenwirkungen, die auf Überempfindlichkeitsreaktionen beruhen und bei den Penicillinen und Cephalosporinen beobachtet werden, auch bei dem Gebrauch von Carbapenemen auftreten. Auch die übrigen Nebenwirkungen entsprechen denen der anderen ß-Lactam-Antibiotika und können bei dem Benzylpenicillin und bei dem Cefazolin nachgelesen werden.

    Hervorzuheben ist, bei hohen Dosierungen, die mögliche nephrotoxische, also nierenschädigende, Wirkung von Imipenem.

    Wechselwirkungen
    Probenicid:

    Das Diuretikum Probenecid kann die Konzentration von Imipenem im Blut erhöhen.

    Gegenanzeigen
    Bei Säuglingen unter 3 Monaten soll Imipenem nicht verwendet werden. Eine weitere Gegenanzeige ist die Infektionskrankheit Meningitis.

    Handelspräparate
    ZIENAM® 250 und ZIEMAN® 500 Infusionsflaschen mit Trockensubstanz von der Fa. MSD enthalten Imipemen in der Kombination mit Cilastin.

    Rechtliches
    Imipenem kombiniert mit Cilastatin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  12. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Kanamycin


    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Kanamycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside. Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.

    Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese so genannten Nonsense-Proteinen führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.

    Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.

    Kanamycin wird von Micromonospora-Arten gebildet. Die Micromonospora-Arten produzieren ein Gemisch von mehreren (in der Regel drei) Antibiotika, die zusammen als Gentamicin bezeichnet werden.

    Kanamycin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Kanamycin umfasst vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.

    Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Kanamycin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken.

    Kanamycin wird wegen der ausgeprägten Gefahr der möglichen Gehör- und Nierenschädigung nicht mehr systemisch verwendet. Es erfolgt aber weiterhin eine Anwendung in der Augenheilkunde in Form von Augensalben und Augentropfen.

    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:

    Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.

    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:

    Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:

    Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.

    Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.

    Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.

    Handelspräparate
    Für eine systemische Anwendung von Kanamycin werden keine Fertigarzneimittel hergestellt. Kanamycin wird in Form von Augentropfen und Augensalben angewendet.

    Rechtliches
    Kanamycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  13. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Levofloxacin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Levofloxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer.

    Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.

    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Levofloxacin ist ein Bestandteil von dem Razemat Ofloxacin. Unter einem Razemat versteht man ein Gemisch aus zwei Substanzen, deren chemische Struktur identisch ist, die aber aufgrund einer unterschiedlichen räumlichen Anordnung einfallendes Licht in entgegengesetzte Richtungen, also nach rechts oder nach links, drehen.

    Oft unterscheiden sich dadurch die beiden Substanzen in Hinblick auf ihre pharmakologische Wirkung erheblich. Ein gutes Beispiel dafür ist das Ofloxacin, deren rechts drehende Form keine antibiotische Wirkung besitzt. Die links drehende Form dagegen, das Levofloxacin, aber eine annähernd doppelt so starke Wirkung, wie das Razemat Ofloxacin aufweist.

    Levofloxacin kommt prinzipiell bei den gleichen Erkrankungen zur Anwendung wie Ofloxacin, wobei aber mit Levofloxacin auf Grund der stärkeren Wirkung schwerere Erkrankungen behandelt werden können.

    Nebenwirkungen

    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.

    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.

    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.

    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.

    Wechselwirkungen

    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:

    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:

    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:

    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Gegenanzeigen

    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.

    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.

    Handelspräparate
    Tavanic 250 mg Tabletten und Tavanic 500 mg Tabletrten von der Fa. Aventis Pharma enthalten Levofloxacin.

    Rechtliches
    Levofloxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Lincomycin

    Anwendung

    Die Anwendung von Lincomycin erfolgt nur noch selten.

    Lincomycin wird bei Staphylokokkeninfektionen der Knochen und angrenzenden Weichteile gegeben, wenn bei den Patienten eine Penicillinallergie besteht, oder die Staphylokken gegen Penicilline resistent sind.

    Wirkungsmechanismus

    Lincomycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Lincosamide. Lincomycin wird aus Streptomyces lincolnensis isoliert. Auf Grund der Entwicklung von dem viel stärker wirksamen Clindamycin hat Lincomycin heute fast keine Bedeutung mehr.

    Der genaue Wirkungsmechanismus von Clindamycin und Lincomycin ist eine Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen, wodurch die Reaktion der Aminoacyl-t-RNA mit dem Peptidyltransferase-Zentrum der Ribosomen blockiert wird. Es kommt zu einer Unterbrechung der Proteinsynthese.

    Nebenwirkungen

    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Gabe von Lincosamiden auftreten können, betreffen den Magen-Darm-Trakt. Die Beschwerden können sich in Form von Übelkeit und Erbrechen und öfter in Form von Durchfällen äußern. Bei langanhaltenden Durchfällen sollte die Therapie mit Lincosamiden überdacht werden, weil sich eine pseudomembranöse Kolitis entwickelt haben kann, die als nicht seltene und gefährliche Nebenwirkung bei der Therapie mit Lincosamiden auftreten kann. Der Grund für die Kolitis ist die Besiedlung des Darms durch Lincosamid-resistente Clostridien, genauer Clostridium difficile. Dieser Erreger kann starke krampfartige Leibschmerzen und schwere Durchfälle verursachen, wobei die Durchfälle sogar schleimig bis blutig sein können. In diesem Fall muss die Therapie mit Lincosamiden abgebrochen werden. Als Gegenmittel kann mit dem Antibiotikum Vancomycin therapiert werden.

    Außerdem können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, die allerdings seltener sind.

    Ferner können sich die Enzyme des Lebergewebes im Blut erhöhen, was als Hinweise auf eine mögliche Leberzellschädigungen gelten kann. Als zusätzliche Nebenwirkung, welche die Leber betrifft, kann sich eine Gelbsucht entwickeln.

    Wechselwirkungen

    Substanzen, die eine neuromuskuläre Blockade hervorrufen:

    Beispiele für diese Substanzen sind Suxamethoniumchlorid und Tubocurarin. Werden diese Wirkstoffe zusammen mit Lincosamiden gegeben, kann sich die neuromuskuläre Blockade verstärken.

    Makrolid-Antibiotika:

    Werden Lincosamide und Makrolide zusammen angewendet, kann es zu einer gegenseitigen Wirkungsverminderung kommen.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die Behandlung mit Lincosamiden sind bekannte Überempfindlichkeiten gegen diese Antibiotikagruppe.

    Weitere Gegenanzeigen sind schwere Störungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Also dürften Patienten mit Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nicht mit Lincosamiden therapiert werden. Eine bestehende Störung der neuromuskulären Übertragung darf ebenfalls nicht vorliegen.

    Für die Behandlung von schwangeren Frauen mit Lincosamiden gilt, dass diese Antibiotika nicht Mittel der Wahl sind. Lincosamide sollten nur angewendet werden, wenn die Therapie mit Penicillinen, Cephalosporinen und Erythromycin versagt hat, und eine Infektion mit Anaerobiern, wie z. B. Bacteroides fragilis vorliegt. Die Behandlung von stillenden Müttern wird nicht empfohlen.

    Früh- und Neugeborene sollen nicht mit Lincosamiden behandelt werden, da die Lösungen zur parenteralen Gabe, also die Infusions- und die Injektionslösungen, beachtliche Mengen von dem Konservierungsmittel Benzylalkohol enthalten, welches zu schweren Atemstörungen führen kann.

    Handelspräparate
    Albiotic® Kapseln, Albiotic® Sirup, sowie Albiotic® 2 ml und Albiotic® 10 ml Lösung von der Fa. Pharmacia enthalten Lincomycin.

    Rechtliches
    Lincomycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Loracarbef


    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Loracarbef gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Da alle ß-Lactam-Antibiotika einen identischen Wirkungsmechanismus haben, hemmen die Cephalosporine, genau wie die Penicilline, die Synthese der Bakterienzellwand und wirken somit auf Bakterien in der Teilungsphase bakteriozid. Das Wirkungsspektrum von Loracarbef entspricht in etwa dem Ampicillin, allerdings ist Loracarbef auch gegen Penicillinase-bildende Staphylokokken wirksam.

    Gramnegative Erreger, die ß-Lactamase produzieren, werden nicht erfasst.

    Loracarbef wird wie die übrigen Oralcephalosporine angewendet.

    Nebenwirkungen

    Als Nebenwirkungen können verschiedene Formen an Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Beispiele hierfür sind unterschiedliche Hautreaktionen, Schwellungen der Gefäße, Arzneimittelfieber, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonie und Blutbildveränderungen, wie z. B. hämolytische Anämien. Eine besonders schwere Überempfindlichkeitsreaktion ist der anaphylaktische Schock, der aber sehr selten auftritt.

    Andere mögliche Nebenwirkungen sind Veränderungen der Konzentration der Leberenzyme im Blut als Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen. Hierbei kann es zu einem Anstieg von GOT, GPT und AP kommen. Hepatitis und cholestatische Gelbsucht treten sehr selten auf.

    Ebenfalls können die "Nierenwerte" als Hinweis auf eine Störung der Funktion der Niere beeinflusst werden. Dabei kann die Konzentration des ausscheidungspflichtigen Harnstoffs im Blut ansteigen, und als Maß für die Ausscheidungsfunktion der Niere die so genannte Kreatinin-Clearance abfallen. Im Bereich des Gastrointestinaltrakts kann es in seltenen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.

    Bei langfristiger und wiederholter Anwendung kann es zu einer Superinfektion kommen, bei der eine neuerliche Infektion mit einem anderen Erreger oder mit dem bereits vorhandenen Erreger auftritt, ohne dass der Primärinfekt abgeklungen ist.

    Wechselwirkungen

    Aminogylokosid-Antibiotika, Polymyxin und Schleifendiuretika:

    Werden diese Wirkstoffe in Zusammenhang mit Cephalosporinen verabreicht, kann es zu nephrotoxischen Wechselwirkungen kommen.

    Antikoagulanzien und Thromozytenaggregationshemmer:

    Bei Gabe dieser Substanzen erhöht sich durch Cephalosporine die Blutungsgefahr.

    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:

    Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Bakteriostatika sind Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide und Chloramphenicol.

    Gegenanzeigen

    Patienten, bei denen eine Allergie gegen andere ß-Lactam-Antibiotika besteht, sollten nicht mit Cephalosporinen behandelt werden. Sind bei Patienten andere Allergien bekannt, ist allgemein Vorsicht geboten, da hier auch eher mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Patienten mit Asthma bronchiale.

    Bei Patienten mit eingeschränkten Nierenfunktionen muss unbedingt eine Dosierungsanpassung erfolgen.

    Bei der Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern gilt, wie auch bei den Penicillinen, dass die Cephalosporine zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gehören, wobei den länger gebräuchlichen Vertretern der Vorzug zu geben ist. Cephalosporine sind plazentagängig und erreichen im Fruchtwasser antibiotische Konzentrationen; dennoch wurden bisher bei therapeutischen Dosierungen keine Schäden am Ungeborenen beobachtet.

    Handelspräparate
    Lorafem® 200 und Lorafem® 400 Kapseln, sowie Lorafem® Saft und Lorafem® forte Saft von der Fa. Zambon enthalten Loracarbef.

    Rechtliches

    Loracarbef ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  14. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Neomycin


    Anwendung

    Da bei Neomycin die Gefahr der Nieren- oder Gehörschädigung sehr groß ist, wird die Substanz fast ausschließlich lokal angewendet.

    Da die Aminoglykoside nur unzureichend über den Darm aufgenommen werden, wirkt Neomycin in Form von Tabletten lokal im Darm und wird dort zur Darmsterilisierung vor Operationen gegeben. Mit einer Darmsterilisierung ist das Abtöten der mikrobiellen Besiedlung des Darms gemeint.

    Ein weiterer Einsatz von Neomycin in Tablettenform erfolgt als Zusatzbehandlung beim Leberkoma.

    In Form von Salben oder Sprühverbänden wird Neomycin zur Behandlung von bakteriell infizierten Wunden verwendet.

    Wirkungsmechanismus

    Neomycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside.

    Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA, an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.

    Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese so genannten Nonsense-Proteinen führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.

    Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz, und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.

    Neomycin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Neomycin umfasst vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.

    Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Neomycin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken.

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Im Vordergrund stehen die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren. Im Bereich des Gehörgangs kann es zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommen. Es werden aber auch Schwindel und Ohrengeräusche beschrieben.

    Eine Schädigung der Nieren besteht besonders bei erhöhter Dosierung und bei schon bestehenden Nierenerkrankungen.

    In seltenen Fällen können Muskelschwäche, Atemdepressionen und Blutbildveränderungen auftreten. Allergische Reaktionen sind ebenfalls selten, es muss aber zwischen den Amoniglykosiden mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Vorübergehend kann es zu einer leichten Erhöhung der Leberenzyme GOT, GPT und AP kommen. Im Bereich des Nervensystems kann es zu einer neuromuskulären Blockade kommen.

    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:

    Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.

    Wechselwirkungen

    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    Cephalosporine und Methoxyfluran:

    Die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside kann durch die gleichzeitige Anwendung von Cephalosporinen und Methoxyfluran verstärkt werden.

    Potentiell oto- und /oder nephrotoxische Arzneimittel:

    Andere Arzneimittel ,die auch den Gehörgang oder die Nieren schädigen können, erhöhen die Gefahr der schädlichen Wirkungen der Aminoglykoside. Als potentiell oto- und/oder nephrotoxisch gelten z. B. Amphotericin B, Colistin, Cisplatin und Schleifendiuretika.

    Halothan und curareartige Muskelrelaxanzien:

    Halothan und bestimmte Muskelrelaxanzien können die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside erhöhen.

    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:
    Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die systemische Anwendung:
    Eine bestehende Erkrankung oder Schädigung der Nieren und des Gehörorgans sind eine Gegenanzeige für die Gabe von Aminoglykosiden.

    Früh- und Neugeborene sollten nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden, da hier die Gefahr der Nieren- und Gehörgangschädigung erhöht ist. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden.

    Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:

    Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.

    Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.

    Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.

    Zusätzlich gelten für Neomycin bei der Anwendung am Darm als Gegenanzeige Darmwandschäden. Bei Schädigungen der Darmwand besteht die Gefahr der vermehrten Aufnahme von Neomycin ins Blut, womit sich die Möglichkeit der Nieren- und Gehörschädigung erhöht.

    Handelspräparate

    Bykomycin® Kapseln und Bykomycin® oral Trockensubstanz von der Fa. Byk Gulden enthalten Neomycin.

    Neomycin Tabletten von der Fa. Pharmacia enthalten Neomycin.


    Rechtliches

    Neomycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  15. Rabenzahn

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    Ofloxacin

    Anwendung
    Die Anwendung von Ofloxacin erfolgt bei Infektionen der Atemwege und im Hals-Nasen-Ohrenbereich. Weitere Anwendungen erfolgen bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes, bei Infektionen der Geschlechtsorgane und bei Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege. Ferner kann Ofloxacin bei Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes und bei Infektionen der Knochen und Gelenke, sowie bei Sepsis, also bei Blutvergiftungen eingesetzt werden.

    Wirkungsmechanismus
    Ofloxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.

    Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Das Ofloxacin ist in Bezug auf das Wirkungsspektrum mit dem Ciprofloxacin vergleichbar, wobei die Wirkstärke von Ofloxacin etwas geringer ist.

    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.

    Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.

    Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.

    Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.

    Wechselwirkungen
    Mineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate:

    Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:

    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen.

    Orale Antikoagulanzien:

    Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:

    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Gegenanzeigen
    Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.

    Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.

    Handelspräparate
    Tarivid® 200-Filmtabletten und Tarivid® 400-Filmtabletten, sowie Tarivid® i.v. 100, Tarivid® i.v. 200 und Tarivid® i.v. 400 Infusionslösung von der Fa. Aventis Pharma enthalten Ofloxacin. Ferner werden von der Firma die Uro-Tarivid® 100 Filmtabletten hergestellt.


    Rechtliches
    Ofloxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Oxacillin

    Anwendung
    Oxacillin wird überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden. Gemeint sind hierbei vor allem Infektionen der Haut und Schleimhäute und der Weichteile, z. B. Furunkel und Brustdrüsenentzündungen.

    Wirkungsmechanismus
    Oxacillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Das Oxacillin ist ein Vertreter der weiter entwickelten Penicilline. Durch Veränderung der chemischen Struktur liegen nun ß-Lactamase-resistente Penicilline vor, die auch gegen ß-Lactamase produzierende Bakterien wirksam sind. Wichtige Vertreter dieser Bakteriengruppe sind die Staphylokokken. Daher wird Oxacillin auch überwiegend bei Infektionen eingesetzt, die durch Staphylokokken verursacht werden.

    Allerdings haben die ß-Lactamase-resistenten Penicilline einen entscheidenden Nachteil: Sie besitzen eine wesentlich geringere Wirkstärke als Benzylpenicillin und sind gegen gramnegative Bakterien völlig unwirksam. Daher bleibt ihre Anwendung weitgehend auf Staphylokokken beschränkt.

    Nebenwirkungen
    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.

    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.

    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.

    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden.Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.

    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.

    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.

    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.

    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.

    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Stapenor® 0,5 g und Stapenor 1,0 g Trockensubstanz für Injektionszwecke von der Fa. Infectopharm enthält Oxacillin.


    Rechtliches
    Oxacillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Oxytetracyclin

    Wirkungsmechanismus und Anwendung
    Oxytetracyclin gehört zur Wirkstoffgruppe der Tetracycline. Die antibiotische Wirkung von Tetracyclinen beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese der Bakterien. Die Tetracycline binden an einer speziellen Bindungsstelle der Ribosomen an.

    Ribosome sind Zellpartikel, an denen die Biosynthese der Eiweißkörper stattfindet. Durch die Bindung der Tetracycline an die Ribosomen wird die Anbindung der bakteriellen Aminoacyl-t-RNA verhindert. Dadurch wird die vollständige Bildung der Eiweißkette unterbrochen, und damit der Fortpflanzungsprozess der Bakterien unterbunden.

    Nebenwirkungen
    Die Tetracycline sind allgemein wenig toxisch. Als mögliche Nebenwirkungen können Überempfindlichkeitsreaktionen und Veränderungen an den Zähnen und am Skelettsystem vorkommen.

    Die Überempfindlichkeitsreaktionen können sich in Form von Hautveränderungen, Kopfschmerzen und Fieber und in Form von Bronchospasmen zeigen. An der Haut werden außerdem phototoxische Reaktionen beobachtet, die sich nach Sonneneinstrahlung an den belichteten Hautbereichen einstellen können.

    Bei den Überempfindlichkeitsreaktionen kann es innerhalb der Gruppe der Tetracycline zu Kreuzreaktionen kommen. Die Nebenwirkungen an dem Zahnapparat sind irreversible, also nicht mehr rückgängig machbare Verfärbungen an den Zähnen und Zahnschädigungen, die durch Einlagerungen von Tetracyclinen in Form von Metallkomplexen zustande kommen. Besonders gravierend sind diese Nebenwirkungen bei Kindern, weil hier die Zahnanlage für das gesamte spätere Leben stattfindet. Auch bei ungeborenen Kinder kann es zu diesen Zahnschädigungen kommen.

    Die Nebenwirkungen am Skelettsystem betreffen Kinder unter 8 Jahren, bei denen es zu Verzögerungen des Knochenwachstums kommen kann, die allerdings reversibel, also nach Absetzen des Arzneimittels wieder rückgängig sind. Die Einwirkungen auf den Knochenapparat entstehen dadurch, dass Tetracycline im Knochen in Form von Calciumkomplexen gespeichert werden.

    Nebenwirkungen, die den Magen-Darm-Bereich betreffen, können Sodbrennen, Magendruck und Durchfälle sein. Bei langfristiger oder wiederholter Anwendung von Tetracyclinen können Superinfektionen auftreten. Unter Superinfektionen versteht man, bei Fortbestehen des Primärinfektes, neuerliche Infektionen mit dem gleichen Erreger oder einem anderen, auf Grund einer geschädigten Immunabwehr. Vereinzelt werden verschiedene Veränderungen am Blutbild beobachtet.

    Wechselwirkungen
    Alle Arzneimittel und Nahrungsmittel, die bestimmte Metallionen enthalten:

    Einige mehrwertige Mineralien wie Aluminium, Magnesium, Kalzium, Zink und Eisen vermindern die Aufnahme der Tetracycline aus dem Darm. Daher dürfen keine Magnesium-, Kalzium-, Zink- und Eisenpräparate zusammen mit Tetracyclinen eingenommen werden. Außerdem ist zu beachten, dass viele Magenmittel ebenfalls Magnesium und Aluminium enthalten.

    Als Nahrungsmittel müssen während der Einnahme von Tetracyclinen Milch und Milchprodukte gemieden werden, weil diese große Mengen an Kalzium enthalten. Hier sollten Abstände von bis zu einigen Stunden eingehalten werden.

    Aktivkohle und Colestyramin:

    Auch diese Arzneimittel vermindern die Aufnahme von Tetracyclinen aus dem Darm.

    Methotrexat und Cyclosporin:

    Tetracycline verstärken die Toxizität von Methotrexat und Cyclosporin.

    Methoxyfluran:

    Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran erhöht sich die Gefahr von Nierenschädigungen.

    Orale Antikoagulanzien, z. B. Cumarin:

    Tetracycline verstärken die Wirkung oraler Antikoagulanzien wie Cumarin.

    Orale Kontrazeptiva:

    Die Sicherheit der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva wird durch Einnahme von Tetracyclinen vermindert, weil Tetracycline die Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.

    Enzyminduktoren:

    Einige Wirkstoffe, wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin und Primidon beschleunigen den Abbau von Tetracyclinen, indem sie die Aktivität der abbauenden Enzyme erhöhen. Der gleiche Effekt entsteht durch erhöhten Alkoholgenuß.

    Isotretionin:

    Isotretionin ist ein Vitamin A-Derivat und wird bei der Behandlung der Akne verwendet. Teracycline zusammen mit Isotretionin können zu einem erhöhten Schädelinnendruck führen.

    Gegenanzeigen, Kontraindikationen
    Bei Kindern unter 8 Jahren sollten die Tetracycline auf Grund der bereits erwähnten Nebenwirkungen nicht angewendet werden.

    Bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern soll die Anwendung daher ebenfalls unterbleiben. Unter Umständen kann Tetracyclin als Antibiotikum der zweiten Wahl vor der 16. Schwangerschaftswoche gegeben werden. Nach der 16. Schwangerschaftswoche beginnt die Zahnanlage, wobei es dann zu den erwähnten Nebenwirkungen kommen kann.

    Weitere Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Tetracycline. Bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei Niereninsuffizienz dürfen ebenfalls keine Tetracycline angewendet werden.

    Handelspräparate
    Oxytetracyclin 250 mg Jenapharm Kapseln von der Fa. Jenapharm enthalten Oxytetracyclin.


    Rechtliches
    Oxytetracyclin ist, wie alle Tetracycline verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.

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  16. Rabenzahn

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    Paromomycin


    Anwendung

    Paromomycin wird in Form von Tabletten und Sirup, ähnlich wie Neomycin, zur Darmsterilisierung verwendet.Zusätzlich wird Paromomycin bei Amöbiasis gegeben. Bei einer Amöbiasis ist der Darm mit den Parasiten Entamoeba histolytika befallen.

    Wirkungsmechanismus

    Paromomycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside. Der Wirkungsmechanismus entspricht dem von Gentamicin.Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese so genannten Nonsense-Proteinen führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz, und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.Paromomycin wird von Micromonospora-Arten gebildet. Die Micromonospora-Arten produzieren ein Gemisch von mehreren, in der Regel drei, Antibiotika, die zusammen als Paromomycin bezeichnet werden.Paromomycin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Paromomycin umfasst vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Paromomycin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken.

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:Im Vordergrund stehen die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren. Im Bereich des Gehörgangs kann es zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommen. Es werden aber auch Schwindel und Ohrengeräusche beschrieben.Eine Gefahr der Schädigung der Nieren besteht besonders bei erhöhter Dosierung und bei schon bestehenden Nierenerkrankungen.In seltenen Fällen können Muskelschwäche, Atemdepressionen und Blutbildveränderungen auftreten. Allergische Reaktionen sind ebenfalls selten, es muss aber zwischen den Amoniglykosiden mit Kreuzallergien gerechnet werden.Vorübergehend kann es zu einer leichten Erhöhung der Leberenzyme GOT, GPT und AP kommen. Im Bereich des Nervensystems kann es zu einer neuromuskulären Blockade kommen.Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.

    Wechselwirkungen

    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:

    Cephalosporine und Methoxyfluran: Die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside kann durch die gleichzeitige Anwendung von Cephalosporinen und Methoxyfluran verstärkt werden.Potentiell oto- und /oder nephrotoxische Arzneimittel: Andere Arzneimittel ,die auch den Gehörgang oder die Nieren schädigen können, erhöhen die Gefahr der schädlichen Wirkungen der Aminoglykoside. Als potentiell oto- und/oder nephrotoxisch gelten z. B. Amphotericin B, Colistin, Cisplatin und Schleifendiuretika.Halothan und curareartige Muskelrelaxanzien: Halothan und bestimmte Muskelrelaxanzien können die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside erhöhen.Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.GegenanzeigenGegenanzeigen für die systemische Anwendung:Eine bestehende Erkrankung oder Schädigung der Nieren und des Gehörorgans sind eine Gegenanzeige für die Gabe von Aminoglykosiden.Früh- und Neugeborene sollten nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden, da hier die Gefahr der Nieren- und Gehörgangschädigung erhöht ist. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden. Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.

    Handelspräparate

    Humatin® Kapseln, Humatin® Pulvis Pulver und Humatin® Sirup von der Fa. Parke-Davis enthält Paromomycin.


    Rechtliches

    Paromomycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Pefloxacin

    Anwendung
    Die Anwendung von Pefloxacin soll nur einmalig bei ganz speziellen Erkrankungen erfolgen. Es handelt sich dabei um eine unkomplizierte Zystitis und zur Prophylaxe, also Vorbeugung, bei operativen Eingriffen an der Harnröhre bei Patienten, bei denen eine erhöhte Gefahr von Infektionen besteht.WirkungsmechanismusPefloxacin gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen
    und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.Zusätzlich kann Pefloxacin eine Erhöhung des Schädelinnendrucks verursachen.WechselwirkungenMineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate: Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:

    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann.

    Ciclosporin:

    Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken. Fenbuten: Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen. Orale Antikoagulanzien: Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken. Glibenclamid: Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt.

    Nitrofurantoin:

    Pefloxacin und Nitrofurantoin können sich in ihrer Wirkung behindern. GegenanzeigenBei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.Außerdem stellt eine erniedrigte Anzahl an Thrombozyten, also der Blutplättchen, eine Gegenanzeige dar.

    Handelspräparate

    Peflacin Filmtabletten von der Fa. Aventis Pharma enthalten Pefloxacin.

    Rechtliches


    Pefloxacin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Phenoxymethylpenicillin

    Anwendung
    Angewendet wird das Phenoxymethylpenicillin überwiegend bei Infektionen der Atemwege und des Gehörgangs. Weitere Anwendungen erfolgen bei Scharlach, Erysipel und zur Endocarditisprophylaxe bei Eingriffen im Zahn- und Kieferbereich.
    Zusätzlich kommen für die Anwendung alle Infektionen in Frage, die durch Bakterien verursacht werden, die gegen Phenoxymethylpenicillin empfindlich sind.

    Wirkungsmechanismus
    Phenoxymethylpenicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus wurde bereits unter dem Stichwort Penicilline besprochen.
    Das Phenoxymethylpenicillin wird auch als Oralpenicillin bezeichnet, weil es durch den Magensaft nicht angegriffen wird und deshalb in Form von Tabletten verabreicht werden kann. Ausgehend vom Benzylpenicillin wurde durch chemische Veränderungen eine Säurestabilität erreicht. Das Wirkungsspektrum von Phenoxymethylpenicillin entspricht dem vom Benzylpenicillin.

    Nebenwirkungen

    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.
    Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.
    Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.
    An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.
    An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.
    Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.
    Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.
    Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.
    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.
    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:
    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.
    Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Isocillin® 0,6 Mega und Isocillin® 1,2 Mega Filmtabletten von der Fa. Aventis Pharma enthalten Phenoxymethylpenicillin.
    Von den folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere Phenoxymethylpenicillin-haltige Arzneimittel als sogenannte Generika angeboten: Merck dura, Infectopharm, AbZ-Pharma, betaphram, ct-Arzneimittel, ratiopharm, STADA, 1 A Pharma usw.


    Rechtliches
    Phenoxymethylpenicillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.




    Pipemidsäure

    Anwendung
    Die Pipemidsäure verteilt sich nur schlecht im Gewebe und kann daher nur bei Infektionen von inneren Hohlräumen verwendet werden. Daraus ergibt sich die Anwendung bei akuten und chronischen Infektionen der Harnwege.Ferner kann eine Anwendung zur Infektionsprophylaxe, also zur Vorbeugung von Infektionen bei chirurgischen Eingriffen im Urogenitalbereich erfolgen. WirkungsmechanismusPipemidsäure gehört zur Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer. Der Wirkungsmechanismus aller Fluorochinolone ist identisch. Sie binden an die Topoisomerase II, auch Gyrase genannt, wodurch diese gehemmt wird. Die Topoisomerase II ist ein Enzym, dessen Aufgabe es ist, die bakterielle DNA in eine Form zu bringen, damit diese in die Bakterienzelle hineinpasst. Die DNA wird zu diesem Zweck von der Topoisomerase II gefaltet und spiralig verdrillt, dieser Vorgang wird auch Supercoiling genannt. Das Ergebnis ist, dass die ca. 1 mm lange DNA in der nur etwa 0,1 mm großen Bakterienzelle Platz findet.Durch die Bindung der Fluorochinolone an die Topoisomerase II entstehen stabile Komplexe, die eine Vielzahl von enzymatischen Reaktionen auslösen, die letzten Endes zum Zelltod führen.

    Nebenwirkungen
    Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Gyrasehemmern beobachtet werden, sind unerwünschte Reaktionen am Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem können Verstopfungen, aber auch Durchfälle vorkommen.Weitere Nebenwirkungen können das Nervensystem betreffen, wobei es hier zu einer erhöhten Erregbarkeit, zu Unruhe und Schlafstörungen und sogar zu Krampfanfällen kommen kann. Zusätzlich werden Verwirrtheit, Benommenheit und die Neigung zu Halluzinationen beobachtet.Vor der Einnahme von Gyrasehemmern sollte auch immer darauf hingewiesen werden, dass mit einer verzögerten Reaktionsfähigkeit gerechnet werden muss, welches Probleme bei der Teilnahme am Straßenverkehr geben kann. Ferner können Nebenwirkungen an der Haut auftreten, die sich z. B. in Form von Exanthemen oder Hautausschlägen und als Photosensibilisierungen zeigen können. Unter Photosensibilisierungen werden eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Entzündungen und Ausschlägen verstanden, die an Hautbezirken nach Sonnenbestrahlung auftreten.Vorübergehend kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut kommen, welches ein Hinweis auf eine Schädigung der Leberzellen geben kann. Außerdem können auch Veränderungen des Blutbildes auftreten, wobei es hier zu einer Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen kommen kann.WechselwirkungenMineralische Antazida, Eisen, Zink und Multivitaminpräparate: Die erwähnten Substanzen und Arzneimittel können die Aufnahme der Gyrasehemmer aus dem Darm vermindern.

    Theophyllin und Coffein:
    Die Gyrasehemmer können den Abbau von Theophyllin und Coffein verzögern. Dadurch kann sich die Konzentration der aufgeführten Substanzen im Blut erhöhen, was besonders in Hinblick auf Theophyllin gefährliche Auswirkungen haben kann. Ciclosporin: Werden Gyrasehemmer und Ciclosporin zusammen verabreicht, können sich die toxischen Wirkungen von Ciclosporin verstärken.

    Fenbuten:
    Bei Kombination von Gyrasehemmern und Fenbuten, kann sich die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen. Orale Antikoagulanzien: Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann sich in Gegenwart von Gyrasehemmern verstärken.

    Glibenclamid:
    Die Gefahr einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung, ist bei der gleichzeitigen Gabe mit Gyrasehemmern verstärkt. GegenanzeigenBei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Epilepsie, Störungen der Blut Liquor-Schranke usw., dürfen keine Gyrasehemmer gegeben werden. Ferner stellen eine gestörte Leberfunktion und eine vorgeschädigte Niere Gegenanzeigen für die Behandlung mit Gyrasehemmern dar. Bei Überempfindlichkeiten gegen Gyrasehemmer dürfen die Substanzen ebenfalls nicht gegeben werden.Die Anwendung von Gyrasehemmern bei schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf nicht erfolgen. Der Grund für diese Gegenanzeigen ist, dass die Gyrasehemmer in Verdacht stehen, bei einem sich im Wachstum befindlichen Körper dauerhafte Gelenkknorpelschäden zu verursachen.Zusätzlich für Pipemidsäure gilt ein bestehender Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel als Gegenanzeige. Bei der Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase handelt es sich um Enzym, dass in den Erythrozyten enthalten ist. Der Mangel an diesem Enzym ist meist erblich bedingt, und kann hämolytische Anämien zur Folge haben. Häufig kommt es aber erst unter dem Einfluss von Arzneimitteln oder Nahrungsmitteln zu einer vollständigen Ausbildung der Anämien.

    Handelspräparate
    Deblaston® Kapseln von der Fa. Hoyer-Madaus enthalten Pimedsäure.


    Rechtliches
    Pipemidsäure ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Piperacillin


    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Piperacillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Piperacillin ist ein Breitbandpenicillin mit dem gleichen Wirkungsspektrum wie Mezlocillin, allerdings mit dem Vorteil, dass die Substanz säurestabil ist und daher in Form von Tabletten verabreicht werden kann.Die Substanz hat im Gegensatz zum Amoxicillin eine deutlich bessere Wirksamkeit gegen gramnegative Problemkeime, wie z. B. Pseudomonas aeruginosa. Ansonsten kann Piperacillin gegen alle Bakterien eingesetzt werden, die gegen diese Substanz empfindlich sind.NebenwirkungenDie wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen. An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann. Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Anhaltende Durchfälle können zu einer pseudomembranösen Kolitis führen.Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen. Wechselwirkungenorale Kontrazeptiva: Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.bakteriostatisch wirkende Antibiotika: Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon: Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden. GegenanzeigenBei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden. Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Piril® 1 g Trockensubstanz plus Lösungsmittel von der Fa. Lederle enthält Piperacillin.Weitere Piperacillin-haltige Arzneimittel werden beispielsweise von den pharmazeutischen Firmen ratiopharm, Hexal, Fresenius Kabi und curasan/ASTRAPIN hergestellt.


    RechtlichesPiperacillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Polymyxin B


    Anwendung
    Die Anwendung erfolgt lokal, in Tablettenform, bei einem bakteriell infizierten Darm.Bei der Behandlung bakteriell infizierter Hautstellen kann Polymyxin B in festen Kombinationen mit anderen Antibiotika eingesetzt werden. Als anderes Antibitotikum wird z. B. das Aminoglykosid-Antibiotikum Neomycin verwendet. Die Anwendung auf der Haut erfolgt bei bakteriell infizierten Unterschenkelgeschwüren, bei schwer infizierten oberflächlichen Verbrennungen und Wunden.Zusätzlich kann die Anwendung von Polymyxin B in der festen Kombination mit Neomycin in Form von Augensalben erfolgen. Diese Anwendung kommt vor allem bei bakteriellen Infektionen im Bereich des Auges in Frage.

    Wirkungsmechanismus
    Polymyxin B gehört zur Wirkstoffgruppe der Polypeptid-Antibiotika. Polymyxin B wirkt, wie Colistin, durch Schädigung der Zytoplasmamembran bakteriozid.

    Nebenwirkungen
    Bei der lokalen Anwendung zur Behandlung von Darmerkrankungen können Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und leichte Magenschmerzen auftreten. Außerdem können allergische Reaktionen auftreten.Für die Anwendung auf der Haut gilt folgendes: Es kann zu einem allergischen Kontaktekzem kommen. Ferner können bei großflächiger Anwendung die Gefahr von Nieren- und Hörschäden nicht ausgeschlossen werden. Dieses gilt besonders bei der Anwendung auf geschädigter Haut. Daher muss bei längerer Anwendung die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.WechselwirkungenWenn es, im Rahmen der Anwendung am Darm auf Grund von Schleimhautschäden zu einer Aufnahme von Colistin in den Körper kommt, muss mit folgenden Wechselwirkungen gerechnet werden:andere Arzneimittel, die eine mögliche nierenschädigende Wirkung besitzen: Werden diese Arzneimittel zusammen mit Colistin angewendet, kann es zu einer Verstärkung der unerwünschten Wirkungen kommen. Arzneimittel, die zu einer neuromuskulären Blockade führen können: Es handelt sich hierbei z. B. um Tubocurarin oder Succinylcholin. Bei gleichzeitiger Gabe von Colistin kann es zu einer verstärkten neuromuskulären Blockade kommen.

    Gegenanzeigen
    Da Polymyxin B bei der lokalen Behandlung von Darmerkrankungen nur geringfügig in das Blut aufgenommen wird, kann bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern bei zwingenden Gründen die Anwendung erfolgen.

    Handelspräparate
    Polymyxin B "Pfizer" Tabletten enthalten Polymyxin B.

    Rechtliches
    Polymyxin B ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Propicillin

    Anwendung
    Angewendet wird das Propicillin überwiegend bei Infektionen der Atemwege und des Gehörgangs. Weitere Anwendungen erfolgen bei Scharlach, Erysipel und zur Endocarditisprophylaxe bei Eingriffen im Zahn- und Kieferbereich. Zusätzlich kommen für die Anwendung alle Infektionen in Frage, die durch Bakterien verursacht werden, die gegen Propicillin empfindlich sind.

    Wirkungsmechanismus

    Propicillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus wurde bereits unter dem Stichwort Penicilline besprochen.Das Propicillin wird auch als Oralpenicillin bezeichnet, weil es durch den Magensaft nicht angegriffen wird, und deshalb in Form von Tabletten verabreicht werden kann. Ausgehend vom Benzylpenicillin wurde durch chemische Veränderungen eine Säurestabilität erreicht. Das Wirkungsspektrum von Propicillin entspricht dem vom Benzylpenicillin.

    Nebenwirkungen

    Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann.Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden.Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten.An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen.An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der so genannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen.Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann.Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden.Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.Wechselwirkungenorale Kontrazeptiva: Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.bakteriostatisch wirkende Antibiotika: Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon: Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen
    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden. Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Handelspräparate
    Baycillin® Mega Filmtabletten von der Fa. Bayer Vital enthalten Propicillin.


    Rechtliches
    Propicillin ist, wie alle Penicilline, verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  17. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    in Rente
    Roxithromycin


    Anwendung

    Die Anwendung von Roxithromycin erfolgt bei Infektionen der Atemwege, bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich und bei bakteriellen Entzündungen der Haut und der ableitenden Harnwege.Zusätzlich kann Roxithromycin bei Keuchhusten und Infektionen durch Legionellen, Chlamydien und Mykoplasmen gegeben werden.

    Wirkungsmechanismus
    Roxithromycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolid-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus der Makrolide ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.Die Makrolid-Antibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Akzeptorstelle zur Donorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.Roxithromycin wurde ausgehend vom Erythromycin hergestellt. Die erreichten Veränderungen sind ähnlich wie bei Clarithromycin.

    Nebenwirkungen
    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung:Die Makrolid-Antibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten.Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln.Selten werden Herzrhythmusstörungen und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet.Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden.Bei der Anwendung von Roxithromycin werden vereinzelt Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet.Zusätzlich werden bei der Gabe von Roxithromycin vereinzelt Störungen vom Geruchssinn und im Geschmacksempfinden beobachtet.

    Wechselwirkungen
    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:
    andere Antibiotika:
    Werden verschiedene Makrolide miteinander kombiniert, kann es zu dem Auftreten von Kreuzresistenzen kommen. Bei der Kombination von Makroliden mit anderen Antibiotika, wie z. B. Lincosamiden, Clindamycin und Chloramphenicol, werden ebenfalls Kreuzresistenzen beobachtet.bestimmte Antiepileptika, wie Carbamazepin und Valproinsäure: Die Konzentration von Carbamazepin und Valproinsäure im Blut kann sich bei gleichzeitiger Gabe von Makroliden erhöhen, womit die Gefahr gefährlicher Nebenwirkungen der Antiepileptika ansteigt.

    Theophyllin:
    Werden Makrolid-Antibiotika und Theophyllin zusammen verabreicht, kann sich die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen.

    Ciclosporin:
    Bei der gleichzeitigen Gabe des Immunsupressivums Ciclosporin und Makrolid-Antibiotika erhöht sich die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin.

    Terfenadin, Astemizol und Cisaprid:
    Werden diese Wirkstoffe mit Erythromycin zusammen verabreicht, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

    Digoxin:
    Makrolide können die Konzentration von Digoxin im Blut erhöhen. Methylprednisolon, Triazolam, Midazolam, Alfentanil, Felodipin und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ:
    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Makrolid-Antibiotika, kann sich die Verweildauer der genannten Arzneimittel im Körper erhöhen, womit deren Wirkung verstärkt wird.

    Mutterkornalkaloide:
    Werden Dihydroergotamin und nichthydrierte Mutterkornalkaloide mit Makroliden zusammen gegeben, kann es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen.

    Omeprazol:
    Omeprazol erhöht die Bioverfügbarkeit von Roxithromycin. Damit ist gemeint, dass sich bei unveränderter Dosierung die Menge an Roxithromycin, die für den Körper zur Verfügung steht, erhöht.GegenanzeigenGegenanzeigen bei der systemischen (Ganzkörper) Anwendung:Eine Überempfindlichkeit gegen Makrolide ist eine Gegenanzeige, da es innerhalb der Gruppe der Makrolide zu Kreuzreaktionen kommen kann. Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin und Astemizol ist ebenfalls eine Gegenanzeige.Bei bestehenden Leberfunktionsstörungen und bei einer Niereninsuffizienz darf die Anwendung von Makroliden nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen. Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, dass Makrolide zu den bevorzugt eingesetzten Antibiotika gehören, also Mittel der Wahl sind. Wie immer bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt auch hier die Richtlinie, dass bevorzugt ältere und damit besser bekannte Wirkstoffe verwendet werden. Für die Gabe von Makroliden bedeutet das, dass dem Erythromycin der Vorzug gegeben wird. Bei der Gabe an stillenden Müttern muss beachtet werden, dass die Makrolid-Antibiotika in die Muttermilch übergehen, daher muss der behandelnde Arzt die Verordnung sorgfältig abwägen. Zusätzliche Gegenanzeigen für die Gabe von Roxithromycin ist die gleichzeitige Anwendung von Ergotamin bzw. Dihydroergotamin.

    Handelspräparate
    Rulid® und Rulid® 300 Filmtabletten, sowie Rulid® Tabletten für Kinder von der Fa. Aventis Pharma enthalten Roxithromycin.Von den folgenden pharmazeutischen Firmen werden weitere roxithromycinhaltige Arzneimittel als so genannte Generika angeboten: Merck dura, Grünenthal, Azupharma usw.


    Rechtliches

    Roxithromycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  18. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Tazobactam in Kombination mit Piperacillin

    Tazobactam


    Wirkungsmechanismus und Anwendung

    Tazobactam in Kombination mit Piperacillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika . Tazobactam ist eine Weiterentwicklung von Sulbactam und besitzt eine stärkere Aktivität. Die Kombination von Tazobactam und Piperacillin gilt als sehr günstig, weil sich dadurch das Wirkungsspektrum von Piperacillin verbreitert. Die Kombination kann bei Infektionen durch Piperacillin-empfindliche Erreger eingesetzt werden und erfolgt in der Regel bei schwereren Erkrankungen.

    Nebenwirkungen
    Es können Veränderungen im Blutbild auftreten. Die Blutbildveränderungen können erniedrigte Zahlen an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten sein. Außerdem können sich die Konzentrationen der Leberenzyme im Blut verändern, welches auf eine Schädigung der Leberzellen hinweisen kann. Ferner können als Überempfindlichkeitsreaktion Hautveränderungen, wie Rötungen und Juckreiz auftreten. Die wichtigsten Nebenwirkungen der Penicilline sind allergische Reaktionen, die in Häufigkeit und Schwere stark variieren können. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie muss die Anwendung aller Penicillinpräparate unbedingt unterbleiben, da die allergischen Reaktionen lebensbedrohlich sein können. Bei dem sehr selten auftretenden anaphylaktischen Schock kann es innerhalb der ersten Stunde nach Verabreichung des Penicillins zu einem Zusammenbruch des gesamten Kreislaufs kommen, bei dem ohne das Einsetzen lebenserhaltener Maßnahmen der Tod eintreten kann. Bei Substanzen, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, z. B. die Cephalosporine, muss mit Kreuzallergien gerechnet werden. Die weniger gefährlichen Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unterschiedlich äußern können: Es kann z. B. ein Arzneimittelfieber auftreten. An der Haut kann es zu Veränderungen kommen, wobei hier häufig Exantheme auftreten, es muss aber auch mit schwereren Fällen, wie dem Lyell-Syndrom und dem Steven-Johnson-Syndrom gerechnet werden. Es können hämolytische Anämien auftreten und andere Blutbildveränderungen, wie Leukozytopenien, Thrombozytopenien und Agranulozytosen. An den Blutgefäßen kann es zu einer entzündlichen Reaktion kommen, der sogenannten Vaskulitis. Am Nierenapparat kann eine interstitielle Nephritis vorkommen. Im Bereich der Atemwege kann es zu einem Larynxödem kommen, wobei die Schwellungen des Kehlkopfes Atemschwierigkeiten verursachen kann. Außerdem muss mit Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen gerechnet werden. Bei anhaltenden Durchfällen muss mit einer pseudomembranösen Kolitis gerechnet werden. Ansonsten sind Penicilline in therapeutischen Dosierungen für den Menschen weitgehend ungiftig, da die speziellen Stoffwechselschritte der Bakterien, die durch Penicilline gehemmt werden, also die Zellwandsynthese, bei dem Menschen nicht vorkommen.

    Wechselwirkungenorale Kontrazeptiva:

    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit. bakteriostatisch wirkende Antibiotika: Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden. Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon: Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Probenicid:

    Die Kombination von Tazobactam und Piperacillin bewirkt eine verlängerte Ausscheidung von Probenecid.

    Gegenanzeigen

    Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren soll nicht erfolgen. Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden. Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden. Eine weitere Gegenanzeige ist die alleinige Anwendung, also ohne ein ß-Lactam-Antibiotikum.

    [b]Handelspräparate[/b]
    Tazobac® 2g und Tazobac® 0,5 g Trockensubstanz von der Fa. Lederle enthält Tazobactam in der Kombination mit Piperacillin.


    Rechtliches

    Die Kombination von Tazobactam und Piperacillin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Teicoplanin

    Anwendung
    Die Anwendung von Teicoplanin erfolgt parenteral bei schweren Infektionen der Atemwege, der Nieren und der ableitenden Harnwege sowie bei schweren Infektionen des Magen-Darm-Traktes. Ferner kann Teicoplanin bei schweren Infektionen der Knochen, der Gelenke, der Weichteile und der Haut gegeben werden. Bei schweren Infektionen des Herzens und bei Sepsis kann ebenfalls eine Anwendung erfolgen.Eine wesentliche Voraussetzung ist, wie bereits bei Vancomycin, dass diese Infektionen durch grampositive Erreger verursacht werden, und dass andere Antibiotika bereits versagt haben.

    Wirkungsmechanismus
    Teicoplanin gehört zur Wirkstoffgruppe der Glykopeptid-Antibiotika. Teicoplanin ist mit Vancomycin eng verwandt und wurde 1989 in die Therapie eingeführt. Die Substanz stellt ein Gemisch aus bis zu 6 komplexen Glykopeptiden dar und kann aus Kulturen von Actinoplanes teichomyceticus gewonnen werden. Der Wirkungsmechanismus und das Wirkungsspektrum ist mit dem von Vancomycin vergleichbar. Ein Unterschied zwischen den beiden Substanzen besteht darin, dass Teicoplanin wesentlich länger im Körper verbleibt, als Vancomycin.

    Nebenwirkungen

    Teicoplanin wird im Allgemeinen gut vertragen, die auftretenden Nebenwirkungen sind eher leichterer Art. Es kann zu Überempfindlichkeiten kommen, die sich z. B. als Hautreaktionen, Juckreiz, Fieber oder Atemwegsverkrampfungen zeigen können. In einigen Fällen kann es zu einem Anstieg der Leberenzyme und zu Beeinträchtigungen der Nierenfunktionen kommen. Veränderungen im Blutbild sind selten, können sich dann aber als Erhöhung oder Erniedrigung der Anzahl der Blutzellen äußern.Schädigende Wirkungen an dem Gehörapparat treten selten auf. Es kann sich dann um leichte Hörverluste, Schwindel oder Tinnitus, also Ohrengeräusche handeln. Selten können Übelkeit und Erbrechen auftreten.Wechselwirkungenandere Arzneimittel, die schädigend auf die Nieren und den Gehörapparat wirken können: Die Gefahr der sich steigernden schädigenden Wirkung ist sehr groß, daher sollte Teicoplanin nur in Abwesenheit der erwähnten Wirkstoffe gegeben werden. Kann diese Richtlinie nicht befolgt werden, muss eine sorgfältige Überwachung der Nieren- und der Gehörfunktion während der gesamten Therapie stattfinden.

    Gegenanzeigen

    Mögliche Gegenanzeigen für die Gabe von Teicoplanin können sich durch eingeschränkte Nierenfunktionen ergeben. Außerdem sollte, neben Teicoplanin, nicht eine gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimittel erfolgen, die ähnliche Nebenwirkungen in Bezug auf die Nieren und den Gehörapparat verursachen.Die Anwendung an schwangeren Frauen und stillenden Müttern sollte, wegen mangelnder Erfahrung, nicht erfolgen.

    Handelspräparate

    Targocid 100, Targocid 200 und Targocid 400 Trockensubstanz von der Fa. Aventis Pharma enthält Teicoplanin.


    Rechtliches
    Teicoplanin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Telithromycin


    Anwendung

    Die Anwendung von Telithromycin erfolgt bei Infektionen der oberen Atemwege, wie z. B. Infektionen im Rachen und Infektionen der Nasennebenhöhlen. Ferner kann die Substanz bei Bronchitis und bei Lungenentzündung eingesetzt werden.

    Wirkungsmechanismus

    Telithromycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolid-Antibiotika. Der genaue Wirkungsmechanismus der Makrolide ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.Die Makrolid-Antibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Akzeptorstelle zur Donorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.

    Nebenwirkungen

    Die Makrolid-Antibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten.Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln.Selten werden Herzrhythmusstörungen und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet. Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden.Bei der Anwendung von Telithromycin werden vereinzelt Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet.

    Wechselwirkungen andere Antibiotika:

    Werden verschiedene Makrolide miteinander kombiniert, kann es zu dem Auftreten von Kreuzresistenzen kommen. Bei der Kombination von Makroliden mit anderen Antibiotika, wie z. B. Lincosamiden, Clindamycin und Chloramphenicol, werden ebenfalls Kreuzresistenzen beobachtet.bestimmte Antiepileptika, wie Carbamazepin und Valproinsäure:
    Die Konzentration von Carbamazepin und Valproinsäure im Blut kann sich bei gleichzeitiger Gabe von Makroliden erhöhen, womit die Gefahr gefährlicher Nebenwirkungen der Antiepileptika ansteigt.

    Theophyllin:

    Werden Makrolid-Antibiotika und Theophyllin zusammen verabreicht, kann sich die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen.Ciclosporin: Bei der gleichzeitigen Gabe des Immunsupressivums Ciclosporin und Makrolid-Antibiotika erhöht sich die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin.Terfenadin, Astemizol und Cisaprid:
    Werden diese Wirkstoffe mit Spiramycin zusammen verabreicht, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

    Digoxin:
    Makrolide können die Konzentration von Digoxin im Blut erhöhen.Methylprednisolon, Triazolam, Midazolam, Alfentanil, Felodipin und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ:

    Bei gleichzeitiger Anwendung mit Makrolid-Antibiotika, kann sich die Verweildauer der genannten Arzneimittel im Körper erhöhen, womit deren Wirkung verstärkt wird. Mutterkornalkaloide: Werden Dihydroergotamin und nichthydrierte Mutterkornalkaloide mit Makroliden zusammen gegeben, kann es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen.

    Omeprazol:
    Omeprazol erhöht die Bioverfügbarkeit von Telithromycin. Damit ist gemeint, dass sich bei unveränderter Dosierung, die Menge an Telithromycin, die für den Körper zur Verfügung steht, erhöht.

    Gegenanzeigen
    Eine Überempfindlichkeit gegen Makrolide ist eine Gegenanzeige, da es innerhalb der Gruppe der Makrolide zu Kreuzreaktionen kommen kann. Die gleichzeitige Anwendung von Terfenadin und Astemizol ist ebenfalls eine Gegenanzeige.Bei bestehenden Leberfunktionsstörungen und bei einer Niereninsuffizienz darf die Anwendung von Makroliden nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.Für die Anwendung bei schwangeren Frauen gilt, dass Makrolide zu den bevorzugt eingesetzten Antibiotika gehören, also Mittel der Wahl sind. Wie immer bei der Anwendung an schwangeren Frauen gilt auch hier die Richtlinie, dass bevorzugt ältere und damit besser bekannte Wirkstoffe verwendet werden. Für die Gabe von Makroliden bedeutet das, dass dem Erythromycin der Vorzug gegeben wird.Bei der Gabe an stillenden Müttern muss beachtet werden, dass die Makrolid-Antibiotika in die Muttermilch übergehen, daher muss der behandelnde Arzt die Verordnung sorgfältig abwägen.Bei der gleichzeitigen Einnahme von Mutterkornalkaloiden, wie z. B. Ergotamin und Dihydroergotamin darf Telithromycin nicht angewendet werden. Das Gleiche gilt, wenn der Wirkstoff Cisaprid, ein Mittel gegen Magenprobleme, und die Substanz Pimozid, ein Mittel zur Behandlung seelischer Störungen, gegeben wird. Ferner darf Telithromycin nicht angewendet werden, wenn bei einer Untersuchung der Herzfunktion eine seltene Veränderungen im Elektrokardiogramm, das sogenannte QT-Syndrom aufgetreten ist.

    Handelspräparate

    Ketek® 400 mg Filmtabletten von der Fa. Aventis Pharma enthalten Telithromycin.


    Rechtliches
    Telithromycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Tetracyclin


    Anwendung
    Die Anwendung von Tetracyclinen ist heute durch die zahlreichen Resistenzen der Bakterien eingeschränkt. Allerdings sind Tetracycline immer noch ein Mittel der ersten Wahl bei Infektionskrankheiten, die durch intrazelluläre Erreger verursacht werden. Dieses ist der Fall bei Infektionen der Atemwege durch Mykoplasmen, Rickettsien und Chlamydien. Zur Anwendung kommen Tetracycline aber auch bei Harnwegsinfektionen und bei Infektionen der Geschlechtsorgane, die ebenfalls häufig durch Chlamydien verursacht werden. Eine Anwendung bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes erfolgt z. B. bei Cholera- und Campylobacter-Infektionen. Außerdem werden Tetracycline bei schweren Formen der Akne vulgaris eingesetzt, bei der häufig eine Infektion mit Propionibacterium acnes vorliegt. WirkungsmechanismusTetracyclin gehört zur Wirkstoffgruppe der Tetracycline . Die antibiotische Wirkung von Tetracyclinen beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese der Bakterien. Die Tetracycline binden an einer speziellen Bindungsstelle der Ribosomen an. Ribosome sind Zellpartikel, an denen die Biosynthese der Eiweißkörper stattfindet. Durch die Bindung der Tetracycline an die Ribosomen wird die Anbindung der bakteriellen Aminoacyl-t-RNA verhindert. Dadurch wird die vollständige Bildung der Eiweißkette unterbrochen, und damit der Fortpflanzungsprozeß der Bakterien unterbunden. NebenwirkungenDie Tetracycline sind allgemein wenig toxisch. Als mögliche Nebenwirkungen können Überempfindlichkeitsreaktionen und Veränderungen an den Zähnen und am Skelettsystem vorkommen. Die Überempfindlichkeitsreaktionen können sich in Form von Hautveränderungen, Kopfschmerzen und Fieber und in Form von Bronchospasmen zeigen. An der Haut werden außerdem phototoxische Reaktionen beobachtet, die sich nach Sonneneinstrahlung an den belichteten Hautbereichen einstellen können. Bei den Überempfindlichkeitsreaktionen kann es innerhalb der Gruppe der Tetracycline zu Kreuzreaktionen kommen. Die Nebenwirkungen an dem Zahnapparat sind irreversible, also nicht mehr rückgängig machbare Verfärbungen an den Zähnen und Zahnschädigungen, die durch Einlagerungen von Tetracyclinen in Form von Metallkomplexen zustande kommen. Besonders gravierend sind diese Nebenwirkungen bei Kindern, weil hier die Zahnanlage für das gesamte spätere Leben stattfindet. Auch bei ungeborenen Kinder kann es zu diesen Zahnschädigungen kommen. Die Nebenwirkungen am Skelettsystem betreffen Kinder unter 8 Jahren, bei denen es zu Verzögerungen des Knochenwachstums kommen kann, die allerdings reversibel, also nach Absetzen des Arzneimittels wieder rückgängig sind. Die Einwirkungen auf den Knochenapparat entstehen dadurch, dass Tetracycline im Knochen in Form von Calciumkomplexen gespeichert werden. Nebenwirkungen, die den Magen-Darm-Bereich betreffen, können Sodbrennen, Magendruck und Durchfälle sein. Bei langfristiger oder wiederholter Anwendung von Tetracyclinen können Superinfektionen auftreten. Unter Superinfektionen versteht man, bei Fortbestehen des Primärinfektes, neuerliche Infektionen mit dem gleichen Erreger oder einem anderen, auf Grund einer geschädigten Immunabwehr. Vereinzelt werden verschiedene Veränderungen am Blutbild beobachtet.

    Wechselwirkungen

    Alle Arzneimittel und Nahrungsmittel, die bestimmte Metallionen enthalten: Einige mehrwertige Mineralien wie Aluminium, Magnesium, Kalzium, Zink und Eisen vermindern die Aufnahme der Tetracycline aus dem Darm. Daher dürfen keine Magnesium-, Kalzium-, Zink- und Eisenpräparate zusammen mit Tetracyclinen eingenommen werden. Außerdem ist zu beachten, dass viele Magenmittel ebenfalls Magnesium und Aluminium enthalten. Als Nahrungsmittel müssen während der Einnahme von Tetracyclinen Milch und Milchprodukte gemieden werden, weil diese große Mengen an Kalzium enthalten. Hier sollten Abstände von bis zu einigen Stunden eingehalten werden.

    Aktivkohle und Colestyramin:
    Auch diese Arzneimittel vermindern die Aufnahme von Tetracyclinen aus dem Darm.

    Methotrexat und Cyclosporin:
    Tetracycline verstärken die Toxizität von Methotrexat und Cyclosporin.

    Methoxyfluran:
    Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran erhöht sich die Gefahr von Nierenschädigungen.

    Orale Antikoagulanzien, z. B. Cumarin:
    Tetracycline verstärken die Wirkung oraler Antikoagulanzien wie Cumarin.

    Orale Kontrazeptiva:
    Die Sicherheit der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva wird durch Einnahme von Tetracyclinen vermindert, weil Tetracycline die Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.

    Enzyminduktoren:
    Einige Wirkstoffe, wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin und Primidon beschleunigen den Abbau von Tetracyclinen, indem sie die Aktivität der abbauenden Enzyme erhöhen. Der gleiche Effekt entsteht durch erhöhten Alkoholgenuss.

    Isotretionin:
    Isotretionin ist ein Vitamin A-Derivat und wird bei der Behandlung der Akne verwendet. Teracycline zusammen mit Isotretionin können zu einem erhöhten Schädelinnendruck führen.

    Gegenanzeigen
    Bei Kindern unter 8 Jahren sollten die Tetracycline auf Grund der bereits erwähnten Nebenwirkungen nicht angewendet werden. Bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern soll die Anwendung daher ebenfalls unterbleiben. Unter Umständen kann Tetracyclin als Antibiotikum der zweiten Wahl vor der 16. Schwangerschaftswoche gegeben werden. Nach der 16. Schwangerschaftswoche beginnt die Zahnanlage, wobei es dann zu den erwähnten Nebenwirkungen kommen kann. Weitere Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Tetracycline. Bei schweren Leberfunktionsstörungen und bei Niereninsuffizienz dürfen ebenfalls keine Tetracycline angewendet werden.

    Handelspräparate
    Achromycin ® 500 Filmtabletten von der Fa. Lederle enthalten Tetracyclin.Tefilin Kapseln von der Fa. Hermal enthalten Tetracyclin.Ferner werden weitere Tetracyclin-haltige Arzneimittel von den folgenden pharmazeutischen Firmen angeboten: Heyl, Grünenthal, Wolff, Merckle usw.


    Rechtliches
    Tetracyclin ist, wie alle Tetracycline verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.




    Clavulansäure in Kombination mit Ticarcillin

    Anwendung und Wirkungsmechanismus

    Clavulansäure in Kombination mit Ticarcillin gehört zur Wirkstoffgruppe der ß-Lactam-Antibiotika . Ticarcillin ist ein Penicillin, welches nur noch in diesem Kombinationspräparat verwendet wird. Die Anwendung erfolgt mittels Infusion oder Injektion bei Erkrankungen durch Ticarcillin-empfindliche Erreger, und gegen Erreger, die Resistenzen gegen Ticarcillin entwickelt haben, die auf durch Clavulansäure hemmbare ß-Lactamasen beruhen.

    Nebenwirkungen

    Die Nebenwirkungen der festen Kombination addieren sich aus den Nebenwirkungen, die durch Ticarcillin verursacht werden können und Nebenwirkungen, die durch Clavulansäure entstehen können.Die Nebenwirkungen, die Ticarcillin betreffen, wurden bereits unter dem gleichnamigen Punkt besprochen.Die Clavulansäure kann als Nebenwirkungen in erster Linie Erkrankungen der Leber verursachen. Es kann zu einer Erhöhung der Leberenzyme kommen und zu einer cholestatischen Hepatitis. Außerdem können durch Clavulansäure Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen ausgelöst werden.

    Wechselwirkungen
    orale Kontrazeptiva:
    Auf Grund der Beeinflussung der Darmflora durch die Penicilline kann es zu einer erniedrigten Aufnahme der Kontrazeptiva in das Blut kommen, und damit zu einer verminderten Wirksamkeit.

    bakteriostatisch wirkende Antibiotika:
    Antibiotika, die bakteriostatisch wirken, dürfen nicht mit Penicillinen kombiniert werden.

    Indometacin, Salicylate, Probenecid, Phenylbutazon und Sulfinpyrazon:

    Die aufgezählten Arzneimittel führen zu einer erhöhten und verlängerten Konzentration der Penicilline im Blut und dürfen daher nicht zusammen mit Penicillinen verabreicht werden.

    Gegenanzeigen

    Bei einer vorhandenen Penicillinallergie dürfen keine Penicillinpräparate gegeben werden.Für die Anwendung bei der schwangeren Frau gilt, dass Penicilline am besten geeignet sind. Penicilline gehen zwar ungehindert auf das Ungeborene über, es gibt aber keinerlei Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Allerdings muss auch bei der schwangeren Frau eine eventuell vorhandene Penicillinallergie beachtet werden.

    Rechtliches

    Die Kombination von Ticarcillin und Clavulansäure ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Tinidazol

    Anwendung

    Tinidazol kann bei Infektionen der Frau und des Mannes mit Trichomonas vaginalis gegeben werden. Weitere Anwendungen können bei Infektionen mit Lamblien und Amoeben erfolgen. Außerdem können Infektionen mit Anaerobiern mit Tinidazol behandelt werden. Ferner wird Tinidazol bei Zahnfleischentzündungen gegeben.

    Wirkungsmechanismus

    Tinidazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Nitroimidazol-Derivate . Die Nitroimidazole sind selbst nicht antimikrobiell wirksam. Erst durch Stoffwechselvorgänge der Mikroorganismen entstehen als wirksame Produkte die Nitro-Derivate. Es kommt zu einer reduktiven (Gegenteil: oxydativ) Verstoffwechselung der Nitro-Gruppe, durch Nitroreduktasen, von denen es verschiedene Enzymsysteme gibt.Der Wirkungsmechanismus der Nitroimidazole ist eine Reaktion der Nitro-Derivate mit den Basen der DNA. Es kommt dadurch zu einer Schädigung der DNA-Stränge und zum Absterben der Mikroorganismen.Durch diesen Wirkungsmechanismus wurde auch einige Zeit für den Menschen eine mutagene Wirkung befürchtet, also eine mögliche Schädigung des Erbgutes durch Nitroimidazole. Konkrete Anhaltspunkte dafür konnten aber nicht gefunden werden. Es wird vermutet, dass menschliche Zellen im gut durchbluteten Gewebe des Körpers durch den oxydativen Stoffwechsel und das geringe Vorhandensein der Nitroreduktasen geschützt sind.

    Nebenwirkungen

    Als Nebenwirkungen können allergische Reaktionen auftreten, die sich als Hautreaktionen oder Fieber äußern können.Es können Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes vorkommen, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle.Der Geschmack kann beeinträchtigt sein, wobei häufig ein metallischer Geschmack bemerkt wird.Bei längerer Therapie und bei höherer Dosierung können sich Nebenwirkungen im Bereich des Nervensystems oder der Psyche einstellen. Hierbei kann es sich um zentralnervöse Störungen handeln, wie z. B. Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrheitszustände oder Erregbarkeiten und Depessionen. Außerdem können periphere Neuropathien auftreten, wie z. B. Taubheitsgefühle oder Kribbelgefühl an den Extremitäten. Gelegentlich können auch Krampfanfälle vorkommen.Nitroimidazole sollten generell nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da sie im Tierversuch eine mutagene und kanzerogene Wirkung haben.

    Wechselwirkungen
    Alkohol:
    Wird neben der Einnahme von Tinidazol Alkohol konsumiert, kann es zu Alkoholunverträglichkeiten kommen. Diese können sich z. B. als Übelkeit und Erbrechen oder in Form von Hautrötungen im Kopf- und Nackenbereich äußern.

    Barbiturate und Phenytoin:
    Die beiden genannten Wirkstoffe können die Wirkung von Tinidazol vermindern.

    Cimetidin:
    Cimetidin kann den Abbau von Tinidazol vermindern und damit zu einer Erhöhung von Tinidazol im Blut führen.

    Disulfiram:
    Bei der gleichzeitigen Gabe von Tinidazol und Disulfiram können Verwirrheitszustände und Psychosen auftreten.

    Lithium:
    Die gleichzeitige Einnahme von Tinidazol kann zu einer Erhöhung von Lithium im Blut führen.

    Orale Antikoagulanzien:
    Bei Anwesenheit von Tinidazol kann sich die Wirkung von Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ verstärken.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die Behandlung mit Tinidazol sind Überempfindlichkeiten gegen die Nitroimidazole. Obwohl Tinidazol im Tierversuch eine mutagene und kanzerogene Wirkung aufweist, hat sich der Verdacht der schädlichen Wirkung auf den menschlichen Organismus nicht bestätigt. Daher kann eine Anwendung bei der schwangeren Frau für die Behandlung einer Trichomoniasis erfolgen, wobei Tinidazol in einer einmaligen oralen Gabe verabreicht wird. Eine vaginale Anwendung sollte nicht erfolgen, weil hier die Einwirkungen auf das Ungeborene erhöht sind. Bei lebensbedrohlichen Infektionen mit Anaerobiern kann eine parenterale Gabe erforderlich sein. Bei der stillenden Mutter sollte Tinidazol nicht angewendet werden. Liegt eine mit Tinidazol behandlungsbedürftige Infektion vor, wird ein Abstillen empfohlen. Kinder unter 12 Jahren sollten bei Infektionen mit Anaerobiern nicht mit Tinidazol behandelt werden. Die Anwendung an schwangeren Frauen ist bei dem Tinidazol kritischer zu sehen als bei dem Metronidazol, weil mit Tinidazol nicht so viele Erfahrungen vorliegen.

    Handelspräparate
    Simplotan® Filmtabletten von der Fa. Pfizer/Pierre Fabre Pharma enthalten Tinidazol.


    Rechtliches
    Tinidazol ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Tobramycin


    Anwendung

    Die Anwendung von Tobramycin erfolgt bei schweren bakteriellen Infektionen und ist mit der Anwendung von Gentamicin vergleichbar. Besonders häufig wird Tobramycin bei Infektionen eingesetzt, die durch Pseudomonas aeruginosa verursacht werden.

    Wirkungsmechanismus

    Tobramycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Aminoglykoside. Tobramycin wird aus Streptomyces tenebrarius isoliert.Die Aminoglykoside bewirken eine vielfältige Störung der bakteriellen Proteinsynthese. Sie binden an die 30S-Untereinheit der Ribosomen und blockieren damit die Bindung der N-Formylmethionyl-t-RNA, womit der Beginn der Proteinsynthese unterdrückt wird. Zusätzlich wird die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA, an die Ribosomen verhindert und damit die angefangene Eiweißkette nicht verlängert.Außerdem werden durch die Bindung der Aminoglykoside an die Ribosomen Fehler bei der Translation ausgelöst, und dadurch falsche Enzym- und Strukturproteine gebildet. Diese so genannten Nonsense-Proteinen führen zu massiven Membranschäden und damit zum Abtöten der Bakterien.Bei der Translation kommt es zu einer Übersetzung der genetischen Information in die Aminosäure-Sequenz, und damit zu der Produktion der Eiweißkörper für die neu zu bildende Zelle.Tobramycin wird von Micromonospora-Arten gebildet. Die Micromonospora-Arten produzieren ein Gemisch von mehreren, in der Regel drei, Antibiotika, die zusammen als Tobramycin bezeichnet werden.Tobramycin hat eine rasche bakteriozide Wirkung auf Bakterien in der Teilungsphase und auch auf Bakterien, die sich in der Ruhephase befinden. Das Wirkungsspektrum von Tobramycin umfasst vor allem gramnegative Stäbchen, wobei auch der Problemkeim Pseudomonas aeruginosa dazugehört.Im Bereich der grampositiven Kokken ist besonders die Wirkung gegen Staphylokokken, mit dem Vertreter Staphylokokkus aureus, interessant. Tobramycin kann die Wirkung von Penicillinen und Cephalosporinen verstärken. Das Wirkungsspektrum von Tobramycin ist mit dem von Gentamicin identisch.

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen bei der systemischen Anwendung: Im Vordergrund stehen die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren. Im Bereich des Gehörgangs kann es zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens kommen. Es werden aber auch Schwindel und Ohrengeräusche beschrieben.Eine Schädigung der Nieren besteht besonders bei erhöhter Dosierung, und bei schon bestehenden Nierenerkrankungen.In seltenen Fällen können Muskelschwäche, Atemdepressionen und Blutbildveränderungen auftreten. Allergische Reaktionen sind ebenfalls selten, es muss aber zwischen den Amoniglykosiden mit Kreuzallergien gerechnet werden.Vorübergehend kann es zu einer leichten Erhöhung der Leberenzyme GOT, GPT und AP kommen. Im Bereich des Nervensystems kann es zu einer neuromuskulären Blockade kommen.

    Nebenwirkungen bei der lokalen Anwendung:

    Bei der Verwendung von Augentropfen oder Augensalben kann es vereinzelt zu einem vorübergehenden Augenbrennen kommen.

    Wechselwirkungen

    Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:Cephalosporine und Methoxyfluran: Die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside kann durch die gleichzeitige Anwendung von Cephalosporinen und Methoxyfluran verstärkt werden.

    Potentiell oto- und /oder nephrotoxische Arzneimittel:

    Andere Arzneimittel ,die auch den Gehörgang oder die Nieren schädigen können, erhöhen die Gefahr der schädlichen Wirkungen der Aminoglykoside. Als potentiell oto- und/oder nephrotoxisch gelten z. B. Amphotericin B, Colistin, Cisplatin und Schleifendiuretika.

    Halothan und curareartige Muskelrelaxanzien:

    Halothan und bestimmte Muskelrelaxanzien können die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside erhöhen.

    Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung:

    Bei der lokalen Anwendung erfolgen in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen keine Angaben.

    Gegenanzeigen

    Gegenanzeigen für die systemische Anwendung:Eine bestehende Erkrankung oder Schädigung der Nieren und des Gehörorgans sind eine Gegenanzeige für die Gabe von Aminoglykosiden. Früh- und Neugeborene sollten nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden, da hier die Gefahr der Nieren- und Gehörgangschädigung erhöht ist. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht mit Aminoglykosiden behandelt werden.

    Gegenanzeigen für die lokale Anwendung:

    Bei der Anwendung von Augentropfen wird als Gegenanzeige lediglich das Tragen von Kontaktlinsen während der Verwendung von aminoglykosidhaltigen Augenpräparaten angegeben.Werden Salben, die Aminoglykoside enthalten, zur Behandlung infizierter Wunden verwendet, wird als Gegenanzeige allgemein die Anwendung am Auge oder auf Schleimhäuten angegeben. Dieser Gegenanzeige liegen die besonderen Anforderungen zu Grunde, die an Augensalben gestellt werden.Zusätzlich können bei lokaler Anwendung auch allergische Reaktionen auftreten.

    Handelspräparate

    Brulamycin® Ampullen 40 und Brulamycin® Ampullen 80 Injektionslösung von der Fa. medphano enthält Tobramycin.Gernebcin® 20, Gernebcin® 40 und Gernebcin® 80 Injektionslösung von der Fa. Lilly enthält Tobramycin.


    Rechtliches
    Tobramycin ist, wie alle Aminoglykoside verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.



    Trimethoprim

    Anwendung
    Das Monopräparat Trimethoprim ist in Deutschland nur für die Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfektionen zugelassen und zur Langzeitprophylaxe bei rezidivierenden Harnwegsinfekten, also zur Vorbeugung wiederholt auftretender Infektionen.Ansonsten sollte Trimethoprim in der Monotherapie nicht verwendet werden, weil die Gefahr der Resistenzentwicklung sehr groß ist.

    Wirkungsmechanismus

    Trimethoprim gehört zur Wirkstoffgruppe der Sulfonamide und Trimethoprim. Der genaue Wirkungsmechanismus von Trimethoprim ist eine Hemmung der Dihydrofolatreduktase, wodurch die Reduktion der Dihydrofolsäure zur Tetrahydrofolsäure nicht stattfindet.Trimethoprim wirkt alleine schwächer als die Kombination mit einem Sulfonamid.

    Nebenwirkungen


    Es kann gelegentlich zu Reaktionen der Haut kommen, wie z. B. ein Auftreten des Steven-Johnson-Syndrom oder in Einzelfällen das Lyell-Syndrom. Außerdem können phototoxische Hautreaktionen vorkommen.Weitere Beschwerden können im Magen-Darm-Bereich auftreten, in Form von Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen.Selten kommt es zu einem Anstieg der Stoffwechselprodukte Kreatinin und Harnstoff im Blut.

    Wechselwirkungen

    Pyrimethamin:
    In Kombination mit Trimethoprim kann es zu Blutbildveränderungen kommen.
    Dicumarol:
    In Gegenwart von Trimethoprim verstärkt sich die Wirkung des Antikoagulanz Dicumarol.

    Ciclosporin:
    Ciclosporin kann bei gleichzeitiger Gabe von Trimethoprim die Nierentätigkeit vorübergehend beeinträchtigen.

    Phenytoin:
    Die Konzentration von Phenytoin im Blut kann sich in Gegenwart von Trimethoprim erhöhen.

    Orale Kontrazeptiva:
    Durch Beeinflussung der natürlichen Darmflora durch Trimethoprim kann die Wirkung der oralen Kontrazeptiva vermindert sein.

    Gegenanzeigen
    Bei einer Überempfindlichkeit gegen Trimethoprim und strukturverwandte Substanzen darf Trimethoprim nicht gegeben werden.Weitere Gegenanzeigen sind schwere Nierenfunktionsstörungen und krankhafte Blutbildveränderungen, wie eine erniedrigte Anzahl an Thrombozyten und Granulozyten, also bestimmten weißen Blutkörperchen, und eine megaloblastre Anämie.Bei Früh- oder Neugeborenen darf Trimethoprim nicht verwendet werden, bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern sollte Trimethoprim ebenfalls nicht verwendet werden. Der Grund dafür liegt in der Hemmung der Folsäure durch die Substanz, weil eine ausreichende Konzentration an Folsäure für die Entwicklung des Ungeborenen sehr wichtig ist. Es gibt eine kindliche Fehlbildung, es handelt sich dabei um den angeborenen Neuralrohrdefekt (Spina bifida), deren Entstehung mit einem ungenügenden Angebot an Folsäure in Verbindung gebracht wird. Sollte doch aus medizinischer Sicht die Behandlung einer schwangeren Frau mit Trimethoprim nicht zu umgehen sein, müsste zusätzlich Folsäure gegeben werden. Ein solcher Fall kann bei einer HIV-infizierten Frau, die eine Infektion mit Pneumocystis carinii aufweist, vorliegen.

    Handelspräparate

    Infectotrimet 50 Saft und Infectotrimet 100 Saft, sowie Infectotrimet 50 Tabletten und Infectotrimet 100 Tabletten von der Fa. Infectopharm enthalten Trimethoprim.TMP-ratiopharm® 50, TMP-ratiopharm® 100, TMP-ratiopharm® 150 und TMP-ratiopharm® 200 Tabletten von der Fa. ratiopharm enthalten Trimethoprim.

    RechtlichesTrimethoprim ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.


    Tyrothricin


    Anwendung

    Tyrothricin ist in Pudern oder Gelen, einer speziellen Salbenform, enthalten. Die Anwendung erfolgt bei infizierten oder infektionsgefährdeten Hautverletzungen, Wunden, Verbrennungen und bei Hautentzündungen. Ferner werden mit diesen Pudern oder Gelen Unterschenkelgeschwüre und Ekzeme behandelt.Eine weitere Anwendung von Tyrothricin erfolgt in Form von Lutschtabletten zur Behandlung von Halsentzündungen und Halsschmerzen. Ferner können die Lutschtabletten bei Kehlkopfentzündungen und bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches angewendet werden. Tyrothricin wird in den Lutschtabletten meist mit einem Lokalanästhetikum kombiniert. Oft ist zusätzlich noch ein Desinfektionsmittel enthalten.

    Wirkungsmechanismus

    Tyrothricin gehört zur Wirkstoffgruppe der Polypeptid-Antibiotika . Bei dem Tyrothricin handelt es sich ein Gemisch aus Gramicidin und Tyrocidin. Tyrothricin besitzt eine Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien. Kreuzresistenzen mit anderen Antibiotika bestehen nicht.Die Anwendung von Tyrothricin darf auf Grund möglicher gefährlicher Nebenwirkungen nicht systemisch erfolgen.NebenwirkungenBei der Anwendung auf der Haut können seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Tyrothricin auftreten.Bei der Anwendung im Mund- oder Rachenraum ist in der Regel nicht mit gefährlichen Nebenwirkungen zu rechnen. Allerdings könnten auch durch die zusätzlich enthaltenen Wirkstoffe Nebenwirkungen auftreten.

    Wechselwirkungen

    Zu möglichen Wechselwirkungen erfolgen keine Angaben.

    Gegenanzeigen

    Als Gegenanzeigen für die Anwendung der Lutschtabletten gelten größere, frische Wunden im Mund- oder Rachenraum. Eitrige Mandelentzündungen mit Fieber sollten ebenfalls nicht mit den Lutschtabletten behandelt werden. Bei Kindern sollten die Lutschtabletten nicht angewendet werden.

    Handelspräparate

    Tyrotricin wird zur Behandlung an der Haut angewendet.Handelspräparate siehe Dermatika.Ferner wird Tyrotricin in Lutschtabletten bei Halsentzündungen verwendet. Handelspräparate siehe Erkältungsmedikamente.


    Rechtliches
    Die Tyrothricin-haltigen Puder und Gele zur Anwendung auf der Haut sind nur apothekenpflichtig aber nicht verschreibungspflichtig.Die Tyrothricin-haltigen Lutschtabletten zur Anwendung im Mund- und Rachenraum unterliegen ebenfalls nicht der Verschreibungspflicht, sondern sind nur apothekenpflichtig.
     
  19. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

    Registriert seit:
    15.02.2002
    Beiträge:
    933
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    AN-Pfleger
    Ort:
    Kassel
    Akt. Einsatzbereich:
    in Rente
    Vancomycin

    Anwendung
    Die Anwendung von Vancomycin erfolgt in Form von Infusionen oder Injektionen zur Behandlung von schweren Infektionen, die durch grampositive Erreger verursacht werden, die gegen andere Antibiotika resistent sind. Vancomycin wird auch eingesetzt, wenn bei den Patienten eine Allergie gegen ß-Lactam-Antibiotika besteht. Bei den schweren Infektionen, die mit Vancomycin behandelt werden, kann es sich um Endocarditis, Lungenentzündung und Sepsis handeln. Ferner werden schwere Infektionen der Gelenke und der Weichteile mit Vancomycin behandelt.Die lokale Anwendung, also die Gabe von Tabletten, kann bei einer Behandlung der bakteriell-bedingten pseudomembranösen Enterokolitis erfolgen. Diese entzündliche Darmerkrankung kann durch den anaerob wachsenden Erreger Clostridium difficile verursacht werden.

    Wirkungsmechanismus

    Vancomycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Glykopeptid-Antibiotika. Vancomycin wurde bereits in den 50er Jahren aus Kulturen von Streptomyces orientalis gewonnen, aber erst um 1980 als wirksame Alternative gegen multiresistente Staphylokokken eingesetzt.Besonders wichtig ist die Wirkung gegen Methicilin-resistente Stämme von Staphylokokkus aureus und Staphylokokkus epidermidis. Diese beiden Erreger kommen, neben den Enterokokken, häufig in Krankenhäusern als Verursacher der nosokomialen Infektionen vor. Der genaue Wirkungsmechanismus ist die Hemmung der Mureinsynthese, die für die vollständige Ausbildung der Zellwand ein wesentlicher Schritt ist. Die Glykopeptid-Antibiotika binden an die endständigen D-Alanyl-D-Alanin-Gruppen der Pentapeptidseitenketten, und verhindern damit deren Quervernetzung. Die Folge ist eine unvollständig ausgebildete Zellwand, die zum Absterben der Bakterien führt.

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen, die bei systemischer Gabe auftreten können: Gegen Vancomycin können Überempfindlichkeiten auftreten, die sich in Form von Blutdruckabfall und z. T. schweren Hautreaktionen äußern können. Weitere Nebenwirkungen können eine vorübergehende oder auch bleibende Verschlechterung des Hörvermögens sein. Diese Beeinträchtigungen können vor allem bei hohen verabreichten Konzentrationen an Vancomycin auftreten. Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die ebenfalls eine schädigende Wirkung auf den Gehörapparat haben können, muss mit verstärkten negativen Auswirkungen gerechnet werden.Ferner besteht bei der Anwendung von Vancomycin die Gefahr der möglichen Nierenschädigung, die besonders bei bereits bestehenden Nierenerkrankungen verstärkt ist. Auch hier ist zu beachten, dass andere Arzneimittel diese Nebenwirkungen verschlimmern können.Außerdem kann durch die Gabe von Vancomycin die Anzahl der zellulären Bestandteile des Blutes verändert werden. Hierbei kann es zu einer Verminderung der weißen Blutkörperchen kommen.
    Nebenwirkungen bei lokaler Gabe, also bei der Behandlung von Darmerkrankungen, sind eher untergeordnet. Es muss aber bei Patienten, deren Darm durch entzündliche Prozesse vorgeschädigt ist, mit erheblichen Konzentrationen von Vancomycin im Blut gerechnet werden. Dadurch können auch bei lokaler Anwendung die zuvor erwähnten Nebenwirkungen auftreten.Weiterhin muss bei Patienten, bei denen Nierenerkrankungen bestehen, mit einem verstärkten Auftreten von Nebenwirkungen gerechnet werden, da Vancomycin zum großen Anteil über die Nieren ausgeschieden wird.

    Wechselwirkungen

    Die folgenden Aussagen über Wechselwirkungen gelten für die systemische Anwendung. Bei lokaler Gabe muss aber bei dem Vorliegen von entzündlichen Darmerkrankungen ebenfalls mit Wechselwirkungen gerechnet werden. Durch bereits vorliegende Nierenschädigungen können sich die Wechselwirkungen, wie schon zuvor die Nebenwirkungen, verstärken.Aminoglykoside und andere Arzneimittel, die möglicherweise die Ohren oder die Nieren schädigen können: Werden diese Arzneimittel zusammen mit Glykopeptiden gegeben, verstärken sich die schädigenden Wirkungen auf den Gehörapparat und auf die Nieren.

    Narkosemittel:
    Narkosemittel können die allergischen Reaktionen von Vancomycin, wie z. B. Hautveränderungen und Blutdruckabfall, verstärken.

    Muskelrelaxanzien:
    Die Wirkungen einiger Muskelrelaxanzien können sich in Anwesenheit von Vancomycin verstärken.andere Arzneimittel, die parenteral verabreicht werden: Wird Vancomycin in Form von Infusionslösungen verabreicht, soll dieses grundsätzlich getrennt von anderen Arzneimitteln erfolgen. Bei der Mischung von Vancomycin in Infusionslösungen mit anderen Wirkstoffen, kann es zu chemischen und physikalischen Unverträglichkeit kommen.

    andere Antibiotika:
    Vancomycin soll nicht mit anderen Antibiotika kombiniert werden.

    Gegenanzeigen

    Mögliche Gegenanzeigen können bestehende Erkrankungen oder Schädigungen der Nieren oder des Gehörapparates darstellen. Ferner ist die Anwendung von Vancomycin bei gleichzeitiger Gabe anderer Arzneimittel, die ebenfalls ähnliche schädigende Nebenwirkungen aufweisen, sorgfältig abzuwägen.Für die Anwendung von Vancomycin an schwangeren Frauen muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Die Anwendung ist nur gerechtfertigt, wenn bei der Frau eine lebensbedrohliche Infektion mit Vancomycin-empfindlichen Erregern besteht. Missbildungen oder Nieren- bzw. Gehörschäden am Ungeborenen wurden bislang nicht beobachtet. Mit einer Nutzen-Risiko-Abwägung ist gemeint, dass die möglicherweise schädlichen Wirkungen dem Nutzen, also dem erwarteten Therapieerfolg, gegenübergestellt werden. Bei der Behandlung schwangerer Frauen gilt im Allgemeinen die Richtlinie, dass das Leben und die Gesundheit der Frau im Vordergrund stehen. Eine Anwendung von Vancomycin an stillenden Müttern muss ebenfalls sorgfältig entschieden werden und sollte nur bei Versagen anderer Antibiotika erfolgen. Die Substanz geht in die Muttermilch über und kann somit bei dem Säugling zu Schädigungen der Darmflora, Durchfällen und anderen krankhaften Erscheinungen führen.

    Handelspräparate

    Vancomycin CP Lilly® 500 und Vancomycin CP Lilly® 1,0 Trockensubstanz von der Fa. Lilly enthält Vancomycin.AB-Vancomycin 500 Trockensubstanz von der Fa. curasan/ATSRAPIN enthält Vancomycin.Vancomycin-ratiopharm® 0,5 g und Vancomycin-ratiopharm® 1,0 g Trockensubstanz von der Fa. ratiopharm enthält Vancomycin.


    Rechtliches
    Vancomycin ist verschreibungspflichtig und damit auch apothekenpflichtig.
     
  20. Tilman

    Tilman Newbie

    Registriert seit:
    14.01.2013
    Beiträge:
    10
    Zustimmungen:
    0
    Es muß n jedem Fall darauf hngewiesen werden, daß Levofloxacin (und andere "Neue Chinolone") Patienten im Alter 60+ nicht verabreicht werden soll.

    Gleiches gilt für den Nebenwirkungskomplex "Sehnenschäden, Sehnenruptur", der dem Vernehmen nach v.a. auf einer Mg-Immobilisierung durch Chelatbindungen beruht. Hierauf wurde jeweils im Grunde viel zu spät nicht nur 2008 in den USA per "Black Box Warning", sondern auch im September hierzulande per "Rote Hand Brief" verwiesen. Daß diese Nebenwirkungen in dem "Rote Hand Brief" unter "neue Erkenntnise" gehandelt werden, ist allerdings falsch, da diese Nebenwirkungen schon vor ca. 20 Jahren als Gefährdung bekannt waren. Dies gilt auch gerade für Patienten physisch wie psychisch besonders schwer belastende langwierige bis hin zu nachhaltigen Achillesehnenschäden.

    Siehe hierzu auch www.levofloxacin.eu incl. v.g. Dokumente.

    TK
     
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